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Autor Thema: Tag der offenen Tür bei Johannus Orgelbouw  (Gelesen 1490 mal)
Aeoline
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« Antworten #10 am: 24. November 2017, 22:25:31 »

Hallo Leute,

ich melde mich aus dem Wellness-Tempel meines Hotels in der Nähe von Ede.

Ich freue mich auf morgen und hoffe darauf, ein paar von euch zu treffen. Jetzt nochmals schwitzen gehen, dann ein oder zwei Absackerle an der Bar und dann Heia!

 Prost!

Bis morgen dann...

LG
Aeoline
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Die meisten Organisten leiden an einer schlimmen Krankheit:
Augentinnitus! - Man(n) sieht nur noch Pfeifen...
Wichernkantor
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« Antworten #11 am: 24. November 2017, 22:31:23 »

Man sieht sich!  Dafür

LG
Michael
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Gloria Concerto 350 Trend im Dach mit ca. 40 m²


« Antworten #12 am: 24. November 2017, 22:50:59 »

Ich wünsche Euch viel Spaß und neue Erkenntnisse. Ich bin auf Euren Bericht gespannt. Leider ist der Weg für mich zu weit.

LG
Matthias
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Wichernkantor
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« Antworten #13 am: 25. November 2017, 19:23:41 »

Gerade zurückgekommen - gefühlte 80 % der Wegstrecke auf der A 45 zwischen Wetzlar und dem Ruhrgebiet bestehen aus Baustellen ...
Ich bin entsprechend müde und strecke mich erst mal lang ...

Zwei Dinge von der Live III vorab: Die neue Engländerin ist superb. Herrlich volle Grundstimmen. Und Nikolausi hat vermutlich ein weiteres Sampleset im Sack: Die spätromantische Sauerin aus der Michaeliskirche in Leipzig. Wundervoll ausdifferenzierte 8'-Schattierungen und mild leuchtende Plena ohne jede Schärfe - ein absoluter Wurf. Würde ich eine Live III kaufen, wäre dieses Set unbedingt bei der Grundausstattung dabei.

Mehr später ...

LG
Michael

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Wichernkantor
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« Antworten #14 am: 26. November 2017, 08:21:35 »

So, nach ausreichend Nachtschlaf hier mal ein paar Takte Erlebnisbericht.

Matjoe und ich waren als notorische Frühaufsteher nach großzügig kalkulierter Fahrzeit schon gegen 9.30 in der Ederaner Keplerlaan, wo die Mitarbeiter allesamt mit Vorbereitungen beschäftigt waren. Wir saßen im Foyer, als Udo mit Gemahlin eintrudelte. Die beiden hatten schon einige Tage zuvor in der Gegend Quartier gemacht. Auch Harald und René (als Mitforist Träger des Nicks "Festival Trumpet 8'" und Destilleur der Kult-Forumsdroge "Rauschwerk 40fach") trudelten kurz danach ein - da saßen wir allerdings schon an einer Live III und ließen uns genüsslich die neue Britin aus Stockport um die Ohren blasen. Raphael war den ganzen Tag in bewährter Weise Betreuer der "Sakralorgelforums-Special-Guests" - dafür nochmal allerherzlichsten Dank. Trug die ganze Veranstaltung den Charakter einer "Johannus-Familienfeier", so hatten wir vom Fleck weg den Eindruck, in einer befreundeten Familie zu Gast zu sein. Die Mitarbeiter, die wir aus früheren Besuchen und Gesprächen bereits kannten, hatten trotz anderweitiger Aufgaben an diesem Tag immer wenigstens Zeit für ein paar freundliche Grußworte und einen kurzen Plausch.

Der frühe Vogel fängt den Wurm - und so hatten wir vor dem großen Besucheransturm etwas Zeit, die neue Stockporterin an der Live III live im Raum zu hören. Das erste britische Sampleset, die Willis aus Liverpool, hatte ja nicht zu meinen Favoritinnen gezählt. Aber das neue Set ist ohne Zweifel sehr gelungen. Vor allem die Fonds, die sich zu herrlichen mp- bis mf-Klängen in der 8' und 4'-Lage bruchlos aufregistrieren lassen, sind traumhaft schön. Ein warmer, dichter Grundstimmenklang, getragen von sonoren, saftigen Bässen. Ein in sich rundum stimmiges Set.

Nach einer kleinen Kaffeepause ließ Raphael noch eine Katze aus dem Sack: Es gibt bereits ein weiteres Set, das in wenigen Wochen, wahrscheinlich noch vor Weihnachten, zu haben ist. Eine Orgel von Wilhelm Sauer, die in der Leipziger Michaeliskirche zu Hause ist. Chapeau, dieses Schätzchen der deutschen Spätromantik aufgespürt zu haben, noch'n Zylinderhut für das hervorragende Sampling. Diese Orgel ist ein ganz großer Wurf - und bei meinem nächsten Besuch in Leipzig steht die auf der Speisekarte.
Das Set war in die Vorführ-Live III geladen. Und allein dieses halbe Stündchen wäre die Anreise nach Ede wert gewesen. Die differenzierten 8'er sind so was von detailtreu abgebildet ...
Sauers ganz eigene Quintadena, die Solzungen Clarinette und Oboe, vor allem aber die samtweich glitzernden Mixturen ermöglichen ein Bad in schönen Tönen. Die satten, funkelnden Plena ohne jede Schärfe geben dieser Orgel einen ganz eigenen Charakter. Nix dröhnt, alles singt. Wohl dem Kollegen, der diese Orgel jeden Sonntag im Gottesdienst unter dem Hintern hat ...

Beide Sets sind deutlich attraktivitätssteigernde Kaufargumente für die Live III, die - wie aus "gewöhnlich gut unterrichteter Quelle" verlautete - die Verkaufsprognosen deutlich übererfülle. Da Johannus inzwischen - auch über das zugekaufte Label "Rodgers" - auf dem US-Markt entsprechend profiliert vertreten ist, wird wohl als nächstes eine Skinner zu haben sein, wie wir erfuhren. Das Problem dabei: Eine Skinner üblicher Größe auf "nur" 50 Register einzudampfen, dürfte eine Herausforderung werden ...

Ich muss jetzt mal eben meinen Sonntagspflichten obliegen.
Hinterher mehr.

LG
Michael


 
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« Antworten #15 am: 26. November 2017, 11:31:17 »

Hallo,

Michael hat ja in bewährter Weise schon alles berichtet, so dass ich nur wenig hinzuzufügen habe.
Allerdings möchte ich es nicht versäumen, meinen Dank an die Firma Johannus im Allgemeinen und an Raphael im Besonderen zum Ausdruck zu bringen. Es war ein schönes Fest, die Idee mit dem Chor war einfach klasse und hat für eine schöne Stimmung gesorgt. Vielleicht sollte nicht unerwähnt bleiben, dass ein Schwerpunkt an diesem Tag sicherlich der Johannus ONE gewidmet war, dem Sakral-Keyboard. Auch wenn das eher nichts für mich ist, muss ich doch die Anerkennung aussprechen, dass in diesem kleinen Kisterl deutlich mehr steckt, als der äußere Anschein vermuten lässt. Seine Begleitung des Chors zu (einem meine Lieblingschoräle) "Jesu meine Freude" werde ich nicht so schnell vergessen.

Und nun noch ein "rätselartiger" Fund, den keiner aus der anwesenden Forums-Truppe einordenen konnte, bzw vom niemand bisher etwas gehört hatte. Und als ausgewiesener Sibelius-Freund gestehe ich gerne ein, dass ich nichts von existierenden Orgelkompositionen Sibelius’ wusste:

http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=6ac28b-1511691860.jpg

Viele Grüße
Matthias
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Aeoline
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« Antworten #16 am: 26. November 2017, 18:34:36 »

Hallo Leute,

hier mein - wie gewohnt umfangreicher - Bericht vom "Open Dag" bei Johannus am gestrigen Samstag. Ich war ja "Ersttäter" und möchte deshalb meine Eindrücke schildern. Ich fasse den Tag in einem Satz zusammen: "Es war sehr sehr schön, unterhaltsam und informativ."
 Danke

Johannus als Gastgeber

Allen Verantwortlichen, Mitarbeitern und Helfern ein megadickes Lob! - ich habe mich sehr wohl gefühlt am "Familientag" bei Johannus. Alle waren superfreundlich und offen für Gespräche. Von zwei Verantwortlichen wurde ich auf Deutsch direkt angesprochen so nach dem Motto: "Sie waren doch im Dezember 2016 zur Vorstellung der LiVE III auch hier! - ich hab' sie gleich wiedererkannt!" - sowas macht immer ungeheuren Eindruck auf mich...

Raphael hat - wie immer - die "Kinderbetreuung" von uns übernommen und uns nochmal auf dem Rundgang begleitet. Der ganze Tag ging sehr schnell rum. Das angebotene Programm machte es sehr kurzweilig und nur wenn die Füße sich meldeten, dann habe ich mal ein Päuschen eingelegt. Ansonsten war es ein sehr aktiver Tag, der von Johannus sehr ansprechend und erschöpfend ausgerichtet und durchgeführt wurde. Chapeau!!


Familientag

Das erste, was mir auffiel waren die vielen Kinder und jungen Leute auf dem "Open Dag". Das war für viele wirklich ein richtiger Familienausflug. Johannus hatte auch für die Kleinen viele Aktivitäten vorbereitet und so war den ganzen Tag richtig Leben in der Bude. Es fällt mir immer wieder in den Niederlanden auf, dass es dort gefühlt wesentlich mehr junge Familien mit mindestens zwei Kindern gibt, als in Deutschland. Außerdem sind die Knirpse in den Niederlanden alles Wunderkinder: Kaum dass sie laufen können, können sie schon perfekt Holländisch sprechen! - und viele spielten auch an den Orgeln. Überall saßen Knirpse mit ihren kleinen Köpfen unter viel zu großen Kopfhörern an großen Orgeln und wenn man sah, was sie für Tasten drückten, konnte man im Geist "hören", dass viele von ihnen wirklich "spielen".


Rundgang und arbeitende Mitarbeiter

Quer durch das ganze Gebäude war ein Rundgang mit 21 Stationen ausgeschildert. Der führte nicht nur durch die gesamte Produktionsstrecke der Orgeln sondern erlaubte auch einen Einblick in die Bereiche F&E oder Sample-Nachbearbeitung. Überall saßen sehr hilfs- und gesprächsbereite Mitarbeiter, die gerne Auskunft darüber gaben, was sie hier tagtäglich arbeiten. In einigen Bereichen - z.B. der Montage - waren einzelne Mitarbeiter sogar ganz normal an der Arbeit. Man konnte also live erleben, wie die Instrumente zusammengebaut werden.

Da war zum Beispiel eine Gloria Excellent 360 an der gearbeitet wurde. Diese Orgel wird also in Bälde bei Kisselbach einen sehnenden Orgelkunden glücklich machen. Das Gehäuse war noch offen und der Versuch für uns war natürlich groß, einen "Kilroy was here" zu hinterlassen. Aber natürlich blieben wir vernünftig und haben uns zurückgehalten.

Richtig Spaß hatte ich im Lagerbereich. Leute - das war wie Zalando für Organisten. Da standen dutzende Brot-und-Butter-Gehäuse in allen möglichen Farben herum und warteten auf den Transport in den Montagebereich. Palettenweise Fatar-Klaviaturen und ein Hochregal mit gefühlt hundert fertig montierten Pedalen in allen Farben und allen Ausführungen: 30 oder 32 Tasten gewünscht? - flach, geschweift oder radial? - welche Farbe gefällig? - hier hätte jeder genau das gefunden, was er gerade sucht.


Sample-Nachbearbeitung

Mein besonderes Interesse weckte die Station 16a und 16b. Dort werden die Samples für die Monarke bzw. LiVE-Orgeln optimiert. Man zeigte gerne das Programm und den Weg vom "Rohsample" bis zum fertigen Sample, welches in die Orgel gespielt werden kann. Auf Nachfrage erfuhr ich, dass die Mitarbeiter etwa zwei Stunden benötigen, um ein Register fertig zu bearbeiten. Eine großes Sampleset für die LiVE III fertig zu stellen dauert ca. einen Monat - wenn man sich ausschließlich damit beschäftigen könnte. Das sagte der Mitarbeiter mit einem verschmitzten Lächeln.

Überrascht war ich davon, dass diese Arbeit in einem ganz normalen Bürozimmer gemacht wird. Ich hatte das irgendwie "wissenschaftlicher" erwartet: quasi hatte ich einen akustischen Reinraum erwartet. Nöö... - zwei Genelec-Monitore, ein Subwoofer und ein dreimanualiger Manualblock genügen.


Betriebssystemprogrammierung

An einer anderen Station zeigte man uns, wie die Platinen und Bauteile der Johannus-Orgeln designt und entwickelt werden. Festival Trumpet fand einen Elektroingenieur mit dem er endlich mal richtig fachsimpeln konnte. Soweit ich das richtig verstanden habe, kam dabei heraus, dass die Betriebssysteme der Johannusorgeln sehr maschinennah in C geschrieben werden. Das sorge dafür, dass die Betriebssystem sehr schlank, schnell und stabil laufen würden - brächte aber auf der anderen Seite den Aufwand mit sich, dass selbst bei kleinen Änderungen in der Bestückung der Bauteile der Orgel eine Anpassung der Software erforderlich würde. Besonders dann, wenn zentrale Elemente vom Hersteller nicht mehr geliefert werden könnten oder bessere Nachfolgekomponenten verbaut werden sollen, müsse man z.T. ganze Programmteile komplett neu programmieren.


Vorführungen der LiVE-Orgeln und der ONE

Den ganzen Tag über gab es Workshops und Vorführungen der neuesten Errungenschaften von Johannus: Den LiVE-Orgeln und dem ONE-Keyboard. Gerade das ONE habe ich bislang völlig ignoriert, weil es für mich nicht interessant ist. Aber im Laufe des Tages habe ich einige Vorführungen erlebt, bei denen echte Könner gezeigt haben, was man aus diesem Ding rausholen kann. Das ist schon beeindruckend. Im großen Feike Asma Saal war die viermanualige Monarke an die Seite gerückt worden und eine weiter 4manualige Rodgers Infinity stand ebenfalls im Schatten an der Wand. Auf der Bühne im Rampenlicht stand das ONE auf dem Ständer und stahl den "großen Schwestern" an diesem Tag die Schau.


Knirps gibt Orgelkonzert

Wie schon geschrieben waren sehr viele Kinder anwesend und viele davon setzten sich an diverse Orgeln und spielten artig unter Kopfhörer. Am Nachmittag hatte sich einer dieser Knirpse im Showroom an eine Rembrandt 350 gesetzt und gab ein kleines Orgelkonzert. Umringt von zahlreichen Erwachsenen brannte er ein ansprechendes Feuer ab. Das war schon sehr beeindruckend. Vielleicht hätte auch mir auch so was werden können, wenn ich jemals Unterricht bekommen hätte!  Lachen


Laute Organisten

Unangenehm fielen mal wieder die Zeitgenossen auf, die meinten, das gesamte Gebäude beschallen und alle anwesenden von ihren Spielkünsten überzeugen zu müssen. Alle Orgeln in allen Räumen waren eingeschaltet und luden zum Probespiel ein. An jeder Orgel lag ein Kopfhörer. Es ist mir nicht verständlich, wie sich dann einige hinsetzen können und ohne Kopfhörer spielen. Klar! - nicht jedem liegt das Spiel mit Kopfhörer - aber wenn so eine Masse an Leuten da ist, da kann ich doch nicht eine halbe Stunde in FF-Registrierung spielen... - damit raube ich allen anderen die Möglichkeit in den Kopfhörern etwas zu erleben.

Damit meine ich natürlich nicht die professionellen Organisten, die bei den Vorführungen die Orgeln vorgestellt haben. Die Vorführungen fanden in speziellen Räumlichkeiten statt und haben somit nach außen kaum gestört.


Fabrikverkauf der ONE

Für kurzentschlossene Interessenten gab es eine Palette mit ONE-Keyboards die am Open Dag mit Sondernachlass zum Preis von 1.895€ verkauft wurden. Ich weiß nicht mehr ganz genau, wie viele Instrumente es am Morgen waren. Ich meine zehn Pakete gezählt zu haben. Am Ende des Tages waren nur noch drei Kartons da. Naja - ein Karton ist vermutlich weggenommen worden, als der Gewinner des Preisausschreibens geehrt wurde. Johannus hatte nämlich ein ONE-Keyboard als Preis ausgelobt. Wow! - das ist mal großzügig!!


Chor-Vorträge

André van Vliet und Rob Biersteker operierten den Tag über mit zwei Chören im Feike Asma Saal und lieferten damit einen sehr beeindruckenden und würdigen musikalischen Rahmen. Ich ertappte mich immer wieder einmal dabei, dass ich ein paar Minuten mich hinsetzte und zuhörte.


Neue Orgeln für die LiVE III

Es waren zwei LiVE III spielbereit ausgestellt. Auf einer war das neue Sampleset aus Stockport verfügbar und auf der anderen die Sauerin aus Leipzig. Leider gelang es mir nicht, mir die Stockporterin anzuhören - aber Wichernkantor hat das ja ausgiebig gemacht und das Set gelobt. Seine positiven Eindrücke über die Sauerin aus Leipzig kann ich nur unterstreichen. Die habe ich mir ausführlich reingezogen. Nachdem wir ja erst wenige Minuten vorher überhaupt von der Existenz dieses Samplesets erfahren hatten, war die in-Ohrenschein-Nahme dann gleich besonders wichtig. Die Sauerin wäre auch meine Wahl für die Erstausstattung einer LiVE III.


Fazit
Mein Kurzurlaub nach Holland war ein voller Erfolg. Tolles Hotel, tolles Restaurant und megatoller Thementag bei der "Global Organ Company". Neben den bekannte Freibier-Gesichtern Wichernkantor, matjoe1 und Udo kam diesmal ja auch Festival Trumpet mit.

Ich kann nur jedem, der sich schon mal mit dem Gedanken getragen hat, den "Open Dag" bei Johannus zu besuchen und sich bis jetzt nicht hat durchringen können, raten:

Einfach machen!

LG in die Runde
Aeoline
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Die meisten Organisten leiden an einer schlimmen Krankheit:
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Martin78
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« Antworten #17 am: 26. November 2017, 19:10:25 »

 Danke für die schönen Berichte!
Vielleicht hätte auch mir auch so was werden können, wenn ich jemals Unterricht bekommen hätte!  Lachen
(...)
Einfach machen!
Spricht etwas dagegen, Unterricht zu nehmen? Es ist nie zu spät, wenn du dich damit abfinden kannst, nicht mehr unbedingt so virtuos alles spielen zu können wie OL oder CC!  Schlaumeier Prost!
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« Antworten #18 am: 26. November 2017, 19:37:29 »

Noch'n paar Schnipsel nachgeschoben zur Live III. Bei all meiner Begeisterung für die herrlichen Klänge, die exklusiv an die Ohren des Spielers gelangen - das Handling der Registratur ist nach wie vor verbesserungswürdig.
Im Vorführraum stand eine Altversion der Live III, ohne LEDs in den Registerknöpfen, die beim Drücken eines Setzerknopfes anzeigen, was gezogen ist.
Wenn man eine neue Orgel lädt, muss man erst mal lesen, welches Register wo liegt. Das ist recht zeitaufwändig bis irritierend. Lagen bei der Sauer die Züge für ein Werk beiderseits der Manuale in einer logischen Anordnung (von unten nach oben: Ped, Man. I, II, III) waren die Werke bei der Britin senkrecht angeordnet. Um genau zu erkennen, welches Registerschild welchem Zug zugeordnet ist, muss man sich schon seitwärts neigen, bis man rechtwinklig darauf sehen kann.
Der zweifellos hohe MAF (Michaels acceptance-faktor) für diese Orgel würde nochmal gepusht, wenn es sie mit Wippen gäbe, die mir das "Drum-herum-gucken-müssen" um die Züge ersparen würden - und zudem via Beleuchtung schneller erkennen ließen, was gezogen ist.
Außerdem würde eine Standardisierung der Belegung das Auffinden erleichtern. Wenn ich erst investiagtiv werden muss, um den Hauptwerksprinzipal 8' zu finden (so ziemlich das Erste, wonach ich immer suche), dann sinkt meine Lust, mal eben umzuschalten auf ein anderes Instrument. Irgendwer hat mal gesagt, man könne eine Belegung fixieren. Bei dieser Orgel war diese Funktion dann nicht aktiviert.

Trotzdestonichts - die Live III hat ein sehr überzeugendes Konzept. Mit jedem guten Set wächst meine Lust, das Sparschwein zu schlachten und vorher mit flankierenden Maßnahmen den WAF näherungsweise auf 100 % zu pushen.

Eigentlich stand ja die ONE im Mittelpunkt des Tages. Ich hatte sie ja bereits im Frühjahr in Baunatal unter den Fingern. Und da es mal wieder schnell gehen musste (wir waren auf dem Ritt zum Forumstreffen in Stade), hatte ich lediglich die Orgelklänge einem Blitztest unterzogen - mit durchaus befriedigendem Ergebnis.
Bei der Präsentation des handlichen Gerätes im Johannus-Konzertsaal zeigte sich die Vielseitigkeit dieser "eierlegenden Wollmilchsau". Sie kann Orgel, sowohl solistisch als auch (mit ensprechenden Nahfeld-Monitoren aufgerüstet) zur Chorbegleitung. Sie kann auch Orchestersound, der Spinettklang ist ordentlich, beides zusammen klingt auch wirklich gut. Nicht ganz so prickelnd fand ich den Klavierklang und mit den instrumentalen Soloklängen werde ich einfach nicht warm.
Meine Vorredner haben bereits die beteiligten Chöre gelobt, dem schließe ich mich an. Der Saal hat zudem eine sehr chorfreundliche Akustik. Und die anglikanischen Hymnen im Programm - à la inglese mit fetter Orgelbegleiung - entfalteten ihren Ohrwurmcharakter mit voller Wucht. Getoppt wurde das noch beim abschließenden ""Samenzang", bei dem Rob Biersteker die große viermanualige Monarke des Konzertsaals geritten hat - eine klangprächtige, substantielle Orgel.
Ich entsinne mich an unseren Besuch im November '15, als die Live III vorgestellt wurde. Da wurde für das gemeinsame Singen hilfsweise eine wohl ältere Rembrandt benutzt. Clemens und ich saßen damals nebeneinander und warteten auf den großen Kick ...
Gestern kam er.  Freudensprung

Wenn Johannus an einem zukünftigen "Open Dag" eine Live III mir Registerwippen präsentieren sollte, werde ich wohl auf Verdacht mal einen dicken Packen Euronen einstecken ...

LG
Michael
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« Antworten #19 am: 26. November 2017, 20:17:04 »

Im Vorführraum stand eine Altversion der Live III, ohne LEDs in den Registerknöpfen, die beim Drücken eines Setzerknopfes anzeigen, was gezogen ist.

Auch ich verfiel während der Unterhaltung mit dem Johannus-Repräsentanten, der die LiVE III vorführte in die Einordnung "alte" LiVE III - weil mit unbeleuchteten Registerzügen. Mir wurde gesagt, dass sei keine Frage von "alten" oder "neuen" LiVE III - sondern ein bestellbares Feature. Du kannst also heute eine LiVE III mit als auch ohne LED in den Zügen bestellen.


Lagen bei der Sauer die Züge für ein Werk beiderseits der Manuale in einer logischen Anordnung (von unten nach oben: Ped, Man. I, II, III) waren die Werke bei der Britin senkrecht angeordnet.

Ich stimme Dir zu. Die Anordnung der Register ist von Set zu Set unterschiedlich. Jedoch kann man mit Intonat definitiv die Anordnung der Register zu den Zügen festlegen. Das würde mir genügen. Seien wir mal ehrlich: Wenn wir zwei oder drei Sets hätten, mit denen wir 9x% der Zeit auskommen und hätten uns eine nach unseren Vorstellungen ergonomische Zuordnung der Stimmen zu den Zügen gemacht, dann könnten wir nach vier Wochen Gebrauch zu Hause die Züge auch "blind" bedienen. Klar. Wenn man das erste mal an der Orgel sitzt oder das erste mal ein Set lädt, dann ist man verwirrt. Ich denke aber wirklich, dass sich das mit der Zeit gibt.


Wenn Johannus an einem zukünftigen "Open Dag" eine Live III mir Registerwippen präsentieren sollte, werde ich wohl auf Verdacht mal einen dicken Packen Euronen einstecken ...

Ob sie dann wohl auch eine LiVE III verlosen? - dann würde ich auf jeden Fall mitmachen, selbst wenn sie nicht in weiß wäre!!!  Lachen
Vielleicht stehen dann aber im Lager auch 15 von den Schätzchen auf Paletten und werden zum "Open Dag" Sonderpreis verkauft. Bestimmt kann man auch mit Karte zahlen...

 Dafür

Ach ja - und was ich noch interessant fand: Beim mehrfachen Gang durch die Fertigung / Montage fiel mir auf, dass keine einzige LiVE III in der Montagekette zu sehen war. Alles was da zu dutzenden in Reih und Glied aufgestellt war und sukzessive seiner organologischen Vollendung entgegenstrebte waren Studios und Opüsse und Vivaldis und ein paar Spezialitäten à la Monarke, Makin oder der LDS-Serie. Hat jemand von euch eine LiVE gesehen?

Unken wir mal: wollte man sich beim neuesten Modell nicht in die Karten - bzw. - auf das Motherboard blicken lassen?

 Verschwörung

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