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Autor Thema: Mainzer Dom  (Gelesen 1486 mal)
Wichernkantor
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« Antworten #10 am: 09. November 2017, 16:27:40 »

Na, Worms meinte ich u.a., als ich von Sparlösungen sprach. Die Disposition weist Lücken auf und es ist einfach zu wenig Klangsubstanz im Raum - vor allem im nördlichen Seitenschiff kommt nix an. Das liegt komplett im Klangschatten. Ich bin erst vorige Woche (am Reformationstag) dort gewesen. Mitten im Mittelschiff klingt die Orgel, aber je näher man an Ost- oder Westchor sitzt, um so dünner wird sie. Nicht umsonst hat der Ostchor eine (kräftig intonierte) Chororgel bekommen. Da wäre eine etwas reicher besetzte, mehrteilige Lösung mit simultaner Spielmöglichkeit sinnvoll gewesen. Eine richtige Domorgel eben, die den Namen verdient. Aber die Finanzen ...  Traurig

LG
Michael
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Machthorn
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« Antworten #11 am: 09. November 2017, 20:36:05 »

Meine Herrn, was für ein riesiges Instrument! Wenn die fertig ist, sollten wir da vielleicht mal gemeinsam hinpilgern!
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Gloria Klassik 226 Trend
wohli
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« Antworten #12 am: 10. November 2017, 08:09:39 »

Meine Herrn, was für ein riesiges Instrument! Wenn die fertig ist, sollten wir da vielleicht mal gemeinsam hinpilgern!

 Dafür Aber: Geplante Bauzeit ca. 90 Monate - da brauchen einige von uns einen Rollator
  duck und weg duck und weg duck und weg
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Martin78
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« Antworten #13 am: 10. November 2017, 10:18:47 »

Das glaube ich nicht - das gleichnamige Instrument ist ein Aufschlagidiophon, also wird es sich um ein Perkussionsregister (ähnlich Röhrenglocken?) handeln, dem hier immerhin ein eigenes Manual gewidmet ist!
Denkfehler von mir - jede der drei Orgeln bekommt ja sowieso vier Manuale, damit man von jedem Spieltisch auch die Teilwerke der anderen Orgeln mitspielen kann. Insofern ist an der Gemeindeorgel, die ja "nur" drei Manualwerke hat, kein eigenes Manual nur für das Perkussionsregister gebaut worden.  Prost! Schlaumeier Lupe Engel
Dafür Aber: Geplante Bauzeit ca. 90 Monate - da brauchen einige von uns einen Rollator
  duck und weg duck und weg duck und weg
Könnte sein - aber wenn der Standort Marienkapelle wirklich das akustische Aha-Erlebnis vor allem im Hinblick auf die Gemeindebegleitung liefert, das die Verantwortlichen erwarten, könnte sich durchaus auch schon ein Besuch nach Fertigstellung dieses ersten Bauabschnittes lohnen!
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Wichernkantor
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« Antworten #14 am: 10. November 2017, 10:35:39 »

Trotzdestonichts - das wird spannend.

Ich gehe davon aus, dass der Titulaire beiden Firmen, die ja immer für gehobene Dezibelwerte stehen, ins Lastenheft geschrieben hat, dass schön immer vor laut kommt. Die feinen, weichen und dicht füllenden Mixturen der Klaisine bleiben hoffentlich Vorbild.
Bei 200 Registern wird es von selber laut ...

Mich hat es äußerst sympathisch berührt, dass Beckmann in der Sponsoren-Werbeschrift die Qualität der Klaisine ausdrücklich lobt. Erstens stimmt es und zweitens war es ja lange Mode, auch die guten Orgeln aus der Zwischenkriegszeit als "Maschinen" oder "Reformzwitter" schlechtzugutachten.
Da ich in den späten 70ern als Studiosus einige Male das Vergnügen hatte, den sechsmanualigen Spieltisch zu traktieren, werde ich mich mit einem (bescheidenen) Scherflein ganz hinten in der Reihe der Sponsoren anstellen ...

Wer so kundig mit den Gegebenheiten umgeht und ein so schlüssiges Konzept vorstellt, hat jede Unterstützung verdient. Das Projekt hat alle Chancen, sich zu Deutschlands Domorgel Nr. 1 zu entwickeln. (Nachdem Mainz schon in den 70ern im Ruf stand, die schlechteste Domorgel der - alten - Bundesrepublik zu haben. Denn schon damals waren die Probleme mit der Ostchororgel latent. Und sie wurde ja eigens gebaut, um die Gemeindebegleitung zu verbessern ...) Es könnte Maßstäbe setzen für die akustische Beherrschung eines komplexen Großraumes.

LG
Michael
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« Antworten #15 am: 10. November 2017, 16:11:10 »

Mit diesen Dimensionen hat sie sogar das Zeug die Passauer Domorgel von Ludwig und Wolfgang Eisenbarth zu toppen. Es wird auf jeden Fall extrem spannend das Projekt zu verfolgen. Lupe

LG
Frank
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« Antworten #16 am: 10. November 2017, 16:25:01 »

Verstehe ich die Broschüre richtig? Die haben vor, die drei Teilwerke in Abschnitten zu errichten, die dann jeweils schon mal für sich spielbar sind?

Mal abgesehen davon, dass das eine sehr kluge Lösung ist: Sind das dann nicht eigentlich drei komplette Einzelorgeln, die eben eine sehr gut durchdachte Schnittstellentechnik teilen?

Ich meine, allein bei der Dispo der Marienorgel bekommt man nasse Augen ...

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Machthorn
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« Antworten #17 am: 10. November 2017, 17:06:49 »

Zitat
Sind das dann nicht eigentlich drei komplette Einzelorgeln, die eben eine sehr gut durchdachte Schnittstellentechnik teilen?
Sind es, aber das ist ja in großen Kirchen inzwischen nicht unüblich.
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Gloria Klassik 226 Trend
Martin78
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« Antworten #18 am: 10. November 2017, 17:51:23 »

Verstehe ich die Broschüre richtig? Die haben vor, die drei Teilwerke in Abschnitten zu errichten, die dann jeweils schon mal für sich spielbar sind?
Die Westchororgel ist im Wesentlichen die Wiederherstellung der seit Kemper auf verschiedene Standorte zerstückelten Klaisorgel von 1928, die Marienorgel wird dann das liturgische Werk / die Gemeindeorgel in größtmöglicher Nähe zur singenden Gemeinde, das die größten Defizite der derzeitigen Anlage beheben soll, und im Osten kommt dann zusätzlich eine komplette Großorgel dazu!

Die Broschüre sagt: “Modernste Entwicklungen des zeitgenössischen Orgelbaus, die Verwendung digitaler Bus-Systeme und Steuerungstechniken und eine individuell abgestimmte, softwaregesteuerte Spieltischausstattung erlauben ferner den Einsatz detailliert berechneter Delays, die ein zeitgleiches Erklingen aller Teilwerke an einem definierten Standort ermöglichen.“
Das heißt also, wenn der Organist am Zentralspieltisch vorne bei den Stufen oder auch am Spieltisch der Westchororgel spielen wird und einen Gottesdienst, der sich ausschließlich im Westchor abspielt (d.h. im Landhaus niemand sitzt), begleiten soll, kann er das entsprechend am Zentralspieltisch vorwählen, wodurch der Spieltisch ihm für die Westchororgel knapp 1/3 Sekunde Verzögerung “aufhalst”, damit ebenfalls benutzte (und ohne Verzögerung erklingende) Klänge aus der Ostchororgel dann pünktlich im Westchor ankommen!  Lachen Putzen Teufel
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Aeoline
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« Antworten #19 am: 10. November 2017, 18:23:47 »

Hexenwerk!

Sind die Leute, die so viel Digitaltechnik in eine PO stopfen auch die, die eine DO in der Kirche verteufeln?

 duck und weg

LG
Aeoline
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Viscount Unico 400 DE V1.13.1 (56/III/P) (seit 11.2012)
Johannus Opus 520 (45/II/P) (10.1987 bis 11.2012)

Die meisten Organisten leiden an einer schlimmen Krankheit:
Augentinnitus! - Man(n) sieht nur noch Pfeifen...
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