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Autor Thema: Unbeliebte Musik  (Gelesen 679 mal)
Speick
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« am: 14. November 2018, 12:46:53 »

Es trifft vor allem bei Kasualien zu, aber ich frage mal die Hauptamtler:
Es ist ein Stück gewünscht, das ihr nicht spielen wollt, weil ihr der Meinung seid, dass es unpassend ist.
Der Pfarrer, sofern Dienstvorgesetzter, hat das Stück mit den Angehörigen abgesprochen und genehmigt. Was tut ihr?
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Gemshorn
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« Antworten #1 am: 14. November 2018, 12:48:40 »

Definiere unpassend. Kopfkratzen
Unpassend, weil es überhaupt nicht aus dem Dunstkreis Kirche/Liturgie stammt?
Unpassend, weil jemand "Stille Nacht" für die Osternacht bestellt hat?
Unpassend, weil es dem thematischen Duktus der Perikopen zuwider läuft oder ihn zumindest nicht unterstützt?
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Kein Mensch ist arm zu nennen, der ab und zu tun kann, was immer ihm Spaß macht. (Dagobert Duck)
Speick
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« Antworten #2 am: 14. November 2018, 12:58:26 »

Zum Beispiel, wie im Beerdigungsfaden:
Es wird ein weltlicher Popsong gewünscht.

oder

Wo Menschen sich vergessen zum Agnus Dei

oder

Der Liturgiekreis hat den Gottesdienst vorbereitet und wünscht sich Lieder, die überhaupt nicht zu den Perikopen passen.

Der Pfarrer besteht darauf, dass Ihr als Hauptamtler spielt!

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Martin78
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« Antworten #3 am: 14. November 2018, 13:00:54 »

Die Bedenken wohlbegründet mit dem Pfarrer sowie ggfs. den “Bestellern” erörtern.

Einfach nur zu sagen “das mache ich nicht” dürfte je nach Art des Dienstverhältnisses eher schwierig bzw. unmöglich sein.
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Gloria Concerto 350 Trend
Speick
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« Antworten #4 am: 14. November 2018, 13:09:00 »

Und dann trotzdem spielen?
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Gemshorn
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« Antworten #5 am: 14. November 2018, 14:02:37 »

Gegenfrage: Sollen wir die Entscheidung für jemand anderen hier treffen? Teufel 2
Unterschiedliche Menschen werden je nach ihrer Eigenart wahrscheinlich unterschiedlich mit solchen Umständen umgehen...
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« Antworten #6 am: 14. November 2018, 14:11:40 »

Nein,
die Frage ging an die Hauptamtler, hier und in anderen Kirchenmusikforen oder auch bei Facebook liest man immer wieder das gemeckere darüber und Komnentare, dass man das oder dies nicht spielen würde.
Als Hobbyspieler, der nicht darauf angewiesen ist, mag das ja gehen, als angestellter Kirchenmusiker sicher nicht so ohne weiteres.

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Gemshorn
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« Antworten #7 am: 14. November 2018, 14:15:54 »

Das ist wahrscheinlich richtig.
Ich bin eigentlich kein Hauptamtler, bediene aber einen vergleichbaren Posten. Selbst als Ehrenamtler obliegt die Liedplanung mir. Wünsche seitens der Geistlichkeit kommen sehr selten und haben zumeist Hand und Fuß - im Befehlston werden sie schon gar nicht vorgetragen.
Die Lösung des Problems kommt vermutlich zu spät, wenn erst im auftretenden Konfliktfall darüber nachgedacht wird; Kompetenzen (und etwaige Konfliktfelder) gehören vor Antritt des Dienstverhältnisses geklärt.

Wenn das verabsäumt wurde, hilft wahrscheinlich nur noch: Augen zu und durch.
Oder aber - im Gewissensfall - eine Kündigung.
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« Antworten #8 am: 15. November 2018, 02:02:12 »


Der Pfarrer, sofern Dienstvorgesetzter, hat das Stück mit den Angehörigen abgesprochen und genehmigt. Was tut ihr?


Ich kenne diese und ähnliche Klagen nur zu gut. Ich kann nur aus meiner Praxis als hauptamtlicher Kirchenmusiker auf evangelischer Seite berichten:

Es kommt schlichtweg nicht vor, dass ein Pfarrer/Pfarrerin, Wünsche die Debattenpotential bergen einfach ohne Rückfrage mit mir beschließt. Als Bezirkskantor ist sowieso nur der Dekan / die Dekanin mir gegenüber weisungsbefugt. Aber auch in den Dienstanweisungen steht, dass die Lieder in gegenseitiger Absprache kommen sollen und freie Stücke obliegen komplett meinem Ermessen. Als Hauptamtler hat man zumindest auf evangelischer Seite meiner Erfahrung nach eine recht starke Position. Theoretisch ist man ja den Pfarrern gleichberechtigt.

Um des lieben Friedens willen zeige ich mich allerdings meist recht offenherzig gegenüber spezielleren Wünschen. Es kamen mir noch keine so ungeheuerlichen Wünsche unter, dass ich mich zu streikartigen Maßnahmen gezwungen sah.
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Es mag sein, dass nicht alle Musiker an Gott glauben; an Bach jedoch alle. - Mauricio Kagel
mvn
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« Antworten #9 am: 18. November 2018, 18:04:22 »

Immer öfter werde ich mit Vorschlägen (gerade bei Kasualien, sowie Musik mit Kindern, z.B. Konfirmationen) konfrontiert. Zunehmend sind da Wünsche für Pop-Songs oder bei uns auch Volksmusik (z.B. Jodellieder) gefragt.

Wenn ich absage, besteht die Gefahr, dass dann ("Konservenbüchsen-Musik" (CD oder mp3) abgespielt wird - und das über die Tonsäulen der Akustik-Anlage der Kirche, die für Musik total ungeeignet sind. Teufel 1 Teufel 1 Teufel 1

Was tun??? Ich schaue mir die Wünsche mal an:

  • Sind sie überhaupt geeignet für die Orgel?
  • Wenn ja, interpretiere ich meistens die Melodie und spiele eine einfache Begleitung dazu.  Zwinkern
  • Wenn nein - ja das gibt's durchaus - mache ich Gegenvorschläge.  Anbetung

Mittlerweile habe ich mir ein Repertoire zusammen gestellt - das vielfach auf Akzeptanz stösst.

Mein Ziel: flexibel Alternativen, um zunehmende "Konservenbüchsen-Musik" zu verhindern.

Fazit: ich akzeptiere lange nicht alles - aber ich habe Alternativen "im Köcher".  duck und weg

LG
Martin
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Gloria Concerto 234 DLX
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