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Autor Thema: Liedanzeigetafel  (Gelesen 635 mal)
Tuba_Mirabilis
Adept
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Beiträge: 85


« Antworten #20 am: 09. November 2018, 08:15:32 »

War das nicht schon erledigt?

bzgl. der kath.Kirche hat sich das erledigt.

Auszug:

(Liebe Kirchenmusikerinnen und –musiker,
sehr geehrte Damen und Herren,
 
nachdem die Kündigung des bisherigen Pauschalvertrags für Konzerte zwischen GEMA und VDD zu Beginn des Jahres für viel Wirbel gesorgt hat, gab es nun eine sehr erfreuliche Einigung:
 
Neuer Gesamtvertrag mit der GEMA
Einigung sorgt für in Pfarreien für Planungs- und Rechtssicherheit
05.06.2018 – BONN...............................)

LG
Martin
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Wichernkantor
Moderator
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Beiträge: 3939


« Antworten #21 am: 09. November 2018, 08:36:27 »

Ah ja, dann ist das (mangels Betroffenheit) an mir vorbeigegangen ...  Freundlich

LG
Michael
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pvh
Allwissendes Orakel
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Beiträge: 1109


« Antworten #22 am: 09. November 2018, 10:29:44 »

Hallo,

Das wäre in Österreich auch der Fall. Konzert ist ja ein anderer Fall.
Aber im Gottesdienst? Bei uns regelt das Urheberrechtsgesetz, dass Kopien in angemessenem Umfang und nur für den kirchlichen Zweck zulässig sind, und kirchliche Aufführungen fallen unter freie Werknutzung...

Ist die Rechtslage in D tatsächlich so unterschiedlich, oder lese ich das UrhRG falsch?
Kopien/Faltblätter dürfen im Prinzip für (einmaligen) Gebrauch für bestimmte Gottesdienste verwendet werden, sollten also auch ein Datum tragen. Es ist nicht zulässig, Kopien oder gar Heftchen für regelmäßigen Gebrauch zu verwenden. Übrigens müssten auf den Kopien auch nachvollziehbare Quellenangaben (Autor, Verlag) stehen. Beamen von geschützten Werken ist meines Wissens nicht zulässig, weil in den Regelungen nicht explizit erfasst.

[...]Vor allem, weil der Tatnachweis schwer zu führen ist, wenn der Beamer ausgeschaltet und der USB-Stick mit den Texten irgendwo in einer Jackentasche steckt.
Einen Tatnachweis stellt auch der Bericht der "GEMA-Agenten" dar.

Bei Evangelens war das schon damals anders geregelt: Das Geld für Chornoten ist in den meisten Landeskirchen ein fester Titel des Budgets der Gemeinde. Es ist zweckgebunden, damit keiner auf dumme Gedanken kommt und dafür ein neues Altartuch kauft oder den Lokus im Gemeindehaus frisch streichen lässt ...
Bei uns in der neuen Großpfarrei gibt es jetzt erstmals so etwas wie eine Finanzplanung. Da hat der Kantor auch Noten und vieles andere aufgeschrieben, auch Fahrtkosten für Chöre und Musikgruppen (die einzelnen Gemeinden liegen bis zu 100 km auseinander).

Die EKHN schickte vor Jahren noch Listen rund, in die die Organisten einzutragen hatten, was sie gespielt haben. Ich habe mich immer geweigert, das zu machen - mit der Begründung, dass Zeit für Tatigkeiten als Hilfsbuchhalter der GEMA nicht Bestandtteil meines Arbeitsvertrages sei.
Das ist im katholischen Bereich immer noch so, in jedem Jahr werden 5 (?) Prozent der Gemeinden für die Statistik ausgewählt und müssen melden. 2017 musste ich quartalsweise für die GEMA alle Musik im Gottesdienst (ohne Choräle und Vorspiele/Intonationen) im ganzen Jahr und für die VG-Musikedition alle verwendeten Kopien melden. Das war ziemlich lästig, weil ich ebenso wie unsere insgesamt 4 Organisten/innen und weitere Aushilfen Ehren- und Nebenamtler/innen sind. Am schlimmsten war es aber, die Kopien einzutreiben, die irgendwelche Gruppen (Jugend, Kolping, Kindergarten, ...) irgendwann verwendet haben und noch schlimmer die Recherche nach den Rechteinhabern auf den "wilden" Kopien.

Die Erhebung sind aber wichtig, weil davon zum einen die Vergütung der Komponisten abhängt, zum anderen das Zustandekommen des Vertrags zwischen GEMA bzw. VG-Musikedition und der (katholischen) Kirche in Deutschland. Ein Problem bei den Verhandlungen der GEMA mit der Katholischen Kirche (über Bischofskonferenz) war wohl auch die lückenhafte Statistik. Wichtig für die GEMA ist dabei aber nur die Erhebung der nicht gemeinfreien Musik. Wer nur Pachelbel, Bach und Merkel spielt, muss eigentlich nichts melden - ähm, außer bei Konzerten, da muss alles eingereicht werden. 

Ich nehme an, für die evangelischen Kirche(n) gilt ähnliches. Da es dort aber mehr Hautamtliche und weniger Gottesdienste gibt, ist das sicher einfacher.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
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Larigot
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« Antworten #23 am: 09. November 2018, 14:53:25 »

Die Erhebung sind aber wichtig, weil davon zum einen die Vergütung der Komponisten abhängt, (...)

Genau dies!
Also wenn die bei uns ankämen, würde ich ...
- schleunigst in die GEMA eintreten,
- meine Machwerke irgendwie im Selbstverlach veröffentlichen,
- so viel davon spielen, wie es der Gemeinde irgendwie erträglich ist ...  Lachen Lachen

Das kann tatsächlich ein Geschäftsmodell sein. Hier in der Gegend gibt es einen Komponisten, der Schulen kostenfreie Gesprächskonzerte mit eigenen Werken (Modell "Hurz") anbietet. Weil er dabei auch erklärt, soll das Ganze gar nicht mal so schlecht sein. Einzige Bedingung sind eine relativ große Schülergruppe und dass die Veranstaltung öffentlich angekündigt und für Außenstehende zugänglich ist. Wenn nach Reisekosten dann tatsächlich noch ein Gewinn übrig bleibt, scheint die GEMA-Vergütung gar nicht mal so schlecht zu sein. Dummerweise ist im Gottesdienst sowohl die Dauer der Werke als auch die Zahl der Zuhörenden oft weniger üppig dimensioniert...

LG
Christian
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trompetendulzian
Erleuchteter
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Beiträge: 275


« Antworten #24 am: 09. November 2018, 18:09:24 »

Ein schöner Übersichtsartikel zur Situation in der EKD ist auf der vom Weseler (Weselaner?) Kreiskantor Ansgar Schlei betreuten Webseite kirchenmusikrecht.de zu finden. Liedtexte zu beamen ist nun anscheinend auch mit abgegolten:
Zitat
Außerdem können  Gemeinden  der  EKD Lieder und Liedtexte auch speichern, um sie dann mittels
Folien oder Beamer sichtbar  zu machen.
Von den großen freikirchlichen Verbänden weiß ich, dass dort ähnliche Rahmenverträge existieren.

Viele Grüße
Trompetendulzian
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