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Autor Thema: Liedanzeigetafel  (Gelesen 638 mal)
Guilain
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« am: 07. November 2018, 11:48:20 »

Eine Salzburger Pfarrkirche hat eine elektronische Liedanzeigetafel, die das komplette Programm eines Gottesdienstes darstellen kann. (Link zur Firma: http://www.it-fritzel.at/) Die ist natürlich viel besser als die Einzel-Anzeige, die beim Nummern-Wechsel fast immer stört.
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« Antworten #1 am: 07. November 2018, 12:03:53 »

Solange es noch Hersteller gibt, die die Projektoren und Liedanzeiger aus den siebziger Jahren oder früher technisch unterstützen, wird es schwierig.

Es wäre wohl einfach, wenn ich die Lieder in einem Handyformat bekommen und diese ohne Eigenarbeit als Anzeige per Wlan oder Bluetooth oder ähnlich in der Kirche verwenden könnte.

Praktisch habe ich aber erst kürzlich einen Transistorenliedanzeiger  von der Firma F.R.Eckel GmbH FB-6/4 geöffnet und als technischer Laie einen neuen Akkusatz eingelötet. Jetzt kann es wieder ein paar Jahrzehnte wie bisher weitergehen.

Michael
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Martin78
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« Antworten #2 am: 07. November 2018, 13:29:15 »

Ich finde die Fritzel-Tafel unpraktisch, ganz abgesehen davon, dass vielen älteren Gottesdienstteilnehmern die Zahlen zu klein sein werden. Zumindest unpraktisch  für katholische Zwecke ...  Freundlich
Mich stört der Wechsel einer Nummer nicht wirklich. Richtig bedient, kann ich mit dem Liedanzeiger dafür sorgen, dass die Gemeinde an genau der richtigen (passenden) Stelle blättert. Da kann man aber auch viel falsch machen ...
Außerdem ist im katholischen Gottesdienst bei den Begleitgesängen Flexibilität angesagt, manchmal nimmt man halt noch eine Strophe mehr als vorher vereinbart; da frage ich mich, ob man die so ganz spontan auf der Fritzl-Tafl ergänzen kann.

Wer eröffnet ein Liedanzeigerforum? Ein schier unerschöpfliches Thema ... gefühlt ist jeder anders!  Hilfe Teufel 1 Lachen duck und weg
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Gemshorn
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« Antworten #3 am: 07. November 2018, 17:01:41 »

Das eigentliche Problem ist, dass ein elektronischer Liedanzeiger eigentlich so gut wie immer Unruhe verursacht.
Einerseits schätze ich zwar die Präzision (es wird genau die benötigte Nummer angezeigt und sonst nichts), denn man möchte nicht meinen, wie ungeschickt sich selbst langjährige Kirchgeher im Umgang mit einem althergebrachten Liedanzeiger anstellen...
Andererseits finde ich in der Messe eigentlich nie einen geeigneten Zeitpunkt, wo ich den Liedanzeiger aktivieren kann, ohne damit ein Gebet, eine Schriftlesung oder sonst eine liturgische Handlung zu stören. Da die Gemeinde in der Regel gut konditioniert ist, reagiert sie, sobald das Ding aufleuchtet... Vorteilhaft, um lang(weilig)e Predigten zu verkürzen. Teufel 2
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« Antworten #4 am: 07. November 2018, 19:09:19 »

Hallo,

ich finde diese Tafel gut (je nach Variante enthält die Anzeige ja auch große Nummern), kann aber nicht ganz erkennen, worin der Vorteil gegenüber unserer ollen Stecktafel besteht - im Gegenteil, genauso nutzen wir unser Stecktafel, sogar noch flexibler (manchmal 2 Nummern in einer Zeile, manchmal nur eine und Strophenangaben). Dass man noch ein weiteres Teil hat, was Strom verbraucht, kann ja kein Vorteil sein.

@Martin78: Wenn nur die Liednummer angegeben ist, singt unsere Gemeinde die Strophen der Reihe nach, solange der/die Organist/in spielt. Sind aus irgendwelchen Gründen Strophennummern angeben, werden die gesungen, anschließend werden automatisch die nächsten Strophen angestimmt. Bei der Angabe "xyz 1+3" singt die Gemeinde also die Strophen 1, 3, 4, 5 usw. Spontane Änderungen werden angesagt (kommt kaum vor, fast nur, wenn falsche Nummern aufgesteckt wurden). Wenn ich versehentlich mehr Strophen spiele als im GL stehen, hört die Gemeinde allerdings zu singen auf und fängt nicht wieder mit der ersten Strophe an... Zwinkern

Bei uns steckt der/die Küster/in die Nummern, ich ändere das dann je nachdem, was ich mit dem Kantor bzw. der Schola besprochen habe bzw. wenn ich von zwei Alternativen eine andere nehmen möchte. Ich mache auch die Liedpläne für Sonn- und Feiertage selbst (als "Themenverantwortlicher Kirchenmusik" in unserer Gemeinde) und lege sie Wochen vorher in die Sakristei. Übrigens bereite ich für jeden Gottesdienst an Sonn- und Feiertagen auch 7 Zettelchen für Pastor, Kommunionhelfer und Ministranten vor.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
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« Antworten #5 am: 07. November 2018, 20:37:44 »

Wir verwenden auch die Fritzel-Tafel.

Der Lieferant passt bei Bedarf die Textgröße an. Extrem praktisch ist die browserorientierte Bedienung (ich kann zugleich aus der Sakristei mit Tablet a die Lieder eingeben und von der Empore aus mit Mobilfon weiterschalten (oder Fehler korrigieren, musste auch schon mal sein).

Ausserdem ist der parallele Text- und Fotoanzeigemodus fein.

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« Antworten #6 am: 07. November 2018, 21:23:44 »

Normalerweise bin ich ja sehr technikaffin... Aber diese Monitore finde ich (im Kontext des Kirchenbaus und Gottesdienstes) so scheußlich unpassend, dass ich mir das als Kirchenbesucher nicht antun würde.

Ich gucke im täglichen Leben oft genug auf irgendwelche Monitore und Displays, die mir nützliche oder überflüssige Informationen mitteilen wollen. Im Gottesdienst will ich -auch- davon Abstand gewinnen und bestimmt nicht multimedial bespaßt werden.

LG
Christian
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Guilain
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« Antworten #7 am: 08. November 2018, 09:03:03 »

Ich bin ja selbst für die gute alte Stecktafel. Aber diese neue Form der Anzeige erscheint mir immer noch besser, als wenn  nur eine Nummer erscheint. 2006 erschien in "Gottesdienst" ein Leserbrief von mir (siehe unten). Die (nicht veröffentlichten) Reaktionen: Fast alle Einsender waren FÜR den Liedanzeiger, nur eine Schwester des Erfurter Augustinerklosters unterstützte mich.
Wie betätigt man den elektronischen Liedanzeiger so, dass das Aufleuchten der neuen Nummer nicht stört? Immer wieder bringen Zeitschriften dafür Ratschläge – so kürzlich auch GD (Nr. 19 / 2006, S. 148). Der Autor hat recht: „Diese Überlegungen dürfen nicht als Kleinigkeit abgewertet werden.“ Es erfordert liturgisches Gespür (und nicht selten Fingerfertigkeit), ein solches Gerät richtig einzusetzen. Man könnte freilich menschliche wie elektrische Energie sparen, indem man erst gar keine Liedanzeiger anschafft bzw. kaputte nicht mehr ersetzt. Stattdessen verwendet man wieder eine Stecktafel – idealerweise mit Platz für Lied- und Strophennummern. Die Vorteile: Jeder / jede weiß schon zu Beginn, welche Gesänge vorgesehen sind, kann so die Zeichenbänder gleich im Buch einlegen. Und gestört wird niemand. Eine weitere Möglichkeit (derzeit wohl nur ein Wunsch), falls es unbedingt etwas Elektronisches sein soll: Vielleicht erfinden Leuchtanzeigen-Hersteller eine Tafel, auf der die Liednummern eines ganzen Gottesdienstes erscheinen? Wenn man heute in den Weltraum fliegen kann, müsste es sich doch machen lassen, eine solche Großtafel zu entwickeln. –  Übrigens: Ich habe noch in keiner evangelischen Kirche einen elektronischen Liedanzeiger gesehen. Er dürfte eine katholische Erfindung sein. Obwohl ich manchmal vermute, sie stamme von einem Teufelchen...   
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Jesaiah
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« Antworten #8 am: 08. November 2018, 11:30:43 »

Ein Seniorenstudent hat mir gestern am Rande einer VL in München berichtet, dass er in Münster (?) bei einem Gottesdienst war, in dem das ganze Liedprogramm inkl. Texten per beamer projeziert wurde. Habe ich noch nie live gesehen, könnte es mir aber theoretisch vorstellen. Der Gute war sehr begeistert davon, dass keine Liederbücher mehr nötig waren.
Und war offenbar eine evangelische Kirche (naja, zumindest war die Vorlesung an der evangelisch-theologischen Fakultät ...)

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« Antworten #9 am: 08. November 2018, 12:51:44 »

Hat ein Pfarrer in meiner Gegend auch jahrelang gemacht - und zwar, wie ich vermute, ohne die Rechte dafür irgendwo eingeholt zu haben. So kann man den Gemeinden den Umgang mit dem Buch auch austreiben...
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