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Autor Thema: Organistenpannen - peinliche Momente in der Kirche  (Gelesen 662 mal)
Romanus
Allwissendes Orakel
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« am: 13. Oktober 2018, 21:00:46 »

Es ist schon unglaublich, was beim Orgelspielen alles schiefgehen kann !

Heute bei der Abendmesse wunderte ich mich während des Marienliedes nach dem Schlussegen, dass der Gemeindegesang so asynchron zu meinem Spiel war, was in unserer Gemeinde recht unüblich ist, nachdem ich in den 15 1/2 Jahren meiner Organistentätigkeit in dieser Pfarre einigermaßen gelernt habe, eine Gemeinde richtig zu führen, also zog ich vor der 2. Strophe noch die Oktav 2 im Positiv hinzu (bei gekoppelten Manualen), aber trotzdem, irgendwas schien nicht zu stimmen.  Kopfkratzen
Ich war mir jedenfalls ganz sicher, dass ich das richtige Lied spielte, 521 stand im Liedplan, den ich (in der letzten August-Woche) erstellt hatte, genau diese Nr. hatte ich auch im Liedanzeiger eingegeben und sogar die Anzeigetafel hatte ich blickkontrolliert !  Ratlos
Natürlich hatte ich mich zu Hause gründlich vorbereitet und rechtzeitig nachgeschaut, was denn 521 ist (wobei ich allerdings zugegebenermaßen lieber den Satz aus dem alten GL-Orgelbuch spiele.) Deshalb fühlte ich mich völlig "im Recht", bis mich ein überprüfender Blick in das aktuelle Gesangbuch nach der Messe eines Besseren belehrte:  Schock Traurig Blöd  

Mein Fehler:
Ich war bei meiner Vorbereitung so schnell unterwegs, dass ich nur die ersten 4 Noten anschaute und sofort wußte bzw. zu wissen glaubte, um welches Lied es sich handelt:
c-f-f-g, alles klar, das kann ja nur "Maria, wir dich grüßen" sein. Ein typischer Fall von "Denkste !".
Heute nach der Abendmesse habe ich natürlich etwas genauer geschaut und entsetzt festgestellt, dass es in Wirklichkeit "Maria, dich lieben" gewesen wäre, anderer Text (wenn man vom 1. Wort absieht), andere Melodie und sogar anderer Takt, eigentlich nicht zu verwechseln, nur die ersten 4 Töne leider völlig identisch.
Das kommt davon, wenn man notorisch nach den alten Orgelbüchern spielt,  Schlaumeier werden jetzt einige sagen und haben damit nicht ganz unrecht, aber ich bin eben etwas wählerisch, was Choralsätze betrifft.

Okay, was soll´s, morgen spiele ich garantiert das richtige Lied !  Zwinkern

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Die einzig wahre Königin ist die Pfeifenorgel.
Etwas gleichwertiges muss erst erfunden werden !
Gemshorn
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« Antworten #1 am: 13. Oktober 2018, 21:06:39 »

"Maria, wir dich grüßen" im Stammteil...? Tz, tz... Zwinkern
Den alten Satz zu "Maria, dich lieben" habe ich auch noch in den Fingern - gewöhne mich allerdings gerade an den neuen Satz, der harmonisch (!) keinen allzu großen Unterschied zum alten Satz darstellt. Misslungen - wie bei vielen Stücken im neuen Orgelbuch - ist das Verharren auf ein- und derselben Harmonie am Beginn des Stücks. Auf diese Weise lässt sich der Gemeinde das Metrum nicht klar machen.
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Kein Mensch ist arm zu nennen, der ab und zu tun kann, was immer ihm Spaß macht. (Dagobert Duck)
clemens-cgn
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« Antworten #2 am: 14. Oktober 2018, 19:52:31 »

Seit meinen Jugendtagen vor über 40 Jahren gehört das Gesangbuch stets korrekt aufgeschlagen mit auf den Notenständer Zwinkern
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PM
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« Antworten #3 am: 15. Oktober 2018, 20:18:52 »

Es kann schlimmer.

Eine in Holland bekannte Organist sagte in ein Interview, er hat als junger Organist (seine Fachschule Orgel war er damals noch nicht einmal angefangen) einmal Psalm 11 gespielt für die Gemeindesang.  Halbwegs dachte er: hier klappt etwas nicht. Die Leute singen nicht gut weiter. Was ist da los? Was passiert hier?

Auf dasselbe Moment kam die Gemeindesang, in der Mitte dieser Psalm, zum Stillstand!

Was war der Fall? Jeder Psalm steht auf zwei nebeneinander liegende Blätter, L und R. In das (anscheinend uralte) Choralbuch war ein ganzes Blatt ins Blaue hinein verschwunden, unser Organist hat die erste Hälfte von Psalm 11 gespielt (Linker Blatt), und die zweite Hälfte von Psalm 12 (Rechter Blatt).

LG PM
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„Bach ist Anfang und Ende aller Musik, auf ihm ruht und fuszt jeder wahre Fortschritt“  - Max Reger
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