Seiten: 1 [2]   Nach unten
Drucken
Autor Thema: Alternative Choralsätze zum neuen Gotteslob  (Gelesen 1621 mal)
Wichernkantor
Moderator
*****
Beiträge: 3987


« Antworten #10 am: 05. Oktober 2018, 13:22:02 »

Ist das bereits rechtefrei? Existiert davon gar ein Scan in den unendlichen Weiten des Internet?
Gute Sätze sollte man retten, finde ich... Eine Abschrift im digitalen Notensatz wäre ein Projekt, das mich durchaus reizen könnte.

Vermutlich muss man das für jeden Satz einzeln beurteilen. Ich weiß nicht, inwiefern Sätze in die Orgelbücher zum EG übernommen wurden - und bei wem dann die Rechte liegen. Diese "Szene" ist inzwischen erheblich pluraler geworden, weil die meisten Landeskirchen eigene Bände herausgegeben haben, deren Sätze z.T. aus alten Büchern übernommen wurden. Ich meine, beim Blick in die hessischen und rheinischen Orgelbücher alte Bekannte entdeckt zu haben.
Die Bayern haben eher auf die eigenen Kompositeure zurückgegriffen. Diese Bücher sind in Zusammenarbeit mit Thüringen etstanden, dessen Kirche ja inzwischen in der EKM (Ev. Kirche Mitteldeutschlands) aufgegangen ist. Das bayerische Gesangbuch ist auch in vielen Gemeinden Westsachsens, des Vogtlandes und des Erzgebirges eingeführt. Grund dafür war die Politik der sächsischen Landeskirche, zunächst kein eigenes Buch mit Regionalteil herauszugeben, als das EG kam. Den Gemeinden wurde damals freigestellt, ein beliebiges Gesangbuch einzuführen. Ich bin jedenfalls bei Besuchen in Sachsen immer wieder erstaunt, wo man überall "bayerisch" singt.

LG
Michael
Gespeichert
Gemshorn
Administrator
*****
Beiträge: 6917



WWW
« Antworten #11 am: 05. Oktober 2018, 13:47:46 »

Naja, wenn die evangelischen Bayern ähnlich drauf sind wie die katholischen, dann haben die wohl eine Menge schöner Melodien in petto.
Gespeichert

Kein Mensch ist arm zu nennen, der ab und zu tun kann, was immer ihm Spaß macht. (Dagobert Duck)
Romanus
Allwissendes Orakel
*****
Beiträge: 927



WWW
« Antworten #12 am: 05. Oktober 2018, 16:45:46 »

Danke für das hochinteressante PDF !
Das ist nicht das Württembergische Choralbuch, das ich meinte, aber eine willkommene Ergänzung, für die ich auf jeden Fall Verwendung habe.  Danke
Gespeichert

Die einzig wahre Königin ist die Pfeifenorgel.
Etwas gleichwertiges muss erst erfunden werden !
clemens-cgn
Allwissendes Orakel
*****
Beiträge: 1696


« Antworten #13 am: 09. Oktober 2018, 20:34:55 »

Beide Bayrischen Orgelkoffer stehen hier noch knapp 6 Tage zur Auktion:
wenn ich sie nicht schon hätte, schlüge ich glatt zu:
https://www.ebay.de/itm/Orgelmusik-und-Orgelvorspiele-zum-Evangelischen-Gesangbuch/173578315000
Gespeichert
trompetendulzian
Erleuchteter
****
Beiträge: 292


« Antworten #14 am: 09. Oktober 2018, 20:49:10 »

Leider nur zur Abholung in München  Traurig.
Gespeichert
2nd_astronaut
Adept
**
Beiträge: 81


« Antworten #15 am: 10. Oktober 2018, 00:09:23 »

also so richtig begeistern kann ich mich fürs neue GL-orgelbuch auch nicht (ich nehme die regionalteile explizit heraus -- die mir bekannten sind richtig gut). viele der neuen sätze sind in meinen ohren nicht interessanter, sondern einfach nur gewollt anders (also anstatt trugschluss im vorgängersatz normale kadenzierung oder grad umgekehrt und sowas). das macht für mich einfach den eindruck: hauptsache den alten satz herausgekickt und abkassiert, ohne dass die gemeinden irgendeinen musikalischen gewinn davon hätten (oft eher im gegenteil).
na klar, der gesamte stammteil ist zu viel für die paar würzburger profis bei der fülle an liedern und dem zeitrahmen, aber wo kommt dieses würzburg-privileg denn überhaupt her?

Ich bin auch bekennender Fan von den dreistimmigen Sätzen, weil sie kein "ausgedünnter" vierstimmiger Satz sind, sondern ganz anderen Prinzipien gehorchen. Zitat aus dem Vorwort: "... sind grundsätzlich weniger von der Harmonie als vielmehr von den melodischen Linien der Einzelstimmen her gestaltet." Im Trio ist das für einzelne Strophen eine schöne Abwechslung zu den vierstimmigen Sätzen, wenn man sich mit Dingen wie durchlaufende Bewegung an den Versenden oder Unisono-Strophenende anfreunden kann.
gerade wenn viele strophen gesungen werden, spiele ich abwechselnd den 4- und 3-stimmigen satz. dann komme ich mit dem zählen auch nicht durcheinander Zwinkern . wobei man bei dem 3-stimmigen aufpassen muss, aufgrund der bewegten basslinie nicht ins schleppen zu geraten.
Gespeichert
clemens-cgn
Allwissendes Orakel
*****
Beiträge: 1696


« Antworten #16 am: 11. Oktober 2018, 01:01:22 »

Wie sprichst Du mir aus der Seele,
Sämtliche Sätze innerhalb des EG sind qualitativ besser gesetzt als GL! Das sollte sich das Orgelbuch von Corrinth gerne dazu gesellen: https://www.bodensee-musikversand.de/Noten/Orgelmusik-EG/Corrinth-Hans-Martin-1941-Orgelbegleitsaetze-mit-cantus-firmus-in-allen-Stimmlagen-zum-EG-383480.html.
Der Versuch damit in der Praxis lohnt in jedem Fall Freundlich
wie auch die beiden Bayrischen Orgelkoffer, siehe weiter oben
LbG
Clm
Gespeichert
Praestant
Adept
**
Beiträge: 66


« Antworten #17 am: 13. Oktober 2018, 22:26:14 »

Ob das neue dreibändige Buch nun besser ist als das alte dicke rote Buch vermag ich nicht zu beurteilen. Mir gefallen viele der neuen Begleitsätze besser. Es gibt jedoch auch Sätze im neuen Buch die mich wenig begeistern.

Wenn das Orgelbuch nur einen Begleitsatz pro Lied anbietet, versteht es sich von selbst, dass viele mit dem Buch nicht einverstanden sind. Einen Satz zu schreiben den alle gut finden, dürfte wohl unmöglich sein.
Also sollte es Alternativen geben.

Gerade in Zeiten von leicht beschaffbaren Notenmaterial dank Internet darf ein teures Orgelbuch hier zumindest zu den vielgesungenen Kernliedern wie z.B. "Großer Gott.." oder "Nun danket all und.." mehr bieten.
Gespeichert
Larigot
Gelehrter
***
Beiträge: 124


« Antworten #18 am: 15. Oktober 2018, 20:21:12 »

Vermutlich muss man das für jeden Satz einzeln beurteilen. Ich weiß nicht, inwiefern Sätze in die Orgelbücher zum EG übernommen wurden - und bei wem dann die Rechte liegen.

Sowohl im GL 1975 als auch im Rheinischen Begleitbuch zum EG sind einige Sätze übernommen worden - jeweils mit der Quellenangabe "Württembergisches Choralbuch 1953", jedoch ohne Namensnennung. In meiner Ausgabe (Bärenreiter 1956) werden als Herausgeber Karl Gerok und Hans-Arnold Metzger genannt. Außerdem findet sich der folgende Hinweis:

"Dieses Choralbuch (...) ist eine Lizenzausgabe. Die Sätze sind von einem Kreis württembergischer Kirchenmusiker im Auftrag der württembergischen Landeskirche gemeinsam erarbeitet worden. Sie werden hier mit Erlaubnis des Verlagskontors des Evangelischen Gesangbuchs Stuttgart als Sonderdruck aus dem dort erchienenen Choralbuch (...) wiedergegeben."

Anscheinend ist die Autorschaft nicht (mehr) einzelnen Personen zuzuordnen - der Verzicht auf Namensnennung auch in Folgepublikationen und der o.g. Hinweis legen diese Vermutung nahe. Die Rechte liegen vermutlich bei der Nachfolgeorganisation des genannten Verlagskontors (vielleicht bei der Württembergischen Landeskirche selbst?).

Ist das bereits rechtefrei? Existiert davon gar ein Scan in den unendlichen Weiten des Internet?
Gute Sätze sollte man retten, finde ich... Eine Abschrift im digitalen Notensatz wäre ein Projekt, das mich durchaus reizen könnte.

Wenn dich das wirklich interessiert, würde ich einfach mal bei der Württembergischen Landeskirche nachfragen. Irgendwer wird schon Bescheid wissen. Vielleicht freut man sich ja auch über ein solches Projekt.

LG Christian
Gespeichert
Seiten: 1 [2]   Nach oben
Drucken
 
Gehe zu: