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Autor Thema: Querkoppeln und Polyphonie  (Gelesen 1105 mal)
Romanus
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« am: 21. August 2018, 18:10:43 »

Als ich das Plenum hörte, war ich erst einmal "hin und weg"...Authentizität, Lebendigkeit, ohne diese Härte und Sterilität, wie ich sie von den damaligen Orgeln jenes Herstellers, von dem ich seit letzten Jahr eine ganz wunderbare Orgel mein Eigen nennen darf, zu hören bekam.

Dabei stellte sich auch heraus, daß bei dem Eminent-System keine Querkoppeln zu realisieren sind (ob dies vielleicht auch etwas mit der Polyphoniefrage zu tun hat?)

Lieber Romans, ich bin mehr als gespannt, wann Du Deine Eminenz "einweihen" wirst und melde mich auch schon einmal für einen Besuch bei Dir an...  Zwinkern
Hallo, das bestätigt zum Großteil meine Eindrücke, auch mir haben die Plena sehr gut gefallen und darauf lege ich bei Orgeln größten Wert. Zu den Zungen bin ich teilweise gar nicht gekommen, zu wenig Zeit !

Querkoppeln sind natürlich eine feine Sache, ich habe diese bisher nur bei romantischen, pneumatischen Pfeifenorgeln mit überschaubarer Disposition (z.b. St. Peter, Wien I) erlebt, deren Klangfülle und -vielfalt dadurch enorm aufgefettet wird. Aber ich denke, bei Digitalorgeln mit genug Registern in allen wichtigen Fußlagen könnte ich auch ohne diese leben.

Allerdings, wenn ich mir die Disposition der Concerto 355 cc so anschaue, kommt man ja mit den Subkoppeln SW und SW-HW bei gezogenem Bordun 16 in den Genuß eines Manual-32´ und das hat zugegebenermaßen wirklich was !

Wenn/falls ich in den Besitz einer Eminent komme, werde ich es dich und alle Interessierten wissen lassen und gern eine private Orgelführung veranstalten.  Prost!

Dann hast du dich also von 2005 bis 2017 mit einmanualigen, pedallosen Sakralkeyboards begnügt ?
Hattest du während dieser Zeit Zutritt zu einer Pfeifenorgel zum Üben ? (Andernfalls hätte ich die Allen bis zum Umstieg auf die Concerto behalten.)
 
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Die einzig wahre Königin ist die Pfeifenorgel.
Etwas gleichwertiges muss erst erfunden werden !
Canticus
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« Antworten #1 am: 06. September 2018, 10:16:05 »

Lieber Romanus,
erst einmal Entschuldigung, daß ich erst jetzt so spät antworte. Hatte Deine Antwort leider erst jetzt gesehen.
Ganz herzlichen Dank für die Einladung..
Im Moment sieht es ja bei Dir schon danach aus, als ob Du Fakten für die nächste Orgel schaffen würdest...  Zwinkern

Ja, die Wirkung der Subkoppel mit dem 32' Plenum ist schon grandios! Ich finde es schon etwas schade, daß dieses Feature, das sich bei den Physis-Instrumenten wohl leicht verwirklichen läßt, in unserem, noch immer "orgelbewegt-neobarock" dominierten, europäischen Festlandmarkt, so wenig Beachtung findet.
Ein Blick auf die Viscount-Seiten von England und der USA zeigen, daß es auch anders geht. In den USA gibt es drei-und viermanualige "Sonüsse" und "Unicos", die serienmäßig mit den gesamten 16'-8'-4'-Unison off-Koppeln ausgestattet sind. Auch in Punkto Manualsetzer und Fußpistons ist man dort bei den "Sonüssen" weniger sparsam als bei uns. Bei den "Unicos" sind diese Dinge eh Standard..

Ja, von 2005 bis 2017 hatte ich keine Orgel bei mir zu Hause. In der einen Kirche, wo ich spiele, steht, neben der dort vorhandenen Orgel, auch meine, aus den zwei Sakralkeyboards gebastelte "Truhe" , in der anderen Kapelle meine verkaufte "Allen", so daß ich da auch immer wieder mal hinkonnte.

Der Wunsch nach einer neuen, eigenen Orgel kam erst wieder auf, nachdem ich bei Kisselbach die Physis-Instrumente gehört hatte,  darauf gestoßen durch einen Test von H. D. Karras in "OKEY". Wirklich sehr viel "Orgel" mit tollem Klang zum vernünftigen Preis..
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clemens-cgn
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« Antworten #2 am: 14. September 2018, 01:15:12 »

Die GB und US Modelle sind mit dem Sub- und Superkoppelapparat mit zusätzlichen Modulen auf dem Motherboard ausgerüstet. Ebenso mit den Divisionals. Alles das kostet und schlägt sich in einem deutlich höheren Preis nieder. Man vergl. eine UNICO 500 mit einer UNICO 600.  duck und weg 
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Canticus
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« Antworten #3 am: 14. September 2018, 01:36:22 »

Ja, klar, natürlich hat das seinen Preis... Deshalb bin ich ja mit meiner Concerto 355CC auch in dieser Hinsicht mehr als zufrieden, die ja immerhin im SW die Querkoppeln besitzt...
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trompetendulzian
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« Antworten #4 am: 14. September 2018, 14:27:34 »

Dass Divisionals Mehrkosten in Form von zusätzlicher Hardware (Bedienelemente, Auswerteelektronik, ggf. Schnittstellenkarten), kann ich ja noch nachvollziehen. Aber für Sub- und Superkoppeln? Hier handelt es sich doch nur um eine Anpassung der Koppelkonfiguration in der Software, so dass nicht der Ton in derselben Oktave sondern +/- eine Oktave gespielt werden soll?
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clemens-cgn
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« Antworten #5 am: 14. September 2018, 14:41:22 »

Die Verwendung von Sub- und Superkoppeln benötigt erheblich mehr Speicherkapazität. Bei Nutzung nur einer Superkoppel (die ggfs. noch im Diskant komplett ausgebaut ist) verdoppeln sich die angeforderten Polyhoniewerte an das Motherboard! Das DO-Polyphoniethema bei Sub/Superkoppeln hatten wir hier diesbezüglich bereits mit +Peter W. und Laurie ausgiebig diskutiert.
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Canticus
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« Antworten #6 am: 14. September 2018, 15:57:19 »

Danke für den kompetenten Hinweis und den Verweis auf die bereits erfolgte Diskussion über das Thema "Querkoppeln"!

Liebe Grüße
Canticus
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« Antworten #7 am: 14. September 2018, 20:21:01 »

Gern geschehen  Zwinkern
In der damaligen Diskussion war Ausgangspunkt, das nachträgliche Realisieren von Super- und Suboktavkoppeln via MIDI. Nachdem jemand sogar ein MIDIkästchen aufgebaut und mit Intrakoppeln programmiert und angeschlossen hatte, brach dann in der Anwendung die Polyphonie regelrecht zusammen.  
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oTTo
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« Antworten #8 am: 15. September 2018, 23:28:32 »

Könntet ihr vielleicht einen Link auf dieses Thema posten, ich habe trotz einiger Suche hier nichts gefunden. Ist das Thema Polyphonie bei den aktuellen Orgelmodellen eigentlich noch einerseits relevant, zum anderen,  wieviel Polyphonie sollte eine Orgel denn leisten können, um der Sache genüge zu tun?  Ich zähle 10 Finger und zwei Füße, das wären dann maximal 12 Stimmen.
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« Antworten #9 am: 16. September 2018, 06:23:19 »

Könntet ihr vielleicht einen Link auf dieses Thema posten, ich habe trotz einiger Suche hier nichts gefunden. Ist das Thema Polyphonie bei den aktuellen Orgelmodellen eigentlich noch einerseits relevant, zum anderen,  wieviel Polyphonie sollte eine Orgel denn leisten können, um der Sache genüge zu tun?  Ich zähle 10 Finger und zwei Füße, das wären dann maximal 12 Stimmen.

...Ja, stimmt. Pro Register.
Jetzt gehen wir mal von einer normalen Disposition einer aktuellen DO aus, wo du rund 40 Register im direkten Zugriff hast. Ein schönes Plenum nützt wahrscheinlich 20 davon, ergibt 20x12 = 140 Stimmen. Und dann erst das Tutti...

Dummheiten wie Clustern muss man - theoretisch - auch berücksichtigen. Vielleicht will ja ein gewisser Hermann N. ja auch mal der Orgel sitzen...  Exorzist

Also ja, es gibt schon mehr als 12 Stimmen. Sonst würde ein Atari 1024 reichen  Teufel 1
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"Ahoi da drin, hätten Sie vielleicht Interesse an einer Dampforgel?"

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