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Autor Thema: Orgelmarathon Nordeifel 2018  (Gelesen 3831 mal)
Wichernkantor
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« Antworten #30 am: 14. August 2018, 19:20:19 »

Na, mit dem Gerät im Aachener Dom hätten wir uns beide auch anfreunden können. Und die einmanualige Schönheit in St. Martinus zu Aachen-Richterich würde ich auch nicht im Regen stehen lassen ...

LG
Michael
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« Antworten #31 am: 14. August 2018, 20:51:07 »

Weder mit dem Artikel, noch mit dem Fernsehbeitrag hat sich die Journaille wirklich mit Ruhm bekleckert ...
Es gehört wohl zu den Entwicklungen, die gottseidank an mir vorbeigegangen sind, dass man aus Nebensächlichkeiten "rote Fäden" strickt - wie der Sache mit der "Nachtigall". Bekannterweise das wichtigste Orgelregister überhaupt ...  Augenrollen

Mit "Informationswert" hat das leider nur noch äußerst wenig zu tun. "Bild" und "RTL" färben ab ...
Vermutlich erfährt der Zuschauer beim Bericht über eine Ausstellung von Bildern Rembrandts, mit welchen Haken die Bilder aufgehängt sind ...

LG
Michael

Hmm, also wenn man bedenkt, dass ein Lokalreporter vom Kindergartenumbau bis zum Verkehrsunfall über alles berichten muss, hat er seine Sache doch gar nicht schlecht gemacht. Ich habe da jedenfalls einigen Respekt vor, zu einem Thema, von dem ich eigentlich kaum Ahnung habe (das unterstelle ich ihm jetzt einfach mal), einen solchen Text zu schreiben. Klar sind die Ansprüche und Erwartungen von "Insidern" andere...

Gut, die Sache mit der Nachtigall kann man machen, muss man aber nicht. Aber ansonsten wird der orgelmäßig unbeleckte WDR-Gucker doch in weniger als 3 Minuten ganz gut informiert, was dieser Orgelmarathon ist.
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Wichernkantor
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« Antworten #32 am: 14. August 2018, 21:58:47 »

Es gehörte - jedenfalls in meinen Volontärsjahren - zum Berufs- und Anforderungsprofil an einen Lokalredakteur, sich innerhalb kürzester Zeit über ein beliebiges Gebiet das nötige Grundwissen anzueignen. Dazu gehörte, sich von Fachleuten klüger machen zu lassen. (Damals gab es noch kein Wikipedia ...  Lachen) Und dazu gehörte vor allem, genau hinzuhören und klug nachzufragen.  
Der junge Mann stellte sich dazu, als ich einem Kreis von Interessenten Details über die Klanggebung von Prinzipalen erläuterte. Da hat er einfach die nächstbeste Marginalie (unvollständig) mitgeschrieben, meinen Namen und meine derzeitige Funktion von den Umstehenden erfragt, alles durcheinandergewürfelt und dann geschrieben. Jammerschade, wie ein ganzes Metier auf den Quotenhund gekommen ist ...

Aber eigentlich sind wir leicht OT ...

LG
Michael
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Wichernkantor
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« Antworten #33 am: 15. August 2018, 09:11:33 »

Nach den Strapazen des Vortages meinte es der liebe Gott gut mit uns und schickte sonniges, aber frisches Wetter. Die sprichwörtlich gute Luft in der Nordeifel hatte ich bereits ausgiebig an meinem morgendlichen Lieblingsplatz geschnuppert, als wir nach Hellenthal aufbrachen. Dort hat die Firma Weimbs ihren Sitz. Die dortige St.-Anna-Kirche war nach dem regionalen Standard-Nachkriegsmuster erweitert. Die Decke wurde dabei als Parabel in Holz ausgezimmert. D.h.: Alle Schallereignisse, die außerhalb der Mittelachse entstehen, kommen an allen Punkten außerhalb der Mittelachse mit deutlichem „Nachschlag“ an. Zum Glück ist die Parabel symmetrisch. Ich kenne Kirchen, in denen der Scheitel der Wölbung außermittig sitzt. In denen hört man sich dreimal ... *grusel*
Zum Glück reichte mein Hochstativ gerade bis in den Brennpunkt der Parabel. Als ich das Mikro hineinfuhr, war ich baff. In dieser Position, so etwa 6 Meter über dem Erdboden, hört man alles.
Die Kirche ist nicht sonderlich groß. Aber Weimbs hat hier 1986 eine repräsentative und optisch ansprechende dreimanualige Vorführorgel mit III/32 eingebaut. Da nichts forciert werden musste, singt das Instrument, wie ich es liebe. Und im KH war präzise zu lokalisieren, wo jede Pfeife auf der Windlade steht. Wenn  eine Schwelljalousie knarzt, ist das ebenso zu hören wie die Sozialgeräusche des Organisten – Blättern, Registerziehen, etc.
Ideale Bedingungen für richtig gute Orgelaufnahmen, dachte ich mir. Matthias Grünert begann mit William Wolstenhomes programmatischer „Question“, einem Tongemälde in sanften Pastelltönen mit kurzer dynamischer Eruption im Mittelteil. Die Orgel ist keinesfalls üppig mit 8’ern bedacht, aber sie sind schön ausdifferenziert und auf Verschmelzung intoniert – gar nicht so leicht in diesem „gnadenlosen“ Raum. Man hört da einfach die Flöhe husten - leider nicht nur die Flöhe ...  Traurig

Offenbar hatte Weimbs versäumt, Freitagnachmittag nochmal einen Stimmer vorbeizuschicken und über die Zungen zu bürsten. Denn die lagen – leider mal wieder – abenteuerlich daneben. As, Ges und Des-Dur waren schwer zu erkennen. Und Matthias hatte – ausgerechnet – Rheinbergers As-Dur-Sonate gewählt. Der Kopfsatz war also – aufnahmetechnisch jedenfalls – für die Tonne. Ich setzte meine ganze Hoffnung auf den Mittelsatz. Der ließ sich auch vielversprechend an. Aber offensichtlich hatte der Temperatursturz der vergangenen Tage eine galoppierende Tuberkulose-Epidemie ausgelöst, deren Opfer sich Heilung von einem Konzertbesuch versprachen. Oder es fand zeitgleich die Jahreshauptversammlung des Kampfhuster-Verbandes Hocheifel statt. Im KH waren die akustischen Attentäter präzise zu orten. Sie hatten sich wohl abgesprochen, zu warten, bis die Orgel besonders leise ist, um ihre eigene künstlerische Individualität ausdrucksstark zu präsentieren ...
Zwei hatten sich auf ein druckvolles Synchronhusten verständigt, das in meinem KH reizvolle Stereoeffekte erzeugte. Allerdings waren ein paar verpatzte Einsätze so deutlich zu hören, dass ich diese Aufnahme nicht einmal zu dokumentarischen Zwecken verwenden kann.  Traurig

Beim anschließenden Werkstattbesuch im Hause Weimbs war Aufzeichnen ohnehin zwecklos. Matthias Grünert spielte an einer pedallosen Continuo-Truhe. In der großen Halle stand das reichliche Publikum, vielmehr es stand nicht, sondern trippelte, trappelte, hustete, machte „gedämpfte“ Konversation. In weiser Voraussicht hatte ich das Besteck gar nicht erst ausgepackt.

Wir speisten in einem Gemeindesaal am nächsten Zielort. In Baasem hatten die Mädels des Frauenbundes ein Suppenbüffet aufgebaut, das allgemeine Zustimmung fand. Unterhalb der Kirche liegt ein schön gestalteter Dorfplatz, darauf ein seitlich offenes Häuschen, in dessen Mitte ein Freiluft-Schachspiel auf Strategen wartet. An den drei Seitenwänden entlang verlaufen breite Holzbänke. Die Meine pflegt grundsätzlich im Auto mindestens eine Decke zu hinterlegen, falls ich mal schnell an den Polarkreis muss oder eine Zwischeneiszeit hereinbricht, während ich auf Orgeltour bin. Ich bereitete mir auf einer solchen Bank ein bequemes Lager und gönnte mir das tagelang ausgefallene Mittagsschläfchen. Hinterher berichtete man mir, bei den lustwandelnden Schlachtenbummlern habe sich diese Installation zum beliebten Fotomotiv entwickelt. Bisher war es nur sorgfältig ausgewählten Sterblichen vergönnt, mir beim Schlafen zuzusehen ...
In der Baasemer Pfarrkirche gab’s II/18 aus 1964 von den Seiferts in Bergisch-Gladbach, der Seitenlinie des Stammhauses in Kevelaer. Eine brave Dorforgel mit elektrischer Kegellade, wie damals noch in kath. Kirchen der Region üblich. Matthias spielte die Canones aus den Goldberg-Variationen und ließ zum Schluss das einzelne G-Dur-Präludium BWV 568 rauschen.
Diese Kirche ist übrigens für Liebhaber gotischer Architektur sehr besuchenswert. Sie hat die seltene Form einer zweischiffigen Halle und erfreut das Auge mit einem fein gegliederten Netzgewölbe. Offenbar hatte nie Vergrößerungsbedarf bestanden ... Gottseidank!

In Hillesheim erreichten wir den südlichsten Punkt der Rundreise. Die Orgel stammt von 1772 und geht im Kern auf die bedeutende Hunsrücker Werkstatt Stumm zurück. Müller/Reifferscheid hat sie 1870 romantisiert, was Weimbs 1973 wieder rückgängig gemacht hat – unter Beibehaltung des II. Manuals.
Die Kirche ist ein freundlicher barocker Saal, bei dessen Volumen man sich täuscht. Die Breite beträgt wohl zwei Drittel der Länge, die Höhe entspricht in etwa der Breite, so dass ganz schön Volumen-Kubikmeter zusammenkommen, die gefüllt sein wollen. II/28 bilden die untere Grenze einer angemessenen Disposition. Dennoch klingt die Orgel sehr warm und unforciert. In der Mittelachse kommt sie recht präsent, aber eher dezent. Setzt man sich an die Seite, fällt sie merklich ab. Vermutlich war das einmanualige Stumm’sche Original bedeutend deftiger intoniert. Mir hat gut gefallen, wie unaufdringlich die (stimmenden!) Zungen in das Plenum eingebunden haben. Matthias Grünert spielte ein reines Bach-Programm, ein rasantes D-Dur 532, eine handvoll Choralbearbeitungen aus dem Orgelbüchlein (632, 636, 637, 639, 641, 642) und abschließend h-moll 544 – ganz großes Ohrenkino. Und da hätte ich der Orgel durchaus etwas mehr „Saft“ gewünscht.

Ein Instrument der niederrheinischen Dynastie König aus ca. 1750 erwartete uns in der kleinen Kirche von Aremberg. Die Königs bauten in franko-flämischem Stil, bei I/13 hat die Orgel – wie damals in den Niederlanden und in Wallonien weit verbreitet – nur ein angehängtes Pedal. Sie steht aber auf einem soliden Prinzipal 8’, hat dazu geteilte oder nur im Diskant gebaute Solostimmen. Die Manualiter-Bearbeitungen aus Bachs „Clavier-Übung III“ erwiesen sich als ideale Literatur für Raum und Instrument. Um Kampfhuster auszubremsen, hatte ich mit dem räumlich breit abbildenden NT5 auf Hochstativ besonders nah mikrophoniert, etwa fünf Meter Abstand zum Prospekt. Die Aufnahmen dürften zu den gelungensten der ganzen Tour gehören.

Zum Abschluss dieses Tages gab es in Tondorf nochmal eine mit II/14 angemessene und gelungene Dorforgel des Hauses Fasen aus 2006 zu hören. Da hat sich die Gemeinde wirklich etwas Feines geleistet. Die dichten Flöten in der 8’- und 4’-Lage sind bemerkenswert. Bachs Pastorale und die a-moll-Sonate von CPE Bach waren ideal für diese Orgel des spätbarocken Klangidioms.

Damit endete der Marathon für mich. Ich musste nächtens noch zurück, um am Sonntag früh meinen dienstlichen Verpflichtungen zu obliegen. Zuhause angekommen, verschob ich müdigkeitshalber meine Gottesdienstvorbereitungen auf den frühen Sonntagmorgen. Als ich frühs in die Mailbox guckte, um den Liedplan auszudrucken, fand sich als Eingangslied – na was wohl? „All Morgen ist ganz frisch und neu.“ Manchmal habe ich den Eindruck, der liebe Gott denkt ganz schön mit.  Lachen

LG
Michael


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Wichernkantor
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« Antworten #34 am: 16. August 2018, 07:56:03 »

Inzwischen liegen mir Berichte des letzten Tages vor. Ich hatte nach meinem Sonntagsdienst erwogen, wieder in die Eifel zu fahren (Fahrzeit: rund zwei Stunden) um wenigstens das Abschlusskonzert in der Steinfelder Basilika noch mitzuerleben. Aber meine Müdigkeit war größer und die Fleischtöpfe der Hausfrau noch verlockender ...
Die beiden König-Orgeln in Schleiden und Steinfeld, letztere Material der Vorgänger-Orgel aus 1600 enthaltend, besitze ich auf CD. Und es wäre mir ein Hochgenuss gewesen, sie erstmals live zu hören. Ohrenzeugen versicherten mir, dass ich etwas verpasst habe – vor allem im Schlusskonzert (mit BVW 552), als Hausorganist Andreas Warler, der wesentlich am Zustandekommen dieses Marathons beteiligt war, sich nach Schlussworten und Schlussapplaus an den Spieltisch warf und die Besucher der überfüllten Kirche zu zwei Versen von „Großer Gott, wir loben dich“ begleitete. Eine sehr schöne Idee. Denn letztlich ist Orgelmusik im Wesentlichen ein gewaltiges "Te Deum" auf den, der sie uns Menschen geschenkt hat.  Weihrauch

Kleines Fazit: Der anstrengendste Orgelmarathon, an dem ich je teilgenommen habe. Schuld daran war vor allem die Hitze, die in manchen Kirchengemäuern noch drei Tage nach dem Abklingen der Hitzewelle latent war. Das hatte z.T. Folgen, die bei den Orgelerkundungen im Vorfeld nicht abzusehen waren. Mit manchen verstimmten Zungen musste man – auch bei den Veranstaltungen der vergangenen Jahre – gelegentlich rechnen. Dass etliche Instrumente auch im Labialwerk so und in alle Richtungen verstimmt waren, dass automatische Trakturspanner kläglich versagten, habe ich in diesem Ausmaß noch nicht erlebt. Es waren kurioser Weise oft die Instrumente in großen Kirchen mit z.T. hauptamtlichen Musikern. Andererseits überraschte mich so manche Dorforgel, die im Tropenklima tadellos funktionierte und stimmte. Da spürte man, wie sich der Interpret genüsslich zurücklehnte und einfach entspannt und gelöst musizierte. Dass er diese Strapazen nicht nur physisch bewältigt hat, sondern dabei auch noch ein paar hörenswerte Rheinbergers und „große“ Bäche hinlegte, ist mehr als bewundernswert. Auch sein langjährig eingespielter Assistent Matthias Erler hatte im Schweiße seines Angesichtes jede Menge zu tun – vor allem an den größeren romantischen Instrumenten mit mechanischer Registertraktur. Wichtiges Requisit war der Ventilator, für den vor jedem Konzert Aufstellungsort und Steckdose gesucht werden musste ...  Lachen

In den meisten Konzerten waren die Kirchen durchweg proppevoll. Die Leute in den Gemeinden nutzten die Gelegenheit, einen Ausnahme-Organisten und ihre Orgel mit nicht-alltäglichen Klängen zu hören. Erstaunt und erfreut hat mich, dass einige Kollegen – eben jene Seelsorgebereichsmusiker (letztmalige Verwendung dieses Wortungetüms – großes Ehrenwort!) – in ihren Zuständigkeitsbereichen beachtliche kleine Konzertreihen an z.T. ausgezeichneten und äußerst gepflegten Orgeln auf die Beine stellen. So kann man der Orgel nur Freunde gewinnen und sie weiter im Bewusstsein der Menschen vor Ort als das gottesdienstliche Instrument und als wichtige lokale Kuturträgerin verankern.
 Dafür

„Was passiert denn mit den Aufnahmen?“ Mit dieser Frage wurde ich allerorten gelöchert. Da ich ja (zumindest im Brotberuf) Ruheständler bin, wird es keine Sendungen mehr geben. Ich habe mit dem Verein Kirchenklang folgendes Procedere abgesprochen: Ich werde alle Aufnahmen sauber schneiden und auf den optimalen Pegel einstellen. Matthias Grünert wird sie durchhören und verwerfen oder freigeben. Natürlich schicke ich den jeweiligen Gemeinden die Links zu „Ihren“ Aufnahmen komplett, wenn sie Interesse daran haben.
Trotz aller Widrigkeiten sind viele dabei, die mehr als dokumentarischen Charakter haben. Die werde ich verwenden, um moderierte Sendungen im Stil meiner bisherigen „musica sacra“ zu machen. Die kommen als wav-Dateien in meine Dropbox und werden dann auf der Page des Vereins zum Anhören verlinkt - ob mit oder ohne Passwort, das müssen wir noch ausdiskutieren. Wer interessiert ist, möge die Page des Vereins Kirchenklang (siehe 1. Posting dieses Threads) in ein paar Wochen einfach mal zu Rate ziehen.

 Phantom

Denn an einem anderen (aus vielen – u.a. bisweilen strafrechtlich relevanten - Gründen nicht öffentlich zugänglichen) Orte im web kamen – nachdem meine Berichte hier zu lesen waren – gleich einige „Experten“ aus den Löchern, die zwar nirgendwo dabei waren, vermutlich keines der größeren Werke selber spielen können, aber zu allem eine „fundierte Meinung“ haben (einige von ihnen sind in unserem Forum seit Jahren exiliert). Sie haben kein gutes Haar am Projekt und am Interpreten gelassen. Und ich denke, die sollen sich an ihren eigenen Defekten abarbeiten, statt die Amateur-Beckmesser zu spielen. Denn auch in dieser Rolle versagen sie jämmerlich ...  Traurig Traurig Traurig

Ich jedenfalls freue mich – so Gott will und wir leben – auf den Marathon 2019. Er soll vom 21. bis zum 25. August 2019 im Vogtland stattfinden. Back to the roots – wie man auf gut Deutsch sagt. Denn da hat die Serie der Marathons seinerzeit begonnen.  

LG
Michael


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Martin78
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« Antworten #35 am: 16. August 2018, 09:42:05 »

Die beiden König-Orgeln Steinfeld und Schleiden als Höhepunkte ans Ende der Tour zu setzen, war zwar bedauerlich für dich, aber konsequent.

Beide machen hervorragend viel Spaß und gehören auf jeden Fall zu den historisch bedeutsamsten Instrumenten, die die gesamte Eifel (nicht nur die Nordeifel, wo diese Tour stattfand) zu bieten hat. Steinfeld mehr urwüchsig (alte Pfeifenbestände aus dem 17. Jahrhundert), aber dank gleichschwebender Stimmung - das würde man heute vielleicht anders machen - auch "bachtauglich" (darf man das noch schreiben?); Schleiden galanter, dabei in einer kompakten, aber sehr halligen Kirche kathedralhaft. Die guten Renovierungen in den 80ern begründeten maßgeblich das Renommee der Firma Orgelbau Weimbs.

Wenn jemand in die Nordeifel kommen sollte, unbedingt diese Instrumente ansehen!

LG

Martin

P.S. Unter dem Problem verstimmter Orgeln litt erwartungsgemäß auch die GDO-Tagung in Polen. Leider waren dort wohl teilweise völlig unpassende Programme zu hören.
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« Antworten #36 am: 16. August 2018, 09:48:21 »

Ich habe auf jeden Fall vor, da mal mit der Dame des Hauses über ein verlängertes Wochenende abzuhängen. Das Quartier in Steinfeld ist sagenhaft - vielleicht haben wir dann aber schon unser Wohnmobil. Dann kann's auch mal eine Woche werden. Allein die schönen Städtchen im Grenzgebiet zu Belgien - für mich bis dato terra incognita - wären einen Besuch wert.

LG
Michael
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Martin78
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« Antworten #37 am: 16. August 2018, 10:46:36 »

Melde dich mal bitte vorher bei mir. Da sollte ich dir noch ein paar Tipps geben können.
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Gloria Concerto 350 Trend
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« Antworten #38 am: 16. August 2018, 10:46:58 »

Lieber Michael,

vielen Dank für die ausführlichen und hoch-informativen Berichte. Ein Genuss!

LG

Martin
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« Antworten #39 am: 16. August 2018, 12:07:29 »

Auch von mir noch einmal ein großes  Danke für deine Berichte!

Mit manchen verstimmten Zungen musste man – auch bei den Veranstaltungen der vergangenen Jahre – gelegentlich rechnen. Dass etliche Instrumente auch im Labialwerk so und in alle Richtungen verstimmt waren, dass automatische Trakturspanner kläglich versagten, habe ich in diesem Ausmaß noch nicht erlebt. Es waren kurioser Weise oft die Instrumente in großen Kirchen mit z.T. hauptamtlichen Musikern.

Eine solche Hitzewelle, die die Kirchen und die Orgeln auch innen derartig aufheizt, war im Vorfeld natürlich nicht abzusehen. Trotzdem wundert es mich, dass der Veranstalter hier anscheinend keine Absprachen/Vorkehrungen getroffen hat. Es müsste doch möglich sein, mit den Gemeinden vorher zu klären, ob jemand vor Ort ist, der zumindest die Zungen kurzfristig vorher nachstimmt oder - wo das nicht möglich ist - eine Task Force vorauszuschicken, die zumindest kleinere Probleme behebt und den Solisten auf größere Probleme hinweist. Oder ist das "Überraschungsei-Setting" Teil des Konzepts?

LG
Christian
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