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Autor Thema: Orgeltag Kassel im Herbst 2018  (Gelesen 5423 mal)
Martin78
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« Antworten #80 am: 26. Oktober 2018, 19:10:21 »

Euch viel Spaß!  Basti
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clemens-cgn
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« Antworten #81 am: 26. Oktober 2018, 22:10:58 »

Es ist wirklich ein Jammer, Daß Du nicht da sein kannst. Deine Konzertpflicht sei Dir von Herzen gegönnt. (Daumen drück für gutes Gelingen!) So gerne hätte ich mit Dir einfach mal wieder eine Runde geklönt  Prost!. Selbst weiß ich allerdings auch erst seit gestern, daß es auch für mich ein Möglichkeit (Dank Fahrengel) morgen dabei zu sein...
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Martin78
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« Antworten #82 am: 28. Oktober 2018, 00:17:58 »

Deine Konzertpflicht sei Dir von Herzen gegönnt. (Daumen drück für gutes Gelingen!)
Die Pflicht macht schon Spaß - Mendelssohn ist toll!
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Machthorn
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« Antworten #83 am: 28. Oktober 2018, 01:37:33 »

So, nun liegt auch dieser Tag schon wieder hinter uns. Ich habe mich sehr gefreut bekannte Gesichter wiedergesehen und neue kennengelernt zu haben!

Dass wir bei Kisselbach mit der bekannten Herzlichkeit empfangen wurden, war ja schon fast zu erwarten, man kennt es von dort nicht anders. Aber es darf auf keinen Fall unerwähnt bleiben! Deswegen meinen allerherzlichsten Dank an unsere Gastgeber!

Diese hatten dann auch wie sie sagten ihr feinstes Tischtuch genommen um etwas zu verhüllen, was bislang noch nirgends zu sehen war. Johannus hatte sich sehr beeilt und extra für uns eine Woche früher als geplant des Freitag nachmittags eine Orgel gebaut und über Nacht nach Baunatal gekarrt, damit wir sie quasi als Weltpremiere enthüllen durften! Das alleine zeigt glaube ich auch, dass die Familie Kisselbach uns und Johannus aber auch das Haus Kisselbach sehr schätzt!

Bei dieser Neuheit handelt es sich um die neue LiVE 3T. Das Konzept ist jetzt nicht wirklich neu, das konkrete Modell aber schon. Spieltisch, Abstrahlung, Wippen etc. kennt man ja schon von der Johannus 2T. So bringt auch die Neue die bekannten Schwächen mit. Das ist einerseits eine feste Disposition, in die alle Samplesets eingepasst werden. Auf dem Vorbild fehlende Register werden ergänzt, überzählige entfallen. Außerdem ist die Wippenbeschriftung sehr allgemein gehalten, was einem die Möglichkeit nimmt, über die reine Fußlage und Familienzugehörigkeit hinaus den wahren Charakter des Registers zu erschließen, bevor man es zieht.

Allerdings darf man das jetzt nicht als vernichtendes Urteil verstehen. Immerhin kostet sie mit unter 15.000€ erheblich weniger als die "klassische" LiVE III, bietet nicht deren Schwächen mit manchmal schlecht ablesbaren Displays und der Setzerthematik. Wenn man sie als Konkurrenz zu dreimanualigen mit Abstrahlung und Wippen ausgestatteten Hauptwerkspieltischen sehen will, ist sie sogar nahezu unschlagbar günstig und auch für technische sehr unbedarfte Naturen beherrschbar. Und die Samples sind natürlich allerfeinst. Ich würde sie also trotz ihrer Kompromisse als wirklich gutes Angebot betrachten.

Eine weitere Neuheit war die Studio 350. Johannus hat definitiv an den Samples gearbeitet. Gouda war mal, die Orgel klingt deutlich konturierter als ich es bisher von Johannus kannte! Es hat dort wohl einen Personalwechsel gegeben, man hat einen neuen Intonateur. Ich bin sehr gespannt, was da in Zukunft so kommt! Dass die Disposition ein wenig merkwürdig und sparsam ist, wurde hier ja schon im Vorfeld besprochen. Herr Kisselbach meinte, sie sei gewürfelt und man habe an dem Tag halt nur drei Würfel gehabt. Außerdem beschlich Klaus (und mich) der Verdacht, dass vergleichbare Register auf den verschiedenen Manualen auf gleichen Samples basieren könnten, so ähnlich sind sie zum Teil.

Verblüffender Weise baut die Orgel nicht einmal tiefer als die Studio 150, man hat einfach den Deckel etwas gekürzt und so nach oben und hinten Platz für das dritte Manual geschaffen. Am Gehäusefinish sieht man die niedrige Preislage zumindest in der ausgestellten Farbe schon etwas. Nichts desto trotz ist sie im Einstiegssegment sicherlich ein interessantes Angebot für diejenigen, die ein bezahlbares und kompaktes dreimanualiges Übungsinstrument benötigen.

Auch wenn schon nicht mehr ganz neu, habe ich nun zum ersten mal die Viscount Hymmersive gesehen. Den Klang zu beschreiben erübrigt sich, kann es doch jedes beliebige Hauptwerk-Sample sein und eine eigene Abstrahlung hat sie nicht. Die Klaviaturen sind von der gewohnten Viscount-Qualität, also nichts zu bemängeln, aber auch nicht neu. Wirklich interessiert haben mich folglich nur die Taster und Displays. Das schwarze Band mag manchen in der Optik stören, mich nicht. Auflösung, Schärfe und Kontrast der Displays sind ganz ausgezeichnet, sehr gut ablesbar, da hat jemand einen richtig guten Job gemacht! Die Taster sind zwar ungewohnt, fühlen sich aber gut an, haben einen guten Druckpunkt, nicht labberig aber auch nicht schwergängig. Wenn ich einen Hauptwerkspieltisch bräuchte, der wäre sicherlich in der engsten Wahl!

Die letzte Neuheit ist dann auch die kleinste: Die Viscount Cantorum Duo. Das kleine Ding klingt sehr gut, hat ordentlich Power für so ein kompaktes Gehäuse. Das zweite Manual macht das Gehäuse höher und tiefer als die bisherigen Cantorums. Das bot die Möglichkeit, die Klangabstahlung hinten seitlich zu positionieren, das spart beträchtlich Gehäusebreite, folglich ist sie äußerst schmal. Man hat fast den Eindruck, sie habe weniger als 61 Tasten je Manual, stimmt aber nicht! Michael hat sie so gut gefallen, dass er sich eine als Mitbringsel ins Auto hat laden lassen! Feldbeorgelung findet also in Zukunft zweimanualig statt.

Der Nachmittag war der Rieger-Orgel in Kassel, St. Martin gewidmet. Dieses Instrument öffnet bislang unbekannte Universen. Es zu beschrieben könnte Bücher füllen und würde doch das erlebte nicht vermitteln. Man muss dabei gewesen sein. Meine Eindrücke möchte ich in einem weiteren Beitrag beschreiben.
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Machthorn
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« Antworten #84 am: 28. Oktober 2018, 17:13:32 »

In St. Martin wurden wir von Kantor Eckhart Manz empfangen. Er trug den Vorsitz der Orgelbaukommission für dieses Instrument und er hat uns dieses Instrument auch vorgeführt und erklärt.

Zunächst nahmen wir uns ein paar Stühle, setzten uns mit Blick zur Orgel vor den Altar und Herr Manz erläuterte uns einiges zur Orgel.

Nahezu alles an dieser neuen Orgel ist ungewöhnlich. Das beginnt schon bei der Konzeption. Von Anfang an war klar, dass der Orgelbauer nichts mit der Prospektgestaltung zu tun haben wird. Als documenta-Stadt hat Kassel hinsichtlich moderner Kunst einen hohen Rang, und der sollte auch im Prospekt zum Ausdruck kommen. Folglich hat man einige auf der documenta vertretene Künstler gebeten, einen Entwurf abzugeben, ohne Vorgaben zu machen.

Unter den eingereichten Entwürfen war beispielsweise einer, der die Orgel in mehreren PKW-großen Baugruppen unter der Decke platziert hätte. Interessant, kam aber nicht in Frage, weil damit keine vernünftige mechanische Traktur machbar gewesen wäre. Ein weiterer sah vor, an die massive Zerstörung der Stadt im 2. Weltkrieg zu erinnern und hätte den immerhin ca. zwei Einfamilienhäuser großen Orgelkörper in einer Art Schuttanhäufung untergebracht. Natürlich hat man auch in St. Martin absolut nichts gegen das Gedenken an die Kasseler Zerstörung einzuwenden, jedoch sollte nicht gerade ausgerechnet die Orgel, Teil der Friedensverkündung im Gottesdienst, auf Jahrzehnte und Generationen ein Kriegsmahnmal sein.

Der letztlich umgesetzte Entwurf stammt vom Norweger Yngve Holen. Er gliederte die Orgel in drei horizontale Gruppen, die nahezu die gesamte Breite der Kirche einnehmen. Der Sockel ist schlicht weiß, mit Ausnahme des mittigen Spielschrankes ohne jegliche optische Gliederung, und nimmt damit die Gebäuderückwand optisch wieder auf. Das nimmt der Orgel vom Schiff aus betrachtet sehr viel optische Tiefe und Wucht. In diesem Sockel steckt die komplette Technik, Traktur, Windversorgung, etc.

Darüber kommt räumlich wohl einen guten Meter nach vorne gezogen ein fast zwei Meter breites Band an schwarzem Kunsthaar, welches an der Unterkante noch ein klein wenig fransig herunterhängt. Das löst die Härte der Kante optisch auf. Hinter diesem Haar befindet sich eine Batterie von über 70 computergesteuerten Ventilatoren, die das Haar beim Orgelspiel wehen lassen. Damit wird das Kernelement der Orgel, nämlich Wind, sichtbar gemacht. Wie das Spiel die Ansteuerung der Ventilatoren beeinflusst, bleibt ein Geheimnis. Das hat der gestaltende Künstler zusammen mit einem Programmierer ausgetüftelt. Sicher ist nur, es steht nicht in direktem Zusammenhang mit Lautstärke, Geschwindigkeit und Zahl der gedrückten Tasten. Hinter diesem dunklen Band befinden sich dann die Windladen und auch die Füße der Pfeifen. Labien und Stiefel sind nicht sichtbar.

Nach oben ragen eine Vielzahl unterschiedlichster Zinnpfeifen komplett ungeordnet hinter dem schwarzen Haar auf. Im ersten Moment wirkt das ziemlich unstrukturiert. Nach einer kleinen Weile habe ich das allerdings als sehr wohltuend empfunden. Da fehlt jegliche Strenge, Bedrohlichkeit, Macht. Obwohl wie schon gesagt das Instrument ein beträchtliches Bauvolumen hat, gibt es sich ganz bescheiden, friedlich, zurückhaltend.

Auch die Ausschreibung an die Orgelbauer war sehr ungewöhnlich. Natürlich musste das Instrument den Raum füllen und die möglichen bis zu zweitausend Gottesdienstbesucher im Gesang führen können. Sonst hätte ein Neubau ja keinen Sinn ergeben, denn genau das konnte die alte Bosch-Orgel wohl nicht in ausreichendem Maße. Darüber hinaus aber war die einzige Vorgabe, dass auf diesem Instrument alle Orgelmusik von 1900 bis heute spielbar sein sollte. Zum Zuge kam schließlich ein Entwurf von Rieger.

Das Instrument hat 77 Register auf vier Manualen und Pedal. Die Manualwerke sind Hauptwerk, Positiv (schwellbar), Schwellwerk Nr. 1 und Schwellwerk Nr. 2. Das Pedal teilt sich in das schwellbare Kleinpedal und das Großpedal. Damit verfügt die Orgel über fünf Schwellkästen!

Die genaue Dispostion lässt sich z.B. auf Wikipedia nachlesen. Hervorheben möchte ich zum Einen, dass das Instrument über zwei zerlegte Nonenkornette verfügt, im Pedal auf 32'-Basis, im Schwellwerk Nr. 1 auf 16'-Basis. Im Hauptwerk findet sich übrigens noch ein klassisches Kornett V 8'. Zum Anderen sehr bemerkenswert sind die Register Harmonika 32', 16' und 8' im Schwellwerk Nr. 1. Diese bildem im Grunde eine Art Akkordeon, also quasi Walckers Physharmonika weitergedacht.

Um die Zahl der Schwelltritte schließlich auf die Spitze zu treiben, lässt sich der Winddruck jedes Werks mit einem solchen regulieren. Klassisch steht das Instrument auf 85mm WS. Dieser lässt sich aber einerseits bis nahe null zurücknehmen, andererseits aber auch bis in einen Überdruck von 170 mm WS bringen! Man kann sich kaum vorstellen und ich kann es nur vage beschreiben, wie so etwas klingen kann. Jaulen, heulen, brüllen, seufzen, die Ausdrucksmöglichkeiten dieser Orgel sind endlos. Technisch gelöst ist das mit bleibeschwerten Schlitten, die sich auf einem Hebelarm hin- und her fahren lassen, das Gewidht beträgt über 200kg. Diese Hebel stützen sich mit einem Ende mittig auf den Magazinbälgen ab, mit dem anderen Ende neben dam Balg. Je nach dem, wo der Schlitten gerade steht, übt er entsprechend mehr oder weniger Kraft auf den Balg aus, was den Druck darin verändert.

Vier Register im vierten Manual, also Schwellwerk Nr. 2 sind vierteltönig ausgelegt. Dazu sind die Tasten hinten quer geteilt, der hintere Teil erhöht. Damit sind Intervalle spielbar, die ich so noch nicht kannte. Interessant ist auch, dass durch die Raumakustik ein zügiges durchspielen der Vierteltöne als nahtloses Glissando erklingt. Mit welcher Orgel geht das sonst? Ein Prinzipal klingt damit fast wie eine Sirene.

Ein weiteres nettes Detail sind Rollen unter den Manualen, mit denen sich der Tastengang nach unten stufenlos begrenzen lässt. In bestimmten Positionen hilft das beim schnellen Spiel, noch etwas weiter oben sorgt es wiederum für Windmangel in den Pfeifen und ermöglicht wieder ganz eigene Effekte.

Das Spiel mit der Windmenge ist bei dieser Orgel also ein ganz großes Thema, und das drückt sich auch am Setzer aus. Ganz klassischen Orgelbau betreibt Rieger bei den Pfeifen, Windladen und der mechanischen Register- und Tontraktur. Da allerdings in der zeitgenössischen Orgelliteratur durchaus einmal nur teilweise gezogene Register eine Rolle spielen, ist der Setzer in der Lage, die Stellung eines Registerzuges in 150 Einzelpositionen zu erkennen, zu speichern und wieder anzufahren! Das hat es so wohl bislang auch noch nirgends gegeben.

Zweites großes Kernthema beim Entwurf der Orgel war Qualität. Alles was nicht wirklich gut machbar war, wurde weggelassen. So hat sie fast kein Schlagwerk. Wenn eine Partitur Orgel mit Percussion vorsieht, ist es sinnvoller, Letzteres hochwertig von einem zweiten Musiker spielen zu lassen. Folglich enthält die Orgel nur Röhrenglocken, die aber von ganz ausgezeichneter Qualität, und einen einzelnen "Stahlklang", in Erinnerung an ein ehemaliges Kasseler Stahlmusikensemble.

Eine Erweiterung der Orgel ist übrigens fest eingeplant. Es handelt sich dabei um einen beweglichen zweimanualigen Spieltisch mit neun Registern und angehängtem Pedal.

Ich hoffe, ich habe nichts vergessen. Wenn doch, möge es ein Anderer ergänzen.  Zwinkern

Ich kann die Klänge dieser Orgel nicht beschreiben. Einen kleinen Eindruck mag das folgende Youtube-Video vermitteln, wie sich diese Orgel aber körperlich anfühlt, insbesondere wenn die 32'-Basis erklingt, muss man erleben. Es hilft nichts, da müsst ihr schon hinfahren!
https://www.youtube.com/watch?v=kUtgONdXTIE

Nach den erläuternden Worten übrigens hat uns Kantor Manz gebeten, zunächst noch ein wenig sitzen zu bleiben, ist nach oben gegangen und hat uns mit einer etwa viertelstündigen Improvisation einiges demonstriert. Ich würde das gehörte nicht als "schöne Musik" im herkömmlichen Sinne bezeichnen. Es war allerdings äußerst eindrucksvoll und schon ein besonderes Erlebnis.

Danach sind wir zu ihm hoch auf die Empore und er hat uns das Instrument in allen Details gezeigt und erläutert. Es ist schon sehr imponierend, wie bescheiden dieser Mann ist, mit welch kindlicher Begeisterung er dieses Instrument liebt, wie er diese Liebe versucht zu vermitteln. Ich fand das ganz großartig! So meinte er beispielsweise sinngemäß, er habe zwar den Vorsitz in der Orgelbaukommission gehabt, aber er hätte ohnehin nichts zu sagen gewusst. Er habe nur zugehört, gestaunt und gelernt.
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« Antworten #85 am: 28. Oktober 2018, 17:18:10 »

Zum Ausklang haben ein paar von uns die Übernachtungsgäste noch zu einem Abendessen ins Hotelrestaurant begleitet. Ich finde es immer wieder schön, einen solchen eindrucksreichen Tag beim gemeinsamen Essen reflektieren zu können! Diesmal durfte ich es auch auf der Heimfahrt weiterführen. Nach gut einstündiger Fahrt sind wir schließlich gesund wieder zuhause gelandet.

Eine Kleinigkeit am Rande: Neben dem Hotel befindet sich ein Fahrradladen namens "Pedalwerk". Wie die wohl gucken, wenn man da eine Bomarde 32' bestellt?

Ich habe übrigens einige Bilder gemacht. Ich werde die in den nächsten Tagen sichten und eine Bildergalerie erstellen.
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« Antworten #86 am: 28. Oktober 2018, 17:40:38 »

Lieber Machthorn,
hab herzlichen Dank für die komplette Nacherzählung der vielfältig erlebten Eindrücke und Fakten. Eine wahre Fleißarbeit.
Mich haben in Martini noch die beiden klingenden Stahlplatten (die rechts und links des Spieltisches vom Fußboden bis zur Deckenhöhe reichen) fasziniert. Weiter die Balgstoßmöglichkeit für die Harmonikaregister. Klezmer und argentinischer Tango mit den balgstoßtechnischen Möglichkeiten lassen grüßen. Meinen nächsten Besuch werde ich dieser Orgel sicher nach Inbetriebnahme der beiden Modulorgeln im Schiff abstatten, sofern ich noch kann....
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« Antworten #87 am: 28. Oktober 2018, 18:06:54 »

Lieber Hendrik, danke für deine lebendigen Schilderungen. Eben erst nach langer Zugfahrt heimgekehrt, konnte ich das Erlebte in deinen Worten nochmals durchleben. Dankeschön!
Es gibt wenig hinzuzufügen. Britta und Gerd Kisselbach haben uns wieder einmal einen schönen Tag mit mehreren Highlights und liebevoller Verpflegung ermöglicht. Auch meinerseits ein herzliches Danke dafür!
Die LiVE 3T mit Michael zu enthüllen, das war schon etwas Besonderes. Freudensprung Johannus ist es gelungen, die bemerkenswerte LiVE 3 in ein kompaktes Spieltischgehäuse zu bannen. Das große Plus - wir haben das im Forum über die Jahre hinweg bemurmelt - ist die Zusammenführung von erlesener Samplequalität ("Hauptwerk") mit dem einfachen Bedienkonzept einer traditionellen Digitalorgel. Per USB-Port (leicht zugänglich, weil dem Spieler zugewandt) kann jederzeit ein neues Sampleset geladen und gespielt werden. Keine Kabelknäuel, keine Lautsprecherbatterien, eben alles kompakt in einem sich wertig anfühlenden Spieltisch. Dank der Preisgestaltung eine harte Konkurrenz für die Viscount Hymmersive, die zwar mit innovativen Wippendisplays punktet, dafür aber ohne ausgeklügelte Klangabstrahlung geliefert wird. Ein anderes Konzept eben; bei Viscount modular, bei Johannus fertig und aus einem Guss.

Machthorns Anmerkungen zur Studio 350 präzisierend, darf ich nachreichen, dass die Flöten in Positiv und Schwellwerk wie Zwillinge auf mich wirkten. Ob es wirklich diesselben Samples sind, wage ich nicht zu behaupten.
Falls ja: Schade! Falls nein: Klingt aber so! Teufel 1
Trotzdem ein Instrument, das deutlich macht, dass bei Johannus ein verändertes Klangideal Einzug gehalten hat. Die Studio 350 klingt gut. Wenn man noch den günstigen Preis in Betracht zieht, muss man sagen: In diesem Segment klingt sie sogar sehr gut!

Ja, der Nachmittag in der Kasseler Martinskirche. Was für ein Erlebnis! Anbetung
Ein Instrument, wie ich es noch nie gesehen und noch weniger gehört habe! Die Vorführung von Herrn Manz war zu keiner Sekunde konventionell oder traditionell. Klänge, die an das Heulen von Geistern oder an den Gesang der Wale erinnerten, Klangmalerei in den außergewöhnlichsten Farben und fernab traditioneller harmonischer Systeme und Hörgewohnheiten. Und trotzdem - oder: genau deswegen - fesselnd, faszinierend! Orgel, wie man sie noch nie gehört hat. Für mich war es fast eine transzendentale Erfahrung. Das Gehörte verschloss mir förmlich den Mund; ich war außerstande, eine Frage zu formulieren. Viel zu sehr war ich mit den unerhörten Klangmöglichkeiten beschäftigt - und bin es noch. Ich freue mich schon auf Franks Aufnahme - und hoffe, dass wenigstens ein schwacher Abglanz des live Gehörten daraus aufleuchten wird. Ich möchte diese Orgel auf jeden Fall noch einmal sehen, hören, spielen.
Entschuldigung, dass mein Herumtasten und Verkosten der Register die gesamte Zeit in Anspruch genommen hat; mir (und auch einigen anderen aus unserer Runde) war nicht bewusst, dass die Zeit dafür doch arg limitiert war. Bitte verzeiht mein Schwelgen...

Schön war's! Das möchte ich als persönliches Resümee gesagt haben.
Wunderbar auch, mit euch beisammen zu sein und bei ernsten und heiteren Tischgesprächen die Zeit zu verbringen. Auch wenn darüber nicht viel geschrieben wird: Für mich ist das mindestens ebenso wichtig, wie das orgelige Programm drumherum.

Zwei Danksagungen darf ich noch aussprechen:
Die eine an Matthias, der uns das Hotel reserviert hat - und die andere an Michael, der für das Rahmenprogramm verantwortlich zeichnete.
Ich danke euch sehr.

In Vorfreude auf unser nächstes Zusammenkommen grüße ich euch alle ganz herzlich!
Klaus Freudensprung
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Kein Mensch ist arm zu nennen, der ab und zu tun kann, was immer ihm Spaß macht. (Dagobert Duck)
Machthorn
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« Antworten #88 am: 28. Oktober 2018, 19:24:18 »

Zitat
Entschuldigung, dass mein Herumtasten und Verkosten der Register die gesamte Zeit in Anspruch genommen hat; mir (und auch einigen anderen aus unserer Runde) war nicht bewusst, dass die Zeit dafür doch arg limitiert war. Bitte verzeiht mein Schwelgen...
Ich habe nichts zu verzeihen, ich habe deine Entdeckungsreise gerne beobachtet und angehört!

Zitat
Schön war's! Das möchte ich als persönliches Resümee gesagt haben.
Wunderbar auch, mit euch beisammen zu sein und bei ernsten und heiteren Tischgesprächen die Zeit zu verbringen. Auch wenn darüber nicht viel geschrieben wird: Für mich ist das mindestens ebenso wichtig, wie das orgelige Programm drumherum.
Genau!  Dafür
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Martin78
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« Antworten #89 am: 29. Oktober 2018, 01:41:32 »

Vielen Dank an Hendrik für die anschaulichen Berichte!
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