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Autor Thema: Johannus Studio 350  (Gelesen 6818 mal)
clemens-cgn
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« Antworten #50 am: 02. August 2018, 20:26:36 »

ich liebe Grillfleisch  Exorzist
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Aeoline
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« Antworten #51 am: 02. August 2018, 20:31:35 »

 Traurig
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Viscount Unico 400 DE V1.14.2 (56/III/P) (seit 11.2012)
Johannus Opus 520 (45/II/P) (10.1987 bis 11.2012)
Siel HB 700 (9/II/P) (1977 bis 09.1987)

Viele Organisten leiden an einer schlimmen Krankheit:
Augentinnitus - Man(n) sieht nur noch Pfeifen
Wichernkantor
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« Antworten #52 am: 03. August 2018, 07:27:30 »

Um uns behutsam wieder dem ursprünglichen Sujet dieses Threads anzunähern, werde ich nunmehro durch die mittelhessische Sahara reiten, um an der sprudelnden Quelle einer jedem Kameltreiber bekannten Oase die Studio 350 zu beäugen, zu belauschen und zu betasten.
Ich gehe mal davon aus, dass es keine Fata Morgana ist ...  Lachen

Mehr darüber, wenn die Sonne hinter den sieben Bergen versinkt.

LG
Michael
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Martin78
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« Antworten #53 am: 03. August 2018, 07:36:17 »

Viel Spaß bei den „gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen“!  Phantom Zwinkern Engel
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Gloria Concerto 350 Trend
Wichernkantor
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« Antworten #54 am: 03. August 2018, 16:28:27 »

Puh, wo soll das noch enden? Wenn schon in den oberhessischen Highlands die Nachmittagstemperaturen zielstrebig der 40-Grad-Marke zustreben, wird es wohl bald eine "Gloria Klima" mit eingebauter Tasten- und Bank-Kühlung geben.
 Dafür
 
Noch bevor es soweit kommt, habe ich die Studio 350 probegeritten. In Baunatal und Köln könnt ihr es mir sofort, in den Filialen Augsburg und Hamburg wohl ab kommender Woche gleichtun.

Bleiben wir bei erst den Äußerlichkeiten: Ein klassisch-minimalistisches Gehäuse wie die kleineren Schwestern, sehr akkurat verarbeitet. Dieses schnörkellose Bauhaus-Design ist nicht jedermanns Sache, mir gefällt's - vor allem in der Ausführung "Eiche mittel". Die zugehörige Bank hat eine aufgeleimte Vorderkante. Diese Kante ist erstens dreieckig mit gerundeter Spitze und stand zweitens (bei dem Exemplar das ich "besessen" habe) einen halben Milimeter nach oben über. Da sollte man den Lieferanten zu geringerer Fertigungstoleranz auffordern.
Ansonsten alles, da, wo man es bei einer Johannus sucht. Das Pedal - wie ja inzwischen wieder guter Johannus-Standard - seitlich sauber zwischen Rundstäben geführt, mit exaktem Anschlag und gleichmäßigem Tastenfall. Bei den Klaviaturen handelt es sich um die - offenbar weiterentwickelten - Standard-Klaviaturen von Fatar, mit griffsympathischer, rauer Oberfläche und einem Anschlagswiderstand, den ich deutlich angenehmer empfunden habe als bei älteren Johannüssen. Der Abstand zu den nach wie vor führenden serienmäßigen Viscount-Tasten ist deutlich kleiner geworden.

Kommen wir zu den inneren Werten: Es ist die Johannus-eigene "Oranjecore"-Technologie verbaut. Alle elektronischen Bauteile haben auf einer Platine Platz, die kaum die Größe eines DIN-A-4-Blattes hat.
Irgendwo musste gespart werden, damit ein niedriger Einstiegspreis in die Dreimanualigkeit möglich wird: Wie bei den Geschwistern der gleichen Modellsereie geschah das bei der Abstrahlung. Im Untergehäuse arbeitet ein 2.1-LS-System. Und die Verstärkerleistung ist nicht auf eine Kapelle, sondern eine "Huiskamer" ausgelegt. Ich denke, bei spätestens 40 qm mit Teppichboden sind die Reserven ausgereizt. Die Orgel ist, wie alle Studios, recht leise. Wer mehr haben will, sollte gleich an eine externe 2.1.-Abstrahlung denken. Irgendwo zwischen 500 und höchstens 1000 Euronen gibt es da bereits Lösungen, die den Klang erheblich aufhübschen - womit wir bei ebendemselben wären.

Die Samples sind in die inzwischen standardmäßigen vier Styles sortiert: (neo-)Barock, Historisch, Symphonisch und Romantisch. Wobei mit "symphonisch" französisch-romantisch gemeint ist, mit "romantisch" wohl die Frühromantik à la Bätz, Furtwängler oder Ladegast. Die Samples haben mir durchweg gut gefallen. Sie sind sehr schön und "Style"-typisch ausdifferenziert. Davon zehren vor allem die farbenreichen Flöten. Die Prinzipale in allen Styles sind indes sehr "schlank", um nicht zu sagen "mager" geraten. Das wird besonders deutlich, wenn man den Verstärker ausreizt. Zum Gemeindebegleiten taugen diese Chöre nur bedingt, denn wenn dazu gesungen wird, sind nur noch die Mixturen deutlich hörbar.
An der Disposition mit ihren 37 Registern gibt es eigentlich wenig auszusetzen. Im Positiv gefällt mir die Option, mit den zerlegten Aliquoten diverse Vorplena bilden zu können. Allerdings hat das Werk keinen einzigen Prinzipal. Als junger Jünger des Dispositionspapstes Walter Supper hätte ich den 2' prinzipalig genommen. Gut 40 Jahre später und nach (gottseidank reparablem) Gehörsturz würde ich einem Flötenprinzipal 4' das Wort reden, einem schönen, singenden Italienischprinzipal, den Hans Klais poetischer Weise "Venezianer Flöte" zu nennen pflegte und gern als einzigen 4' und als Prospektregister in seine Rückpositive stellte.
Auch die Mixtur des Positivs dürfte in allen Styles etwas diskreter sein. Ob bei nur 37 Stimmen zwei Werke (Hw und Sw) eine freie Quinte 2 2/3' brauchen, sei dahingestellt. Immerhin sind beide gut ausdifferenziert, im Hw prinzipalig, im Sw flötig. Aber da stünde ein enger Sesquialter ganz gut - stattdessen ist das vierfache Hw-Cornett sehr "gläsern" geraten. Nun ja, im Pedal statt des üblichen langweiligen Gedecktbasses 8' eine Flöte mit sanftem Strich zu fordern, bin ich allmählich müde. Wer das auch mag, muss sich halt eine Excellent 360 kaufen (laut Aussage des Chefs im Hause Kisselbach nach acht Jahren immer noch ein gefragtes Modell *freu*). Oder eine Concerto Positiv 346. Die hat im HW noch ein schönes Gemshorn 16' dazu.
Das Schwellwerk der Studio 350 ist kein Kraftprotz, sondern eher Farbwerk. Der zugehörige Tritt kann auch auf die gesamte Orgel programmiert werden.
Die Zungen haben mir durchweg gut gefallen. Die Pedalzungen sind (auch mangels Watt in den Endstufen) keine brutalen "Kracher", die Posaune 16' ist schon unter dem mixturlosen Prinzipalchor zu brauchen. Was sie mir sympathisch macht.
Das Zungenplenum der Orgel klingt (immer im Vergleich mit Orgeln, die differenzierter abstrahlen) eher etwas flach. Die Gesetze der Physik lassen sich vorerst noch nicht aushebeln. Andererseits muss ich sagen, dass man sich noch vor wenigen Jahren nach dieser Klangqualität im Einsteigersegment die Finger geleckt hätte. Vermutlich ist auch hier über externe Abstrahlung eine deutliche Aufwertung zu erzielen.

Zur Intonierbarkeit: Über das Menü ist lediglich die Veränderung der Lautstärke jedes Registers in Summe und in Einzeltönen möglich. Mehr Eingriffe in die Klangstruktur der Register lasse die verbaute Architektur nicht zu. Aber es sei durchaus möglich, durch geschickte und sorgfältig abgestimmte Veränderung anderer Parameter das klangliche Ergebnis zu verbessern. Aber das ist wohl "Herrschaftswissen", dass die kundigen Händler verständlicher Weise hüten. (Dass das geht, haben wir 2016 bei Förg erlebt, wo eine Studio 150 süddeutschen Dialekt sprach.)

Mein Fazit: Bei einem Preis von 6.800 Euronen (und einem knappen Tausender zusätzlich für eine ordentliche externe Abstahlung) ist diese Orgel die günstigste Dreimanualige am Markt. Und sie kann sich im Konzert der Einsteigerklasse wirklich hören lassen. Soviel Klang gab's (auch mit mehr Kanälen) vor Jahren nicht immer im mittleren Marktsegment. Wer als junger Kirchenmusiker oder Student knapp bei Kasse ist, aber dezidiert eine Dreimanualige braucht, um anspruchsvolle Literatur zu erarbeiten, kommt mit dieser Orgel sehr weit.

LG
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« Antworten #55 am: 21. August 2018, 19:31:26 »

Vorsicht, die folgende Informationen verdient diesen Namen eigentlich gar nicht.

Auf Facebook hat Johannus heute folgende Ankündigung veröffentlicht:
Zitat
The new Studio Series. Coming soon!
Es ist somit von einer Serie, nicht bloß von einem neuen Modell die Rede.
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« Antworten #56 am: 21. August 2018, 20:07:44 »

Ich hab schon spekuliert, ob das Instrument auf dem Foto nicht sogar eine neue zweimanualige Studio sein könnte... Was meint ihr? Die Perspektive macht es schwierig...
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« Antworten #57 am: 21. August 2018, 20:13:09 »

Auf jeden Fall sind auf dem Facebookfoto massive Seitenwangen zu sehen. Deutlich anders also als das trendige Spargehäuse der Studio 150. Und dass Johannus eine Vivaldi fotografiert und dazu den Studiowerbetext setzt - daran mag ich nicht so recht glauben.
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« Antworten #58 am: 24. August 2018, 01:23:19 »

Die Orgel ist, wie alle Studios, recht leise. Wer mehr haben will, sollte gleich an eine externe 2.1.-Abstrahlung denken. Irgendwo zwischen 500 und höchstens 1000 Euronen gibt es da bereits Lösungen, die den Klang erheblich aufhübschen - womit wir bei ebendemselben wären.
...

Mein Fazit: Bei einem Preis von 6.800 Euronen (und einem knappen Tausender zusätzlich für eine ordentliche externe Abstahlung) ist diese Orgel die günstigste Dreimanualige am Markt. Und sie kann sich im Konzert der Einsteigerklasse wirklich hören lassen. Soviel Klang gab's (auch mit mehr Kanälen) vor Jahren nicht immer im mittleren Marktsegment. Wer als junger Kirchenmusiker oder Student knapp bei Kasse ist, aber dezidiert eine Dreimanualige braucht, um anspruchsvolle Literatur zu erarbeiten, kommt mit dieser Orgel sehr weit.

JA zu allem geschriebenen!

Aber auch eine Studio muss keineswegs 'leise' sein, und selbst externe Klangabstrahlungsvarianten müssen nicht im 2.1-Kanalbereich stecken bleiben.

Im ersten Punkt helfen intonatorische Maßnahmen, im zweiten Punkt ein zusätzlicher 'Ein- und Abgriff' am Oranje Core-Board nebst Implementierung eines dritten und vierten 'Surround-Kanalpaares'.
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« Antworten #59 am: 24. August 2018, 13:12:44 »

Auf jeden Fall sind auf dem Facebookfoto massive Seitenwangen zu sehen. Deutlich anders also als das trendige Spargehäuse der Studio 150. Und dass Johannus eine Vivaldi fotografiert und dazu den Studiowerbetext setzt - daran mag ich nicht so recht glauben.

Hallo,
auf dem Facebook Foto ist eine Studio 350 im "NEUEN LAMINAT" Gehäuse "LIGHT RIVERSIDE" zu sehen. Mit Einführung der Studio 350 hat man nun für beide Studio-Modelle die Auswahlmöglichkeit zwischen 4 neuen Melanin / Laminatoberflächen.

Man könnte glauben dass auf dem Foto massive Seitenwangen aus Holz zu sehen sind - es ist aber eine Folie. Die vier neuen Gehäuseoberflächen haben anderes als bei den früheren Modellen eine deutlich sichtbarere "Holzstruktur" mit mehr unregelmäßigen Bereichen. Dadurch wirkt das ganze nicht mehr so uniform und vermittelt mehr den Eindruck einer Furnierung mit Echtholz.

Gruß
Thomas Barth
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