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Autor Thema: Neue Orgel in der Lutherischen Stadtpfarrkirche Wien  (Gelesen 486 mal)
Gemshorn
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« am: 13. Juni 2018, 16:51:24 »

siehe hier: http://religion.orf.at/stories/2917461/

Die neue Orgel stammt aus der Orgelbauwerkstatt Lenter aus Sachsenheim (nahe Stuttgart) und besitzt 38 Register, darunter auch eine Physharmonika. Die Teilnehmer des letzten Forumstreffens in Bad Reichenhall erinnern sich an die Orgel von St. Zeno, wo es dieses Register ebenfalls gab.
Einweihungstermin ist der 17. Juni 2018.
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Wichernkantor
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« Antworten #1 am: 13. Juni 2018, 16:59:15 »

Sieh an! Lenter hat in den vergangenen Jahren mehrere Neubauten in ev. Kirchen Österreichs abgeliefert. Vermutlich zieht ein Auftrag den nächsten nach ...

Ich hatte bisher nur mit einem Instrument im Badischen aus dieser Werkstatt zu tun. Und das war nicht übel ...

LG
Michael
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Metallgedackt
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« Antworten #2 am: 13. Juni 2018, 21:40:49 »

Ja, das ist sehr erfreulich - jetzt haben mehrere evangelische Hauptkirchen in Österreich eine schöne Orgel, was in dieser kleinen Kirche nicht selbstverständlich ist!

Hier hat man das Konzept der Orgel von Deutschmann fortgeführt. Ich bin gespannt, wie sie klingen wird.  Freudensprung

Liebe Grüße
Metallgedackt

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kirchenmaus
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« Antworten #3 am: 14. Juni 2018, 16:05:43 »

Vorschlag:  wenn Ostern 2020 die Riesenorgel im Steffl eingeweiht wird, und zu diesem Anlass  einige von uns nach Wien pilgern, könnten wir doch einen Abstecher in die Dorotheergasse machen??   Lupe Drehorgel
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Gemshorn
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« Antworten #4 am: 14. Juni 2018, 17:54:50 »

Beides zu verbinden ist sicher eine gute Idee.
Allerdings würde ich abraten, den Steffl bereits im Einweihungsjahr heimsuchen zu wollen; da wird eine erhöhte Besucherfrequenz sein - was die Auffindung eines stressfreien Termins wahrscheinlich beträchtlich erschwert. Ein Jahr später steht die Orgel gewiss auch noch.
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Martin78
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« Antworten #5 am: 14. Juni 2018, 18:31:42 »

Ein Jahr später steht die Orgel gewiss auch noch.
Meine Rede: Orgeln laufen nicht weg.  duck und weg
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Gloria Concerto 350 Trend
kirchenmaus
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« Antworten #6 am: 14. Juni 2018, 18:36:06 »

Ihr habt ja so recht. (seufz... Meine Geduld wird auf eine harte Probe gestellt... duck und weg )
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kirchenmaus
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« Antworten #7 am: 14. Juni 2018, 18:47:15 »

 Meldung:
nur jetzt schon eine Bitte:   nicht zu den Pfingsttagen 2021.. .Sonst könnte ich wieder nicht dabei sein........  Danke Danke
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Romanus
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« Antworten #8 am: 17. Juni 2018, 22:35:57 »

Ich hatte heute das Vergnügen, nach einer Orgelmatinee mit Monitor-Übertragung der Organistin und Orgelführung durch den Orgelbauer persönlich ein paar Stücke auf dieser Orgel zu spielen, u.a. auch meinen "Standardtest" für das kleine Hauptwerksplenum (Prinzipale 8+4+2+Mixtur), Johann Georg Albrechtsberger´s Präludium D-Dur Op.12/2, den diese Orgel mehr als bestanden hat !  
Das Plenum ist herrlich mild und füllig und zugleich klar und transparent, perfekt verschmelzend und ausgewogen, dieser Klang ist für barocke und romantische Literatur gleichermassen ideal. Solche Mixturen wünsche ich mir bei einer Digitalorgel bereits seit Jahrzehnten ! Anbetung
Die Disposition ist insgesamt eher romantisch orientiert mit vielen, differenzierten 8-füssigen Stimmen, trotzdem stehen im 1. und 2. Manual immer noch genug passende Stimmen für barocke Literatur zur Verfügung.
Das 3. Manual hingegen ist rein romantisch und enthält neben 2 Physharmonika-Registern 8´und 16´ nur einen Bordun 8´und eine Aeoline 8´.

Die äußerst vielseitige Orgel bietet einiges an Besonderheiten:  Lupe

Im Hauptwerk:
Ein Salizional 16´ mit sanft-streichendem Klang.
Eine noble Klarinette 8´ anstatt der sonst obligaten Standard-Trompete, die sich vor allem als Solostimme eignet und in Kombination mit Octav 4´, Quint 2 2/3´und Terz 1 3/5`auch überzeugend trompetenartig klingen kann.
Ein zurückhaltend-gravitätisches Fagott 16´ anstatt einer 16´-Trompete.

Im 2. Manualwerk:
Eine Holzharmonika 8´, die klanglich einem hölzernen Prinzipal ähnelt.

Im 3. Manualwerk:
Die beiden Physharmonika-Register 8´und 16´, die aus durchschlagenden Zungen bestehen und daher klanglich einem Harmonium gleichen.

Die Orgel verfügt neben Jalousie-Schwelltritten für das 2. und 3. Manual noch über einen "Winddruck-Schweller" für die beiden Physharmonika-Register, mit dem sich - wie bei einem Druckwind-Harmonium bei Betätigung des Expressiv-Zuges - druckabhängig dynamische und klangliche Veränderungen erzielen lassen.

Das gesamte Konzept und insbesondere die feine Intonation einer 37-registrigen Orgel (die noch nicht vorhandene Quint 2 2/3 im 2. Manual rechne ich jetzt nicht mit) in einem keineswegs großen Kirchenraum und einem eher kleinen, historischen Gehäuse, das nur 3 Prospektfelder hat, ist als Meisterwerk zu bezeichnen, das allergrößten Respekt verdient ! Anbetung

Es gäbe noch viel über dieses faszinierende Instrument zu berichten, was wohl den Rahmen meines Forenbeitrages sprengen würde, wie z.b. die selten anzutreffende Kombination von Schleifladen und Kegelladen in einer Orgel, die Setzeranlage mit 20000 Speicherplätzen und Sequenzschaltung ...

Hier findet ihr die Disposition:
https://de.wikipedia.org/wiki/Lutherische_Stadtkirche_(Wien)#Orgel  

Einziger Wermutstropfen:
Die im 2. Manual vorgesehene Quint 2 2/3´ ist vorerst nur als stummer und unbeschrifteter Zug ausgeführt und soll später nachgerüstet werden.
Ich denke, bei einem Orgelprojekt dieser Größe wäre es auf dieses eine Register wohl auch nicht mehr angekommen.

Anschließend an die detaillierte Orgelvorführung durch Orgelbaumeister Lenter durfte jeder (!) der durchaus zahlreichen Interessenten ohne zeitliche Beschränkung (!) nach Herzenslust orgeln.  Phantom
Das Probespiel aller Teilnehmer dauerte ca. 2 Stunden und war trotzdem keine Sekunde langweilig.
Deshalb sei den Veranstaltern schon allein für die viele Geduld herzlich gedankt.  Danke
Obwohl ich allgemein zugegebenermaßen wenig spendenfreudig und eher ein "Geiz ist geil"-Typ bin, war mir diese liebevoll organisierte Veranstaltung eine kleine Spende wert.

Ein anschließendes gutes Essen, Trinken und Plaudern im kleinen Kreis in Reinthaler´s Beisl  Prost! rundete den schönen Orgel-Nachmittag ab.
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Die einzig wahre Königin ist die Pfeifenorgel.
Etwas gleichwertiges muss erst erfunden werden !
Martin78
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« Antworten #9 am: 19. Juni 2018, 12:47:26 »

Herzlichen Dank für die interessanten Eindrücke!

Es gäbe noch viel über dieses faszinierende Instrument zu berichten, was wohl den Rahmen meines Forenbeitrages sprengen würde, wie z.b. die selten anzutreffende Kombination von Schleifladen und Kegelladen in einer Orgel, (...)
Ich denke, das findet man heute gar nicht so selten; so werden z.B. die Pedalpfeifen einer Schleifladenorgel gelegentlich auf eine Kegellade gestellt. Hier ist es aber die Kombination beider Systeme auf einem Manual (HW), vgl. die Dispo auf der Lenter-Homepage, die bei einem Neubau wirklich Seltenheitswert besitzt!
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Gloria Concerto 350 Trend
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