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Autor Thema: Noten als (Einzel-)Download - Geschäftsidee oder Sargnagel für die Verlage?  (Gelesen 799 mal)
Wichernkantor
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« Antworten #10 am: 19. April 2018, 15:17:23 »

Ja, das mache ich ähnlich. IMSLP ist Schaufenster und Probenraum. Wenn ich Repertoire aufbauen will, kaufe ich mir die Noten.

LG
Michael
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Romanus
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« Antworten #11 am: 19. April 2018, 17:03:31 »

Wer googlet, der findet jetzt schon eine Menge an Einzelstücken zum Download, teilweise gegen ein geringes Entgelt, teilweise sogar gratis, ich kann nur immer wieder an die Gratis-Notenfundgrube IMSLP verweisen !  Geheimtipp
Ach ja, zum Thema "Veraltete Ausgaben": Ich finde, auch die älteren Ausgaben reichen allemal, um "seriös" zu musizieren, ich habe noch in keiner Ausgabe falsche Noten entdeckt und Bindebögen und Registrier-Anweisungen muss man ja nicht immer wörtlich nehmen !
Aber das ist bei weitem nicht die einzige Quelle.
Z.b. MusicaNeo bietet sowohl kostenlose als auch (gering) kostenpflichtige Noten an, großteils in guter bis professioneller Qualität.
 
Ich selbst kaufe schon seit Jahren NUR mehr die Noten, die ich
1. wirklich haben muss und die es
2. wirklich nirgends gratis gibt und trotzdem platzt meine Notenbibliothek aus allen Nähten, sodass ich schon bald irgendwo ein neues Regal unterbringen muss, fragt sich nur wo.  Ratlos
Ja, ich habe in meinem Leben bereits seit frühester Jugend schon so viele Noten gekauft, teilweise noch zu stark überhöhten Preisen, sodass ich jetzt nicht das geringste schlechte Gewissen habe, wenn ich mich in den Gratis-Notenarchiven bediene und mein Mitleid mit den Notenverlagen hält sich sehr in Grenzen.  Engel
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Die einzig wahre Königin ist die Pfeifenorgel.
Etwas gleichwertiges muss erst erfunden werden !
Larigot
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« Antworten #12 am: 19. April 2018, 17:28:31 »

@Wichernkantor + MagisterPerotin - Mit dieser Einstellung seid ihr bestimmt noch in der Mehrheit, aber der Trend geht sicher in eine andere Richtung - zumal auch zunehmend hochwertige(re) Ausgaben auf IMSLP verfügbar sind. Pierre Gouin ist da wohl der bekannteste Protagonist.
Mich wundert, dass die großen Verlage noch nicht auf diesen Zug aufgesprungen sind und wenigstens den Versuch machen, neue Märkte zu erschließen - immerhin ist es seit Jahren abzusehen, dass freie Angebote irgendwann zum Problem für kommerzielle Anbieter werden.

Sicher ist Notensatz um ein Vielfaches komplizierter als Schriftsatz, aber auch hier wären skalierbare Formate wie beim E-Book machbar. Zusammen mit einem kompatiblen Lesegerät wäre hier auch ein echter Mehrwert gegenüber den PDF-Lösungen gegeben (und dieser Mehrwert wäre für Gratis-Anbieter nicht ohne weiteres realisierbar).

Ich habe einmal mehr das dumpfe Gefühl, dass die deutsche Wirtschaft die Zeichen der Zeit verpasst (hat) und sich zunehmend ins Abseits manöviert...
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trompetendulzian
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« Antworten #13 am: 19. April 2018, 18:37:53 »

Gerade entdeckt: Für den nordamerikanischen Markt gibt es bereits ein Downloadportal in ähnlicher Form, allerdings nur mit Begleitsätzen und ohne Vorspiele: hymnary.org. Ein ziemlich frei konfigurierbarer "FlexScore" kostet dort 9,99 $.

Eigentlich war ich jedoch auf der Suche nach einer Art Konkordanz von EG, GL und angelsächsischem Hymn Tune. Weiß jemand, wo man so etwas finden kann?

Viele Grüße
Trompetendulzian
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Gemshorn
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« Antworten #14 am: 19. April 2018, 18:56:03 »

www.hymnary.org kenne ich schon geraume Zeit - aber was genau ist mit FlexScore gemeint?
Ich habe dort bisher nur alte Melodien mit unseren kontinentaleuropäischen Fassungen verglichen (was nicht uninteressant ist).
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Was würde wohl dazu sagen?
trompetendulzian
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« Antworten #15 am: 19. April 2018, 22:00:51 »

Sorry, ich wollte eigentlich einen Link gesetzt haben. Hole das hiermit nach. Bei FlexScore handelt es sich um eine Art Mini-Notensatzprogramm, mit dem man aus dem vierstimmigen Satz Stimmauszüge für diverse Instrumente sowie Druckfassungen für Liederzettel, Powerpointfolien etc. erstellen kann. Nebenher kann das Ding auch noch transponieren und man kann die angezeigten Strophen variieren. Also quasi eine Art Multifunktionswerkzeug für die Gemeindegesangsvorbereitung.
Auf der verlinkten Seite gibt's ein paar kostenfreie Beispiele, mit denen man rumspielen kann.

Viele Grüße
Trompetendulzian
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Martin78
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« Antworten #16 am: 19. April 2018, 22:11:41 »

@Wichernkantor + MagisterPerotin - Mit dieser Einstellung seid ihr bestimmt noch in der Mehrheit, aber der Trend geht sicher in eine andere Richtung - zumal auch zunehmend hochwertige(re) Ausgaben auf IMSLP verfügbar sind. Pierre Gouin ist da wohl der bekannteste Protagonist.
Ja, die Gouin-Ausgaben finde ich auch sehr gut. Auf www.free-scores.com gibt es weit über 2.000 Notenausgaben von Maurizio Macchella, auch sehr gut, für Organisten eine wahre Fundgrube (viele Bearbeitungen). Auch bei ihm frage ich mich angesichts des gigantischen Outputs, wie er wohl sein Geld verdient ...  Kopfkratzen

Trostreich, dass doch noch gelegentlich Stellen bei Musikverlagen neu ausgeschrieben werden!
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Gloria Concerto 350 Trend
MagisterPerotin
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« Antworten #17 am: 19. April 2018, 22:52:06 »


Ach ja, zum Thema "Veraltete Ausgaben": Ich finde, auch die älteren Ausgaben reichen allemal, um "seriös" zu musizieren, ich habe noch in keiner Ausgabe falsche Noten entdeckt und Bindebögen und Registrier-Anweisungen muss man ja nicht immer wörtlich nehmen !


Also bei Komponisten wie Buxtehude, Bruhns oder bspw. Muffat finde ich sind die aktuellen Ausgaben von Belotti oder Radulescu doch in vielen Punkten durchaus deutliche Fortschritte zu älteren Ausgaben. Aber ich gebe zu, dass natürlich Platz im Regal und der Preis dann auch in einem Verhältnis zum praktischen Gewinn stehen müssen.
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Es mag sein, dass nicht alle Musiker an Gott glauben; an Bach jedoch alle. - Mauricio Kagel
Larigot
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« Antworten #18 am: 20. April 2018, 00:43:57 »

Auch bei ihm frage ich mich angesichts des gigantischen Outputs, wie er wohl sein Geld verdient ...  Kopfkratzen

Och, da fallen mir einige Settings ein:
- Rentner
- Kind reicher Eltern
- Hardcore-Hobbyist
- gutbezahlter Job mit attraktiver Work-Life-Balance

Zu letzterem muss ich jetzt noch eine Anekdote aus meiner Studienzeit loswerden - wie sagt man so schön: "Gedächtnisprotokoll"

Sie: "Was, du spielst Orgel? Oh neee..."
Ich: "Wieso, so schlimm?"
Sie: "Nee, eigentlich nicht. Aber mein Vater liegt den halben Tag nur auf dem Sofa rum und hört Orgelmusik. Und den anderen halben Tag übt er selber Orgel."
Ich: "Ist doch toll!"
Sie: "Der will jetzt die C-Prüfung machen."
Ich: "Klasse! Was macht er denn sonst beruflich?"
Sie: "Professor für Literaturwissenschaft"

(Zur Ehrenrettung der heutigen akademischen Elite muss ich hinzufügen, dass das Gespräch 25 Jahre her ist und dass sich seitdem vieles grundlegend geändert hat)
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Gemshorn
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« Antworten #19 am: 20. April 2018, 06:52:15 »

Sorry, ich wollte eigentlich einen Link gesetzt haben. Hole das hiermit nach. Bei FlexScore handelt es sich um eine Art Mini-Notensatzprogramm (...)
Danke für die Erklärung, das ist ja echt innovativ. Steht auf Lilypond-Basis, wie mir scheint.
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Was würde wohl dazu sagen?
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