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Autor Thema: Concerto 234 im Kirchenraum - Sonderausstattung  (Gelesen 3762 mal)
clemens-cgn
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« Antworten #70 am: 21. April 2018, 23:05:54 »

Der originäre Cinch-Anschluß Deiner CD-Anlage ist mit dem Pegel der Cinch-Buchsen Deines Verstärkers kompatibel.
Die bisherigen Viscountinstrumente hatten einen LINE-Out via Cinch (in der Regel links unter der Klaviatur neben den Midibuchsen).
Der fehlt bei Deinem Instrument. Über einen Line-Out via Cinch hätte es funktioniert.

Auf Grund schlechter Erfahrungen der Hersteller mit Aufnahmen via Line-Out, die öffentlich gestellt wurden, sind viele Hersteller dazu übergegangen, den Line-Out entfallen zu lassen.
Betroffen war z. B. die Fa. Rodgers (Infinity) mit einer Lifeübertragung des Cameron Carpenter auf dem Fernsehsender Radio Bremen. Irgendwo habe ich dazu im Forum mal meinen Senf vor Jahren abgegeben.

Mit einem Anschluß der Concerto an die Sprachübertragungsanlage der Kirche prophezeie ich Dir noch ein paar weitere akustische Probleme z. B. ggfs. einem gestuften Delay, das bei langen Kirchenschiffen mitunter in den modernen Anlagen künstlich erzeugt wird, um die Sprachverständlichkeit zu verbessern. Nimm für den hinteren Hörbereich lieber den Fernharmoniumsound in Kauf (so hat der Kölner Dom bis zur additiven Nutzung der Schwalbennestorgel auch über Jahrzehnte funktioniert). So bleibt auch die Spendennotwendigkeit spürbar.

Bevor mir jetzt einige NAK-Kollegen in den Nacken springen:
Die LS-Array Anlagen in für Eure Großgottesdienste angemieteten z.B. Stadthallen, sind von der Konzeption her nicht nur auf Sprache hin ausgelegt. Sondern sie können das gesamte Frequenzspektrum eines Sinfonieorchesters adäquat abbilden. Deswegen klangen zumindest in hessischen NAK-Veranstaltungen die Concertos an diesen Hallenanlagen auch relativ gut. So der Bericht eines Mitwirkenden dort.
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Machthorn
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« Antworten #71 am: 23. April 2018, 01:09:20 »

Zitat
Deswegen klangen zumindest in hessischen NAK-Veranstaltungen die Concertos an diesen Hallenanlagen auch relativ gut. So der Bericht eines Mitwirkenden dort.
Vorausgesetzt, man nimmt sich Zeit mit dem Einpegeln. Ich habe live die Vorbereitung und den Einsatz einer Prestige in der Bielefelder Stadthalle miterlebt, das klang grottig. Ich bin mir sicher, da wäre mit mehr Zeit auch mehr Klang möglich gewesen.
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Romanus
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« Antworten #72 am: 23. April 2018, 20:51:37 »

Nur für den Notfall, dass einmal kurzfristig der Organist ausfallen sollte:  Geheimtipp

Die Messe kann dennoch mit Orgelbegleitung stattfinden und dafür ist nicht mal eine Sonderausstattung nötig, denn die Concerto 234 verfügt über einen internen Sequencer mit recht hoher Speicherkapazität.
Der Hauptorganist der Pfarrgemeinde könnte ein Standardrepertoire an Chorälen samt Vorspiel einspielen und im Falle des Falles kann die Abwesenheit des Organisten damit smart überbrückt werden. Die Gemeinde singt dann fast wie gewohnt in Begleitung ihres vertrauten Organisten.

Das ist kein Idealzustand, wohlgemerkt, Live-Begleitung ist immer dem Sequencer vorzuziehen, aber für absolute Notfälle - die immer passieren können ! - allemal besser als spartanischer Amateur-Accapella-Gesang.
Ich erinnere mich mit Schaudern daran, dass ich mal - vor mehr als 10 Jahren - einen Ostersonntag verpennt habe und dann (nach Weck-Anruf des Kantors) zu spät, erst während der 1. Lesung, in der Kirche eingetroffen bin, ich könnte heute noch im Boden versinken, wenn ich daran denke !  Traurig  Mit einem Sequencer hätte man diese peinliche Situation diskret überspielen können und die meisten Kirchenbesucher hätten es vermutlich nicht mal gemerkt !  Zwinkern
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Die einzig wahre Königin ist die Pfeifenorgel.
Etwas gleichwertiges muss erst erfunden werden !
clemens-cgn
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« Antworten #73 am: 23. April 2018, 21:02:59 »

So ein Sequenceransinnen hatte vor über 15 Jahren mein Pastor auch einmal. Damals wurde für über 4000,-DM so ein Teil angeschafft. Zwei Messen habe ich eingespielt. Der Pastor konnte sogar die Lautstärke und das Tempo nachregeln. Die Gemeinde hat sich allerdings geweigert, nach und mit der Maschine zu singen. Im Notfall singt sichs bei uns dann a capella. Der Wert des Organistendienstes ist dann auch automatisch wieder positiv in den Fokus gerückt.
LG clm
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Romanus
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« Antworten #74 am: 23. April 2018, 22:34:23 »

Die Gemeinde hat sich allerdings geweigert, nach und mit der Maschine zu singen.
Was die Gemeinde nicht weiß, macht sie nicht heiß !  Zwinkern
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Die einzig wahre Königin ist die Pfeifenorgel.
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clemens-cgn
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« Antworten #75 am: 23. April 2018, 22:39:15 »

Bei uns ist alles ebenerdig. Da fällt es spätestens zum Friedengruß auf, wenn der Organist nicht da ist.... der Rest klärt sich dann beim Kirchenkaffee. Eine lebendige Gemeinde ist stimmungssensibel, wie ein Harfe....
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Larigot
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« Antworten #76 am: 23. April 2018, 23:23:35 »

Coole Sache...
Wenn mal wirklich der Organist ausfällt, erinnert sich niemand mehr daran, wie der Sequencer in Gang gesetzt wird.

Aber ganz im Ernst - ich freue mich drauf, mein Geklimper im Raum abzuhören. Bei meiner jetzigen Dienstorgel (I+P/5) habe ich das Quietschprizipal 2' und die Schreimixtur direkt vor der Nase...
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ThoFi
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« Antworten #77 am: 24. April 2018, 00:40:13 »

Aber ganz im Ernst - ich freue mich drauf, mein Geklimper im Raum abzuhören.

Da ich den Sequenzer auch rege nütze, um den Klang - ohne externe Verstärkung, wie ihr wisst - zu "optimieren", kann ich nur sagen: dieses Feature kann einen ganz schön auf den Boden der Tatsachen zurückholen  Schock  Zwinkern

Thomas
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clemens-cgn
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« Antworten #78 am: 24. April 2018, 22:18:35 »

Zur Selbstkontrolle im Raum ist der Sequencer eine feine Sache. Übrigens haben es solche  Einrichtungen auch bis in den PO-Orgelbau geschafft. Prominente Beispiele sind ND Paris und der Hauptspieltisch der Kölner Domorgel. (Wird in einem Video in einem Nebensatz von Bönig in einem Nebensatz bei der Funktionserkl#ärung der linken Schublade erwähnt.)
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Martin78
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« Antworten #79 am: 25. April 2018, 07:52:55 »

Für ein „Crescendo ab“ kann ich mich inzwischen auch begeistern, das kann folgenschwere Fehltritte verhindern…
Gibt es eigentlich hier jemanden, der den 2. Schwelltritt gern und oft als Schweller für Hauptwerk und Pedal verwendet? Ich kann mich dafür so gar nicht begeistern…

Also ehrlich gesagt, nütze ich momentan (nach den ersten 3 Wochen!) eher das Schwellpedal I/P. Vor allem auch im Hinblick auf die dynamische Flexibilität bei der Chorbegleitung (z.B. Rheinberger-Messen für Chor und Orgel). Beim Registercrescendo als Tritt sind mir die 16 Stufen eigentlich zu wenig - das Registercrescendo ist bei den 34 "klingenden" Registern eigentlich auch mit ein wenig Übung "händisch" zu realisieren (bei liturgischem Orgelspiel) bzw. vorher über die Setzer speicherbar (bei Orgelliteratur)

Wie ich schon mal andernorts geschrieben habe, bin ich nicht gerade ein Fan Teufel 2 solcher Generalcrescendo-Tritte - ich könnte mir gut vorstellen, dass mancherorts Orgel-Fast-Unkundige diesen bei der Gottesdienstbegleitung so exzessiv nutzen, dass der Orgelklang nur eine Karikatur seiner selbst wird. Intensives Benutzen solcher Tritte könnte somit ein Grund dafür gewesen sein, dass der DO-Klang vielerorts als unauthentisch empfunden wurde. Ein extrovertiertes barockes HW-Mixturplenum geht eben nicht leise, sondern muss im Raum strahlen; ein normales Schwellwerk dämpft die Obertöne ab und macht nicht „nur leise“.
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Gloria Concerto 350 Trend
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