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Autor Thema: Welche Intonationen zum Gotteslob besser?  (Gelesen 2587 mal)
Martin78
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« Antworten #10 am: 18. März 2018, 00:08:01 »

Leider sind nicht mehr sämtliche Bände erhältlich, weil vergriffen. Der ziemlich teure Extaintonationsband der Nordbistümer ist allerdings auch nicht die Sahne pur.
Ist in den alten Bonifatius-Bänden zum GL überhaupt Sahne drin?  Kopfkratzen
Vieles ist extrem spröde. Ich hatte drei Bände billig erstehen können, aber sozusagen nicht im Gebrauch. Nach Blum und Düchtel habe ich sie nicht mehr aufgeschlagen ...
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« Antworten #11 am: 18. März 2018, 13:52:44 »

Die Vorspielsammlung "Orgelstücke zum Gotteslob" ist soweit mir bekannt lange Zeit die einzige überhaupt erhältliche Vorspielliteratur zum alt GL. gewesen. Sie erschien bereits 1976 und wurde damals von den Komponisten des Orgelbuchs zusammengestellt.
Als ich in den späten 80ern das Orgelspielen erlernte gab es hinsichtlich Vorspielsammlungen zum vollständigen Stammteil des GL. noch nichts anderes. Mein Orgellehrer drückte mir die Sammlung in die Hand und sie war fortan Bestandteil des Orgelunterrichts.
Mir hat es gefallen. Moderne Musik wurde dem nebenamtlichen Organisten zugänglich gemacht. Die neuen Töne waren ja unerhört und als junger Mensch ist man erst mal offen für alles was anders klingt.

Ich habe die Sammlung in der Messe häufig eingesetzt und summa summarum gute Erfahrungen damit gemacht. Ich bekam aber auch mal zu hören, ob ich mit meiner Musik den lieben Gott aus der Kirche vertreiben wollte. Das bezog sich damals auf das von mir gespielte Nachspiel zu "Stille Nacht" aus Band 1.

Aus heutiger Sicht ist das Kompendium in die Zeit gekommen.

Später habe ich herausgefunden, dass es auch andere Vorspielsammlungen gab, welche musikalisch in eine ähnliche Richtung gehen wie die "Orgelstücke zum Gotteslob".

Als Beispiele nenne ich:

"Orgelstücke zu den Einheitsliedern" (Christophorus Verlag Herder)
Das 1954!! erschienene Werk zu den damaligen Einheitsliedern ist vom Konzept mit den "Orgelstücken zum Gotteslob" vergleichbar. Es gibt zu jedem Lied Intonationen und Vorspiele. Die Stücke sind teilweise musikalisch noch konsequenter als das was man später in den Vorspielsammlungen so vorfand.

"Marienstatter Orgelbüchlein" (3 Bände, Breitkopf & Härtel)
Das Anfang der 80er Jahre erschienene Werk enthält zu ausgewählten Liedern des GL. jeweils ein modernes Choralvorspiel und einen entsprechenden Begleitsatz.

"Augsburger Orgelheft" (4 Bände, Anton Böhm & Sohn)
Die in den 80er Jahren erschienene Sammlung enthält neben zeitgenössischen Chroralvorspielen auch freie Orgelwerke.

Erst ab ca. 1995 kamen viele neue und "musikalisch entschärfte" Werke zum GL. auf den Markt. Darunter die bereits erwähnte Neuausgabe der "Orgelstücke zum GL." von Dieter Blum (ab 2002). Herbert Paulmichl hat auch zahlreiche Vorspielliteratur veröffentlicht. Die im Internet frei zugänglichen Werke dürfen hier ebenfalls genannt werden.
Die moderne Computertechnik macht es möglich. Die Komponisten sind heute in der Lage ihre Stücke selbst in elektronischer Form zu schreiben. Die Veröffentlichung eines Orgelwerks wird vereinfacht und auch kostengünstiger.
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« Antworten #12 am: 18. März 2018, 14:43:40 »

Ist in den alten Bonifatius-Bänden zum GL überhaupt Sahne drin?  Kopfkratzen
Das hängt sehr vom persönlichen Können, vom Instrument und dem Raum ab. Sämtliche Bände halte ich bei einem Nachhall von unter 3,5 sec. für eine Zumutung, besonders wenn man sich noch sklavisch an die Registrieranweisungen halten möchte. Vieles wirkt auf mich wie aufgeschriebene hingerotzte Improvisation, deren Vorgaben oft darin zu bestehen schien: "Disharmonien" = "Modern" um jeden Preis. Das von Praestant geschilderte "Stille Nacht" wirkt wirklich erst im mystischen Pianissimo mit gaaanz viel Akustik. Einige Sachen von Biener, Plany und anderen sind es wirklich wert, einem zweiten prüfenden Blick zu unterziehen....
Außerdem hat es sich schon immer gelohnt, bei den evangelischen Kollegen in den "musikalischen Suppenteller" zu schauen  Zwinkern
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« Antworten #13 am: 18. März 2018, 21:36:13 »

Zitat
Ich bekam aber auch mal zu hören, ob ich mit meiner Musik den lieben Gott aus der Kirche vertreiben wollte. Das bezog sich damals auf das von mir gespielte Nachspiel zu "Stille Nacht" aus Band 1.
Aus dem Band habe ich das Stück von Plany (Meditation oder so) zu Stille Nacht gerade letztes Weihnachten noch in der Christmette zur Kommunion gespielt Zwinkern.

Apropo evangelisch: Die Stücke in "In Ewigkeit Dich loben" (B&H) sind z.T. um einiges kompromissloser und ich würde dort mit dem nötigen Nachhall und weichen Registern mitgehen. Und vom Blatt geht da (für mich) sehr sehr wenig :-o
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« Antworten #14 am: 18. März 2018, 22:17:37 »

Und vom Blatt geht da (für mich) sehr sehr wenig
Üben gehört halt zum Handwerk, dann geht auch mehr  duck und weg
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Martin78
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« Antworten #15 am: 18. März 2018, 22:33:21 »

Das hängt sehr vom persönlichen Können, vom Instrument und dem Raum ab. Sämtliche Bände halte ich bei einem Nachhall von unter 3,5 sec. für eine Zumutung, besonders wenn man sich noch sklavisch an die Registrieranweisungen halten möchte. Vieles wirkt auf mich wie aufgeschriebene hingerotzte Improvisation, deren Vorgaben oft darin zu bestehen schien: "Disharmonien" = "Modern" um jeden Preis.
Clemens, vielen Dank für den Beitrag des Tages!  Danke Prost!
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« Antworten #16 am: 22. März 2018, 18:59:42 »

Es gibt da noch die Sammlung "Vorspiele zu Liedern aus dem neuen Gotteslob" von Walter Hofmann.
Die zweibändige Sammlung mit vielen kurzen und einigen längeren Vorspielen ist bei Musik Edition Récit erschienen.
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2nd_astronaut
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« Antworten #17 am: 28. März 2018, 00:29:59 »

Üben gehört halt zum Handwerk, dann geht auch mehr  duck und weg
heimliches üben von choralvorspielen ist doch schummelei  nein Zwinkern

aber sowas wie von duprè zu 98 oder die motorischen stücke von gebhard und weinhart zu 105/106 muss (müsste) ich auf vorrat üben: selbst im geordneten evangelischen fall mit liedern sagen wir mal am donnerstag wäre mir das zu knapp ...

aber ist ja kein nachteil, man muss sich halt drauf einstellen Freundlich
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« Antworten #18 am: 28. März 2018, 20:51:58 »

ein gezieltes Üben auf Vorrat kann sicherlich kaum schädlich sein, wenn die improvisatorischen Fähigkeiten (wie bei mir) äußerst spärlich bestückt sind. duck und weg
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