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Autor Thema: Johannus: Wohin geht die Reise?  (Gelesen 993 mal)
Subbass
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« am: 13. März 2018, 13:20:37 »

Johannus ist ja fleißig dabei, die Sample-Sets für die Live-Modelle stetig zu erweitern.
Und so habe ich mir die Frage gestellt, in welche Richtung sich die Produkt-Palette entwickeln wird. Die gängigen Modelle Studio, Opus, Vivaldi haben ja schon gut 6 Jahre auf dem Buckel.
Wird es in Zukunft weiterhin ein so breit gefächertes Produktangebot geben oder wird man sich künftig auf eine Einstiegsorgel (Studio), Mittelklasseorgel (Vivaldi) und die klangliche Oberklasse (Live) beschränken?
Die Unterschiede und Übergänge von Opus, Classic, Vivaldi sind ja mehr oder weniger fließend, und gerade in diesem Mittelklasse-Segment kann ich mir kaum vorstellen, dass die Nachfrage so ausdifferenziert ist.
Bei Viscount ist das Konzept jedenfalls sehr schlüssig, zumal man mit Sampling und Physis auf zwei Pferde setzt.
Aber bei Johannus, die ja nach wie vor ausschließlich mit Sampling arbeiten, ist für mich noch nicht ersichtlich, wohin die Reise gehen soll. Wer wagt einen Blick in die Zukunft?
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« Antworten #1 am: 14. März 2018, 07:56:46 »

Ich glaube nicht, dass man das klassische Portfolio zugunsten der LiVE verkleinern wird, selbst die Rembrandt ist günstiger als die LiVE III, obwohl sie eigentlich "größer" ist. Außerdem unterscheiden sich die Konzepte und damit die Anwendungsbereiche deutlich, Mit der Ecclesia hat Johannus ja auch noch eine dritte Schiene, und nach oben gibt es die Monarkes. Eigentlich erscheint mir diese Aufstellung sogar schlüssiger als die von Viscount.

Allerdings stellt sich tatsächlich die Frage, wann Johannus Neuerungen im klassischen Segment bringt. Wie lang waren die Produktzyklen bei Johannus eigentlich früher typischerweise?
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« Antworten #2 am: 14. März 2018, 08:21:03 »

Johannus hat sich - nicht zuletzt durch den Einstieg ins USA-Geschäft via Rodgers - global positioniert. (Das kann jetzt natürlich einbrechen. Vielleicht ist ja der Allen-Chef ein Golfkumpel der präsidialen Dumpfbacke, die Import-Orgeln dann mit Strafzöllen belegt ...  Lachen "Amercian Pricipals first" *würg*)

Diese Firmenpolitik war bei unserem jüngsten Besuch in Ede im November '17 schon am neuen Schriftzug am Firmengebäude zu erkennen. Denn da steht jetzt nicht mehr "Johannus", sondern "Global Organ Group".

Daraus schließe ich, dass die Marktführerschaft angestrebt wird, wenn nicht gar bereits erreicht ist. Dazu ist es nötig, alle Sparten zu bedienen, auch die Nischen ...

Für mich sind drei Hauptsäulen erkennbar:
1. das "klassische" Sampling in mehreren Qualitätssstufen - von der "Volksorgel" bis zum Premium-Erzeugnis
2. die "LIVE"-Technologie als ausbaufähiges Marktsegment und offensichtlicher Wachstumsmarkt
3. Hybridlösungen - vor allem in den USA. Da macht die HP ja erste zaghafte Andeutungen.

Es fehlt das "physical modelling". Aber Johannus hat bereits beim Sprung analog/digital einige Jahre zugewartet, bis die Digitalisierung einen gewissen Qualitätsstandard erreicht hatte. Ich entsinne mich an Musikmessen Ende der 80er, als die ersten Digitalmodelle anderer Anbieter mich nicht vom Hocker rissen, während mich Johannus mit (analogen) Monarkes voll überzeugte. Und dann präsentierten die Ederaner die digitalen Serien Opus und Wesley, die Mitte der 90er klangliche Maßstäbe setzten.
Ich könnte mir vorstellen, dass man an diese damals erfolgreiche Politik anknüpfen will und abwartet, bis die noch vorhandenen (und hier zur Genüge thematisieren) Schwächen des Systems überwunden sind, um dann mit einem soliden und zukunftsfesten Produkt zu punkten. Aber das ist natürlich Keks reiner Spekulatius ...

LG
Michael
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Dieter Schuster
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« Antworten #3 am: 01. April 2018, 01:44:38 »

Der Begriff 'fließend' scheint mir durchaus zutreffend, wenn es um die Modell-/ Serien- / Plattformpolitik von Johannus geht. Und wenn alles 'im Fluss' ist, droht auch keine schmerzhafte Sackgasse oder ein abrupter Stopp einer über viele Jahre nicht so ganz ohne Erfolg gepflegte Strategie...

Ganz klar ist, dass neu erzeugte Hypes von Märkten und Marktbotschaftern (ich glaube man nennt es auch manchmal 'Influencer') ein gewisses Maß an Basisinteresse und damit auch 'mediale Macht' generieren. Davon leben und verdienen 'Medien' wie z.B. facebook, Twitter, wirtschaftlich interessierte 'Testportale' usw. leidlich bis exzellent.

Ich denke dass die 'Johannus-Reise' ebenso gradlinig wie unspektakulär verlaufen wird, denn genau mit DIESER Basisstrategie ist dieses Unternehmen stets gefahren.

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