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Autor Thema: Um Kaisers Bart  (Gelesen 1797 mal)
wohli
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« Antworten #10 am: 06. März 2018, 16:50:33 »



Elektronenorgel klingt für mich so nach 60er bzw. 70er Jahre.

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Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig leisten [Friedrich Schiller (1759-1805), Wilhelm Tell (III,1)]
pvh
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« Antworten #11 am: 06. März 2018, 18:13:39 »

Hallo,

na, dann doch einen Kommentar zum Bart.
Eigentlich bezeichne ich mein Instrument immer als Elektronikorgel oder als elektronische Kirchenorgel, muss ich gestehen. Jedenfalls gegenüber Laien; ich finde, darunter können diese sich eher was vorstellen als unter Digitalorgel. Hier im Forum verwende ich dann schon "Digitalorgel" in Abgrenzung zur Analogorgel und auch allgemein.
so ähnlich mache ich das auch. Wenn ich gegenüber Laien den Ausdruck "Digitalorgel" verwende, denken die immer, man meine eine Tablet- oder eine Smartphon-App mit so einer niedlich-winzigen Touch-Tastatur. Also sage ich meist, dass ich eine elektrische oder elektronische Orgel zu Hause zum Üben habe, das klingt gleich nach etwas viel Größerem. Leicht schnoddrig bezeichne ich meine DO auch mal als "mein Elektro-Teil". Den Unterschied zwischen analog und digital erkläre ich nur, wenn sich jemand tatsächlich dafür interessiert, was eher selten vorkommt. In der Regel muss man aufpassen, dass man die Leute mit zu vielen Details nicht langweilt oder gar nervt. Interessant finden die Leute manchmal, wenn man erklärt, dass für die Orgel der Ton jeder Pfeife aufgenommen wurde und dann wieder elektronisch abgespielt wird.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
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Machthorn
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« Antworten #12 am: 06. März 2018, 20:13:55 »

Naja, eigentlich gibt es da nichts zu streiten. Die Digitaltechnik ist eine Teilmenge der Elektronik, die wiederum eine Teilmenge der Elektrotechnik. Wer also eine Digitalorgel als elektronisch oder elektrisch bezeichnet, liegt sachlich richtig. Wer von der Digitaltechnik abgrenzen will, muss also von Analogelektronik sprechen.

Hier ist Vorsicht geboten, denn reine Digitalelektronik existiert in einem Gesamtprodukt quasi nicht, und wenn es nur der analoge Gleichrichter ist, der den Ausgangspegel des Trafos glättet. Übrigens enthalten auch PC-Soundkarten oft analogelektronische Schaltungen an den analogen Ausgängen. Analogelektronik auf Röhren und diskrete Transistoren zu reduzieren ist falsch, es gibt auch analoge ICs.

Umgekehrt existieren auch elektronikfreie Elektroorgeln nicht wirklich. Natürlich arbeiten die Klanggeneratoren einer Hammond z.B. eletromechanisch und nicht elektronisch, ihre Verstärker aber sehr wohl.

Etwas anderes ist die Frage, wie man einen landläufig eingeführten Begriff versteht. Und da stimmt es sehr wohl, dass man mit "elektronischer Orgel" oft verkürzt eine rein analogelektronische Orgel bezeichnet. Allerdings ist auch der Begriff Digitalorgel inzwischen genau so unscharf. Eigentlich müsste man von virtuellen Orgeln (LiVE, Hauptwerk, GO etc.), PM und klassischer Samplingtechnik sprechen. Aber selbst da wird es schwierig, Denn Eminent beispielsweise hat Samples in ihre Obertonstruktur aufgespalten, um sie mit PM-Werkzeugen wieder zusammenzufügen und zu modellieren. Das ist weder reines Sampling noch PM.

Es ist also schwierig bis haarspalterisch, den jeweils exakten Begriff zu finden und führt vom Hundertsten ins Tausendste. Bleibt festzuhalten: Alle unsere Instrumente arbeiten mit Elektronik, und wer klingt hat recht!  Zwinkern
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Aeoline
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« Antworten #13 am: 06. März 2018, 20:19:35 »

...Alle unsere Instrumente arbeiten mit Elektronik, und wer klingt hat recht!...

 Prost!

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Ebi
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« Antworten #14 am: 06. März 2018, 21:41:17 »

Elektronenorgel klingt für mich so nach 60er...
....einer Zeit, als man auch noch von „Elektronenhirn“ sprach, wenn man die seinerzeit aufkommenden riesigen Computer meinte.....
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Beste Grüsse aus der Schweiz
Eberhard Brune
Machthorn
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« Antworten #15 am: 06. März 2018, 21:49:45 »

Zitat
wenn man die seinerzeit aufkommenden riesigen Computer meinte
... die trotz des Namens digital arbeiteten.  duck und weg
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« Antworten #16 am: 06. März 2018, 21:57:29 »

...Elektronik...

...Elektronen...

...Digitalik...

...digitale Elektronik...

...elektronische Digitalik...



Nicht jeder, der aus dem Rahmen fällt, war vorher auch im Bilde!...

 Schlaumeier

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« Antworten #17 am: 06. März 2018, 22:10:19 »


Nicht jeder, der aus dem Rahmen fällt, war vorher auch im Bilde!...

 Freudensprung Freudensprung Freudensprung

Der Spruch der Woche!  Dafür

Kleiner Tipp:
Man kann auf diesen Geräten auch musizieren, statt zu versuchen, den Duden um Neuschöpfungen zu bereichern, auf die unsere schöne Sprache gewartet hat ...
Ersteres hab' ich eben gemacht. Macht übrigens einen Riesenspaß ...

 duck und weg

NB: Denglisch bietet auch viele Optionen - z.B. "digital" - spr: "dittschitäll" - am besten noch "system" dazu, spr. "sssisstemm"

 duck und weg

Und jetzt  duck und weg ich in die Federn. Gute Nacht.

Michael
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« Antworten #18 am: 07. März 2018, 01:20:50 »


Elektronenorgel klingt für mich so nach 60er bzw. 70er Jahre. Benutzt den Ausdruck (auch: "Elektronium"/"Elektrium") heute noch jemand?

Orgelbauer die ich kenne benutzen den Ausdruck durchaus noch, aber ich glaube viele davon wollen sich auch aus Prinzip nicht damit befassen, dass sich seit damals einiges geändert hat.
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Es mag sein, dass nicht alle Musiker an Gott glauben; an Bach jedoch alle. - Mauricio Kagel
Wichernkantor
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« Antworten #19 am: 07. März 2018, 05:41:40 »

Oft handelt es sich dabei um das bewusste Ignorieren einer fortschreitenden klanglich-technischen Entwicklung. Zum Glück gibt es auch andere Zeitgenossen, die sich einfach von ihren Ohren leiten lassen statt von Ideologien.

So der O-Ton eines befreundeten OBM nach Inohrenscheinnahme der (provisorischen und bald der Vergangenheit angehörenden) Hybrid-Installation in der Wichernkirche:
"Das klingt viiiiel zu gut ..."

LG
Michael
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