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Autor Thema: neue Hybridorgel Prenzlau  (Gelesen 8283 mal)
trompetendulzian
Erleuchteter
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« Antworten #10 am: 28. Januar 2018, 17:53:59 »

Ein schönes Instrument! Wird die Stimmung der Digitalregister bei diesen Hybridorgeln eigentlich automatisch an die Pfeifen angeglichen?
Siehe der Link oben - da steht das jedenfalls so beschrieben.
Wie mag das in der Praxis funktionieren? Spielt die Orgel nach dem Einschalten selbsttätig ein paar Pfeifentöne und misst aus, wie weit diese von der digitalen Stimmtonhöhe abweichen oder muss der Organist selbst Hand anlegen und ggf. nach Displayanweisung einige Handgriffe durchführen?
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Romanus
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« Antworten #11 am: 29. Januar 2018, 14:44:39 »

Im Video sieht man bei den Registerschalter einige rote Beschriftungen (keine Zungen); ich nehme an, das sind die Pfeifenregister.
So weit ich die Beschriftungen im Video sehen konnte, sind die Prinzipale und Flöten (abgesehen von der Flute Harmonique) 8- + 4- im Hauptwerk rot, also vermutlich als Pfeifenregister ausgeführt, der Prinzipal 16, Quintatön und Gamba digital, der Rest war für mich nicht eindeutig zu erkennen.
Wie im Video demonstriert ist der Unterschied bei Labialregistern in 8- und 4-Fußlage gar nicht so dramatisch und in diesem Fall auch durch den künstlichen Hall bei den Digitalregistern mitbedingt. Hier wäre es vielleicht professioneller gewesen, auf den künstlichen Hall ganz zu verzichten, dann wäre der Unterschied zwischen Pfeifen und Digitalregistern weniger leicht herauszuhören.

Schöne Prinzipale hatte Johannus ja bereits in den 90er-Jahren. Der große Schwachpunkt bei Digitalorgeln allgemein sind meiner Erfahrung nach v.a. die Mixturen. Ob diese hier digital oder als Pfeifen ausgeführt sind, konnte ich im Video nicht erkennen.
Das Plenum klingt jedenfalls nach dem "Aufplustern" gar nicht schlecht. Allerdings überzeugt mich der Klang bei der 565-Toccata (durch die Registrierung bedingt ?) nicht wirklich.

Mich hätte interessiert, wie die Orgel mit der reinen Raumakustik ganz ohne künstlichen Hall klingt.

Soviel ich gesehen habe, basiert diese Hybridorgel auf einer Vivaldi 250.
Kann man irgendwo die genaue Verteilung der Disposition auf Pfeifen und Digitalregister lesen ?
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Die einzig wahre Königin ist die Pfeifenorgel.
Etwas gleichwertiges muss erst erfunden werden !
clemens-cgn
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« Antworten #12 am: 29. Januar 2018, 20:01:06 »

@trompetendulcian
@Romanus
diese Fragen wird Euch sicher Herr Barth von Bauermusic in Heusenstamm korrekt beantworten.
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Dieter Schuster
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« Antworten #13 am: 05. Februar 2018, 02:18:05 »

Dies war europaweit (vielleicht sogar weltweit) die erste Hybrid-Installation, die ein JOHANNUS Standardmodell mit einer CONSOLI-Standard-Preifenerweiterung 'verheiratet' hat - mit durchaus 'dramatischen' Auswirkungen auf die überraschend günstigen Gesamtkosten in einer solchen Konstellation.

Ich will mir dies aber keineswegs als eigene Meriten ans Revers heften, vielmehr ist dies auch ein frühes praktisches Ergebnis aus den Synergien der neu formierten 'Global Organ Group', denn dies ermöglicht z.B. auch standardisierte Datenformate bei der Integration von Pfeifenregistern in digitale Spieltische bei allen 'GOG'-Fabrikaten.

Das Video entstand übrigens völlig spontan und ungeplant, denn die Regional-TV-Crew war am zweiten Orgel-Installations-/Intonationstag eigentlich in ganz anderer Mission in der Kreismusikschule Uckermark unterwegs. Nachdem die Redakteurin zufällig 'ganz neue' Töne wahrgenommen hatte, begab man sich postwendend in den Kammermusiksaal der Musikschule, in dem ich gerade mit der Intonation der Johannus Vivaldi-250 und der Anpassung der externen Audiokomponenten beschäftigt war (und in keinster Weise auf irgendeine Art von Präsentation vorbereitet...). Deshalb z.B. auch der klangliche 'Bruch' zwischen trockenen Pfeifenregistern und verhallten digitalen Pendents. Trozdem - die intonatorische Verschmelzung zwischen Pfeifen- und Digitalregistern ist auch in diesem Stadium schon gut hörbar ;)

Übrigens: DIESE Hybridinstallation beinhaltet eine Prinzipalreihe mit 73 Pfeifen auf 8' Basis (mit ausgebauter unterer 8' Oktave). Hieraus habe ich dann via entsprechender Konfiguration 4 Pfeifenregister (Prinzipal 8', 4', 2', repetierende 1' Mixtur-Reihe) definiert. Natürlich hat Wichernkantor dahingehend völlig recht, dass man aus einer erweiterten Multiplex-Pfeifenreihe tunlichst KEINE Aliquotenauszüge generieren sollte (nein - DARF!). Gleichwohl kann man die erwähnten 'Multiplex-Tonlöcher' durch geschickte/gezielte Kombination/Beimischung aus Pfeifen- und Digitalstimmen sehr effektiv und bruchlos ausgleichen und balancieren.

In einer anderen Hybridinstallation (Rodgers Artist 599/Consoli Jubilé) habe ich im November 2017 im Interesse einer höchstmöglichen Klangverschmelzung sogar die Pfeifen im Consoli Pfeifenwerk mit Grenzflächenmikros abgenommen und das 'Pfeifensignal' auf den Audioeingang der hier eingesetzten Rodgers-Orgel geroutet. Damit können auch die 'akustischen Pfeifen' audiomäßig via EQs sehr flexibel in die gesamte Klangabstrahlung eingebunden werden - und zwar AUCH mit Hallanteil auf den Pfeifenstimmen... ;)

Die nächste, kommende Hybridinstallation wird in wenigen Wochen einen Rodgers-Spieltisch mit individuell konfiguriertem TEUFEL-Audiosystem an eine vorhandene Pfeifenorgel (II/P/21) anbinden. Dabei werden ca. 15 erhaltenswerte Pfeifenregister weiter verwendet, die komplette Hybridlösung hat dann 28 klingende Pfeifen-/Digitalregister - je nach Literatur und individueller Anforderung aus jeglicher Kombination aus Digital- und Pfeifenregistern kombinierbar. Auch diese Installation dürfte auf mediales Interesse stoßen... :)
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Aeoline
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« Antworten #14 am: 05. Februar 2018, 12:15:57 »

Ist das - mit Verlaub - nicht eine etwas kindisch-trotzköpfige Haltung?

VG
Aeoline
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Viscount Unico 400 DE V1.14.2 (56/III/P) (seit 11.2012)
Johannus Opus 520 (45/II/P) (10.1987 bis 11.2012)
Siel HB 700 (9/II/P) (1977 bis 09.1987)

Viele Organisten leiden an einer schlimmen Krankheit:
Augentinnitus - Man(n) sieht nur noch Pfeifen
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« Antworten #15 am: 05. Februar 2018, 12:49:57 »

Die nächste, kommende Hybridinstallation wird in wenigen Wochen einen Rodgers-Spieltisch mit individuell konfiguriertem TEUFEL-Audiosystem an eine vorhandene Pfeifenorgel (II/P/21) anbinden. Dabei werden ca. 15 erhaltenswerte Pfeifenregister weiter verwendet, die komplette Hybridlösung hat dann 28 klingende Pfeifen-/Digitalregister - je nach Literatur und individueller Anforderung aus jeglicher Kombination aus Digital- und Pfeifenregistern kombinierbar. Auch diese Installation dürfte auf mediales Interesse stoßen... :)

Arbeitet man bei der Umwandlung bestehender Pfeifenorgeln zu Hybridorgeln mit Orgelbauern zusammen oder geht das ohne? Die Intonation muss ja wahrscheinlich sowohl bei "realen" als auch bei digitalen Registern erfolgen.
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Wichernkantor
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« Antworten #16 am: 05. Februar 2018, 13:09:42 »

Wenn es etwas Vernünftiges werden soll, müssen PO-Bauer und DO-Lieferant kooperieren.
Bei der Generalüberholung meiner Dienstorgel hat der OBM, der die technischen Arbeiten ausgeführt hat, die Midi-Anlage eingebaut. (Heuss-Teile in Profi-Qualität.) Ich habe Expander (Viscount CM 100) und Abstrahlung selber installiert. Und bei der Intonation der digitalen Zutaten hat mir der OBM, der unsere Orgel betreut und stimmt, richtig gute Tipps gegeben, weil er selber neugierig war auf das Ergebnis.
Vor allem muss der OSV mitspielen - und auch das war bei uns der Fall. Er wusste, dass ich aus der Orgel kein Paradeinstrument für die Referenzeinspielung sämtlicher Vierne-Sinfonien machen will, sondern den "orgelbewegten" Charakter nicht antasten und infragestellen werde. Die Orgel hat lediglich bekommen, was ihr fehlte: Prinzipalbasis 8' im Hw., eigenständige 8'-Pedalregister, zwei markante Plenumzungen und ein paar Farbregister, die ins vorhandene Klangbild passen. (keine Streicherschwebung!)

Gießen ist ja für Dich nicht aus der Welt - wenn meine Kasernierung vorbei ist, kannst Du gern mal zur Betastung und zum Ohrenschein in der Wichernkirche vorbeischauen ...

LG
Michael



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MagisterPerotin
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« Antworten #17 am: 05. Februar 2018, 13:12:44 »

Vielen Dank. Das wäre sicher sehr interessant. Ich komme gerne darauf zurück.
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« Antworten #18 am: 05. Februar 2018, 15:43:14 »

Sind Sie sicher, dass Velbert klappt? Soviel ich weiß, will der Pfeifenorgelkreis die bisher gesammelten Beträge nicht für eine Hybridlösung zur Verfügung stellen. Evtl. sollte eine Selbstspiellösung in Betracht gezogen werden, denn der zuständige Kirchenmusiker wird die Stelle verlassen.

Wie ich grade sehe, ist die Stelle schon ausgeschriebenen. .....

Soeben erreicht mich eine eMail von Sven Dierke, stiller Mitleser unseres Forums und Organist in Velbert, dass es zwar richtig sei, dass er die Stelle verlasse, dies jedoch nicht im Zusammenhang mit der geplanten Hybridorgelinstallationen stehe. Vielmehr habe er anderenorts eine volle Stelle bekommen und wechsle deshalb. Er bat mich, diese Information hier bereitzustellen; ich komme dieser Bitte gerne nach.
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Kein Mensch ist arm zu nennen, der ab und zu tun kann, was immer ihm Spaß macht. (Dagobert Duck)
Martin78
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« Antworten #19 am: 05. Februar 2018, 16:54:44 »

Die  vorhandene Orgel ist von Peter, Köln aus den 1950er Jahren. Der OSV hat geschrieben, dass nichts investiert werden soll, weil die Qualität so schlecht sei. Er lehnt die Hybridinstallation ab.
Ist das die Velberter Orgel? Da das Bistum Köln ja bekanntlich stolz darauf ist, keine "Elektronien" im Einsatz zu haben, würde das Kombinationsinstrument wohl auf einen "Schwarzbau" hinauslaufen, oder?  Phantom  duck und weg

Die Kombinationsorgel sollte allemal besser als ein E-Piano für liturgische Zwecke geeignet sein. Ohne Kenntnis der Gemeinde und der Umstände vor Ort wage ich mal die Aussage, dass es schade wäre, wenn man eine pragmatische Lösung verhindern würde und der Gesang noch länger zum E-Piano erfolgen müsste.
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Gloria Concerto 350 Trend
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