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Autor Thema: Postludium zum Dreikönigsfest - Was spielt ihr ?  (Gelesen 439 mal)
Romanus
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« am: 04. Januar 2018, 23:48:23 »

Seit Jahren frage ich mich immer um diese Zeit, was denn das ideale Nachspiel zum letzten großen Höhepunkt der Weihnachtszeit wäre. Passend und festlich sollte es sein, natürlich auch laut, um das bestimmt wieder angeregte Gequatsche des gemeinen Volkes souverän zu übertönen  Teufel 1, ca. 3-5 Minuten lang und aufgrund meines Zeitmangels auch nicht schwer. Kopfkratzen

Habe zwar schon vor ein paar Jahren eine Orgeltranskription von Bach´s "Nun seid ihr wohl gerochen" (Schlusschor aus Weihnachts-Oratorium, Teil 6) bei IMSLP heruntergeladen, aber dann jedesmal doch wieder nicht die Zeit gefunden, um es einzuüben, also spielte ich schließlich meistens BWV 568 oder 557. Allerdings habe ich diese Stücke schon so oft in der Kirche gespielt und wiederhole mich nur ungern schon wieder. Ich würde so gern mal was anderes spielen, viel Zeit habe ich nicht mehr, bin noch am überlegen. Die C-Dur-Version von BWV 566 habe ich auch schon ins Auge gefasst, aber das ist ohne Fuge zu kurz und mit Fuge zu lang und außerdem wird es bis morgen Abend vermutlich nicht perfekt.

Nur zum Vergleich: Was spielt ihr eigentlich zu diesem festlichen Anlass ?
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Die einzig wahre Königin ist die Pfeifenorgel.
Etwas gleichwertiges muss erst erfunden werden !
Gemshorn
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« Antworten #1 am: 05. Januar 2018, 06:35:47 »

Bei mir gibt's so gut wie immer nur eine Improvisation, diesesmal wohl über "Adeste, fideles" ("ist heute erschienen in unserm Fleisch"...).
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Was würde wohl dazu sagen?
clemens-cgn
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« Antworten #2 am: 05. Januar 2018, 15:48:41 »

Wenn nicht Anfang und Schluß unbedingt im FF dröhnen müssen:
Gibt es eine Prozession der Magier (Sie kommen aus der Ferne (ppp) ziehen am Zuhörer virtuell vorbei (FFF) um am Horizont wieder in der Ferne zu (ppp) verschwinden.). Das Marschthema ist plagal (orientalischer Effekt) und zieht sich als roter Faden durch das Stück.
 John Henry Maunder:
The Caravan Of The Magi (Noten (Orgel-Transkription aus der Chrismas Cantata "Bethlehem" bei IMSLP)
zu hören hier: http://www.contrebombarde.com/concerthall/music/28580 so schwer ist er nicht!

Ein weiterer Tipp: aus den Noels von Guilmant  (Schottausgabe Bd. 2) op 60 Bd. II, "Chant du Roi René". Läßt sich sogar manualiter machen Zwinkern
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trompetendulzian
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« Antworten #3 am: 05. Januar 2018, 16:15:49 »

Auch auf die Gefahr hin, dass mir der Unterschied zwischen dem Dreikönigsfest und Epiphanias entgangen ist: Lass doch "den Morgenstern aufgehen", was ich bis zur Vorpassionszeit mit Bearbeitungen über den Nicolai-Choral immer gerne tue.
Selbst noch nicht gespielt aber von der Länge und Festlichkeit her sicher geeignet wäre BWV 739, welches es auch bei IMSLP gibt: http://imslp.org/wiki/Chorale_Preludes,_BWV_714-765_(Bach,_Johann_Sebastian)

Viele Grüße
Trompetendulzian

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trompetendulzian
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« Antworten #4 am: 05. Januar 2018, 16:32:32 »

Es gibt auch eine leichter zu realisierende Bearbeitung von Otto Dienel, mit ebenfalls festlichem Charakter (Nr. 42 bzw. S. 77): http://imslp.org/wiki/43_Choralvorspiele,_Op.52_(Dienel,_Otto) Zum Übertönen des Gequatsches sollte das ff auch ausreichen.

Viele Grüße
Trompetendulzian
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pvh
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« Antworten #5 am: 05. Januar 2018, 17:18:33 »

Hallo,

@trompetendulzian: Der "Morgenstern" von Philipp Nicolei wird zwar (meiner Erfahrung zufolge vor allem evangelischerseits) gerne an Dreikönig/Epiphanias gesungen und gespielt, ist aber eigentlich unpassend, da es sich um ein mystisches Brautlied handelt.

So etwas wie clemens-cgn beschreibt, gibt es auch von Renauld de Vilbac als "Marche des rois (offertoire pour l'Epiphanie)". Beginnt pp, steigert sich zum ff und endet ppp. Ist ein Manualiter- oder Harmoniumstück, Gebrauchsmusik für den Landorganisten, aber ganz nett. Findet sich in einer Sammlung von Andreas Willscher (Noels - Orgelmusik zur Weihnachtszeit, Edition LvS). Das habe ich aber auf Anhieb nicht gefunden (auf IMSLP.ORG ist es anscheinend nicht vorhanden).

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
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trompetendulzian
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« Antworten #6 am: 05. Januar 2018, 18:05:14 »

@trompetendulzian: Der "Morgenstern" von Philipp Nicolei wird zwar (meiner Erfahrung zufolge vor allem evangelischerseits) gerne an Dreikönig/Epiphanias gesungen und gespielt, ist aber eigentlich unpassend, da es sich um ein mystisches Brautlied handelt.
Oh, wieder was gelernt. Und für mich war es seit der Kindheit immer das Epiphaniaslied schlechthin. Irgendwer muss sich ja was dabei gedacht haben, dass das Lied im Evangelischen Gesangbuch in die Kategorie Epiphanias einsortiert und als eins von zwei möglichen Wochenliedern für Epiphanias festgelegt wurde. Mist, nun muss ich wohl neue Stücke für's Wochenende üben.

So etwas wie clemens-cgn beschreibt, gibt es auch von Renauld de Vilbac als "Marche des rois (offertoire pour l'Epiphanie)". Beginnt pp, steigert sich zum ff und endet ppp. Ist ein Manualiter- oder Harmoniumstück, Gebrauchsmusik für den Landorganisten, aber ganz nett. Findet sich in einer Sammlung von Andreas Willscher (Noels - Orgelmusik zur Weihnachtszeit, Edition LvS). Das habe ich aber auf Anhieb nicht gefunden (auf IMSLP.ORG ist es anscheinend nicht vorhanden).
Nicht zu vergessen "Marche des Rois Mages" von Théodor Dubois (Nr. 9 aus den Douze Pièces): http://imslp.org/wiki/12_Pi%C3%A8ces_pour_orgue_(Dubois,_Th%C3%A9odore) Inklusive festgestecktem h''' (mit 4-Fuß-Registrierung), das den Stern symbolisieren soll.

Viele Grüße
Trompetendulzian
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Martin78
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« Antworten #7 am: 05. Januar 2018, 18:08:00 »

So etwas wie clemens-cgn beschreibt, gibt es auch von Renauld de Vilbac als "Marche des rois (offertoire pour l'Epiphanie)" (...)
... und auch noch der Dreikönigsmarsch vom bekannten Théodore Dubois, bleibt in eher leiser Dynamik, stilecht mit Tinnitus-Stern (ich sehe schon manch älteren Zuhörer vor meinem geistigen Auge am Hörgerät rumschrauben!  duck und weg), ebenfalls bei imslp.

Edit: Der Trompetendulzian (gibt's den eigentlich wirklich als Register?) war schneller ...
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Gloria Concerto 350 Trend
trompetendulzian
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« Antworten #8 am: 05. Januar 2018, 18:19:45 »

Edit: Der Trompetendulzian (gibt's den eigentlich wirklich als Register?) war schneller ...
Dafür hast du dich getraut, den Tinnitus reinzuschreiben, der mir auf der Zunge lag.
Der Trompetendulzian steht bestimmt noch auf keinem realen Registerschild. Ich brauchte irgendwann mal einen Nickname und hatte zu der Zeit gerade eine Stelle an einer Orgel, die im Hauptwerk anstelle einer Trompete einen ziemlich starken Dulzian hatte. Mal sehen, ob ich meiner Concerto eines Tages ein Registerschild Trompetendulzian spendiere. In der Software geht das Umbenennen ja schon.
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wohli
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« Antworten #9 am: 05. Januar 2018, 18:28:50 »

... und auch noch der Dreikönigsmarsch vom bekannten Théodore Dubois, bleibt in eher leiser Dynamik, stilecht mit Tinnitus-Stern (ich sehe schon manch älteren Zuhörer vor meinem geistigen Auge am Hörgerät rumschrauben!  duck und weg),

gerade gefunden:

When this piece was first performed at Madeleine Church in Paris by Dubois, the organ builder of the organ of that church, Aristide Cavaillé-Coll, was present. When he heard the "star of bethlehem", he did not realize that it was part of the music, then went into the organ case during concert to remove what he thought to be an awkward trouble. After the concert, a mountain of curse fell onto the poor Cavaillé-Coll. Source: CD "La Madeleine et ses Organistes", by Francois-Henri Houbart.
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Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig leisten [Friedrich Schiller (1759-1805), Wilhelm Tell (III,1)]
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