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Autor Thema: THX performs Grate Organsound  (Gelesen 2206 mal)
clemens-cgn
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« am: 23. Dezember 2017, 02:07:39 »

Vorgestern waren einige Forianer bei BAUER-Music, um uns über die neuesten Entwicklungen im Bereich der externen Orgel-Klangabstrahlungen zu informieren. Um es vorweg zu nehmen: Die Klangergebnisse waren in meinen Ohren phänomenal Weihrauch. Der Einführungstext zum Thema THX und THXII auf der HP von Bauer (https://www.bauer-music.de/teufel-audioanlagen?s=120) genauso die entsprechenden Erklärungen auf der Teufel HP.
Bauer konfiguriert exclusiv aus "Teufel"-Komponenten (die bei Teufel nicht einzeln beziehbar sind) externe Abstrahlungen für jede Sakralorgel. "WWW.Teufel.de" ist vielen ja bereits von Heimkinoanlagen bekannt. Teufel beliefert den Enduser nur mit kompletten Sourroundanlagen für den (Heim)kinobereich und hat ansonsten kein Händlernetz, was sich massiv (auch bei Bauer) im Preis positiv bemerkbar macht. Satelliten und Subwoofer haben wir in insgesamt 4 Ausführungen gesehen und gehört. Am bestechendsten empfand ich die THX und THXII zertifizierten Satelliten in ihrem Klang. Soviel räumliche Breite (extremer Abstrahlwinkel, wie ihn keine noch so teure HiFi Box liefert), soviel Klang mit brillanten klar differenzierbaren Höhen, satten und trotzdem klar zeichnenden Mitten. Bei diesen Anlagen benötigt es KEINER separaten Endstufen! Die Endstufen sind in den jeweiligen SubWoofern verbaut.

Für die Freunde von quadrophonischem RSS (Raumsimulationssystem): Unseren DO mangelt es ja zur räumlichen Darstellung in der Regel an den Rear-Kanälen (rückwärtige Raumantwort) auch im Wohnzimmer.
Hier wurde uns an einer Content-Celeste236 (?) das 3-D Bundle (mit zwei THX S 600) vorgeführt. Der erzielte Effekt stand meiner RodgersRSS-Anlage kaum nach. Das genialste an diesem System: Das Tonsignal wird via eines Transmitters drahtlos an einen Empfänger (an dem die Satelliten verkabelt angeschlossen sind) bei den Rearkanälen übertragen. Mit kleiner Fernbedienung und ohne Kabelsalat durchs Wohnzimmer dürfte das allein sehr WAF-freundlich sein. Wem die S 600 zu groß bauen, Bauer hat auch kleinere Satelliten im Sortiment;-). Das 3-D-Bundle schlägt komplett mit 832,02€ bei Vorauskasse in die Portokasse ein.

Eine weitere klangliche Überraschung hatte Herr Schuster an der großen Infinity361 installiert. Zwei Kanäle die sonst von FR1 befeuert werden, hatte er den Prinzipalchor des HW mit 2 THXII S800 (noch nicht auf der HP!) Boxen bestückt. Wenn ich es nicht gehört hätte, könnte ich es kaum glauben. Wir haben nur sehr geringe Leistungsunterschiede wahrnehmen können, die allein der Preis satt wett macht. Alles andere wäre Jammern auf gaaaanz hohem Niveau und des erheblich höheren finanziellen Aufwandes mit passiver originaler Rodgers Klangabstrahlung.
Beim ersten Infinity361 Test hatte D.S. den Subwoofer US 5305 (der im 10.2 Bundle auf der HP) installiert. Für den Heimbereich auf Zimmerlautstärke im zweier Gespann ist er sicher eine gute Wahl. Im 32´Bereich für eine Kirchenbeschallung zeigte er doch deutliche Schwächen (Die Infinity ist da gnadenlos  Phantom zur Hardware Zwinkern ). Darauf hin baute er aus dem oberen Showroom einen Teufel-Subwoofer des Typs: CM2014SW (ebenfalls nicht auf der HP!) aus, um damit den US 5305 an der Infinity zu ersetzen. Damit war die Große Oktave in den 3 32´ keine echte Hürde mehr. Die 32´waren im gesamten Orgelsaal bis in den Verkaufsraum auch im Bauch gut zu vernehmen. Wenn der Stellplatz vorhanden ist, wäre die Installation von 2 x  CM2014SW (er baut allerdings fast doppelt so groß wie der US 5305!) meine Wahl. Für meine geplante Kircheninstallation habe ich sehr viel gelernt. Wer in diesem Segment etwas (auch für zu Hause) plant, kann ich nur anraten, sich fachlich bei Bauer ausführlich beraten zu lassen. Weil jede DO anders ist und sich die Sachlage je nach Raum und Anforderungen anders darstellt, ist die Sache ziemlich beratungsintensiv.
Den mithörenden und fragenden Forianern, wie auch den Mitarbeitern der Fa. Bauer besonders Herrn Schuster sage ich herzlich Danke für die informationsgeladenen Stunden. Allen von Herzen ein Gesegnetes Weihnachtsfest!           
 
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Wichernkantor
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« Antworten #1 am: 23. Dezember 2017, 07:29:02 »

Ich habe ja an meiner Feldorgel ein Dave 8 im Einsatz – das war bisher für mich vom Preis-Leistungsverhältnis her  „state of the art“, wenn es um eine relativ mobile Abstrahlung ging, mit der man einen Gemeindesaal füllt und eine singende Gemeinde im Griff behält. Das war auch im Großen und Ganzen mein Anforderungsprofil an eine solche Anlage.

Den vom Heimkino her bestens etablierten THX-Standard auf die DO-Abstrahlung zu übertragen, ist schon ein kleiner Geniestreich. Ich kann die Ausführungen und akustischen Wahrnehmungen von Clemens nur unterstreichen. Dass die Firma Teufel (ich erspare mit die zahlreichen Wortspiele, die mir durchs Hirn kreisen) Subwoofer liefert, die unten herum mächtig Sound machen, war mir bekannt. Dass man dort preislich auch eher moderat zur Sache (bzw. an den Geldbeutel der Kunden) geht, hat mich positiv überrascht und gefreut, als Dieter Schuster ein paar ca.-Preise nannte. Ich war sehr gespannt auf den Klang und die „Leuchtweite“ der Satelliten.

Ihn wisst ja, dass ich beim Dave stets empfehle, die Satelliten zur Wand zu drehen, damit kein Hörer direkt angespielt und der Schall gebrochen und gestreut wird. Bei einer 2.1–Installation von Teufel ist das schlicht nicht nötig. Die Flachmembranen der beiden Mitteltöner haben einen Streuwinkel von 150 Grad lt. Datenblatt. In einem Vorführraum mit klassischer Schuhkarton-Form an einer Längsseite positioniert, war bis in die Raumecken der Aufstellungswand kein nennenswerter Klangabfall zu bemerken. Der bei Stereo-Wiedergabe übliche „Klangdiamant“ ist bei diesen Anlagen quasi flächendeckend und raumfüllend. HiFi-Enthusiasten mögen zweifelnd die Stirn runzeln. Hinfahren, anhören, dann reden wir weiter ...  Dafür

Dieter Schuster (an dieser Stelle ein ganz dickes Dankeschön für die wie immer kompetente Betreuung und die erkenntnisreichen Gespräche) hatte den großen Teufel-Sub mit relativ wenigen Handgriffen an die Vorführ-Infinity im Orgelsaal angehängt, weil wir natürlich den 32’ hören wollten. Der ließ kaum Wünsche offen. Ab Dis abwärts wurde es (wie bei allen PO, deren 32’er ich kenne) ein wenig dünner. Aber sobald der 16’-Prinzipalbaß darübersteht, kommen da satte Töne. (Der Fürst der physikalischen Akustik im 19. Jh., Hermann von Helmholtz, hat mit E.F. Walcker übrigens lange darüber gestritten, ob man einen 32’ wirklich höre oder ob das nur die additive Synthese seiner Obertöne sei ...)  

Was wir heutzutage eigentlich als Selbstverständlichkeit voraussetzen, sind klare, klirrfreie Höhen. Erst beim zweiten Hinhören fiel mir auf, wie brillant sie aus den Satelliten kommen. Eine derart konturenreiche Sesquialtera habe ich (auch bei High-End-Sampling) noch nicht gehört. Und vermutlich wird sich auch manche Mixtur, die als etwas grell empfunden wird, aus diesen LS bedeutend klarer und filigraner anhören. Um das alles auszutesten, fehlte leider wieder mal die Zeit.

Alles in allem: Rrrrrespekkt!  Schlaumeier Schlaumeier

Eine Anlage mit dem großen (32’-tauglichen) Sub und zwei Satelliten, die von der Kubatur her nicht größer ist als mein Dave 8, liegt preislich bei 1.300 Euronen. Das ist ein Wort. Als Sub würde ich auch die Nummer kleiner nehmen, an meiner Feldorgel habe ich keinen 32’ ...

Für mich bleibt noch noch eine Frage offen, die am besten durch Experiment zu klären wäre: Wie gut trägt eine solche Installation (immerhin nur ein Sub und 2 Satelliten) Gemeindegesang? Sobald es eine Kircheninstallation mit dieser Technik gibt, will ich da mal im Gottesdienst Mäuschen spielen (wenn’s nicht gerade in der Inneren Mongolei ist).
Vielleicht  bekommt Clemens’ projektierte neue Gemeindeorgel ja ein solches System?

Natürlich sind Systemwerweiterungen ad ifinitum möglich - nach Angaben von Diester Schuster mit wenig Aufwand. Mehrkanalige Anlagen an Johannüsse, Rodgers' und Contents zu hängen, sei kein Problem, bei Viscounts wäre der Aufwand etwas größer. Aber mir schien es schon als großer Vorteil, mit relativ wenig Hardware (und damit entsprechend preisgünstig) ein so exzellentes klangliches Ergebnis zu generieren.

Sinnvoller Weise gibt man der Kooperation Teufel/Bauer noch einen theologisch kompatibleren Eigennamen – „voces angelorum“ oder so. Das könnte Akzeptanzproblemen in hochkirchlichen Kreisen vorbeugen.  Lachen
 duck und weg
Der musste jetzt einfach sein ...   Teufel 2

LG und stressfreie Weihnachten
Michael
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Machthorn
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« Antworten #2 am: 23. Dezember 2017, 08:15:08 »

Die genannten Preise sind wirklich mal ein Wort! Ich war mal wieder nicht dabei, schade.  Lachen
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Wichernkantor
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« Antworten #3 am: 23. Dezember 2017, 08:19:06 »

Die genannten Preise sind wirklich mal ein Wort! Ich war mal wieder nicht dabei, schade.  Lachen

Sorry! War eine Spontanaktion von Clemens und mir ...  Drehorgel

LG
Michael
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« Antworten #4 am: 23. Dezember 2017, 12:35:56 »

Natürlich sind Systemwerweiterungen an ifinitum möglich - nach Angaben von Diester Schuster mit wenig Aufwand. Mehrkanalige Anlagen an Johannüsse, Rodgers' und Contents zu hängen, sei kein Problem, bei Viscounts wäre der Aufwand etwas größer. Aber mir schien es schon als großer Vorteil, mit relativ wenig Hardware (und damit entsprechend preisgünstig) ein so exzellentes klangliches Ergebnis zu generieren.
Sorry Michael,
wenn ich korrekt erinnere: die hardwaremäßige Aufwändigkeit bei Viscount, bezog sich auf eine Spezialfanwendungs-frage (Canticus) für die Realisierung der 3-D Raumakustik bei direkt abgenommenem Signal an seiner Concerto 355cc.
 
Viscount ist da auch nachträglich von den Anschlußmöglichkeiten her grundsätzlich für den Betrieb mit BAUERS TEUFELkomponenten gut aufgestellt.

Ab Optimus aufwärts sind alle weiteren dt. Glorias aus dem Hause Viscount extern mit  serienmäßig 4.1 konfigurierbaren Ausgängen  ausgestattet. Etwas Grips für das erforderliche Routing gehört dann dazu. Wer gerne mehr hätte, muß halt eine Erweiterungsplatine für 12.1 (Kostenaufwand Stand heute ca. 800,- mit Einbauservice vor Ort) investieren.
LG
Clemens     
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Machthorn
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« Antworten #5 am: 24. Dezember 2017, 02:39:55 »

Zitat
Sorry! War eine Spontanaktion von Clemens und mir ...
War nicht als Beschwerde gemeint, musste ohnehin noch arbeiten und dieser Herbst hatte es ohnehin in sich, da hätte ich die Zeit garnicht gehabt.  Zwinkern
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matjoe1
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« Antworten #6 am: 25. Dezember 2017, 11:18:08 »

@Clemens und Michael,

das hört sich sehr interessant an!
Danke für diese Informationen/Erlebnisberichte.  Danke

LG und frohe Weihnachten
Matthias
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Dieter Schuster
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« Antworten #7 am: 05. Februar 2018, 02:48:56 »

Jüngste Installationen, mit individuell konfigurierten externen THX-Audiosystemen in ganz unterschiedlichen Räumen - vom 12qm-Musikzimmer bis zum 200qm-Kirchenraum - haben folgende Erkenntnisse generiert:

1. THX-zertifizierte Lautsprecher erfüllen in souveräner Weise die Anforderungen an eine besonders breitflächige, raumfüllende und gleichzeitig definierte Verbreitung von 'Orgelklang'.

2. THX-Audiosysteme überzeugen nicht nur im typischen häuslichen Einsatz - also durchaus auch im direkten Vergleich mit etablierten Studio-Nahfeldmonotoren - sondern ebenso auch in der Beschallung von größeren Räumen, immer dann wenn es um eine realistische, breite, harmonisch-homogene Klangverbreitung geht, die für Pfeifenorgeln typisch ist.

Grundsätzlich kann fast jede handelsübliche Digitalorgel mit entsprechend individuell konfigurierten THX-Audiosystemen ausgestattet werden - auch nachträglich.
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clemens-cgn
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« Antworten #8 am: 17. Mai 2018, 20:00:28 »

Weil der Link sonst im Nirvana verschwindet kommt hier eine Verdoppelung.
https://www.wuv.de/marketing/teufel_pimpt_orgel_der_berliner_gedaechtniskirche
Und hier ist im Artikel auch eine Klangprobe der Kaiser - Wilhelm - Gedächtniskirche
Orgelerweiterung mit Teufelkomponenten und 3 Ahlbornexpandern und Rodgers MX-200 zu sehen.
Daß sich die Herren über den tatsächlichen Klangzuwachs vornehmer Zurückhaltung befleißigen ist sicher verständlich.

Lieben Gruß
Clemens
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