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Autor Thema: Ungewöhnliche Registernamen  (Gelesen 4805 mal)
Noah
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« Antworten #30 am: 14. Januar 2018, 14:03:24 »

Hier kein spezieller Registername, sondern spezielle Fusszahl! In St. Gallen gibt es Im Kronpositiv ein Farbcymbel III 1/14'  Schlaumeier Ich denke, dass kann man als Katzenscheuche benutzen Lachen

https://de.wikipedia.org/wiki/Stiftskirche_St._Gallen
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Johannus LiVE III seit 6.12.2016
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« Antworten #31 am: 14. Januar 2018, 14:24:42 »

... oder damit Musik machen. Eine Farbzimbel möchte ich selbst nicht stimmen müssen, wegen der häufigen Repetitionen. Interessante Klangfarben lassen sich damit allemal erzeugen  Zwinkern
In Deiner Orgel befindet sich im Positiv in der VP 2 sogar eine None 8/9´. Hast Du damit schon mal gespielt  Phantom? Der Cornet läßt sich damit wunderbar zu einem Nonenkornet abfärben.
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Noah
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« Antworten #32 am: 14. Januar 2018, 15:21:49 »

In Deiner Orgel befindet sich im Positiv in der VP 2 sogar eine None 8/9´. Hast Du damit schon mal gespielt  Phantom? Der Cornet läßt sich damit wunderbar zu einem Nonenkornet abfärben.

Also redest Du von der Live III? Wenn ja, welches Sample-Set?

Gruss
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« Antworten #33 am: 14. Januar 2018, 15:30:04 »

Sorry Noah,
da war ich im Fabrikat verrutscht  Traurig. Bei Deinem Fabrikat werden wir leider noch auf das eine None enthaltene Set warten müssen. Trotzdem kann man mit einer Farbzymbel interessante Klänge erzeugen  Zwinkern
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Wichernkantor
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« Antworten #34 am: 14. Januar 2018, 16:01:36 »

Zum Thema "unharmonische Aliquoten" kann ich nur mal wieder auf Paul Smets verweisen: "Neuzeitlicher Orgelbau", Rheingold-Verlag Mainz, 1949 (!!). (Mal bei ZVAB gucken, ob es antiquarisch zu haben ist ...) Smets widmete dem Thema einen breiten Raum. Er war gedanklich sehr weit. Aber die Verhältnisse waren es nicht. Orgeln wurden bestenfalls notdürftig geflickt, als das Werk damals erschien. Und als dann im Wirtschaftswunder Geld für neue Instrumente da war, wurden neobarocke Standarddispositionen gebaut. Als Jünglinge haben wir probiert, an unseren PO durch Feststecken entsprechender Tastenkombinationen herauszufinden, wie Smets' "Elften" und "Tredezimen" geklungen haben könnten.
Es war nicht ganz uninteressant.

Mit Physis und Fußlagen-Editor müsste so was doch zu machen sein ...

LG
Michael
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« Antworten #35 am: 14. Januar 2018, 16:55:25 »

Das mit dem Feststecken der Töne und ausprobieren kenne ich. Freudensprung
Die kleine Dorforgel, an der ich organistisch aufwuchs, hatte - wenn schon sonst nichts - zumindest zwei Manuale, so probierte ich oft durch paralleles Spiel den Effekt einer Terz oder Kleinquint nachzuahmen, indem ich auf dem unbenutzen Manual mit einem geeigneten Register in dieser Lage mitspielte. Auf diese Weise wurden erste Wünsche nach einer Orgel mit mehr Registern geweckt. Ein Wunsch, der viele Jahre später in Erfüllung gehen sollte.
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« Antworten #36 am: 15. Januar 2018, 05:47:59 »

Der niederländische Orgelbauer van den Heuvel baut auch spezielle Aliquote. Saint  Eustache, Paris http://vandenheuvel-orgelbouw.nl/component/k2/item/108-sainteustacheparis.html.

Théorbe 2r. [4 4/7 '+ 3 5/9'] im Pedal. Hat jemand eine Idee, welche Funktion dieses Register hat?
Grande Tierce 6 2/5 '(Pedal), (für Gravität?)
Harmoniques 3r. [1 1/3 '+ 1 1/7' + 8/9 '] (Solowerk) und Grande Neuvième 1 7/9' (Grand Choeur) sind vielleicht Farbregistern?

Ich denke, das waren spezielle Wünsche von Jean Guillou. Ich habe nirgendwo anders solchen Fußzahlen angetroffen (ausser vielleicht die einzelne Fußzahlen der Harmoniques, aber nicht in diese zuzammenstellung).

Gruß, PM
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« Antworten #37 am: 15. Januar 2018, 06:23:07 »

Aliquoten haben immer zwei Funktionen:

Die Tiefaliquoten im Pedal sollen den Grundton verstärken und festigen bzw. den Differenzton bilden. (Aus 16' + 10 2/3' wird unter günstigen Bedingungen ein 32') Die Teiltöne der 16'-Reihe (Quinte, Terz, Septime) festigen den 16'-Ton und geben ihm Obertöne mit, die sonst nur eine Zunge hat. In der ev. Christuskirche in Oberstdorf (II/28, Ekkehard Simon 197x) findet sich z.B. (hoffentlich noch) ein Baßzink 3f auf 5 1/3'-Basis. Im Raum hört man ihn mit labialem 16' und 8' als "stilles Fagott" - und das in einer recht trockenen Akustik. Intonatorisch ein Geniestreich.

Die höreren Aliquoten geben überwiegend Farbwerte im solistischen Spiel - je nach ihrer Intonation auf Verschmelzungs- oder Spaltklang.
Gibt man z.B. einem Gedackt 8' die komplette Reihe bis Septime und None, kann sich das Register wie ein Krummhorn anhören. Georg Jann hat das in den 80er Jahren einige Male beeindruckend vorexerziert. Natürlich muss auch der Raum Klangverschmelzung begünstigen.

Supper und Smets, zwei Orgeltheoretiker der unmittelbaren Nachkriegszeit, teilen die färbenden Aliquoten in Kalt- und Warmklinger ein. Terz 1 3/5' gilt z.B. als Warmklinger, Quinte 1 1/3' als Kaltklinger.

Soviel in aller Kürze - denn Aliquotenbau, Intonation und Gebrauch sind sein sehr weites Feld. Allein die Quinte
2 2/3' hat zwischen Prinzipalquint und Gems-Spitz-Doppelrohrnasard gefühlte hundert Spielarten.
Wichtig ist: Der Verschmelzungsvorgang findet wesentlich im Raum statt. Das macht es im DO-Bau vor allem den Tiefaliquoten nicht leicht.

LG
Mihael
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« Antworten #38 am: 15. Januar 2018, 06:32:46 »

Wenn man die Pariser Aliquoten nicht als gemischte Zahlen, sondern als unechte Brüche schreibt, sieht man sofort, welche Reihe sie verstärken sollen: 32/5’, 32/7’ und 32/9’ im Pedal, d.h. der 5., 7. und der 9. Oberton aus der 32’-Reihe; 16/9’ im Grand Choeur usw.

Eine wirkungsvolle Terz 12 4/5’ (64/5’) gibt es in der Ladegast-Orgel Schwerin, so etwas sollte durchaus mal öfter gebaut werden ... aber nur in richtig großen Instrumenten, klar.
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Gloria Concerto 350 Trend
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« Antworten #39 am: 15. Januar 2018, 19:37:19 »

...Théorbe 2r./ Harmoniques 3r. [1 1/3 '+ 1 1/7' + 8/9 ']
Mit ein wenig Glück findest Du die Theorbe II unter den meist in den Cornetten in Deiner PM-Datenbank.
In einigen Datenbanken von Physis-Instrumenten befinden sich manchmal die amerikanisch inspirierten "Harmonics" bzw. Aliquot III unter den Mixturen/Cornetten.
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