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Autor Thema: Ungewöhnliche Registernamen  (Gelesen 2430 mal)
Wichernkantor
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« Antworten #10 am: 03. Dezember 2017, 19:16:34 »

klingt ein bisschen nach einem modifizierten Multiplex-Verfahren. Nur eben selektiv auf die Tonlöcher angewandt.

Grüße, Johannes

Genau das ist es. Modifiziertes und moderates Multiplex. Mit digitalisierten Koppeln und Trakturen lässt sich eine Menge machen.
So jedenfalls beschreibt es ein Freund, der gespielt und gehört hat ...


LG
Michael


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basson16
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« Antworten #11 am: 03. Dezember 2017, 21:36:07 »

da drängt sich doch der Hör- und ggf. Spielwunsch auf... Ich habe bisher die Multiplexen (in unserer Gegend stehen einige mehr und einige weniger gelungene -meist einfach zu kleine- Beispiele aus dem Hause Tzschöckel, fast alle aber mit den berühmt-berüchtigten deutlich wahrnehmbaren Tonlöchern. In einem Fall meine ich mich sogar an eine erst nach einigen Tönen wahrnehbare Transmission aus einem eigentlich geteilten Register zu erinnern, die zudem allerdings in der Intonation ein wenig anstrengend anzuhören ist (Kategorie Schneidbrenner 2'. Vielleicht war es auch ein Tinnitus 1 1/3') Da kommt mir ein gelungenes Gegenbeispiel aus der Sakralorgelwelt sehr zupass, zumal ich aus der Welt der Kinoorgeln ebenfalls einige schöne Beispiele für durchgängige und sinnvolle Disposition und Mischung dank der Multiplexsysteme kenne.

Im Übrigen freue ich mich ja jedes Mal, wenn ich mich selbst in eine Orgel hineindisponiert sehe, um zuletzt noch etwas von unserer OT Diskussion wegzukommen...  duck und weg

Grüße, Johannes
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Machthorn
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« Antworten #12 am: 03. Dezember 2017, 22:30:39 »

Zitat
(Kategorie Schneidbrenner 2'. Vielleicht war es auch ein Tinnitus 1 1/3')
Brüll!  Lachen
Die muss ich mir merken!
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Gloria Klassik 226 Trend
Martin78
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« Antworten #13 am: 03. Dezember 2017, 23:05:54 »

Ja, ich kenne die Haerpferin in Bous noch im "Urzustand".
In Saarlouis-Roden und in Konz hat er m.W. auch gearbeitet.
Treffer!

Von den Klais-Prinzipalchören, die du aus deinen „Orgelsäuglingsjahren“ so schätzt, ein Stück weit weg, aber das ist ein wirklich ganz wunderbarer Farbkasten vor allem auch für die liturgische Improvisation. Dort wirkt ja auch ein hervorragender Organist, Dekanatskantor Kreutz, der auch eine Orgelprofessur in Freiburg innehat.

Es gibt tolle Flöten, mischfähige Aliquote und eine ganz ungewöhnliche Gravität im Pedal trotz fehlender selbstständiger Pedalzunge, und obwohl der Raum keine Kathedrale ist. Quinte und Terz sind im Pedal selbständig ausgebaut. Nicht jede Literatur wird gleich gut dort funktionieren, das muss ja aber auch nicht sein, aber offensichtliche Defizite sind mir nicht aufgefallen. Wenn schon elektrische Kegelladen, dann bitte so (Einzeltonansteuerung)! Wer Ohren hat, der höre - Prof. Kreutz hat Klangbeispiele auf YouTube eingestellt, die ich auf organindex verlinkt habe.

Sehr ungewöhnlich, aber auch sehr überzeugend die durch die Konstruktion der Schallsegel bedingte Abstrahlung gen Decke, die in der nicht riesigen Neubaukirche für eine sehr gute Klangmischung sorgt. (Nicht nur) Fürs liturgische Spiel eine tolle Orgel, die Spaß macht!
Der Begriff "Bastelei" stammt von einem befreundeten Orgelbauer und ist natürlich "flapsig" (wenn nicht gar neidisch) gemeint ...
Schon klar, hätte ich dir auch nicht anders zugetraut. Deine Wichernorgel ist ja auch eher unorthodox...  duck und weg
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Gloria Concerto 350 Trend
Wichernkantor
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« Antworten #14 am: 04. Dezember 2017, 07:00:57 »

Na ja, Roden hat schon eine recht große Kirche - ein Nachkriegsbau aus der Ära des "Triumphalimsus'" mit doppeltürmigem Westwerk und wuchtigen kubischen Formen. Die Mayerin mit III/50 hatte außer einem elektrischen den damals in der Region so beliebten "Hilfsspieltisch" mit pneumatischer Traktur. Der Raum hätte durchaus mehr Stimmen vertragen. Aber das Geld war damals noch knapp. Immerhin wurde die Orgel - im Gegensatz zu vielen Schwestern, die bis zum Abriss Torsi blieben, komplett gebaut. Ein in der Gegend häufiges Muster: Unmittelbar nach dem Krieg eine große, neue Kirche anstelle der zerstörten alten, Orgel dreimanualig geplant aber "vorerst" mal nur zwei ausgebaut. In Dilligen-Pachten saß der Organist sogar Jahrzehnte lang an einem vielversprechenden Spieltisch und verfügte über I/9 plus Subbaß. Je nach Kassenlage wurde dann rund 30 Jahre lang"herumgeflickt" Da kam Freude auf ...

Der langjährige Kantor Kunibert Schäfer sen. hat nach dem Krieg in Roden eine konzertante Chortradition aufgebaut. Ich habe da mehrmals bei Aufführungen den Continuo geschlagen.

Ja, gerade die Aliquotenbehandlung bei Gaida würde mich sehr interessieren. Am Ende ein später Schmid-Jünger?

LG
Michael

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Martin78
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« Antworten #15 am: 04. Dezember 2017, 09:42:39 »

Die von dir genannte Kirche (waren da vor Gaidas Arbeiten wirklich 50 Register eingebaut?) kenne ich nur von außen; dort stellt der Zungen-1' offensichtlich eine Reminiszenz an die damalige Dekanatskantorin, unter der die Erweiterung durchgeführt wurde, dar. Auch ein ungewöhnlicher Registername, aber würde man alle Register, die an Spender, Pfarrer und sonstige Orgelbegeisterte erinnern sollen, hier aufführen, würde der Thread sehr schnell ausarten ... Lachen
Die von mir ursprünglich verlinkte andere Orgel mit dem Tüblein ist zum Kennenlernen des Gaidaschen Klangideals vermutlich noch eine Spur interessanter, da es sich dort um einen kompletten Neubau (unter Verwendung von Gebrauchtteilen) des Meisters in nennenswerter Größenordnung handelt, nicht um eine "typische" Erweiterung ...
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Gloria Concerto 350 Trend
Martin78
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« Antworten #16 am: 04. Dezember 2017, 09:48:19 »

Haselböckquint? Scheint mir wenig kreativ...
... bzw. auch etwas merkwürdig, wenn man sich die Frage stellt, wie gut das Register verschmilzt (wenn es weit mensuriert ist) oder wie gut es sich durchsetzt (als Bestandteil des Prinzipalchors).  Engel Teufel 1
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Gloria Concerto 350 Trend
Martin78
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« Antworten #17 am: 04. Dezember 2017, 10:29:00 »

Das Dornumer Nashorn muss hier auf jeden Fall genannt werden.  Opa
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Gloria Concerto 350 Trend
Wichernkantor
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« Antworten #18 am: 04. Dezember 2017, 11:26:46 »

In einer (1984 abgerissenen) Orgel fand ich mal eine "Röhrflöte 4'". Die Bezeichnung war nicht gelogen ...  Lachen
Das Instrument war mit Abstand handwerklich-technisch und klanglich das Übelste, was ich je in eigenem Augen- und Ohrenschein hatte. An den Laufböden aus Nadelholzbohlen waren noch die Schwarten dran - und als wir sie abtrugen, sahen wir, dass die Holzwürmer sie von unten regelrecht hohl gefressen hatten - und das in nur 27 Jahren ...
In den kleinen Landgemeinden meines damaligen Beritts, in denen Geld immer knapp war, habe ich meistens als "kostendämpfende Maßnahme" versucht, bei Neubauten das wiederzuverwenden, was noch brauchbar war (oft Subbaß, Flöte, Streicher). Diese Orgel aber war ein totaler Totalschaden. *megagrusel*
Der OB ist längst verblichen - wie so ziemlich alle seine Instrumente.

LG
Michael




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Jesaiah
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« Antworten #19 am: 04. Dezember 2017, 15:11:51 »

Das Dornumer Nashorn muss hier auf jeden Fall genannt werden.  Opa

*gacker*
Naja, die Wurzelgemeinde der Marx Brothers. Das muss ausgestrahlt haben .... *GGG*

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"Ahoi da drin, hätten Sie vielleicht Interesse an einer Dampforgel?"

Kirche: Rodgers 588
Daheim: Selbstbau Dreher&Reinisch/Roland/Doepfer/Ahlborn
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