Seiten: [1] 2 3 ... 5   Nach unten
Drucken
Autor Thema: Ungewöhnliche Registernamen  (Gelesen 4744 mal)
Martin78
Allwissendes Orakel
*****
Beiträge: 1691


WWW
« am: 02. Dezember 2017, 08:08:48 »

Das Fundstück der Woche.

Falls Aeoline noch mal Schilder für seine Unico bei Viscount ordert ...  Engel

Ach nee, das lässt sich ja leider mit PM noch nicht realisieren.  Hilfe Ratlos

Ich wünsche euch ein schönes erstes Adventswochenende!  Phantom

LG
Martin
Gespeichert

Gloria Concerto 350 Trend
Wichernkantor
Moderator
*****
Beiträge: 3887


« Antworten #1 am: 02. Dezember 2017, 09:08:14 »

Das sieht mir sehr nach einer Bastelei von Gaida aus - aus 20 Registern Mayer (1950) mach' 60 Register Multiplex ...
Ich weiß, ich verstoße gerade gegen meine eigene Maxime: erst hören, dann urteilen.
Und leider ist es mir noch nicht gelungen, eine so gepimpte Orgel unter die Finger zu bekommen. Was ich darüber gehört habe, ist sehr widersprüchlich. Von ekstatischem Jubel bis Wehklage über den Untergang des Abendlandes.

Es wird Zeit, dass ich beim nächsten Besuch in der Heimat diese Erkenntnislücke schließe ...

LG
Michael
Gespeichert
Martin78
Allwissendes Orakel
*****
Beiträge: 1691


WWW
« Antworten #2 am: 02. Dezember 2017, 10:03:05 »

Es wird Zeit, dass ich beim nächsten Besuch in der Heimat diese Erkenntnislücke schließe ...
Hallo Michael,

mach das - es lohnt sich!

Also, gegen den Begriff der „Bastelei“ würde ich mich hier entschieden verwehren, das wird dem Instrument definitiv nicht gerecht. Das Abendland ist auch noch nicht untergegangen.  Lachen

Einen typischen Gaida-Umbau-Entstehungsprozess schildert ein Hauptamtler aus Bous, der auch mit mehreren tollen Videos bei YouTube vertreten ist, hier ganz anschaulich.

Viele Grüße!
Gespeichert

Gloria Concerto 350 Trend
Wichernkantor
Moderator
*****
Beiträge: 3887


« Antworten #3 am: 02. Dezember 2017, 10:59:17 »

Ja, ich kenne die Haerpferin in Bous noch im "Urzustand".
In Saarlouis-Roden und in Konz hat er m.W. auch gearbeitet.

Ein aussagefähiger Freund und Kollege, der im Saarland wirkt, bescheinigt den Orgeln, die G. umgebaut hat, einen großen Farbenreichtum und eine raffinierte Intonation. Er bemängelt aber gleichzeitig die "Tonlöcher" in der Polyphonie. Es seien gute Instrumente für die liturgische Improvisation im romantischen Stil. Bei frz. Sinfonik würden allerdings schon Schwächen hörbar - denn die Sinfoniker rechnen mit Schleiflade und voll ausgebauten, realen Registern. Vor allem bein Fonds und Zungenchören. Der angelsächsische Stilkreis hingegen sei sehr gut darstellbar.

Der Begriff "Bastelei" stammt von einem befreundeten Orgelbauer und ist natürlich "flapsig" (wenn nicht gar neidisch) gemeint ...

Wie gesagt - beim nächsten längeren Heimaturlaub ist mal mit besagtem Kollegen eine Orgeltour an die Stätten meiner jugendlichen Untaten dran ...  Lachen

LG
Michael
Gespeichert
Hornprinzipal
Gelehrter
***
Beiträge: 115



« Antworten #4 am: 02. Dezember 2017, 13:46:37 »

Hier noch ein ungewöhnlicher Name: Haselböckquint 3' (Orgelneubau 2014 von Anton Skrabl)
Eine Reminiszenz des Hausorganisten an seinen Lehrer Martin Haselböck.
Zu finden in der NAK Wien-Penzing
Gespeichert

Gloria Excellent 230 mit externer Abstrahlung
Gemshorn
Administrator
*****
Beiträge: 6834



WWW
« Antworten #5 am: 02. Dezember 2017, 14:14:33 »

Haselböckquint? Scheint mir wenig kreativ...

In der Mariazeller Hauptorgel gibt es ein Effektregister Schauer, das einen Regenguss simuliert und zugleich ein Tribut an den dortigen P. Superior ist...
In der Gloria Concerto gibt es manches Kleingedackt; das macht als Referenz an den Herrn Intonateur und in seiner üblichen Bedeutung Sinn.
Die jeweilige Doppeldeutigkeit macht ja den Reiz solcher Registernamen aus.
Aber Haselböckquint? Kopfkratzen Das klingt nun doch sehr gewollt. Hilfe
Gespeichert

Autumn comes, the summer is past...
PM
Gelehrter
***
Beiträge: 221



« Antworten #6 am: 02. Dezember 2017, 16:01:47 »

Im Holland gibst auch schöne vorbilden, besonders auf Neobarock orgeln, z.b. Superoctadeen 16‘,  syntematophone 8, septadeen 8‘, quintreseptnon 1‘ V sterk,  portunaal 8‘.

Gruß, PM
Gespeichert

„Bach ist Anfang und Ende aller Musik, auf ihm ruht und fuszt jeder wahre Fortschritt“  - Max Reger
HighEnd111
Adept
**
Beiträge: 87



« Antworten #7 am: 02. Dezember 2017, 17:09:17 »

Haselböckquint? Scheint mir wenig kreativ...

In der Mariazeller Hauptorgel gibt es ein Effektregister Schauer, das einen Regenguss simuliert und zugleich ein Tribut an den dortigen P. Superior ist...
In der Gloria Concerto gibt es manches Kleingedackt; das macht als Referenz an den Herrn Intonateur und in seiner üblichen Bedeutung Sinn.
Die jeweilige Doppeldeutigkeit macht ja den Reiz solcher Registernamen aus.
Aber Haselböckquint? Kopfkratzen Das klingt nun doch sehr gewollt. Hilfe

Der Thread heißt ja auch nicht "kreative Registernamen" - und ungewöhnlich ist der Name schon, ich jedenfalls sehe den sonst bisher nirgends ;) Gerade "Kleingedackt" ist da doch eher fehl am Platz, ist schließlich ein nicht wirklich ungewöhnliches Register. Auch wenns bei Gloria einen Herrn Klein gibt ;)

"Schauer" hingegen finde ich interessant... wie wird der Regen simuliert? Ein Regenmacher, der beim Aktivieren um 180° gedreht wird?
Gespeichert
Machthorn
Allwissendes Orakel
*****
Beiträge: 1472



« Antworten #8 am: 02. Dezember 2017, 17:20:08 »

Zitat
Einen typischen Gaida-Umbau-Entstehungsprozess schildert ein Hauptamtler aus Bous, der auch mit mehreren tollen Videos bei YouTube vertreten ist, hier ganz anschaulich.

Ich habe mir den Artikel von Andreas Hoffmann einmal durchgelesen. Hier wurde mit offensichtlich relativ schmalem Budget der Nutzen der Orgel beträchtlich erweitert. Dass dabei nicht der selbe Nutzen herauskommen kann wie eine Orgel, die die entsprechenden Register alle voll ausgebaut hat, ist klar. Aber das war offensichtlich auch nicht die Idee und wäre sowieso unbezahlbar gewesen. Es ging meinem Verständnis nach nicht darum, eine Pfeifenreihe mehrfach auf einmal zu nutzen, sondern sie nach Belieben auf unterschiedlichen Fußlagen zu verwenden. Folglich wurde Flexibilität gewonnen ohne dass das Tonlochargument ein Problem darstellt.
Gespeichert

Gloria Klassik 226 Trend
basson16
Adept
**
Beiträge: 34


« Antworten #9 am: 03. Dezember 2017, 17:51:41 »

klingt ein bisschen nach einem modifizierten Multiplex-Verfahren. Nur eben selektiv auf die Tonlöcher angewandt.

Grüße, Johannes
Gespeichert
Seiten: [1] 2 3 ... 5   Nach oben
Drucken
 
Gehe zu: