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Autor Thema: Wir sagen euch an den lieben Advent  (Gelesen 1361 mal)
Wichernkantor
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« Antworten #10 am: 26. November 2017, 18:23:50 »

Danke für den Link, lieber Roman.
Dafür, dass das Liedchen ein echter "Rohr" ist, klingt es doch gut.

Na, na, ihr Schelme!  Lachen

An der Stelle will ich doch mal eine Lanze für den alten Heiner Rohr brechen. Als Melodiker war er nicht der schlechtesten einer. Immerhin achtete er stets sorgfältig auf eine schlüssige Beziehung von Wort und Ton. Bei ihm findet sich keine Synkope um des Prinzips willen, wie bei so manchem modernen (und alten!) Tonsetzer.
Im Mainzer Anhang des GL alt sind einige gut sangbare Sachen von ihm drin. Da gab es Zeitgenossen, die für das GL alt weitaus ödere und sprödere Melodeien gehäkelt haben ...

LG
Michael
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Gemshorn
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« Antworten #11 am: 26. November 2017, 20:11:42 »

Quack! Schlaumeier
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Wichernkantor
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« Antworten #12 am: 26. November 2017, 22:12:50 »

Quack! Schlaumeier

 Schlaumeier Schlaumeier
Wovon das GL alt Speyer ein (?) gar garstig' Lied singen kann ...

Nicht zu vergessen Heino - nein, nicht der vom Niederrhein mit der Sonnenbrille, sondern der aus dem Ruhrpott, der den selben Namen wie der Erfinder der gleichnamigen Messe trägt. Ääääh, "Schuhbeck" oder so ...  duck und weg

LG
Michael
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Praestant
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« Antworten #13 am: 28. November 2017, 21:46:19 »

Ich habe bis heute nicht verstanden, warum man immer wieder über Erhard Quack und Heinrich Rohr lästert. Beide haben Lieder und Gesänge geschaffen, welche heute im deutschsprachigen katholischen Raum als allgemein bekannt gelten dürfen.

Sie haben damals eine mehr oder weniger neue Form von Kirchenliedern für das allgemeine Volk geschaffen. Die ersten Melodien tauchten schon in den 1930er und 1940er Jahren auf. Das war eine Zeit in welcher es kaum Messgesänge in deutscher Sprache gab.
Rohr und Quack haben sich bei ihren Liedschöpfungen oftmals am gregorianischen Choral orientiert. Ich finde diese Gesänge haben durchaus ihren Reiz. Es liegt auf der Hand, daß sich nicht jede neue Liedschöpfung in Praxis bewährt.
Einen weiteren Schub beim Kirchengesang gab es dann erst in den 1960 Jahren mit dem neuen geistlichen Lied; allerdings nicht mehr von Rohr und Quack.

Wenn man weder neues geistliches Lied noch neomodale Kompositionen im Gottesdienst zulässt, braucht man auch keine neuen Gesangbücher.
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Romanus
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« Antworten #14 am: 28. November 2017, 23:28:48 »

Ich habe nichts gegen Rohr an sich !
Z.b. mein Lieblings-Kyrie für den Advent "Tau aus Himmelshöhn" GL 158 ist ja auch von ihm. Dafür
Allerdings würde ich "den lieben Advent" nicht unbedingt als den Höhepunkt seines Schaffens bezeichnen.  Augenrollen
Der Advent ist nicht "lieb", er ist dunkel, mystisch, besinnlich, meditativ, magisch, eine Zeit des Wartens auf Erlösung, des Bangens ("rief das Volk in bangen Nächten"), Hoffens, der Erwartung großer Freude, er hat bisweilen sogar etwas dämonisches, wenn man sich z.b. die Perchten und den Krampus so anschaut.
Ausserdem habe ich nie verstanden, warum man den Advent "ansagen" muss wie einen Song im Radio, wo doch schon jedes Kind weiß, dass er auf jeden Fall kommt.  Kopfkratzen
Aber okay, der Text ist ja auch nicht von Rohr.
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« Antworten #15 am: 29. November 2017, 00:50:41 »

Das kommt natürlich auf die Sichtweise an. Natürlich wird im Advent nochmal der eschatologische Aspekt, der ja auch schon am Ende des Kirchenjahres eine große Rolle spielt, fortgesetzt. Allerdings spielt die freudige Erwartung auf den Erlöser, der sich ja letztlich als kleines Kind, als wahrer Mensch ("genitum, non factum") offenbart zumindest mit vorschreitender Adventszeit eine mindestens genauso große Rolle (wenn nicht sogar die größere). Aus den "bangen Nächten" wird dann das "neue Licht, das von der Krippe austrahlt" (siehe: 7. Strophe des Hymnus Veni redemptor gentium: "Praesepe iam fulget tuum, Lumenque nox spirat novum, Quad nulla nox interpolet Fideque iugi luceat.").

Und die Perchten (siehe: Frau Perchta) und Krampusse etc. haben mit dem Advent ja nur bedingt etwas zu tun. Die haben ihren Ursprung ja eher in den Rauhnächten (die Zeit zwischen dem ehemaligen Thomastag am 21. Dezember und Dreikönig), denen ja seit der frühen Neuzeit besondere esoterische Kraft zugesprochen wird. Später haben sich diese Bräuche nach "vorne" verlagert und es entstand der böse Counterpart zum Heiligen Nikolaus.

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Romanus
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« Antworten #16 am: 29. November 2017, 17:23:53 »

Die Rolle des Lichtes im Advent wurde nie angezweifelt, aber wer würde vom Licht Notitz nehmen, wenn es nicht in die primäre Dunkelheit hineinstrahlen und diese erhellen würde ?
Natürlich spielt die Erwartung großer Freude eine Rolle, aber die Verniedlichung "lieb" wird der Einzigartigkeit der Adventstimmung nicht gerecht, der Advent ist eben kein Kuscheltier.
Für mich ist dieses Kinderlied weder textlich noch musikalisch ein Highlight, aber zum erstmaligen Adventkranz-Anzünden gibt es nun mal kein passenderes, deshalb spiele ich auch diesmal wieder die 1. Strophe. Ich würde es allerdings nicht den ganzen Advent lang durchgehend singen, zu reichhaltig ist die Vielfalt und Schönheit anderer Adventlieder, die man im Liedplan nicht zu kurz kommen lassen sollte.
Aber selbstverständlich will und kann ich nicht meinen persönlichen Geschmack, den ich hiermit kundgetan habe, zur allgemeingültigen Norm erheben !
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« Antworten #17 am: 29. November 2017, 18:06:53 »

Irgendwie scheint mir die disputatio an dem Punkt angelangt, wo man sagen kann:
Die Meinungen, Befindlichkeiten und auch Weisheiten sind allseits ausgetauscht.

Belassen wir es dabei?
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Falschspieler
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« Antworten #18 am: 30. November 2017, 11:29:36 »

Genau  Schlaumeier Und vielen Dank an alle für die Meinungen und Information Danke
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