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Autor Thema: Rodgers 588 - Schnittste  (Gelesen 3213 mal)
Jesaiah
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« am: 01. November 2017, 05:36:23 »

Hallo zusammen,

ich bin neu hier, Gemeindeorganist (recht und schlecht) in einer kleinen Landpfarre der Steiermark und mit folgendem Problem konfrontiert:

Wir haben eine Rodgers 588 mit einer sehr guten Lautsprecheranlage (1x subwoofer und 3x2 Mid/Hi).
[2 Zeilen gelöscht]

Nun wurde der Spieltisch umgestellt.
Das Nachintonieren ist an sich kein Problem, nur mit dem eingebauten Winzdisplay extrem mühsam.
Die eingebauten Roland - Boards haben keine offensichliche Bildschirmschnittstelle (zumindest habe ich keine gesehen), aber usb (man kann einen Stick zum Backupen anschließen). Seitens Rodgers ist für eine Unterstützung da nichts zu gewinnen.

Daher meine Frage: Hat jemand (technische) Erfahrung mit dieser Orgel, und gibt es eine Möglichkeit, zumindest einen Externen Bildschirm dran zu bekommen? Ideal wäre - Wunsch an das Christkind - die Koppelung an einen Notebook oder ein Tablet über Kabel oder Wlan ... dann könnte man vom Kirchenschiff aus intonieren ...

Danke für jeden Hinweis -
 
Gruß, Jesaiah (aka Christian)
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« Antworten #1 am: 01. November 2017, 15:21:21 »

Hallo Jesaiah,

herzlichen Glückwunsch zu diesem genialen Instrument. Ich hätte sie gerne bei mir in der Kirche zu stehen.

Wie ich mehrfach miterleben durfte, wird gerade von den deutschsprachigen Rodgersniederlassungen, eine Orgel bei Auslieferung sehr sorgfältig im Raum intoniert (nach Angaben des Verantwortlichen) und anschließend auch von den bestallten Beauftragten abgenommen. Denn danach fließt erst das Geld. Hast Du von Deinem Kirchenvorstand einen offiziellen Auftrag zur Neu(nach)Intonation (steht ggfs im Protokollbuch)?

Du beschreibst eine örtliche Veränderung des Spieltisches: Das kann ggfs. akustisch erhebliche Auswirkung auf die Intonation auch im Raum haben.

Soweit mir bekannt, gibt es zur 588 keinen Monitoranschluß oder separaten Editor.

1. Lief und/oder läuft die Spieltischabstrahlung via Bypass mit, oder gehört sie funktionell zur geplanten Abstrahlung?
2. Wurde die externe Abstrahlung auch von den Aufstellungsplätzen verändert? Ein verrücken von nur einer Box um einen cm kann akustisch im Raum erhebliche Auswirkungen haben.
3. Wurde die 588 nach Auslieferung auf den Werkszustand zurückgesetzt?
4. Hast Du in der Vergangenheit bereits Intonationserfahrungen z.B. auf einer Roland (330/380) oder einer Rodgersorgel der neueren Generation?
Wenn Du sagst, von Rodgers gäbe es für die 588 keine Unterstützung (die 588 wird in Europa nach wie vor gehandelt!) - darf ich bitte in Erfahrung bringen, bei wem genau Du um Unterstützung nachgefragt hast. Hast Du Dich dort mit Deinem Intonationsauftrag offiziell legitimiert? Ggfs. wirkt ein offizielles Fax mit einem beglaubigten Auszug aus dem Protokollbuch oder einer Beauftragung vom Pfarrer Wunder.

Lieben Gruß
Clemens




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Jesaiah
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« Antworten #2 am: 01. November 2017, 15:56:38 »

Hallo Clemens,

ich bitte um Entschuldigung für die unpräzise Ausdrucksweise.
Die Rodgers selbst hat ihre Schönheitsfehler (s.u.), aber ist als Instrument ok. Nur schöpfen wir ihr Potential wahrscheinlich nur zu 60% aus.

[3 Zeilen gelöscht] (inhaltlich ging es darum, dass einige Töne (Gedackt 8 und Spitzprinzipal 8) im UM sehr stark gerauscht haben, dafür wurde ein Sampleupdate versprochen, das nicht erfolgte)

Und es gibt keinerlei Unterstützung von Rodgers betreffend eines Firmware- oder wenigstens Sampleupdates für das entsetzlich rauschende Gedackt im Brustwerk (UM) - einige der Samples sind schlicht unbrauchbar, aber ich habe die Firma vielfach kontaktiert, und alles, was mir angeboten wurde, war ein FW-Update, mit dem eine einzige für uns überflüssige Funktion hinzugefügt worden wäre. Insofern bin ich etwas gefrustelt.

Intonationserfahrung ist ein bisschen da. Ich habe mir - siehe meine Selbstvorstellung - die Vorstufe zur jetzigen Rodgers in der Kirche und davor zu Hause selbst gebaut und intoniert; das war vom Klang her deutlich besser (was aber wohl daran lag, dass für die 8' - Hauptregister noch das Pfeifenmaterial geklungen hat.
Bei der Rodgers habe ich einige Register schon recht gut (zumindest besser als ursprünglich) hinbekommen, und NATÜRLICH gibt es einige Backupgenerationen auf USB, sodass man jeden Zustand wieder herstellen kann.

Nein, die Lautsprecherpositionen wurden nicht verändert, die sind fest an der Wand montiert. Ich habe lediglich dafür gesorgt, dass der Spieltisch nicht länger an den Rand gedrängt in einer Nische steht, in der man nicht mal Blickkontakt zu den Lautsprechern hatte (die Auswirkungen kannst Du Dir vorstellen). Man sitzt in einem Kabiff, der interne Hauptlautsprecher, die kleinen Konsolensatelliten UND die hauptanlage ist an, und dann soll ohne Hilfspersonal so intoniert werden, dass es im Kirchenschiff gut klingt ...

Es wäre halt VIEL leichter, stünde man mit einem tablet unten im Kirchenschiff und könnte von da aus die einzelnen Töne abstimmen ... *seufz*

Allerheiligengrüße,
Jes

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« Antworten #3 am: 01. November 2017, 16:14:15 »

Hallo Jesaiah,
darf man erfahren, warum euer Lieferant die Intonation nicht nachbessert?
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Jesaiah
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« Antworten #4 am: 01. November 2017, 16:42:20 »

Sagen wir es mal vorsichtig:
(Ein Satz gelöscht) Auch seitens der Pfarre wurden da Fehler gemacht (ich hätte so keine Übernahme unterschrieben, aber das wurde durch andere Personen betrieben).

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« Antworten #5 am: 01. November 2017, 17:41:15 »

Mir ist keine Ein-Mann-Firma bekannt, an die Rodgers-Instrumente exportiert werden.
Konsultiere doch mal die Fa. Bauer-Musik GmbH (www.rodgers.de). Dort wird Dir sicher geholfen.
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Jesaiah
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« Antworten #6 am: 01. November 2017, 19:25:03 »

Mache ich, danke für den Tipp.
Hoffentlich haben sie keine Berührungsängste mit Südösterreichern :)

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« Antworten #7 am: 01. November 2017, 19:38:37 »

Oops, hatte übersehen, daß Du Österreicher bist. Alles klar.
Trotzdem kannst Du bei Bauer anfragen.
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+ 12.1.2018
Jesaiah
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« Antworten #8 am: 03. November 2017, 21:48:03 »

Großes Danke an alle für die guten Hinweise, die inzwischen auch telefonisch und per pm eingelangt sind Ich habe daraufhin auch den Text meines initialen Postings etwas abgeändert, weil da meine persönliche Klangfrustration zu sehr durchgeschlagen hat.

Schön, dass man hier kurzfristig kompetente Hilfestellungen bekommt!
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Jesaiah
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« Antworten #9 am: 05. März 2018, 05:33:33 »

Hallo,

kein Problem, ich gebe gern Auskunft.
Also: Das Intonationsproblem bei uns war großteils ein Planungsfehler. Das Instrument an sich ist sehr gut, wobei die neueren wohl noch besser sein dürften, und die beiden größten Baustellen sind inzwischen behoben (u.a. mit Hilfe dieses Forums).

Ich habe folgende Empfehlungen:
a) Schau Dir möglichst viele Installationen vor Ort an, Tipps kriegst Du hier im Forum reichlich.
b) Keinesfalls an der Abstrahlung sparen. Die kann je nach räumlichen Gegebenheiten mehr kosten als das Instrument selbst, ist aber essentiell.
c) Kalkuliere eine mittlere vierstellige Summe für eine professionelle Intonation ein. D.h. ich würde, wenn wir es nochmals machen würden, Lieferant und Intonation trennen, außer, die Lieferfirma ist so groß, dass sie selbst eine qualifizierte Intonationskraft hat.
d) es muss klar sein, dass die Position der Lautsprecher nach der Intonation KEINESFALLS mehr verändert werden darf, sonst ist dieselbige zum Gutteil zu wiederholen.

Mein Fazit ist:
Ideallösung einer angemessenen Pfeifenorgel für den Kirchenraum: ca. 400 K€, unbezahlbar
Reallösung einer guten elektronischen : ca. 45K€

Weitere Rückfragen gern. Auch weitere Kommentare!

Gutes Gelingen!


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