Seiten: [1]   Nach unten
Drucken
Autor Thema: Ein Danklied sei dem Herrn (GL 382)  (Gelesen 526 mal)
pvh
Allwissendes Orakel
*****
Beiträge: 1087


« am: 22. Oktober 2017, 16:17:27 »

Hallo,

"Ein Danklied sei dem Herrn (GL 382)" stand auch im alten Nord-GL im Anhang. Im Unterschied zur aktuellen Version war im alten Nord-GL keine Wiederholung der letzten beiden Verse vorgesehen. Offen gestanden finde ich diese Wiederholung nicht nur überflüssig, sondern musikalisch geradezu unpassend. Die Melodie entwickelt nämlich eine Dynamik und steten Zug zum Ende hin, so dass die Wiederholung völlig umotiviert erscheint. Für diejenigen, die die Stelle gerne singt, gibt es ja immerhin insgesamt 5 Strophen.

Frage: Wie wird oder wurde das anderswo gesungen? Ich habe gestern Abend das Lied mit der Wiederholung und heute Morgen nach Rücksprache mit dem Kantor (Laie wie ich) ohne Wiederholung der letzten beiden Verse gespielt. Es funktionierte beides. Gibt es anderswo Gemeinden, in denen die Wiederholung weggelassen wird?

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
Gespeichert
Gemshorn
Administrator
*****
Beiträge: 6622



WWW
« Antworten #1 am: 22. Oktober 2017, 16:35:51 »

In Österreich ist eine ganz andere Melodie zu diesem Lied in Gebrauch, Wenzel Racke 1905. GL 866.
Gespeichert

clemens-cgn
Allwissendes Orakel
*****
Beiträge: 1539


« Antworten #2 am: 22. Oktober 2017, 17:18:26 »

Hallo Christoph,
Du meinst sicher die Wiederholung der letzten beiden Zeilen;-)
Das Lied (Wöß-Melodie) ist je nach Region diesbezüglich unterschiedlich tradiert. In OS und HI keine Wiederholung tradiert. In MS, PB... hingegen schon. Je weiter südlich desto häufiger ist die Wiederholung tradiert.
Wenn in einer Gemeinde die Wdh. nicht tradiert ist, würde ich sie schlicht weglassen, allerdings im Orgelbuch und dem Dienstgesangbuch im Spieltisch für Vertretungen deutlich darauf hinweisen. Sonst gibt es nur Verstimmungen.
Das Gesangbuch der Utrechter Alt-Katholiken "Eingestimmt" von 2003 kennt die Wiederholung auch nicht.
Gespeichert
pvh
Allwissendes Orakel
*****
Beiträge: 1087


« Antworten #3 am: 22. Oktober 2017, 17:25:26 »

Hallo,

Danke!

Du meinst sicher die Wiederholung der letzten beiden Zeilen;-)
mangels Taktnummern habe ich vom Text her gedacht: Jede Strophe hat 6 Verse, die letzten beiden gehören jeweils zum wiederholen Melodieabschnitt.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
Gespeichert
fawe
Adept
**
Beiträge: 68


« Antworten #4 am: 22. Oktober 2017, 23:19:45 »

Die Wiederholung entspricht zwar dem Wößschen Original, allerdings führe ich sie (Bistum Regensburg) weder mit der Gemeinde noch mit dem Chor (wenn wir den Satz singen) aus. Ist ähnlich wie beim Schubert-"Ehre" (GL 413), das bis zum GLNeu ohne Wiederholung im 2. Teil notiert war und weiterhin so gesungen wird (ich habs mit Wiederholung probiert, das hat zu Irritationen geführt).
Gruß, fawe
Gespeichert
hahoern
Gelehrter
***
Beiträge: 116


« Antworten #5 am: 23. Oktober 2017, 07:49:10 »

Bei uns (Eichstätt) war das Lied seit Einführung GL neu schlichtweg noch nie auf dem Plan.
Ich hatte es jetzt zwei Mal in meiner Aushilfe in Bonn gespielt und die Wiederholung eher aus Flüchtigkeit vergessen - ohne Auswirkung. Der Kollege gestern hat sie mitgespielt - hat auch nichts geholpert. Die Rheinländer scheinen anpassungsfähig zu sein.
LG Ulrich

Gespeichert
kirchenmaus
Gelehrter
***
Beiträge: 194



« Antworten #6 am: 23. Oktober 2017, 08:35:05 »

Zitat
Ist ähnlich wie beim Schubert-"Ehre" (GL 413), das bis zum GLNeu ohne Wiederholung im 2. Teil notiert war und weiterhin so gesungen wird

Ich spiele die Schubertmesse meistens aus dem ganz alten und dünnen (blauen) Orgelbuch zum Gotteslob. Ist teilweise etwas anders gesetzt und liegt mir einfach besser in den Fingern   Engel
Lustigerweise hat dort beim Gloria jemand lange vor mir (und vor dem neuen Orgelbuch) mit Bleistift eine Wiederholung und ein paar Noten als Überleitung notiert.....
das Original wäre ohne Wiederholung??
Gespeichert
Gemshorn
Administrator
*****
Beiträge: 6622



WWW
« Antworten #7 am: 23. Oktober 2017, 09:06:48 »

Ich vermute, das Original ist mit Wiederholung... Ja, die alten Sätze zur Schubertmesse waren besser, in jeder Hinsicht. Bei den neuen wurden meines Wissens einfach die Chorsätze übernommen, aber wie schon jemand Berufenerer vor mir anmerkte: Ein Chorsatz ist kein Orgelbegleitsatz. Letzterer muss andere Qualitäten aufweisen.
Ich halte mich eigentlich akribisch an die Melodiefassungen des GL (Ausnahmen im Österreichteil mal ausgenommen...), aber bezüglich des Wiederholungsteils im Schubert-Gloria bin ich mit mir selbst geteilter Meinung. Lachen
Gespeichert

Wichernkantor
Moderator
*****
Beiträge: 3705


« Antworten #8 am: 23. Oktober 2017, 09:21:56 »

Der Original-Chorsatz (den ich sehr schön finde) aus der Feder von Wöss rechnet mit der Wiederholung und macht daraus via Dynamik ein wichtiges Element der musikalischen Dramaturgie.

LG
Michael
Gespeichert
Seiten: [1]   Nach oben
Drucken
 
Gehe zu: