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Autor Thema: EG plus  (Gelesen 6072 mal)
Wichernkantor
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« Antworten #10 am: 10. Juli 2017, 19:28:15 »

Zwei Dinge fallen mir immer wieder bei dem "Sakro-Pop" auf:
1. Lieder sind nicht tauglich für den Gemeindegesang - allenfalls der Refrain
2. Bei den Texten vermisse ich den Tiefgang der Aussagen, sie sind mir oft zu oberflächlich. Über einen Text von Paul Gerhardt könnte man ganze Gottesdienste halten, soviel Inhalt steckt in den Versen. Die Oberflächlichkeit ist aber wohl eine Zeiterscheinung. Wo werden in den Schulen noch die Literaturklassiker "Die Glocke", "Die Bürgschaft" etc. gelehrt?

Damit Sakro-Pop (scheußliches Wort) wirklich ankommt, muss man es können. Ich habe eine CD von Dieter Falk - der kann es. Aber wie sieht es in den Gemeinden aus?


Dem sei allerheftigst beigepflichtet!

 Dafür Dafür Dafür

LG
Michael
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Martin78
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« Antworten #11 am: 10. Juli 2017, 21:33:26 »

15, 20, 41, 50, 51, 57, 65, 94, 153, 190,3, 199, 210, 212, 226, 228, 237,254, 260, 267, 268, 269, 277, 278, 285, 278, 291, 292, 311, 312, 313, 314, 315, 360, 381, 383, 416, 417, 418, 426, 427, 428, 429, 431, 454, 486, 489, 491, 509, 515, 533, 534.
Oje.

Ich hatte mir seinerzeit, als ich mal bei unseren Diaspora-Evangelen ein paar Vertretungsgottesdienste georgelt hatte, ein EG angeschafft und mich begierig auf die Entdeckungsreise nach dem reichen evangelischen Klangschatz gemacht. Da muss ich über die genannten Nummern drübergeblättert haben, ich habe das gerade mal nachgeholt - es ist (rein melodisch betrachtet, Texte habe ich mir nicht angeschaut) in der Tat sehr vieles darunter, was die Welt nicht braucht. Vieles noch vom Ende der 70er und mitten aus den 80ern! Drei der genannten Lieder kenne ich aus meiner katholischen Sozialisation (D- und C-Kurs) und finde sie recht ansprechend: "Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder", "Herr, deine Güte reicht so weit der Himmel ist" und "Solang es Menschen gibt auf Erden" - bezeichnenderweise auch wieder zwei Kehrverslieder darunter (die ersten beiden), die ich ohne eine Schola nicht machen würde.

Vielleicht kommen einige der Nummern in der Johanneskirche Darmstadt gelegentlich zum Einsatz ... Zwinkern  Geheimtipp Teufel 1 Engel Exorzist Phantom duck und weg
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Gemshorn
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« Antworten #12 am: 10. Juli 2017, 21:38:52 »

Über Oosterhuis lasse ich nichts kommen. Solang es Menschen gibt auf Erden finde ich gut gelungen; im GL leider nach einer Melodie, die niemand gebraucht hätte. Oosterhuis machte dieses Lied für die Melodie von Was uns die Erde Gutes spendet (GL 186), siehe hier: http://huuboosterhuis.de/oosterhuis-in-gotteslob.458.html
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Kein Mensch ist arm zu nennen, der ab und zu tun kann, was immer ihm Spaß macht. (Dagobert Duck)
Machthorn
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« Antworten #13 am: 10. Juli 2017, 21:46:26 »

Zitat
Solang es Menschen gibt auf Erden finde ich gut gelungen
Ich habe da gerade mal reingehört und muss sagen, mir gefällt das wirklich gut! Die Rhythmik ist zugegeben etwas kantig, aber zusammen mit der schönen Melodie baut das eine wunderbare Spannung auf.
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Wichernkantor
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« Antworten #14 am: 11. Juli 2017, 06:48:06 »

Die Oosterhuis-Texte sind erste Garnitur. Ich habe seine gesammelten Werke (nur Texte). Aber was so mancher Tonsetzer sich dazu hat einfallen lassen, ist bar jeden Einfalles.
Der hätte wirklich Besseres verdient.

Um zum Thema zurückzukommen: Im EGplus stehen nun auch die im Sangesvolke hochbeliebten "guten Mächte" mit Siggi Fietz' Schunkelwalzer. Bei der Konzeption des EG war er noch von gestrengen Oberstkantorierenden mit flammenden Schwertern aus dem Gesangbuch-Paradies verwiesen worden. Stattdessen ließ man den Text im Stammteil zu einer pseudo-modalen Depri-Melodie singen, die keine Gemeinde kannte. Demonstrativ wurde die Fietz-Alternative damals auch nicht in den rheinischen und hessischen Eigenteil aufgenommen. (Ausgerechnet die ansonsten erzkonservativen Bayern sahen das schon Anfang der 90er lockerer ...) Aber die vox populi erwies sich als stärker. Wenn ich irgendwo ausgeholfen habe und Bonhoeffer auf dem Liedplan auftauchte, kam i.d.R. die Ansage: "Aber bitte nach der Fietz-Melodie, die andere kennen wir nicht."
Na ja, ich konnte damit leben, solange es nicht zu tranig und tränig wurde.
Demnächst also auch mit LKMDlicher Imprimatur in EKHN und EKKW. Welch ein Fortschritt ...

LG
Michael


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« Antworten #15 am: 11. Juli 2017, 06:59:41 »

Die Verweigerung gegenüber der Fietz-Melodie ist ja fast schon eine Posse. Im GL-Stammteil wurde den guten Mächten ja ebenfalls Einlass gewährt, und zwar nach der ebenfalls unbekannten, wenngleich nicht so üblen Melodie von Kurt Grahl. Aber was nützt das? Die Fietz-Melodie hatte längst die Herzen der Menschen erreicht, und zwar flächendeckend, wie mir scheint.
Dank des GL-Österreichteils kam Fietz quasi durch die Hintertür herein.
Die Melodie ist m.E. gut; sie vermittelt etwas von jener Geborgenheit, deren Bonhoeffer sich auch noch beim Trinken des bitteren Kelches gewiss war. Ich habe dazu schon gute Orgelsätze gesehen, die keineswegs an das übliche Gitarren-Geschrumme erinnern. In maßvollem Tempo gesungen, steht die Melodie dem Text keineswegs im Wege, wie gerne behauptet wird.

Ein bisschen erinnert mich die Fietz-Vermeidung ja fast an das Gezerre um das "gottlose" Segne du, Maria; jahrzehntelang bekämpft steht es - als oberster Wunsch aller im Vorfeld Befragten - nun im GL-Stammteil.
Vox populi.
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Wichernkantor
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« Antworten #16 am: 11. Juli 2017, 07:04:25 »

Die Melodie ist auf den Refrain hin gestrickt. In den Versen geht es stellenweise ja nicht so gemütlich zu ...
Falls jemand Zugriff auf das Orgelbuch zum Würzburger Eigenteil des alten GL hat: Da steht ein genialer Begleitsatz des damaligen DKMD Hermann Grollmann drin. Vorheriges Üben sei dringend angeraten.

LG
Michael
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wohli
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« Antworten #17 am: 11. Juli 2017, 11:17:10 »

Gerade frisch erhalten: EINGESTIMMT (2015) - das Gesangbuch der Alt-Katholiken - da ist unter Nr. 643 die Fietz-Melodie enthalten. Da kann Clemens-cgn sicher mehr zu sagen ...

LG Bernd
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Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig leisten [Friedrich Schiller (1759-1805), Wilhelm Tell (III,1)]
Martin78
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« Antworten #18 am: 11. Juli 2017, 11:38:45 »

Dank des GL-Österreichteils kam Fietz quasi durch die Hintertür herein.
Die Melodie ist m.E. gut; sie vermittelt etwas von jener Geborgenheit, deren Bonhoeffer sich auch noch beim Trinken des bitteren Kelches gewiss war.
Ich finde die Fietz-Melodie zum Refrain sehr passend, zu den Strophen leider deutlich weniger  Verwirrt

Daher bin ich über die im GL gewählte Melodie gar nicht so unglücklich. Die gefällt zumindest mir!  Dafür

Diese Abel-Melodie im EG ist dagegen ziemlich übel, da etwas spröde, trotz der guten Idee mit dem Wechsel von d nach F.
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Gloria Concerto 350 Trend
geris
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« Antworten #19 am: 11. Juli 2017, 16:48:41 »

Als direkt betroffener Waldecker habe ich mir das so genannte "Tastenbegleitheft" mal bestellt, warte gespannt auf September/Oktober und harre bis dahin der Dinge, die da geliefert werden ... 

"Tastenbegleitheft", ein fürchterlicher Ausdruck, hat irgendwie so einen faden Beigeschmack.
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