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Autor Thema: Hauptwerk PC  (Gelesen 2393 mal)
kargandi
Novize
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« am: 12. Juni 2017, 21:17:12 »

Liebe Forianer,

nun, mich hat die Begeisterung erwischt für digitale Pfeifenorgeln, spiele momentan einfach mit der St. Annes Moseley, die es als Freeware von Hauptwerk gibt. Spiele sie über meinen Hauptarbeits-PC mit 4 GB RAM, schon älteres Modell. Läuft jedoch echt gut.

Nun überlege ich langsam trotzdem, ob ich mir nicht einen Extra-PC zulege. Möchte jedoch nicht allzu viel Geld investieren. Hier meine Fragen.

1. Warum empfehlen die Vertreiber von Hauptwerk, da einen 16 GB RAM-Aufwärts-Rechner mit allen Schikanen, der dann gut über 2000 € kostet? Von der Rechenleistung her würde es doch ein 8 GB RAM Rechner mit vielen Orgeln, die zum Verkauf stehen, tun, oder?  Ratlos

2. Worum es mir geht, ist, dass ich unabhängig von meinem Arbeitsrechner bin, dass ich mir auch mal eine größere bzw. besondere Orgel runterladenkaufen kann (meine digitale hat jedoch nur 2 Manuale), und dass ich Spaß habe, über Kopfhörer zu spielen, da ich meistens eh abends spiele/übe.  Drehorgel

3. Es gibt bei Hauptwerk eine Basic und eine Highend-Software Version. So ganz klar ist mir der große Unterschied auch nicht?!

Habt Ihr Tipps? Würde mich freuen.  Opa

Viele Grüße

Andreas
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kargandi
Novize
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« Antworten #1 am: 12. Juni 2017, 21:27:22 »

...noch was. Bin sicherlich kein Tüftler, der da mordsmäßig in die Tiefe geht und jede Orgelpfeife "einzeln intoniert", editiert, verändert, möchte auch kein Surround-Soundsystem, keinen zu krassen Schnickschnack, sondern möchte mich einfach ransetzen und loslegen und mehr Spaß haben als mit dem Originalsound meiner digitalen Orgel.
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Machthorn
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« Antworten #2 am: 12. Juni 2017, 22:02:35 »

Was den Hauptspeicher angeht: Kalkuliere ca. 2GB für Betriebssystem mit Treibern etc. und die Größe des größten gewünschten Samplesets noch dazu. Da es Sets mit über 10GB gibt, sind 16GB dann schon angebracht. Eine SSD zum Speichern der Samplesets ist auch nicht zu verachten, weil sie das Laden des Sets erheblich beschleunigt.  Der Prozessor sollte nicht gerade schwachbrüstig sein, aber ein fetter Core i7 muss es auch nicht sein. Für niedrige Latenzen und guten Klang ist ein geeignetes Audio-Interface von Nutzen.

2000€ muss es nicht kosten, aber unter 800€ geht auch nicht viel.
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« Antworten #3 am: 12. Juni 2017, 22:11:41 »

Hallo Andreas,

Das hängt halt stark von Deinen spielerischen Fähigkeiten, Deinen Vorlieben für trockene oder nasse Sets und natürlich dem moralischen Verschleiß der Sets ab. Die werden nämlich immer besser und verlangen immer mehr Speicher.

Nachdem ich 8 Jahre mit meinem Acer PC aus dem Blöd Markt sehr zufrieden war, habe ich mich in Anbetracht des immensen Fortschritts der Sets (mehrkanalige Aufnahmen - dadurch variable Hörposition im Raum) doch entschlossen, mir trotz meines fortgeschrittenen Alters einen neuen PC mit 32 GB RAM (erweiterbar auf 64 - man weiß ja nie) zuzulegen.

Hauptwerk lebt von Arbeitsspeicher. deshalb ist die Frage nach dem Lizenztyp auch schnell erklärt: die Basic Version unterstützt nur 3 GB RAM und ist damit praktisch nicht alltagstauglich. Eigentlich muss es die Advanced Version sein.

Wenn Du nur gelegentlich und aus Spaß orgelst und mit der St. Annes Mosely zufrieden bist, braucht es das natürlich nicht.

Eine Option ist allerdings GrandOrgue. Die Software ist open source und kostenlos. In der Leistungsfähigkeit entspricht Sie Hauptwerk und hat sogar Faltungshall mit an Board.

Der Nachteil ist, dass verschlüsselte Sets der professionellen Hersteller damit nicht laufen.
Der Vorteil ist: es gibt viele kostenlose Sets, die damit laufen. Aber auch hier gilt: Hauptspeicher ist da A und O wenn man hochwertige Sets spielen will (die Holzhey von prospectum verlangt da schon in der höchsten Auflösung 25 GB RAM - 4 kanalig).
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Gloria eco 217 seit 2009, Hauptwerk 4.2, Sets: Trost Waltershausen, Silbermann Zöblitz, Reinhardsgrimma, Großhartmannsdorf, Rötha, Radeker und Garrels Anloo, Arp Schnitger Cappel, Rabstejn nad Strehlau, Cembalo Mietke
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« Antworten #4 am: 12. Juni 2017, 22:28:42 »

Bezüglich Preis für ein neues System: Das hängt wiederum von Deinen Computerkenntnissen ab.

Wenn Du in der Lage bist, einen Rechner selbst zu installieren und konfigurieren kannst Du eine Menge Geld sparen.

ich habe für einen Aufrüst-PC I7/7700K mit 32 GB DDR4 RAM, 2 TB SSHD,  silent Kühlung 1060€ gelöhnt.

Für Hauptwerk reicht die On Board Grafik, einen Brenner hatte ich noch (nicht unbedingt nötig) die 10 Kanal Soundkarte habe ich bei ebay für 60€ geschossen und die (nachgerüstete) SSD habe ich aus dem Acer entnommen.

Eine SSD braucht es nicht unbedingt, verkürzt aber die Ladezeiten enorm (wenn man öfters auch mal zwischendurch die Samplesets wechselt).
Betriebssystem Win7 Prof gibt es bei ebay für 3 €.
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« Antworten #5 am: 13. Juni 2017, 12:54:54 »

Hier ein Vergleich der Basic und Advanced Editions, d.h. was man kann, und was nicht.
Mit Basic z.B. darf man nur Orgeln spielen, die nicht mehr als 3GB RAM brauchen.
https://www.hauptwerk.com/learn-more/editions/
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« Antworten #6 am: 14. Juni 2017, 09:06:25 »

Hallo Andreas,
auch wenn hier schon viele gute Antworten gegeben wurden, möchte ich noch mal kurz auf deine Ausgangsfrage eingehen:

Zitat von: kargandi
Warum empfehlen die Vertreiber von Hauptwerk, da einen 16 GB RAM-Aufwärts-Rechner mit allen Schikanen, der dann gut über 2000 € kostet? Von der Rechenleistung her würde es doch ein 8 GB RAM Rechner mit vielen Orgeln, die zum Verkauf stehen, tun, oder? Ratlos
Wer sich etwas mit der Demo-Orgel beschäftigt (z.B. das ODF ein bisschen studiert), wird merken, dass hier sehr trickreich möglichst viel Klang aus möglichst wenig Sample-Material herausgeholt wurde. Klar, denn es soll ja in die vorgegebene RAM-Obergrenze der HW Free-Version passen. Schon wenn man bei Sonus Paradisi einige Demos runterlädt, die ja nur aus einer Handvoll Register bestehen, merkt man, wie schnell da RAM-Grenzen erreicht werden, und wenn es dann noch Mehrkanal und Multi-Release und 24 bit sein sein soll, sind auch 16 GB ruckzuck weg, so dass man bei den großen Sets von Sonus Paradisi tatsächlich noch mehr RAM braucht.
Und nun kommt es auf das eigene Ohr an: Wenn dir schon die Demo-Orgel in der 16-bit Version klanglich gefällt, dann wirst du in der Tat viele Sample Sets finden, die dir auch zusagen dürften mit ähnlicher Klangqualität (die Walcker Wildervank oder Burea Church) und geringem RAM-Hunger. Je länger man sich aber mit dem Thema virtuelle Pfeifenorgeln aber beschäftigt, steigt die Versuchung da HW-technisch aufzurüsten und damit noch die ein oder andere Klangverbesserung hinzubekommen oder schlicht und einfach doch einmal die Traumorgel unter die Finger zu kriegen (mich gelüstet es derzeit nach der Jordi Bosch Orgel in Santanyi, die ich dieses Jahr live gehört habe...).

Fazit: Kauf dir einen extra Rechner, kann auch ein gebrauchter mit nicht ganz aktueller Prozessorgeneration und Win10 sein. Wenn du mit 8GB starten willst, achte aber darauf, dass du auf 16 GB aufrüsten kannst. Soundkarte halte ich nicht für ganz unwichtig, aber ich höre bspw. zwischen meiner externen Karte und der internen keinen Unterschied (ich fand die Verkabelung aber besser an der externen Karte), SSD kann aber muss nicht sein (wer nicht ständig Orgeln wechselt merkt da nicht viel und statt ausschalten des PC gibt's ja noch den Stromsparmodus). Wenn Geld übrig, evtl den Kopfhörer aufrüsten, da gibt's hier im Forum manche Empfehlung dazu.

Gruß und viel Spaß mit den VPO, Oliver      
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kargandi
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« Antworten #7 am: 14. Juni 2017, 09:29:35 »

Liebe Forianer,

super, danke für Euere umfangreichen Antworten. Endlich mal ein Forum, in dem nicht nur einer alles besser weiß als der andere. Sondern jeder tut seine Meinung in Respekt vor der Meinung des anderen kund. Macht Spaß hier.  Freundlich

Nun bin ich etwas schlauer. Das mit dem Gelüsten, lieber Insulaner, kann ich mir gut vorstellen, ich bin da auch jemand, der - zum Leidwesen meiner Familie - gefährdet ist.  Prost! Und - leider bin ich kein Techniker, der sich seinen Computer selber baut, lieber Klassikfreund. Da fehlt mir die Geduld. Blöd

Noch zwei Fragen:

1. Ich besitze eine Digitalorgel von Kisselbach (2 Manuale). Macht es denn überhaupt Sinn, dann - wenn man sich für Hauptwerk entschieden haben sollte - mit dreimanualigen zu spielen bzw. welche zu kaufen. Da fehlt mir noch ein wenig die Orgelerfahrung. Ich spiele erst seit einem Jahr (jedoch vorher schon 30 Jahre Klavier) Orgel, spiele nach anfänglichem regelrechten "Klavier-auf-Orgel-Umstellen-mit-Pedal-Spielen-und-überhaupt-alle-Extremitäten-im-Griff-Halten" inzwischen leichte Bach-Trios und bin jemand, der sich sicherlich aufs freie Spiel ganz gut stürzen kann, da ich vorher in vielen Bands gespielt habe und dort in diesem Bereich viel Erfahrung sammeln durfte.

2. Und: Sollte man sich denn dann nicht gleich einen 32 GB RAM Rechner kaufen? Die Entwicklung geht ja sicherlich weiter. Oder fährt man dann lange Zeit gut mit einem 16 GB RAM Rechner?

Hmmmm... freue mich auf Euere Hilfe.

Liebe Grüße

Andreas
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« Antworten #8 am: 14. Juni 2017, 10:02:30 »

Hallo Andreas,

Bei einem Neukauf würde ich schon in 32 GB investieren, zu mindestens sollte eine Aufrüstmöglichkeit vorhanden sein.

Ich bin auch von Klavier auf Orgel umgestiegen, habe mir aber ziemlich bald einen Orgel Lehrer gesucht. Dann ging das so richtig mit Basics und Orgelschule los.

Ich besitze auch nur eine 2 manualige Gloria, nutze aber mit der Trost-Orgel Waltershausen u.a. ein 3 manualiges Set.
Das dritte Manual kann man mit den üblichen Koppeln erreichen, es besteht aber in Hauptwerk auch die Möglichkeit mit sog. floating Manuals einen fliegenden Wechsel zu organisieren.

ich verwende letztgenannte Möglichkeit nicht - mir reichen die Koppeln.

Wenn Du (wie ich) barocke Musik liebst, empfehle ich Dir unbedingt die Silbermann Orgel Zöblitz von prospectum:
http://www.prospectum.com/index.php?language=deutsch&id1=2&id2=8

Ich habe schon das Original gespielt - die Qualität des Sets ist außerordentlich gut und man glaubt sich tatsächlich in die Kirche versetzt, zumal man über Schieberegler die virtuelle Hörpostion im Raum einstellen kann.

Daneben ist das Set außerordentlich günstig.

Für Trio Spiel eignet sich auch das Set der Marknuskerk Anloo vom gleichen Hersteller hervorragend.
Ich nutze es täglich!

Interessant ist auch das Mietke Cembalo von Sonus Paradisi. Ist klingt verblüffend echt!

Klangbeispiele von nahezu allen auf dem Markt befindlichen Sample Sets findest Du hier:
http://www.contrebombarde.com/concerthall/home/browse

Wenn Du dann mal ganz vernarrt in ein Set bist und Dir die Anforderungen an die Hardware anschaust, wird Dir schnell klar, warum es eben 16 und mehr GB sein sollten.

Natürlich kann man die Sets auch in geringerer Auflösung benutzen, aber wenn mal halt einiges geld in die Sets investiert hat, sollten sie auch schon optimal klingen.

LG Wolfram
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« Antworten #9 am: 14. Juni 2017, 14:47:43 »

Hallo Andreas,
danke für deinen Dank, so nehme ich dieses Forum auch wahr, und versuche auch mit meinen Möglichkeiten zu unterstützen.
Deine Frage "Macht es denn überhaupt Sinn, dann - wenn man sich für Hauptwerk entschieden haben sollte - mit dreimanualigen zu spielen bzw. welche zu kaufen" kann ich nur mit einem glatten "Ja" beantworten. Wenn du dich auf lediglich zwei-manualige Sample-Sets beschränkst, wird die Auswahl doch sehr überschaubar. Die großen Orgeln (40 Register aufwärts) haben eben drei oder noch mehr Manuale. Wie man das auf seine zweimanualige Hardware bringt, hat Klassikfreund ja schon beschrieben, so nutze ich das auf meiner Johannus auch. Ich habe auf zweimanualigen Orgeln gelernt, reicht mir auch bisher, und ich bewundere die Profis die mit ihrer Technik tatsächlich drei Manuale gleichzeitig ausnutzen können, wie das bspw. bei einigen Stücken der französischen Romantik nötig ist. Ansonsten hat manja so viele elektronische Helferlein (Koppeln, Setzer, Cresendoregister, ...) das man auch auf einer zweimanualigen Hardware recht schön die großen Sets nutzen kann.  
Zu deiner zweiten Frage kann ich nur sagen, dass mir bisher 16GB ausreichen (mehr kann mein PC auch nicht). Es gibt so viele Einstellmöglichkeiten in Hauptwerk und GrandOrgue (das war in einem anderen Post schon mal als freie HW-Alternative erwähnt worden) zur Senkung den RAM-Bedarfs, dass ich da für mich bisher keinen Grund sah umzusteigen, was ja immer einen Migrationsaufwand bedeutet.
Gruß, Oliver  
Gespeichert
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