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Autor Thema: Renovierung Domorgel St. Stephan  (Gelesen 6718 mal)
Guilain
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« Antworten #70 am: 23. Dezember 2017, 12:48:10 »

Und nach Großspender/inne/n wird ein Register benannt.  - In Salzburg-Itzling gibt's das wirklich. Weil die Firma Palfinger den Bau der Rieger-Orgel subventioniert hat, heißt ein Register "Palfivox". http://www.orgelmusik.at/orgeln/orgel_detail.php?orid=291
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Wichernkantor
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« Antworten #71 am: 01. Juni 2018, 08:24:49 »

Gerade habe ich festgestellt, dass die Page von Rieger wieder erreichbar ist. Unter "Projekte" findet sich indes kein Sterbenswörtchen darüber, dass man an der "Riesenorgel" arbeitet. Meine Güte, wird da ganz offensichtlich eine Geheimniskrämerei betrieben ...  Verschwörung

Hoffentlich ist die Arbeit nicht so geheim, dass die Beteiligten selber nicht genau wissen, was sie tun ...  Lachen

LG
Michael
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Romanus
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« Antworten #72 am: 18. Juni 2018, 22:24:45 »

Und nach Großspender/inne/n wird ein Register benannt.  - In Salzburg-Itzling gibt's das wirklich. Weil die Firma Palfinger den Bau der Rieger-Orgel subventioniert hat, heißt ein Register "Palfivox". http://www.orgelmusik.at/orgeln/orgel_detail.php?orid=291
Ich fürchte, für eine Vox Romana reicht mein Gehalt derzeit nicht.  Traurig
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Die einzig wahre Königin ist die Pfeifenorgel.
Etwas gleichwertiges muss erst erfunden werden !
Wichernkantor
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« Antworten #73 am: 31. Juli 2018, 22:32:26 »

Ah, jetzt scheint sich etwas zu tun in Sachen Öffentlichkeitsarbeit:
Die Kollegen vom ORF planen das hier:

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20180731_OTS0070/instandsetzung-der-riesenorgel-im-stephansdom-orf-iii-und-orf-vorarlberg-begleiten-prozess-bis-2020

Die Rieger-Homepage schweigt sich weiter aus. Und die Disposition scheint ja geheimer zu sein als die Rezeptur für Coca-Cola ...  Lachen Lachen Lachen

Offenbar soll das ganze Projekt als "nationale Ehrensache" verkauft werden. ("Spendet Riesen für die Riesenorgel" oder so ...)
Na ja, ich gönn's ihnen, wenn was Vernünftiges dabei herauskommt. Und beim nächsten Wien-Besuch stecke ich auch ein Scherflein in den Opferstock ...

LG
Michael
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Martin78
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« Antworten #74 am: 31. Juli 2018, 22:40:26 »

Riegerorgel, nicht Riesenorgel. Vielleicht besser so ...  duck und weg
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Gloria Concerto 350 Trend
Wichernkantor
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« Antworten #75 am: 01. August 2018, 07:06:12 »

Nun, das Projekt wurde ja der Öffentlichkeit zunächst als quasi-Generalüberholung des vorhandenen Instrumentes verkauft. Das Pfeifenmaterial sei nicht schlecht, war immer wieder zu hören. Es stehe nur falsch und sei klanglich nicht ausgereizt.
Ich war im Dom während der Zeit, da die Empore öffentlich zugänglicher Teil des Diözesanmuseums war. Um die dort platzierten Exponate zu sehen, stieg man aus dem rechten Treppenhaus über eine Wendel einige Meter hinab auf Emporennivau. Dabei konnte man das oben und seitlich offene Seitenpositiv aus mehreren Höhenperspektiven einsehen. Die Verstaubung des Pfeifenmaterials war gar nicht so schlimm. Da habe ich bedeutend verdrecktere Orgel-Innereien gesehen. Die Pfeifen machten einen ordentlichen Eindruck - nichts verbogen, nichts zusammengesackt, Zinn und Naturguß hielten sich die Waage, manch tiefe Oktave bestand aus Zink. Das machten damals fast alle noch - heute macht man's wieder. Etliche Diskantpfeifen waren wohl von Souvenirjägern geklaut worden.
Im gegenüber liegenden Seitenpositiv waren die Mixturenmarder unterwegs gewesen. Da war wohl jemand auf der Windlade herumspaziert, ohne darauf zu achten, wohin die Füße treten ...
Ein Hauptvorwurf der Kritiker dieser Orgel war immer, das Pfeifenmaterial stehe falsch und könne sich nicht entfalten. Das trifft nur auf einen Teil der Pfeifen zu. Die drei (!) Rückpositive wurden damals wohl so platziert und disponiert, damit sie möglichst viel Klang in den Raum bringen. Und zusammen haben sie wohl um die 40 Stimmen, also den Bestand mancher stattlichen Stadtkirchenorgel.
Vielleicht hat sich ja bei der Sichtung des Pfeifenmaterials herausgestellt, dass sich ein großer Teil des Altbestandes nicht ins neu konzipierte Mensurgefüge einordnen lässt, das ja wohl einen tragfähigen und leistungsfähigen Klang zum Ziel hat. Rieger täte im eigenen und im Interesse des Kunden gut daran, dieses Material auszusondern und durch eigenes Neumaterial mit leistungsfähigen Mensuren zu ersetzen.
Nur - wie sag' ich's meinem nostalgisch bewegten und emotional hochbeteiligten (Groß-?)Spender?
Im Gegensatz zum Projekt in Mainz, das sich ja parallel verfolgen lässt, scheinen in Wien starke emotionale Kräfte auf das Bauvorhaben zu wirken.
Rieger will verständlicherweise eine optimale Arbeit abliefern, die Musiker wollen noch verständlicherer Weise ein optimales Instrument.
Das durchzusetzen, ist wohl ein Kraftakt der besonderen Art - dafür kann man nur Glück und Stehvermögen wünschen.
Klug wäre es sicher, emotional unbeleckte Kreise für die Sache zu gewinnen. "Wir bauen eine herausragende Orgel, die dem Dom angemessen ist und auf der sich ausgezeichnet musizieren lässt." So machen es die Mainzer. Ich komme nicht umhin, deren Procedere höher einzuschätzen als die Geheimniskrämerei, die das Wiener Projekt umgibt. Dass hinterher gefühlte 1.000 "Experten" aus den Löchern kommen werden, um es zu zerreißen, statt es anzuhören, steht doch jetzt schon fest. Wer seine Hausaufgaben gemacht hat und redlich arbeitet, muss sowas nicht fürchten, sondern kann es lächelnd ignorieren. Dieses Lächeln wünsche ich den Leuten in Wien.
Den ORF-Kollegen wünsche ich, dass es ihnen gelingt, dieses Projekt in seiner Einzigartigkeit von Raum und Instrument spannend abzubilden und der Versuchung zu widerstehen, ein "Nationalepos" zu dichten. Ein außergewöhnlicher Raum (meinetwegen auch einer von nationaler Bedeutung) bekommt eine außergewöhnliche Orgel - das wäre m. E. der rote Faden einer seriösen Dokumentation.

LG
Michael
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Jesaiah
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« Antworten #76 am: 01. August 2018, 11:08:27 »

"All through the year of '18 we had organ builders working, in rank-proof conditions, to try and produce a secret version of the Riesenorgel. They worked on one pipe each for greater safety. One of them saw two pipes of the organ and spent several weeks in hospital."

(Sehr frei nach Monty Python)
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"Ahoi da drin, hätten Sie vielleicht Interesse an einer Dampforgel?"

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« Antworten #77 am: 01. August 2018, 23:09:33 »

Ach was, so geheim ist das doch gar nicht, nur noch nicht ganz fertig.
Bei öffentlichen Veranstaltungen wird ganz offen über das Konzept geredet und gar nichts verheimlicht.
Ich denke, sobald man genau weiß, wie die Orgel wird, erfährt es auch die Öffentlichkeit!

 
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Wichernkantor
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« Antworten #78 am: 02. August 2018, 06:33:50 »

Ich glaube, das wäre klug. Und außerdem bin ich einfach neugierig ...  Lachen

LG
Michael
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Wichernkantor
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« Antworten #79 am: 02. August 2018, 17:29:12 »

So, hier gibt's (die ersten, hoffentlich noch nicht alle) gesicherte Informationen:

https://tvthek.orf.at/profile/Kultur-heute/3078759/Kultur-Heute/13984693

LG
Michael
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