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Autor Thema: Daran sollte man bei der Orgelbestellung denken  (Gelesen 16869 mal)
heidemusikant
Gelehrter
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« Antworten #20 am: 17. November 2010, 21:37:45 »

Der Vollständigkeit halber hier noch eine Ergänzung hinsichtlich meines gerade erfolgten Kaufs einer Gloria Klassik:

Geliefert wurde sie in einer "Werksintonation". D.h., dass von den fünf pro Register auswählbaren Samples je eines programmiert und "intoniert" war.
Nach einigen Wochen erfolgte kürzlich noch einmal der im Kaufpreis enthaltene Besuch eines - sehr fähigen - Mitarbeiters von Kisselbach, mit dem ich noch diverse Intonationsfragen klären konnte. Grundsätzlich angeboten wird die Möglichkeit, bei diesem Besuch die Intonation noch einmal dem Kundenwunsch anzupassen.
Ich selbst habe aber inzwischen eine eigene Intonation erstellt, also die Samples ausgewählt, die mir am meisten zusagen, und diese nach meinen Vorstellungen intoniert. Damit bin ich allerdings wohl noch lange nicht durch. Fast jedes Mal, wenn ich an der Orgel sitze, verändere ich immer noch irgendwelche Details. Das macht auch sehr viel Spaß.
Bei meinem Instrument war eine Veränderung der Intonation allein deshalb notwendig, da ich die externen Fohnn-Lautsprecher angeschlossen habe, die zu einem anderen Klangbild führen, während die Werksintonation nur auf die internen Lautsprecher abgestimmt ist.
Toll finde ich, dass ich verschiedene Intonationen anlegen und im Rechner abspeichern kann. Die lassen sich jeweils problemlos aufrufen und ruckzuck in die Orgel spielen.
In der Orgel selbst befindet sich ein zusätzlicher Speicher, der die Werksintonation fest und unveränderbar beinhaltet. Diese lässt sich über die Resetfunktion jederzeit aufrufen.
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Hornprinzipal
Gelehrter
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« Antworten #21 am: 17. November 2010, 21:53:03 »

Auch meine Excellent wurde zunächst bei Aufstellung intoniert und nach einigen Wochen noch einmal durch Hr. Kisselbach (zufällig gerade in der Nähe) persönlich nachgebessert.
Hauptsächlich waren es Töne, bei denen sich raumbedingt Resonanzverstärkungen ergaben.
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Gloria Excellent 230 mit externer Abstrahlung
Gemshorn
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WWW
« Antworten #22 am: 19. November 2010, 14:13:27 »

Zitat von: "Tabernakelwanze"
weitreichende Intonationsmöglichkeiten ohne erst einen PC mit entsprechendem Programm anschließen zu müssen.
Das war schon immer mein Wunsch. Viscount zeigt vor, wie es gehen kann — und zwar bei allen Modellserien. Das mindeste, was ich als Kunde will, ist eine Sampleauswahl per Orgelmenü. Gerüchten zufolge wird das ja irgendwann auch bei Johannus kommen...
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Mathias91
Gast
« Antworten #23 am: 19. November 2010, 18:06:57 »

Die Liste wird toll!

Ein weiterer Gedanke (der mir selber gerade Kopfzerbrechen bereitet) aber bei dessen Formulierung ihr mir mal helfen könntet:

Klarstellen, wo sich das Modell in der Entwicklung der Serie befindet: Auslaufendes Modell? Neues Modell? Falls neues Modell einer neuen Reihe: Welche Weiterentwicklungen sind vom Hersteller geplant (sprich weitere neue Modelle innerhalb der Serie vorgesehen? Technische Verbesserungen vorgesehen?) Wo ist das Modell im Gesammtangebot des Herstelleres anzusiedeln? (technisch und preislich) Worauf beruhen die Preisunterschiede zu anderen Modellen desselben Herstellers? (Technisch? Verarbeitung? Materialien? Marketing?)

__________

Danke Peter für die Sauer Links!
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PeterW
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« Antworten #24 am: 19. November 2010, 18:20:13 »

Zitat von: "Mathias91"
Klarstellen, wo sich das Modell in der Entwicklung der Serie befindet ...
Im allgemeinen halten sich Hersteller und Händler in diesen Fragen bedeckt. Es sollen ja auch die "Ladenhüter" noch raus.
Diese Fragen sollten bereits im Vorfeld der Entscheidung für ein Modell abgeklärt sein.


Bitte :)
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+ 12.1.2018
pvh
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« Antworten #25 am: 22. November 2010, 17:58:32 »

Hallo,

ein wichtiges und ein entscheidendes Detail wurde bisher nicht angeführt:

Es genügt nicht, den Stellplatz auszumessen und die Anlieferung sicherzustellen. Die DO muss auch an ihren Platz transportiert werden, also Lieferung ggf. bis zum endgültigen Standort inkludiert oder nur bis hinter die Haustüre? Sonst muss man sich u.U. nochmal einen lokalen Umzugsdienst kommen lassen.

Und vor allen Dingen: Kann die DO auch zum endgültigen Standort transportiert werden. Also: Kann das Instrument die Reihenhaus-Treppe hochbefördert werden? Sind die Türen, Durchgänge groß genug? Leider sind viele DO nicht zerlegbar (warum eigentlich nicht?).

Gloria Klassik und Reihenhaustreppe kann bereits größte Probleme bereiten, obwohl ich vorher eine Attrappe aus Latten und Karton gebastelt und das Ganze ausprobiert habe. Viscount Vivace wäre wegen der größeren Wangen möglicherweise gar nicht hochzustemmen gewesen.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
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falcun59
Gast
« Antworten #26 am: 18. Februar 2011, 19:49:38 »

Zitat
Und vor allen Dingen: Kann die DO auch zum endgültigen Standort transportiert werden. Also: Kann das Instrument die Reihenhaus-Treppe hochbefördert werden? Sind die Türen, Durchgänge groß genug? Leider sind viele DO nicht zerlegbar (warum eigentlich nicht?).
Dem kann ich nur zustimmen! Ich habe im Vorfeld der Bestellung meiner CC4 auch alle Masse genau verlangt und dann aus Styropor einen Grundriss gebastelt, demnach hätte alles mit wenigen Zentimer Spielraum genau gepasst.
Hätte ... denn die CC4 war  vier Zentimeter tiefer als angegeben und ging zwar glatt durch die Haustüre, aber nicht mehr durch die Wohnzimmertüre, um 2,5 cm ... also nach kurzem überlegen beim Flugplatz Samedan einen Hubschreuber bestellt, der die Orgel mal kurz über das Haus auf die andere Seite transportiere, dort ist die Sitzplatztüre doppelschweifig und kein Problem mehr! Der Hubschrauber inkl. 2 Helfer, die ca.  eine Stunde da waren zum sorgfäligem Verpacken hat läppische CHF 220.- gekostet!! Helibernina sei Dank! Den Türrahmen herausbrechen und wieder montieren wäre das fünf- bis zehnfache gewesen, abgesehen von Zeit und Dreck ... Ich habe damals nicht gewusst, dass man die CC4 auch mit teilbarem Spieltisch haben kann. Bei der jetzt bestellten Symphonica45 habe ich das verlangt, denn im Ferienhaus habe ich keine andere Möglichkeit als die normale Haustüre.
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Orgelkabinett
Gast
« Antworten #27 am: 10. Mai 2011, 17:57:37 »

Das ist ja ein echter Knaller!!! Mit dem Hubschrauber die Orgel "eingebaut"! Wahnsinn!

Ich mußte meine erste Rembrandt300 auch mit dem Kran auf den Balkon stellen. Meine jetzige Rembrandt275 habe ich mit einem teilbaren Spieltisch bestellt. So konnte ich die Orgel dann die eine Etage nach oben transportieren.

Aber nun zu dem eigentlichen Theama: Ich möchte gerne einmal etwas Generelles zu dem Thema sagen. Ich durfte bis jetzt bei 4 Orgelkäufen beratend zur Seite stehen. Und ich habe immer folgendes geraten:

Lieber ein Modell kleiner, aber auf den Punkt genau ausgestattet, als eine Modell zu groß und es fehlt trotzdem die Hälfte.

Damit meine ich, lieber mal auf ein Manual verzichten, sich dafür aber Holzklaviaturen gönnen. Oder entsprechende Register austauschen lassen. Vorkehrungen treffen zum Anschluß externer Lautsprecher (3-Stufen-Schalter), etc.. Bis jetzt waren durchweg alle Orgelspieler dankbar für diesen Ratschlag. Am meisten waren die Orgelspieler dankbar für den Tipp mit der Holzklaviatur. Also, man sollte sich wirklich genau überlegen, wie hoch ist mein Budget. Und dann mal aufschreiben, was hätte ich denn gerne alles. Denn es gibt für mich zumindest nichts Schlimmeres, als z.B. an der Orgel zu sitzen und zu denken: Ach, ich hätte doch schon gerne z.B. Holzzugriegel gehabt. Aber das war zu teuer. Oder Holzklaviaturen.
Darum habe ich mir in meine Rembrandt275 die Holzklaviaturen, Holzzugriegel, Registeränderungen und den teilbaren Spieltisch reinbestellt. Ich zumindest habe dafür gerne auf das 3. Manual verzichtet. So kann ich aber an der Orgel sitzen und bin rundum zufrieden. Und den 4 Orgelspielern, die ich beraten durfte, ging es genauso.

Also lieber eine etwas kleinere Orgel genau auf den Punkt bringen und kaufen, als eine größere, bei der man dann mit Kompromissen leben muss. Hört sich vielleicht seltsam an, ist aber wirklich so.

Schöne grüße,

Axel!
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ratol
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« Antworten #28 am: 28. Januar 2013, 22:19:02 »

Moin,
wichtig m.E. auch:
- richtige Sitzhöhe, bei nicht höhenverstellbarer Bank
- sind die Manuale und Pedal zu weich oder zu hart eingestellt (Widerstandsweg)
- Abstrahlanlage (wieviel Verstärker, wieviel Lautsprecher)
- entspricht die Bedienbarkeit der Physionomie des Spielers (z.B. Eminent LX 480!)
- Ist das Pedal gesichert o. hat es Spiel
- Registergängigkeit bei Zügen (Positiv) hat es Spiel
- Wie ist die Gängigkeit der Schweller

Gruß Lothar
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Romanus
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WWW
« Antworten #29 am: 15. Juli 2013, 16:40:20 »

Ein sehr wichtiger Punkt wurde hier noch nicht angesprochen:

Die Polyphoniekapazität der Orgel,d.h. die maximale Anzahl von Tönen,die pro Register (nicht pro Orgel !) gleichzeitig wiedergegeben werden können !

Es macht meiner Meinung nach wenig Sinn,eine Digitalorgel mit romantischen und symphonischen Intonationen auszustatten,wenn andererseits die Polyphoniekapazität bereits bei Reger´s Introduktion und Passacaglia in d-Moll oder bei vollgriffigen Improvisationen kläglich versagt.  :S

Händler und Hersteller geben gern die Polyphoniekapazität pro Orgel an und pflegen dabei ahnungslose Neukunden mit einer 3-stelligen Zahl zu verblüffen (die man als schlauer Kunde erst durch die Registeranzahl der Orgel dividieren muß,um die wahre Polyphoniekapazität aufzudecken !).  Schlaumeier

Deshalb sollte man vor dem Kauf keinesfalls auf den Polyphonietest vergessen:
1 Manual-Register + Pedalkoppel einschalten und nacheinander mit Händen und Füßen soviele Töne wie möglich zeitlich versetzt anschlagen,alle angeschlagenen Töne liegenlassen und dabei genau hinhören,ob beim Anschlagen eines neuen Tons ein bereits liegender ausfällt oder ab einer gewissen Anzahl neu angeschlagene Töne nicht mehr hörbar sind ! Lupe

Zur Auswertung:
Alles <10 ist meiner Meinung nach unbrauchbar.  Dagegen
12 Stimmen sind gut. Zwinkern  
14 Stimmen sind sehr gut. Engel
Alles >14 ist first class ! Freudensprung  

Ein weiterer,nicht zu unterschätzender Punkt auf der Checkliste ist die Defektanfälligkeit und die Frage nach adäquater servicetechnischer Versorgung !

Die Garantiefrist ist schnell vorbei und heikle elektronische Instrumente haben die dumme Angewohnheit,justament dann den Geist aufzugeben,wenn die Garantie abgelaufen ist.  Schock
Manchmal denke ich,die Dinger sind eigens dafür konstruiert worden. Teufel 1  

Wenn es beispielsweise für eine Marke nur einen einzigen Servicetechniker pro Region (Großstadt und Umgebung) gibt und dieser eine entpuppt sich dann als inkompetent,unverschämt teuer,unzuverlässig,gleichgültig und inkulant (typische Symptome einer Monopolstellung),sind massive Probleme vorprogrammiert !  Motzen  Böse  Blöd   Traurig
Grundsätzlich halte ich eine Monopolstellung für sehr bedenklich und kundennachteilig,denn wo keine Konkurrenz,da kein Leistungsdruck und wo kein Leistungsdruck,da oft keine Leistung.

Nachdem Händler dieses Problem gern bagatellisieren und eine servicetechnische Unterversorgung niemals gegenüber Neukunden zugeben werden,helfen hier nur Erfahrungsberichte aus 1. Hand.
Außerdem sind nicht alle Marken und Modelle im gleichen Ausmaß defektanfällig,hierbei sollte man ebenfalls auf Erfahrungsberichte von Insidern hören und Händleraussagen mit äußerster Skepsis begegnen !  Opa
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Die einzig wahre Königin ist die Pfeifenorgel.
Etwas gleichwertiges muss erst erfunden werden !
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