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Autor Thema: Daran sollte man bei der Orgelbestellung denken  (Gelesen 12520 mal)
Organiste cantabile
Gast
« Antworten #30 am: 17. Januar 2017, 19:01:46 »

Lauries Vorschlag im Sinne einer Wunschliste für Spezifikationen aufgreifend, können wir in diesem Thread alle Vorschläge zusammentragen.
Ich werde dieses erste Posting mit den eingegangenen Meldungen in Kürzestfassung regelmäßig aktualisieren.
Bitte um rege Mithilfe!

  • Manualklaviaturen/Pedal/Register/Schweller
  • Welche Tastatur? [/*]
  • Tastatur-Oberfläche?[/*]
  • Tastatur inversfarben?[/*]
  • 32-er Pedal (bis g') möglich?[/*]
  • Alternativ: Manubrien- vs Wippenregister?[/*]
  • Beschriftung der Register[/*]
  • Schwellerpedale: Wieviele, welche Werke, Material?[/*]
[/*]
  • Spielhilfen
  • Anzahl der Setzer?[/*]
  • +/- Sequenzer?[/*]
  • Register-Crescendo (Holzbrett vs. Walze)[/*]
  • Fußpistons, Anzahl, Wofür?[/*]
  • Vertauschung der Manuale möglich?[/*]
[/*]
  • Anschlüsse
  • Soll AUX-OUT Hifi-Norm erfüllen?[/*]
  • Soll AUX OUT regelbar sein?[/*]
  • AUX OUT (HiFi) für jeden Kanal?[/*]
  • Wo sind die Buchsen für Midi-Schnittstelle, AUX OUT/IN etc. positioniert?[/*]
  • Externe Abstrahlung vorsehen ("Drei-Wege-Schalter")?[/*]
[/*]
  • Disposition/Intonation/Klang
  • Disposition ggf. zum Gegenstand der Bestellung machen (für den Fall, dass der Hersteller per Serienupdate stillschweigend Änderungen vornimmt)[/*]
  • ggf. Austausch einzelner Register?[/*]
  • Intonationsvariante für Kopfhörer?[/*]
  • Sample-Auswahl/Austausch möglich/erforderlich?[/*]
  • Intonationsservice durch Händler?[/*]
  • (Nach-)Intonierung durch Kunden möglich?[/*]
  • Art der externen Speicherung für Intonationen (Diskette, USB-Stick, Laptop)?[/*]
  • Werden Störgeräusche, Rauschen u. dgl. aus interner Abstrahlung wahrgenommen? Gleicher Test mit externer Abstrahlung sinnvoll, wenn vorgesehen.[/*]
[/*]
  • Varia
  • Maße: Bekomme ich die Orgel zum endgültigen Standort transportiert (ohne Stemmarbeiten an der Immobilie oder Hubschraubereinsatz)?[/*]
  • Materialien (Manuale, Register, Pedal, "Möbel")[/*]
  • Klärung der Fragen Anlieferung, Garantieleistungen (im allgemeinen schon durch Wahl des Herstellers, Modells und Händlers im Vorfeld erledigt.)[/*]
[/*][/list]

Besten Dank (zunächst) für die Beitrage an:
Laurie Phelps, Mathias91, Hornprinzipal, heidemusikant, chp und PeterW

Hier nun meine Kaufempfehlung:

Gehäuse:
Laminat ist nicht schlechter aber günstiger. Rolldeckel teuer als "Trend-Serie" mit offenen Tasten

Pedal:
Ergonomischer ist ein Konkavpedal aber ca. 350,- bis 700,- € teurer als ein flaches, normal sind Pedale nach der BDO-Norm verbaut, Pedale, wie man sie an normalen Pfeifenorgel-Spieltischen findet, flach oder konkav, kann man bei der Gloria-Klassik-Serie gegen Aufpreis bekommen. Ein konkaves Pedal führt zu einer entspannteren Spielweise

Anzahl der Klaviaturen:
Die meisten Digitalorgeln bieten in der 2-maualigen Ausführung umfangreiche Dispositionen mit 4 verschiedenen Intonationen von Barock bis zur Symphonik. 3 Manuale sind wirklich nur dann nötig, wenn man ausschließlich Spätromantik und Moderne spielt

Disposition:
Weniger ist manchmal mehr, im Geldbeutel weniger. Verzichte auf alles, was Du nicht wirklich brauchst

Features:
Wie oben, verzichte auf alles, was Du nicht wirklich brauchst, nimm mit, was ohnehin mitgegeben wird

Klang:
Der Klang steht für mich an erster Stelle. Hier muss jeder selbst entscheiden durch Ausprobieren der Instrumente vorort. Dir muss der Klang der Orgel auch noch nach 20 Jahren gefallen, am Klang zu sparen wäre schlimmer als auf Features, ne Klarine 4', ein drittes Manual oder ne Pedalmixtur zu verzichten.

Die Spielbarkeit gilt es dennoch auch zu beachten. Die Manuale und die Pedale der Johannus sind klapperig und unpräzis, ungeachtet der Klasse und der Klangschönheit der Gloria Klassik.

Ein Nonplusultra gibt es nicht. Kompromisse sind bei Digitalorgeln soviel wie bei echten Pfeifenorgeln.

Mit den besten Grüßen

Bruno
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clemens-cgn
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« Antworten #31 am: 19. Dezember 2017, 17:28:04 »

Bei Notenständern ggfs. Schraubhaken gegen Verblättern nach englischem Vorbild.
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clemens-cgn
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« Antworten #32 am: 19. Dezember 2017, 17:31:10 »

Bei ViscountPHYSISmodellen, wenn ein Crescendo vorgesehen ist, an Tritt/Daumenpiston Crescendo an/ab (only on request!) denken. Nachträglicher Einbau scheint nicht möglich zu sein!
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Romanus
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« Antworten #33 am: 06. April 2018, 19:26:09 »

Ein konkaves Pedal führt zu einer entspannteren Spielweise.
Aber nur, solange man auf einem gewohnt konkaven Pedal spielt !  Schlaumeier
Wann immer man es in der Praxis mit einem geraden Pedal zu tun bekommt - wie bei den meisten mir bekannten Kirchenorgeln ! - ist das genaue Gegenteil der Fall: Man bekommt als "konkav-geübter" Organist die plötzliche Unsicherheit im Pedalspiel - je nach Schwierigkeitsgrad des zu spielenden Programms - mitunter schmerzlich zu spüren und die Zuhörerschaft dies schmerzlich zu hören !  Schock  Verwirrt

Hier spricht einer, der es wissen muss:
Lange Zeit habe ich mich als Besitzer einer Johannus Sweelinck 20 mit "doppelt geschweiftem Pedal" in meiner Kirche an der barock orientierten Hradetzky-Orgel regelmäßig gewundert, wie glänzend es mir gelungen ist, Stücke mit mittelschweren Pedalparts zu vergeigen, die ich zuhause gut geübt hatte.  Motzen

Meine nächste Hausorgel habe ich daher ganz bewußt und ausdrücklich mit geradem Pedal bestellt !  Opa
Seither ist mein Pedalspiel in der Kirche und allgemein um vieles besser, sicherer und entspannter geworden.

Das Gegenteil - die Umstellung vom geraden Parallelpedal auf ein einfach oder doppelt geschweiftes Konkavpedal - gelingt hingegen erfahrungsgemäß mühelos, weil einem das Pedal ja "entgegenkommt", abgesehen davon, daß ich in meiner Region (Großraum Wien) nur äußerst selten ein geschweiftes Pedal in einer Kirche vorgefunden habe.

Ich weiß, ich wiederhole mich und jeder muss das für sich entscheiden, aber wer immer in die häusliche Bequemlichkeit in Form eines Konkavpedales investiert, darf sich nicht wundern, wenn er an einem geradem Pedal, wie man es an den meisten Kirchenorgeln vorfindet, bereits bei mittelschweren Stücken wie dem Präludium BWV 568 mit plötzlichen Schwierigkeiten im Pedalspiel zu kämpfen hat, die auch den Zuhörern nicht verborgen bleiben.

Die Investition in ein konkaves Pedal ist nur dann zu empfehlen, wenn man entweder
NUR zuhause spielt und NIEMALS in einer Kirche an einem geraden Pedal oder
in seiner Kirche eine Orgel mit Konkavpedal zur Verfügung hat und keine Gastspiele an Orgeln mit Parallelpedal gibt.

Zu Bach´s Zeiten gab es übrigens nur das gerade Pedal und eine historische Barockorgel wird - sofern sie sich im Originalzustand befindet - logischerweise niemals ein Konkavpedal haben.

Wenn es das Budget erlaubt, kann man als Perfektionist auch beide Pedalformen zuhause parat haben, um sich auf Auftritte an fremden Orgeln in jedem Fall optimal vorbereiten zu können.  Geheimtipp  
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Machthorn
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« Antworten #34 am: 06. April 2018, 19:35:07 »

Nachvollziehbare Argumentation, weshalb ich auch zuhause ein paralleles Flachpedal habe.
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« Antworten #35 am: 06. April 2018, 20:07:33 »

Zitat
Man bekommt als "konkav-geübter" Organist die plötzliche Unsicherheit im Pedalspiel
Kann ich bestätigen. Das Gegenteil ist jedoch kein Problem. Ich übe zu Hause (Parallelpedal) und spiele in der Kirche auf meiner Dienstorgel ohne Probleme auf ein doppelt geschweiftem Pedal.

Ein weiteres Problem: Sitzhöhe im Vergleich zum Pedal. Die Bank an meinem Hausorgel ist relativ niedrig, viele historische Orgeln haben eine relativ hohe Bank. Aus eigener Erfahrung kann ich mit Romanus sprechen:
Zitat
wie glänzend es mir gelungen ist, Stücke mit mittelschweren Pedalparts zu vergeigen, die ich zuhause gut geübt hatte.
Deshalb habe ich meine Orgelbank drastisch erhöht.
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« Antworten #36 am: 06. April 2018, 20:19:22 »

....geradem Pedal, wie man es an den meisten Kirchenorgeln vorfindet...   
Lieber Romanus,
zunehmend fühle ich mich von Argumentationen regelrecht belästigt, die lediglich auf dem eigenen (stark eingeschränkten) Erfahrungshorizont fußen, und damit fälschlicherweise als "allgemeingültig" dargestellt werden.
Für Österreich mag es so sein. Auf historischen Instrumenten so wieso. Aus meiner Wiener Studienzeit erinnere ich bei Nachkriegsinstrumenten ohne historischen Bezug in der Regel doppelt geschweifte Pedale vorgefunden zu haben.
Für Deutschland ist die BDO-Norm (doppelt geschweift) vorwiegend (Ausnahmen bilden: historische Instrumente, Restaurationen, Rückbauten und historisierende Stilkopien) seit dem 2. Weltkrieg verbaut worden. Die statistische Erhebung bei den deutschen  BDO Orgelbauern zur letzten BDO-Normüberarbeitung, bestätigen die mehrheitliche Verwendung des doppelt geschweiften BDO-Pedals in Deutschland. Einen statistischen Beweis Deiner Behauptung bleibst Du schuldig.

Zu Deiner Problemstellung beim Pedalspiel:
In der Regel ist es nicht die ggfs. geschweift gebaute Pedaltaste, sondern das exakte Lagenverhältnis Pedal zu Manual. Versuch doch bitte mal einen der schnellen Sätze einer Bachschen Triosonate am Abend auf c unter c1 und am nächsten Tag c unter ds1 zu spielen. Ohne Umschaltpedalübungen ist das Desaster vorprogrammiert. Der Höhenabstand Sitzbank/Pedal spielt dabei noch eine eigene Rolle.
Daß auf einem historischen Haken- oder Messerrückenpedal eine gänzlich andere Pedaltechnik zu pflegen ist, versteht sich von selbst. Ein guter Reiter wird mit jedem Gaul fertig.

 
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« Antworten #37 am: 06. April 2018, 20:30:35 »

Hier im Bistum Trier gibt es in der Tat ganz überwiegend Instrumente mit doppelt geschweiftem Pedal, ich spiele nur sehr selten auf historischen Instrumenten. Von daher war es keine Frage, dass ich mir das praktische doppelt geschweifte Pedal bestelle. Genau so selten spiele ich auf dem noch praktischeren Radialpedal, bei dem ich aber mit Schuhgröße 45 an Grenzen stoße.

Wenn ich mal auf einem Parallelpedal spiele, bereitet das mir eigentlich eher wenig Umstellungsschwierigkeiten. Gravierender sind dann eher wesentlich reduzierte Umfänge, z.B. nur ein oder anderthalb Oktaven Pedalumfang. Darauf muss man sich halt einstellen.

Man hat mich auch noch nie um ein Konzert in Waltershausen gebeten ...  duck und weg
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Romanus
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« Antworten #38 am: 06. April 2018, 21:21:22 »

Lieber Romanus,
zunehmend fühle ich mich von Argumentationen regelrecht belästigt, die lediglich auf dem eigenen (stark eingeschränkten) Erfahrungshorizont fußen, und damit fälschlicherweise als "allgemeingültig" dargestellt werden.
Wer immer sich durch meine Ausführungen belästigt fühlt, dem steht es frei, sich des Ignore-Buttons zu bedienen und er/sie wird nie wieder ein Wort von mir hier lesen. Ich unterstelle keinem, den ich nicht kenne, einen "stark eingeschränkten Erfahrungshorizont", solche Möchtegern-Oberlehrer-Floskeln hat nur der nötig, dem es an logischen, sachlichen Argumenten mangelt.
Für Österreich mag es so sein. Auf historischen Instrumenten so wieso.

Ich bin nun mal Österreicher und verbringe die meiste Zeit in meinem Heimatland, also habe ich es logischerweise großteils mit österreichischen Orgeln zu tun, wenn es in Deutschland anders ist, auch gut, wie schon gesagt, war die Umstellung von gerade auf konkav nie ein Problem für mich.
Einen statistischen Beweis Deiner Behauptung bleibst Du schuldig.
Na soll ich jetzt vielleicht alle Orgeln dieser Welt abklappern, ihre Pedale checken und statistisch auswerten und meine Statistik notariell beglaubigen lassen ?  Lachen Blöd
Sind wir hier eigentlich vor Gericht, dass ich etwas hieb- und stichfest "beweisen" muss ?  Lachen
Ich habe dieses Forum immer als lockeren Gedankenaustausch unter Gleichgesinnten betrachtet und muss niemandem etwas beweisen !
Auf den Orgeln, die ich bisher spielen durfte und das sind nicht wenige, hatte ich jedenfalls zu mindestens 90% gerade Pedale, das kannst du nun glauben oder nicht.
Zu Deiner Problemstellung beim Pedalspiel:
In der Regel ist es nicht die ggfs. geschweift gebaute Pedaltaste, sondern das exakte Lagenverhältnis Pedal zu Manual. Versuch doch bitte mal einen der schnellen Sätze einer Bachschen Triosonate am Abend auf c unter c1 und am nächsten Tag c unter ds1 zu spielen. Ohne Umschaltpedalübungen ist das Desaster vorprogrammiert. Der Höhenabstand Sitzbank/Pedal spielt dabei noch eine eigene Rolle.
Daß auf einem historischen Haken- oder Messerrückenpedal eine gänzlich andere Pedaltechnik zu pflegen ist, versteht sich von selbst.
Meine Dienstorgel hat zufällig ein Hakenpedal und ich komme sehr gut damit zurecht, seit ich zuhause auf einem geraden Pedal übe.
Natürlich ist der Unterschied gerade/konkav nicht der einzige Faktor, der bei der Umstellung auf fremde Orgeln eine Rolle spielt, das hat auch niemand behauptet. Jede Pfeifenorgel ist ein Unikat, trotzdem ist der oben genannte Unterschied nicht zu unterschätzen, das wissen auch andere hier zu bestätigen.
Ein guter Reiter wird mit jedem Gaul fertig.
Richtig ! Und ein guter Reiter wird man nur, wenn man auf einem schwierigem Gaul trainiert = auf dem unbequemeren Pedal übt.
Jeder gute Reiter ist schon mal abgeworfen worden, diese Erfahrung ist Teil des Lernprozesses, wer das nie erfahren hat, ist kein guter Reiter und hat immer nur lahme Gäule geritten !  Zwinkern
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Die einzig wahre Königin ist die Pfeifenorgel.
Etwas gleichwertiges muss erst erfunden werden !
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« Antworten #39 am: 06. April 2018, 22:02:52 »

Ein guter Reiter wird mit jedem Gaul fertig
100% Zustimmung. Nein, 90%  Zwinkern . Für mich persönlich ist die Bank Höhe ein Problematisch Punkt. An ein Verschiebung des Pedals im Vergleich zur Tastatur, oder ein breiteres Pedal wie am Viscount zu Hause, bin ich relativ schnell gewöhnt. Ich fange in die Situation immer an mit Stücken, die eine einfache Pedalpartei haben (oder, wann das nicht geht, übe ich eine tage zuvor, wenn möglich). Leider bin ich nur einfache Amateur.

Übrigens, ohne im Diskussion mit Romanus zu treten und nicht für ungut,  Freundlich,  aber auch im Holland gibt es viele Orgeln mit rechte Pedale, außer meinem Dienstorgel spiele ich fast nie auf Orgeln mit konkaven Pedal (zugegeben, das sind meistens Historische Orgeln, wie du schon sagtet).

LG, PM
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„Bach ist Anfang und Ende aller Musik, auf ihm ruht und fuszt jeder wahre Fortschritt“  - Max Reger
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