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Autor Thema: Expander Hoffrichter SE24m  (Gelesen 6847 mal)
Wichernkantor
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« am: 25. Oktober 2016, 12:38:16 »

Hallo Leute,

ich habe den neuen Expander aus dem Hause Hoffrichter für ein paar Tage zum Ausprobieren da.

Gegenüber dem Vorgängermodell hat er 24 statt 23 Register - auf dem identischen Frontpanel des Gehäuses musste der Tremulant in I dafür einem zusätzlichen Hw-Register weichen.
Augen- und ohrenfälligste Neuerung: Es sind vier (fast) komplette zweimanualige Orgeln gesampelt, dazu ein zweimanualiges Cembalo.

Die Dispositionen der importierten Instrumente findet ihr hier:
https://www.dropbox.com/s/7lyqo8ahegb6y7k/Disp_B225_SE24m_oS.pdf?dl=0

Und da ist auch ein Bildchen:
https://www.dropbox.com/s/vgx8nksx7fye7yr/SE24m_3.jpg?dl=0

Die verschiedenen Orgeln lassen sich mit mit zwei weißen Knöpfen (mit denen man beim Vorgänger die beiden Dispositionen werkweise umschalten konnte) wählen und laden. Der Ladevorgang dauert gefühlte 5 sec.
Evtl. eingestellte Registierungen werden auf null gestellt.

Die Registertasten tragen vier Bezeichnungen, was nur möglich war durch eine 2pt. kleinere Schrift. Aber sie ist immer noch gut lesbar.
Mein Exemplar - frisch aus der Schmiede - gehört offensichtlich noch zur Vorserie, denn ich habe noch ein paar Dreckfuhlerchen gefunden ...

Als Neuheit hat der 24m ein zuschaltbares Trakturgeräusch. Ich vermute mal, das es über das Intonationsprogramm in der Lautstärke regelbar ist. Und das wäre ein äußerst sinnvolles Feature. Denn bei Orgel 1 (die mir per Ohrenschein bekannte Schuke aus Salzwedel, St. Katharinen) klappern Trakturen und Ventile ganz schön heftig, wenn man sich auf Subaß und Gedeckt beschränkt.
Auch die beiden anderen Zugaben, Winddruckschwankung und Zufalls-Mikroverstimmung, sollten auf jeden Fall fein dosierbar sein. Sinnvoller Weise mit Bordmitteln. Vielleicht geht da ja noch was über die vorhandenen Tasten - wie bei der Cecilia.

Klanglich tippe ich auf Einzelton-Sampling oder eine exzellente und aufwändige Nachbearbeitung. Vor allem die Zungen haben die ein oder andere "Macke" auf einzelnen Tönen, die auf Ton-für-Ton-Recording schließen lässt. Das Ergebnis kann sich hören lassen. Das ist Premium-Qualität - womit der Listenpreis von knapp 3.200€ für das Kistchen sich rechtfertigen lässt.

Damit Ihr Euch selber überzeugen könnt (lt. H's Homepage gibt es das Gerät ja noch gar nicht), nehme ich in den nächsten Tagen ein paar Klangproben auf und stelle sie als wav-Dateien in meine Dropbox.
Als "Versuchsaufbau" nehme ich mein Feldorgel-Equipment - also den Dave 8. Nur als "Workstation"  gönne ich mir den Luxus meines X360-Spieltisches mit den feinen Holzkernklaviaturen.

Ich denke, dass ich identische kurze Stücke an allen vier Instrumenten mit vergleichbaren Registrierungen aufzeichne, damit wären die für einen "synauralen" Eindruck nötigen Rahmenbedingungen weitgehend optimiert.
Ich verwende den im SE24m eingebauten vierstufigen Hall. Für die ersten beiden Instrumente, die in recht halligen Räumen stehen, die Stufe 4; für die beiden anderen, die meinen Recherchen zufolge in Dorfkirchen mit viel Holz und umlaufenden Emporen stehen, nehme ich Stufe 3. Beide sind für ausgesprochene Hallfetischisten sicher immer noch arg trocken. Ich mag es so.

Kollege Bernd "wohli" hat den Expander ja schon ein paar Wochen im Einsatz und kann sicher ergänzende oder korrigierende Beiträge leisten.

LG
Michael
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Wichernkantor
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« Antworten #1 am: 25. Oktober 2016, 13:56:51 »

Du meine Güte - ist das eine Wundertüte! Ich spiele nichtsahnend mit Orgel 3 herum und denke, ich probier mal, wie sie mit Trakturgeräusch klingt. Und siehe, da kommt keine Traktur, sondern zwischen c1 und c3 ein Glockenspiel ...  Lachen

Nirgendwo steht was davon. Niemand hat mich gewarnt. Und der Versuch ist wiederholbar. Es scheint also zur Ausstattung zu gehören.  Lachen

Einfach neckisch. Das wird die Hausfrau erfreuen. Hoffentlich ist nicht in irgendenem Untermenü, in das ich mich verirre, eine Sprengfalle eingebaut ...  Lupe

LG
Michael
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wohli
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« Antworten #2 am: 25. Oktober 2016, 14:34:53 »

Hallo Michael -

Nun ja - die Beschriftung ist schon etwas unorthodox - bei jeder Orgel etwas anders: Sesquialt 2f, Sesquialt. II und Sesquialter II kann schon irritieren. Auch die Beschriftung der Lautstärkeregler mit Vol. I, Vol. II aber V Ped sollte noch mal überdacht werden ... da ließe sich noch manches abenteuerliche finden Augenrollen Auch der Coralbaß 4' erscheint fraglich.

Das mit dem Glockenspiel habe ich auch - findest du bei der Beschreibung meines Orgelumbaus bereits. Dr. Kraus von KIENLE, bei dem ich bemängelte, dass die Trakturengeräusche bei Orgel III entgegen der Bedienungsanleitung nicht zuschaltbar sei und statt dessen die Glöckchen klingen, hat mir mitgeteilt, dass das damit zu tun habe, dass der Expander auf Kundenwunsch als dritte Orgel ursprünglich eine Silbermann hatte, die dieses Feature besaß und dass das wohl bei Updates verschwinden würde und durch die Trakturgeräusche ersetzt wird - will ich gar nicht. Die liebe ich übrigens so wie sie sind, und bei meiner externen 5-kanaligen Abstrahlung auf dem Spieltisch rattern die auf Ohrenhöhe ..

Ansonsten:
 Phantom Phantom Phantom Phantom Phantom

Viel Spass noch beim Austesten - bin gespannt auf die Klangbeispiele

LG Bernd
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Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig leisten [Friedrich Schiller (1759-1805), Wilhelm Tell (III,1)]
wohli
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« Antworten #3 am: 25. Oktober 2016, 15:06:13 »

Übrigens die Einstellung des Tremulanten ist in meiner Bedienungsanleitung nicht beschrieben, Dr. Kraus hat sie mir damals per Mail zukommen lassen:

Einstellung Tremulant Intensität und Frequenz:

Die Tiefe und Frequenz für den Tremulant kann an eigene Wünsche angepasst werden.

Intensität:

Man drückt den Taster FT ( Feintuning) und hält diesen gedrückt.

grün rot rot rot

temperiert Werckmeister 3 Kirnberg 3 mitteltönig

Nun drückt man einen der Setzertaster von 1-3 dazu - fertig.

Die Intensität der Tremulanten wird wie folgt geändert:

Setzer 1 entspricht schwache Intensität

Setzer 2 entspricht mittlere Intensität

Setzer 3 entspricht starke Intensität

Frequenz:

Hier gilt das gleiche Prinzip wie bei der Intensität.

Man drückt den Taster FT ( Feintuning) und hält diesen gedrückt.

Nun drückt man einen Setzerplatz von 4-7 dazu - fertig.

Setzer4 =langsam

Setzer5 =schneller

Setzer6 = noch schneller

Setzer7 = ganz schneller

Die Einstellung bleibt solange permanent gespeichert bis man sie erneut ändert. Die Einstellung wirkt auf alle Orgeln gleich.
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wohli
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« Antworten #4 am: 25. Oktober 2016, 18:25:02 »

Du meine Güte - ist das eine Wundertüte!

Einfach neckisch. Das wird die Hausfrau erfreuen. Hoffentlich ist nicht in irgendenem Untermenü, in das ich mich verirre, eine Sprengfalle eingebaut ...  Lupe



ein Zimbelstern wäre auch ganz nett  Dafür

LG Bernd
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Wichernkantor
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« Antworten #5 am: 25. Oktober 2016, 19:45:59 »

 Dafür Dafür Dafür
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Gemshorn
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« Antworten #6 am: 25. Oktober 2016, 20:43:01 »

Zitat von: wohli
ein Zimbelstern wäre auch ganz nett  Dafür
Zusätzlich zur Sprengfalle, oder wie? Ihr seid unmäßig, Leute. Lachen
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Machthorn
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« Antworten #7 am: 25. Oktober 2016, 21:07:17 »

Zitat
Zusätzlich zur Sprengfalle, oder wie? Ihr seid unmäßig, Leute.
Die  löst nur bei unsachgemäßer Kombination von beidem aus.  Teufel 1
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wohli
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« Antworten #8 am: 26. Oktober 2016, 07:31:39 »

@ Wichernkantor:

Lieber Michael - Die 4'-Register in den tiefen Tonlagen finde ich so was von göttlich - vielleicht kannst du das bei deinen Aufnahmen berücksichtigen und ein bisserl oktaviert spielen Zwinkern

AHLBORN hatte ja im Expander 202 auch mit den "Chimes" was Glockenartiges - wie findest Du das im Vergleich zum HOFFRICHTER?

LG Bernd
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Wichernkantor
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« Antworten #9 am: 26. Oktober 2016, 07:48:08 »

Die Chimes von Ahlborn sind 8'-Röhren, die starke unharmonische Teiltöne ausbilden. Wenn man sie zusammen mit einem Orgelregister spielt, stimmt kein einziger Grundton sauber. Aber wir sind daran gewöhnt, dass Glocken nicht stimmen.

Das (Schalen-)Glockenspiel des SE24 steht - wie das der Gloria Ex360 - im 4'-Ton und umfasst nur die Diskantlage. Da stimmen die Schlagtöne mit den Pfeifentönen überein und die vielen unharmonischen Teiltöne werden wie die einer exotischen Aliquot wahrgenommen.
Insofern ist ein 4'-Glockenspiel m.E. das musikalisch befriedigendere. Die Röhrenglocken sind halt ein Effekt - der zugegebener Maßen sehr wirkungsvoll ist, wenn man einen c.f. im Pedal damit spielt.

Einsatz von Schlagwerk (denn das ist es ja letztlich) im (gottesdienstlichen?) Orgelspiel wäre mal einen eigenen Thread wert.

LG
Michael
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