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Autor Thema: Man macht, was man will...  (Gelesen 2323 mal)
fawe
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« Antworten #10 am: 22. September 2016, 17:40:16 »

Also ich hab in meine letzten 22 Jahren Orgelei unter polnischen Ordenspriestern keine solche Liedauswahl bekommen. Gut, mag daran liegen, dass grundsätzlich ICH die Lieder aussuche und schon mein Vater als Vorgänger sehr auf liturgische Korrektheit aus war (Studium während der Liturgiereform). Aber wenn sie sich hin und wieder ein zusätzliches Marienlied "gewünscht" haben, dann wars ganz "zivil" vor oder nach dem Segen und der Zeit (z.B. Mai) entsprechend.

Probleme gab (und gibts) immer nur mit "zugereisten" (Requiems-)Pfarrern, die dann ihr alleinseligmachendes Programm mitbringen und eine liturgisch-musikalische Gruselauswahl vorgeben. Und da gehts jetzt nicht um solche "Nebensächlichkeiten" wie ob man das Schubert-Sanctus singen soll oder nicht. Einer mal: "Was wollens denn immer mit ihrem Antwortpsalm, das Lied ist doch viel kürzer" (vom Lied wollte er 4 Strophen, Antwortpsalm hatte 2 Doppelverse). Wiederum ein anderer: "Ach mein Gott, ich weiß schon, dass man das hier viel strenger sieht, aber die Leute wünschen sichs halt ..."

Wenn ich solche Liedzettel (oft nur ein Postit) unter die Nase kriege, frage ich inzwischen immer: "Meinen Sie das ernst?" – Und in der Regel biege ich dann möglichst viel von dem Vorschlag so hin, dass es vertretbar ist und spiele den Rest, wie es sich gehört ...  Teufel 1
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Gemshorn
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« Antworten #11 am: 22. September 2016, 22:23:38 »

Nun, in der "Erklärung" von Hochwürden stand alles mögliche zur Rechtfertigung der Misere; das "Marienradio" kam in seinen Begründungen nicht vor.
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Gemshorn
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« Antworten #12 am: 22. September 2016, 23:00:16 »

Genau. Und "Stille Nacht" passt auch in die Osternacht. Immerhin geht es um eine heilige Nacht. Lachen
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Machthorn
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« Antworten #13 am: 22. September 2016, 23:50:31 »

Das generelle Problem ist wohl, dass sich mit "Volksfrömmigkeit" und "Schön finden" eigentlich für alles eine Rechtfertigung finden lässt, selbst für den "Ungehorsam". Natürlich muss man nicht päpstlicher sein als der Papst, aber das Einhalten einer gewissen Grundordnung sollte schon selbstverständlich sein.
Ich kann Gemshorn schon verstehen. Ein Zelebrant ist in der katholischen Kirche meines Wissens zumeist studierter Theologe und sollte um das Kirchenjahr Bescheid wissen. Ein Radiogottesdienst hat obendrein gewissermaßen Vorbildfunktion und kann als Rechtfertigung für das Kopieren dort vorgetragener Missstände vorgetragen werden. Da ist also eigentlich besondere Sorgfalt geboten.
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Gloria Klassik 226 Trend
fawe
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« Antworten #14 am: 23. September 2016, 13:56:40 »

Der Tagesheilige ist alledings auch nicht der liturgische Maßstab, sondern Lesungen und Evangelium für den Tag. Waren die denn wenigstens richtig gewählt ?

Naja, an einem als (Apostel-)Fest eingestuften Tag sind die Lesungen eigentlich klar vorgegeben: Die vom entsprechenden Fest eben; ohne Auswahlmöglichkeit. Man kann zwar dann noch irgendwie mit "pastoralen Gründen" argumentieren, aber das ist für mich in 90% der Fälle eine Augenauswischerei bzw. Ausrede. Man kann aus jedem Bibeltext was passendes rausziehen und darüber predigen, wenn man sich etwas damit beschäftigt.
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Gemshorn
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« Antworten #15 am: 23. September 2016, 15:29:46 »

Tagesgebet und Perikopen waren vom Apostelfest. Umso "besser" passte nach der Lesung die Marienliedstrophe, wo die am Radio Zuhörenden erfuhren, dass Marias Herz der Liebe des Höchsten geweiht und sie selbst für die Botschaft des Engels bereit war.
 Lachen Lachen Lachen

Zitat von: Hymnus
Der Tagesheilige ist alledings auch nicht der liturgische Maßstab, sondern Lesungen und Evangelium für den Tag.
Was die "Wertigkeit" der Feste, Hochfeste und der normalen Wochentage betrifft, gibt es eine ebenso klare wie einleuchtende Regelung:
Feste stehen über dem Wochentag, Hochfeste auch über dem Sonntag.
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2nd_astronaut
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« Antworten #16 am: 25. September 2016, 23:30:29 »

ja also ich kann dieses gemecker gar nicht verstehen... mal versprechen die radiosender die "frischeste" musik, mal das beste wetter, mal die kürzesten Verkehrsstaus -- aber immer halten sie ihre vorgaben nicht.
auf "Radio Maria" scheint man dagegen die volle marien-dröhnung zu bekommen  Engel. die warten sicherlich auch sehnlichst auf die fertigstellung der beschwingten marien-hits "unserer" durchlauchtigsten fürstin gloria (v. T&T).

 Putzen
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Gemshorn
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« Antworten #17 am: 26. September 2016, 08:22:35 »

Macht nix. Es muss ja nicht jeder alles verstehen. Zwinkern
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