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Autor Thema: Basilika Maria Taferl  (Gelesen 4531 mal)
2nd_astronaut
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« Antworten #20 am: 18. Juni 2016, 15:58:00 »

naja, sieht halt unnötig technisch aus, der spieltisch. ich bezweifle auch die ergonomie dieser flachen taster.

aber -- ich kann den spieltisch noch ignorieren, was mir bei dem im bauer-faden genannten scheußlichen teneriffa-ungeheuer nicht gelingt: http://www.franzlambert.de/home/main/_dateien/datenbank5/daten/eintraege/dateien/100002/Foto.jpg

hoppla, jetzt hab ich glatt das falsche bild verlinkt  Exorzist Putzen duck und weg
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Aeoline
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« Antworten #21 am: 18. Juni 2016, 16:12:14 »

 Lachen Lachen Lachen Lachen

Oh wie schön...

Ganz in weiß...

LG
Aeoline
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Viele Organisten leiden an einer schlimmen Krankheit:
Augentinnitus - Man(n) sieht nur noch Pfeifen
Romanus
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« Antworten #22 am: 19. Juni 2016, 12:58:48 »

Romanus - hast Du vielleicht ein Foto vom Spieltisch vor der Renovierung?
Nicht direkt, ABER ich habe glücklicherweise die Doku "Ein Haus voll Glorie" zum 350-Jahre-Jubiläum der Basilika Maria Taferl in der ORF-TVthek wiedergefunden, in welcher der alte Spieltisch zu sehen ist:  Freudensprung
http://tvthek.orf.at/topic/Stifte-und-Kloester/8378976/350-Jahre-Basilika-Maria-Taferl/8293327
Der Film ist durchaus sehenswert, weil er neben schönen Bildern auch die Geschichte der Kirche und der Orgel beleuchtet.

Der Spieltisch ist aber leider nicht "in voller Pracht" zu sehen, sondern schon teilweise zerlegt. Trotzdem kann man sich ein Bild davon machen und den deutlichen Stilbruch zum aktuellen Hi-Tech-Machwerk sehen.
Möchte wirklich wissen, wer auf die Idee gekommen ist, eine 100-jährige historische Orgel so zu entstellen und welcher Organist das auch noch zugelassen hat.  Traurig
 
Ich werde auch noch einen Screenshot machen und online stellen !
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Romanus
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« Antworten #23 am: 19. Juni 2016, 14:11:59 »

Hier das versprochene Bild: (Wie gesagt, bereits zerlegt und nicht mehr wirklich dekorativ !)

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Machthorn
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« Antworten #24 am: 19. Juni 2016, 15:49:18 »

Der war gar nicht schlecht, auf jeden Fall sehr ergonomisch angelegt.
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Romanus
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« Antworten #25 am: 19. Juni 2016, 19:33:49 »

Danke für das Bild. Ich muss gestehen, nach der Lektüre der Kommentare im anderen Forum war ich auf noch viel Schlimmeres vorbereitet (vgl. St. Lukas München, St. Peter Köln o.ä.)...
Du hast recht, es geht wirklich noch geschmackloser: St. Lukas, München   Schock


Der obere Teil des Generalspieltisches sieht aus, als würde er frei im Raum schweben, wie funktioniert dieser Zaubertrick ?  Lachen

Den Spieltisch von St. Peter in Köln finde ich vergleichsweise gar nicht soo schlimm, etwas bunt vielleicht, erinnert ein wenig an Yamaha-"Electone"-Heimorgeln aus den 80er-Jahren.  Zwinkern




Außerdem ist das auch keine historische Orgel, der Pfeifenprospekt entsprechend innovativ, also alles in allem ein stimmiges Gesamtkonzept.

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« Antworten #26 am: 19. Juni 2016, 20:54:37 »

Hallo Romanus,
danke für den Screenshot.
Der Spieltisch von Maria Taferl dürfte der von Jehmlich (via Laukhuff ?) sein, also auch bereits der mindestens zweite. Leider meint häufig jede Generation, ein neuer Spieltisch mache eine bessere Orgel.... So gibt es beispielsweise Filmaufnahmen vom Umbau und der Elektrifizierung unter Cocherau ND Paris. Ich hab sie mit Grausen gesehen....
Zu St. Lukas, München: Der hier im Foto gezeigte Spieltisch ist, der via LWL gesteuerte 2. Spieltisch speziell für Konzerte, der unten in der Kirche steht. (weitere Informationen vom Hersteller: http://www.tastenklang.de/Spieltische/spieltische_body.html#St.Lukas
) CC kommt er sicher entgegen.... und das Publikum bekommt etwas zu sehen (was ja ausdrücklich beabsichtigt war). Wenn damit Interesse an Orgelmusik geweckt wird, habe ich gar nichts dagegen. Außerdem ist der Spieltisch im schlimmsten Falle ja sogar reversibel. Der Steinmeierspieltisch steht soweit mir bekannt, überarbeitet, funktionstüchtig wieder am angestammten Platz auf der Empore. Aus organologischer Sicht kann ich mit so einer Bypasslösung wirklich leben.... zumal sie technische und erhebliche musikalische Möglichkeiten in so einem Riesenraum eröffnet und auch ermöglicht.
Parallelbeispiele dazu wären der "selbst fahrende" Spieltisch in der Basilika Waldsassen, oder der zweite Spieltisch in Altenberg (Dom), den Philharmonien in Berlin oder Köln.
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« Antworten #27 am: 20. Juni 2016, 08:32:06 »

@Romanus: Danke fürs Bild! Ich hatte tatsächlich eine andere Vorstellung davon... schöne alte gedrechselte Registerzüge statt der Wippen, etc.  - aber vielleicht hatte die ja der vorherige Spieltisch? Denn ganz das Original wird dieser auch nicht sein, der passt eigentlich auch nicht zum restlichen Orgelgehäuse....
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Johannes
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« Antworten #28 am: 20. Juni 2016, 09:53:59 »

Habe bereits einen Screenshot des alten teilweise zerlegten Spieltisches der Orgel aus Maria Taferl der Seite auf www.organindex.de hinzugefügt. Hier der Link:

http://www.organindex.de/index.php?title=Maria_Taferl,_Wallfahrtsbasilika_%22Schmerzhafte_Muttergottes%22


Johannes
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« Antworten #29 am: 20. Juni 2016, 18:24:12 »

@Romanus: Danke fürs Bild! Ich hatte tatsächlich eine andere Vorstellung davon... schöne alte gedrechselte Registerzüge statt der Wippen, etc.  - aber vielleicht hatte die ja der vorherige Spieltisch? Denn ganz das Original wird dieser auch nicht sein, der passt eigentlich auch nicht zum restlichen Orgelgehäuse....
Der Spieltisch gehört zur 1910 von Franz Capek erbauten, pneumatischen Orgel (III/41) und hat deshalb die zu dieser Zeit gebräuchlichen Registerwippen.

Registerzüge hatte nur die ursprüngliche Hencke-Orgel (III/28) von 1760, von der nur das Gehäuse erhalten ist.
Die Hencke-Orgel hatte die damals gebräuchliche "kurze" Unteroktav in Manual und Pedal und folgende Disposition:

Hauptwerk:
Prinzipal 8´
Waldflöte 8´
Quintadena 8´
Salizional 8´
Gambe 8´
Oktave 4´
Spitzflöte 4´
Quint major 2 2/3´
Oktave 2´
Quint minor 1 1/3´
Mixtur 5fach
Zimbel 3fach

Brüstungspositiv I:
Koppel 8´
Prinzipal 4´
Flöte 4´
Oktave 2´
Quint 1 1/3´
Mixtur 3fach

Brüstungspositiv II:
Koppel 8´
Flöte 4´
Oktave 2´
Sedezim 1´

Pedal:
Subbass 16´
Quintadena 16´
Prinzipal 8´
Oktavbass 8´
Quint 5 1/3´
Mixtur 4fach

Diese Art der Disposition war typisch für die österreichische Orgel des späten 18. Jahrhunderts, die gewöhnlich auf Manual-16´ und Zungen verzichtet und sich durch einen strahlenden, hellen, aber nicht scharfen Klang auszeichnet.
Das große, an den Spieltisch angebaute Brüstungspositivgehäuse beherbergte (wie auch bei der teilweise erhaltenen Hencke-Orgel in Herzogenburg) beide Positivwerke.

Die Orgel von Maria Taferl hat (mindestens) 2 Zwillingsschwestern, die eine nahezu identische Gehäuseanordnung haben, die für Johann Hencke typisch ist:

1. Die Orgel der Pfarr- und Wallfahrtskirche Wien-Mariahilf wurde 1763 von Johann Hencke erbaut, 1851 durch einen Neubau von Carl Hesse ersetzt und 1894 von Johann Marcellinus Kauffmann umgebaut:



Aktuelle Disposition seit 1894:

Hauptwerk:
Bourdon 16´
Principal 8´
Gedeckt 8´
Flauto major 8´
Viola di Gamba 8´
Octav 4´
Flöte 4´
Quint 2 2/3´
Octav 2´
Mixtur 5fach 2 2/3´
Trompete 8´

Positiv:
Geigenprincipal 8´
Gedeckt 8´
Salicional 8´
Aeoline 8´
Octav 4´
Salicet 4´
Mixtur 2fach 2 2/3´

Pedal:
Principalbass 16´
Subbass 16´
Quintbass 10 1/3´
Octavbass 8´
Violoncello 8´
Posaune 16´

2. Die Orgel der Pfarr- und Wallfahrtskirche Hafnerberg (II/17) wurde 1766 bei Johann Hencke bestellt und 1767 nach Hencke´s Tod von seinem Schwiegersohn Anton Pfliegler vollendet und blieb bis heute nahezu unverändert erhalten.

 

Disposition:

Hauptwerk:
Principal 8´
Flöte 8´
Gamba 8´
Octav 4´
Spitzflöte 4´
Quint 2 2/3´
Superoctav 2´
Mixtur 3-4fach 2´

Positiv:
Gedeckt 8´
Principal 4´
Flöte 4´
Principal 2´
Mixtur 3fach 1´
 
Pedal:
Subbass 16´
Principal 8´
Octavbass 8´
Mixtur 3fach 4´
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