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Autor Thema: Mainzer Dom  (Gelesen 2043 mal)
Martin78
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« am: 03. Juni 2016, 23:31:41 »

Beim Plausch hinterher erwies sich der sympathische Interpret als geistreicher Causeur, verriet auch ein paar Kleinigkeiten über den Stand und die Perspektiven des Mainzer-Domorgel-Projektes. Den Zuschlag für die Reorganisation des vorhandenen Bestandes und für die Zubauten, die endlich die bis dato unbefriedigende Beschallung im Langhaus verbessern sollen, erhielten die Firmen Goll und Rieger in Kooperation. Das Projekt sei aber finanziell noch nicht in trockenen Tüchern. Denn der Dom gehört – anders als seine Geschwister in Speyer, Worms oder Trier – nicht dem Land, sondern der Kirche.
Der Anfang ist gemacht.
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Gloria Concerto 350 Trend
Wichernkantor
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« Antworten #1 am: 04. Juni 2016, 10:01:21 »

Puh, wenn die selben Leut' über die Orgel schreiben, die auch über Boxkämpfe und Kaninchenzüchtertreffen berichten ...

Ja, wat denn jetz'?
Ist alles Schrott und muss ersetzt werden? (Beckmann lobte die Qualität der fast 90 Jahre alten Laden und Pfeifen von Klais!) Wieso bleiben Teile der Orgel dann "in Betrieb"?
Oder ist nix mehr zu gebrauchen? (Heckwolf laut Zeitungsdichter)

500 T€ sind für ein solches Großprojekt ja Peanuts. Das geht vermutlich allein für die technische Anlage und einen neuen Zentralspieltisch drauf ...

Um Leute (und vor allem: solvente Spender) für das Projekt zu enthusiasmieren, müssten schon etwas mehr Details 'rüberkommen. Der Senior der Medienkonzerns, dem die Zeitung gehört, die den Artikel druckte, ist doch Ritter des pästlichen Gregoriusordens und hat dem "Deutschen Eck" zu Koblenz anno '91 das Reiterstandbild von Willem I. gestiftet. (Willem reitet ja jetzt Richtung Berlin und nicht mehr Richtung Paris ...  Lachen)
Soll er doch mal dem Mainzer Dom eine fette Orgel stiften - das wäre mal was sinnvolles angefangen mit der Kohle, mit der er sonst mittelrheinische Burgen kauft (incl. Hubschrauberlandeplatz).
(In Kollegenkreisen gilt das Bonmot: Lieber bei der Prawda als in diesem Verlag ...)

LG
Michael
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Martin78
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« Antworten #2 am: 04. Juni 2016, 10:30:17 »

Um Leute (und vor allem: solvente Spender) für das Projekt zu enthusiasmieren, müssten schon etwas mehr Details 'rüberkommen.
Ja, die finden sich im gelben Forum. Dort hat DO Beckmann ein paar Details gepostet. Zukünftig wird nur noch viermanualig georgelt.  Zwinkern
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Gloria Concerto 350 Trend
Wichernkantor
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« Antworten #3 am: 04. Juni 2016, 11:07:18 »

Jo, das langt. Entscheidend ist, dass das Hauptproblem gelöst ist: die annähernd gleichmäßige und zeitgleiche Beschallung aller Raumteile.

Die unfreiwillige Polyphonie im gesamten Langhaus machte das Begleiten des Gemeindegesangs nicht gerade zum Vergnügen. Erschwerend kam hinzu, dass die erste Bankreihe vom "Leitwerk" am Spieltisch (das der singenden Gemeinde noch am nächsten stand) auf dem Südlettner bereits so weit weg war, dass der Schall eine 30tel Sekunde Laufzeit hatte - hin und zurück also eine 15tel Sekunde. Und das ist eine ganze Menge. Man durfte als Organist alles machen, nur nicht auf die Gemeinde hören oder gar auf sie warten ...

LG
Michael
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Noah
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« Antworten #4 am: 04. Dezember 2016, 17:04:06 »

Mit Rieger und Goll Orgelbau sind dort zwei top Orgelbau firmen am Werk! Ich selber kann auch an einer Goll Orgel aus dem Jahre 2011 spielen, und der Klang ist immer wieder Atemberaubend.

Ich bin gespannt, welch ein Instrument dort entstehen wird.

Gruss

Noah
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Johannus LiVE III seit 6.12.2016
Martin78
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« Antworten #5 am: 09. November 2017, 11:25:28 »

Ich bin gespannt, welch ein Instrument dort entstehen wird.
Die nächste rheinland-pfälzische Großorgel nimmt Form an: Die geplanten Dispos und weitere Details wurden veröffentlicht.
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Gloria Concerto 350 Trend
Aeoline
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« Antworten #6 am: 09. November 2017, 12:12:36 »

Boah Ej!

Voll fett!

 Dafür

LG
Aeoline
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Viele Organisten leiden an einer schlimmen Krankheit:
Augentinnitus - Man(n) sieht nur noch Pfeifen
Wichernkantor
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« Antworten #7 am: 09. November 2017, 12:34:09 »

Ich weiß zwar nicht, was "Crotales 8' " sind, hoffe aber, es sind keine "Brutales".

Auf mich macht dieses ganze Konzept den Eindruck, dass da mit sehr viel Expertise und ohne den Sachzwang zu "Sparlösungen" gearbeitet wurde. Vor allem letzteres habe ich in meiner Mainzer Studienzeit mehrfach bobachtet: Für Orgeln war einfach "kein Geld da". Also wurde geflickt, erweitert, "reorganisiert" etc. (In St. Stephan leistete man sich zum Beispiel Chagall-Fenster von zweifellos allerhöchstem künstlerischem Wert. Die Organisten mussten Jahrzehnte lang ein einmanualiges Gerät betasten, für dessen Spiel es kein Honorar, sondern Schmerzensgeld gab.)
Selten ist dabei etwas Gutes und Dauerhaftes herausgekommen. Da liest sich diese Broschüre - ein kluger Schachzug übrigens - doch ganz anders. Der Leser gewinnt den Eindruck: Hier entsteht etwas Vorbildliches.

Mit dieser opulenten Anlage ist der Raum sicher angemessen zu beschallen. Und Daniel Beckmann bekommt endlich ein Werkzeug, das seinen Fähigkeiten als konzertanter und liturgischer Organist angemessen ist.

LG
Michael
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wohli
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« Antworten #8 am: 09. November 2017, 12:49:56 »

Ich weiß zwar nicht, was "Crotales 8' " sind, hoffe aber, es sind keine "Brutales".

LG
Michael

Google weiß so was:

https://de.wikipedia.org/wiki/Crotales

 Zwinkern LG Bernd
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Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig leisten [Friedrich Schiller (1759-1805), Wilhelm Tell (III,1)]
Martin78
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« Antworten #9 am: 09. November 2017, 12:59:33 »

Ich weiß zwar nicht, was "Crotales 8' " sind, hoffe aber, es sind keine "Brutales".
Das glaube ich nicht - das gleichnamige Instrument ist ein Aufschlagidiophon, also wird es sich um ein Perkussionsregister (ähnlich Röhrenglocken?) handeln, dem hier immerhin ein eigenes Manual gewidmet ist!

Mit dieser opulenten Anlage ist der Raum sicher angemessen zu beschallen.
Ich denke, als Kathedralmusiker kann man heilfroh darüber sein, wenn die zu beorgelnde Kirche keine Kuppeln aufweist! Den kuppellosen Trierer Dom, der nicht viel kleiner, aber wegen seiner im Kern auf dem spätrömischen Kirchenbau basierenden Raummaße völlig anders ist als die rheinischen romanischen Kaiserdome Speyer, Mainz und Worms, füllt eine neobarocke Orgel von 67 Registern (plus kleine Chororgel, 24 Register, nicht zusammen spielbar) durchaus angenehm und ausreichend. In Mainz wird man über 200 Register gebaut haben! Den etwas kleineren Wormser Dom füllt dank guter Platzierung (Schwalbennest) eines Klaisorgel von 34 Registern.
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Gloria Concerto 350 Trend
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