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Autor Thema: 10 Gebote für den kirchlichen Volksgesang  (Gelesen 4478 mal)
Gemshorn
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« Antworten #10 am: 20. Dezember 2015, 14:46:00 »

Bei uns "flüchten" sich die Leute, die normalerweise die Kirche nicht von innen sehen, und sich nur ausnahmsweise zur Weihnachtszeit dazu aufraffen können, auf die Empore.... verjagt man sie von dort, kommen sie nicht mal dann in die Messe
Sorry, ich muss darauf reagieren. Diese Art der Toleranz übte auch ich lange Zeit. Heute frage ich mich: Wofür? Wer nur zusehen, aber nicht teilnehmen will, kann auch das TV einschalten und sich die Fernsehgottesdienste ansehen. Oder in den hinteren Bänken Platz nehmen. Die Empore ist für Musiker gedacht. Sie ist keine Ehrenloge für seltene Gäste und schon gar kein Ort zum Verstecken. Ich sehe auch gar keinen Grund, warum man denen, die das ganze Jahr über nicht zur Kirche kommen, diesbezüglich ein Sonderrecht einräumen sollte.
Das heißt bitteschön nicht, dass ich von diesen Menschen nichts halte oder der Meinung bin, dass man ihnen nicht nachgehen sollte. Das soll man. Eine Öffnung der "Theaterloge" halte ich jedoch für ein ungeeignetes Mittel dazu.
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Kein Mensch ist arm zu nennen, der ab und zu tun kann, was immer ihm Spaß macht. (Dagobert Duck)
kirchenmaus
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« Antworten #11 am: 20. Dezember 2015, 20:31:42 »

Tja, bei der Frühmesse, bei der ich meines Amtes walte, kommen die betreffenden Personen eh nicht Lachen, d.h. ich hab da oben meine "heilige Ruh". Bei meiner ersten MEsse vorigen Advent ist prompt einer raufgelatscht- damals hat mich das echt aus der Ruhe gebracht, vorigen Samstag war er wieder da (nach einem Jahr), mittlerweile ists mir egal. Nur bei der Intonation vom Agnus dei plötzlich seine Hand über der Tastatur schweben zu sehen, war etwas lästig Böse

Zitat
Autor: Martin78
... bis auf den "Gesang der Schulkinder", auch diese sind leider immer seltener in Kirchen anzutreffen.  kratz augenroll

das ist ein eigenes Kapitel, wo ich gerade einige Erfahrung sammle - aber eigentlich hat es in einem Orgelforum nicht viel zu suchen... wenn, dann in der Plauderecke, falls jemand ebenfalls damit befasst ist.
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pvh
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« Antworten #12 am: 20. Dezember 2015, 20:49:04 »

Hallo,
- Die Empore ist für den Organisten, die Chöre und Musiker gedacht, die den betreffenden Gottesdienst gestalten, für Gottesdienstbesucher gibt es genügend Platz im Kirchenschiff.
tja, das sind halt alles nur Gebote mit lokaler Bedeutung. Bei uns sind Gottesdienstbesucher auf der Empore und Orgel steht unten am Haupteingang.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
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kirchenmaus
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« Antworten #13 am: 21. Dezember 2015, 19:38:48 »

Beim Haupteingang würde ich nicht spielen wollen..... mir reichts, daß unsere Böhm für die Familienmessen beim Seitenaltar steht, da wird man genug beobachtet...  Lupe

Noch eine anscheinend ortsspezifische, unausgesprochene "Anordnung", zwar nicht den Volksgesang, aber da Orgeln betreffend: Kleine Kirche, ganz kurzes Postludium.
Anfangs wagte ich es, mehr als die üblichen 5-10 Takte zu spielen, plötzlich hörte ich die ca. fünf Damen unten, während ich noch spielte, ihr Abschlussgebet murmeln: "Jesus, dir leb ich, Jesus, dir sterb ich....." - und als ich von der Empore herunterkam, waren sie schon über alle Berge  Lachen Lachen.
Beim Hauptorganisten nachgefragt, bekam ich die Antwort:  "Die habens immer eilig!"
Spiele ich mal 3! Strophen z.B. vom Eingangslied, kommen schon hinterher Kommentare: 1 Strophe hätt gereicht... schade eigentlich...
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jogo31
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« Antworten #14 am: 22. Dezember 2015, 08:12:01 »

Bei uns war die Empore früher auch für Gottesdienstbesucher geöffnet, der Andrang hatte sich an "normalen" Sonntagen in Grenzen gehalten (lag wohl auch daran, dass es da oben keine Bänke gibt, sondern nur Klapphocker, in der Art von Anglerstühlen), aber an Hochfesten war der Andrang so groß, dass bei einem Notfall kein durchkommen möglich gewesen wäre und dass die die Organisten sich ihren Freiraum erkämpfen musste. Da konnte es schon sein, dass man beim Präludieren mit den Gottesdienstbesuchern, die sich um einen rum quetschten, kollidierte. Daher haben wir die Empore grundsätzlich für Gottesdienstbesucher geschlossen und das ist auch gut so.

@kirchenmaus: Das kenne ich auch, allerdings ist mir das wurscht, wer dem Nachspiel nicht lauschen will, darf ruhig (unauffällig und leise versteht sich) gehen. Und Leuten, die sich über "zu viele" Strophen beschweren, werden von mir einfach belehrt, dass wir beim Gottesdienst sind und nicht auf der Flucht und dann stehen gelassen. Zudem werden, beim nächsten Gottesdienst die Lieder dann erst recht sehhhr ausführlich gesungen. Lachen Lachen

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Guilain
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« Antworten #15 am: 23. Dezember 2015, 11:03:23 »

Aber ein Friedens-Kuss für den/die Organisten/in ist nicht ausgeschlossen.  Engel
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kirchenmaus
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« Antworten #16 am: 26. Dezember 2015, 18:27:11 »

 nein Also ich weiß ja nicht, welch netten Besuch du auf der Empore bekommst, aber bei der Auswahl, die ich da oben hätte: brrrr!!!!!
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SJL
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« Antworten #17 am: 26. Dezember 2015, 19:03:01 »

Noch eine kleine Anekdote aus der Reihe „Skurrilitäten von der Orgelempore“:

Neben den gerade im Weihnachts-GD oft erlebten Kämpfchen um den besten Platz auf der Orgelbank (ja, dreist wie ich bin habe ich diese beim Spielen sogar ganz gerne für mich allein) war mein absolutes Highlight das Geschenk einer Dame äußerst fortgeschrittenen Alters, die, weil anscheinend nahezu gebisslos, mit dem Verzehr des vom Kirchenvorstand für den festlichen Anlass eigens angefertigten Abendmahlsbrotes überfordert war und dieses (nach einigen Minuten vergeblichen Mümmelns und Einweichens im Mund) quasi als kleines Abschiedspräsent auf meinem Schwellwerks-Manual ablegte und lächelnd von dannen zog. Das sind die kleinen Momente, die das Leben bereichern…
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Johannus LiVE 2T
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