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Autor Thema: Subwoofer zum Dritten  (Gelesen 5540 mal)
matjoe1
Erleuchteter
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Beiträge: 411


« Antworten #10 am: 05. Dezember 2015, 09:43:36 »

Hallo Sweevaldi,

danke für den Frequenzschrieb - den hatte ich nicht gesehen (es ist zwar der vom Vorgänger: Sub 12; der aktuelle heißt 12.2 - macht aber nichts, da nur dass Bassreflexsystem durch eine Passivmembran ersetzt wurde).
Bei mir durchläuft das Signal vorher eine Reckhorn S-1 Aktivweiche: ich werde damit die Satelliten-LS von den Frequenzen <40 Hz entlasten. Gleichzeitig erlaubt diese Weiche variable Einstellungen zur Unterdückung von Dröhnfrequenzen - damit eliminiere ich die schlimmsten Brummer.
Die von mir zitierten 27Hz hatte ich aus einem Test der Stereoplay (nun ja, jeder misst ja anders...)

LG
Matthias
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Dieter Schuster
Gelehrter
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Beiträge: 125


« Antworten #11 am: 08. Januar 2016, 06:31:02 »

Nur als rein technisches Statement: Es ist schlicht falsch, dass 'Mikrofone keine Frequenzen unterhalb von 20Hz' aufnehmen. Und es ist ebenso falsch dass die Samples in Digitalorgeln solche niedrigen Frequenzen 'nicht enthalten'.

Ein Subkontra-C (tiefster 32'-Pedalton) schwingt auf einer Grundfrequenz von ca. 16,4 Hz - und das lässt sich mit einem gezielt auf ein Frequenzband von 16 bis ca. 80Hz abgestimmten Subwoofer durchaus gut abbilden. Eine ganz andere Frage ist, wie sich der Aufstellungsraum in Sachen Achsenlänge dazu verhält, bzw. wie man einen solchen Subwoofer möglichst 'richtig' positioniert. In der Regel werden einfach Kantenlängen eines quadratischen oder rechteckigen Raums definiert - und dann erklärt 'warum niedrigere Frequenzen als xx Herz' in diesem gegebenen Raum nicht abbildbar sind. Das ist aber nur dann richtig, wenn man zweidimensional nur in 'Parallelreflektoren' denkt, also in Szenarien, in denen ein gerichteter Klangstrahler gegen eine exakt parallele Fläche abstrahlt. Dabei wird dann gern präzise erläutert, dass man zur Reprodukation bestimmter Frequenzen bestimmtem Raumlängen benötigt. Ebenso 'logisch' wie falsch! Richtig ist, dass fast jede 'untere' Frequenz in nahezu jedem Raum durchaus hörbar (und messbar) abbilden und wiedergeben lässt - vorausgesetzt man befreit sich von der irrigen Vorstellung der angeblich nötigen 'parallelen Flächen', die angeblich untere Grenzfrequenzen definieren. Alles ist am Ende eine Frage der richtigen/kalkulierten Aufstellung von Klangabstrahlern niedriger und tiefster Frequenzen. So liefert z.B. eine Klangquelle die in einem 45-Grad-Winkel in einen rechteckigen Raum abstrahlt, eine völlig andere rechnerische (und reale) minimale Grenzfrequenz als dieselbe Klangquelle, die geradeaus in Richtung einer parellelen Wand ausgerichtet wird.

Da hilft übrigens auch die vermeintliche Regel nicht, nach der sich tiefe Frequenzen grundsätzlich angeblich 'ungerichtet' also 'omnidirektional' verbreiten - das ist nämlich schon rein physikalisch eine unzulässig grobe Vereinfachung.
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Sweevaldi
Adept
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Beiträge: 39


« Antworten #12 am: 13. Januar 2016, 12:54:08 »

Hallo Dieter,
ich habe mich davon überzeugen lassen, dass es tatsächlich hochwertige Mikrofone gibt, die stark vierstellige Preise kosten und bei tiefen Frequenzen weit in den Infraschallbereich reichen, d.h. unterhalb von 20 Hz. Das menschliche Gehör reicht da allerdings nicht hin, wenn man der überwältigenden Mehrheit der medizinischen Fachliteratur vertrauen darf. Vielmehr können wir ab 20 Hz abwärts nur noch mit Hilfe des Gleichgewichtsorgans etwas "wahrnehmen", etwa im Sinne von Erschütterung, jedoch weitgehend ohne Unterscheidungsmöglichkeit für "Tonhöhen". Damit relativiert sich zumindest die immer wieder vorgetragene Forderung nach Audiotechnik, die durchgehend in den Infraschallbereich hinab reicht. Es kommt hinzu, dass beachtlich hohe Pegel erforderlich sind, um überhaupt schon unterhalb von 30 Hz etwas hörbar zu machen. Sehr schön prüfen kann dies jeder Organist mit den 16'' Pedallabialregistern, deren tiefste Töne tendenziell weniger laut, wenngleich oftmals unangenehm dröhnend, empfunden werden, im Vergleich zu den etwas höheren Tonlagen. Beim 32'' Untersatz ist dies natürlich noch deutlicher - aber wer hat den schon....
Immerhin konnte ich inzwischen in Erfahrung bringen, dass zumindest die Class D Verstärker in aktuellen Digitalorgeln ebenfalls den Infraschallbereich übertragen können, mit nur geringem Pegelabfall. Bei älteren Instrumenten ist dies eher nicht gegeben!
Die Frage ist nun, ob die aufbereiteten Samples die vielleicht aufgezeichneten Infraschallsignale noch enthalten, oder ob man sie nicht vorsichtshalber weggeschnitten hat. Was wir brauchen, um die Frage der möglicherweise vorhandenen Infraschallanteile in den Samples zu beantworten, sind also Diagramme der Frequenzgänge von Einzelsamples, die die Hersteller aber regelmäßig nicht publizieren, im Unterschied etwa zu Produzenten von Audiotechnik, die ihre Kundschaft oftmals sehr detailliert informieren....
Bezüglich der SW gebe ich Dir ebenfalls recht, dass die Raumgröße per se keinen Einfluss auf die Wiedergabe der tiefen Töne hat, sonst könnte man z.B. im Auto überhaupt keinen Tiefbass hören. Vielmehr wirken sich Raumgröße, Gehäusedimensionen und Aufstellort auf das Auftreten von "stehenden Wellen" aus, die im ungünstigen Fall erheblichen Verdruss beim Hören bereiten. Man kann sie näherungsweise berechnen, was aber nur bei einfacher Geometrie des Raumes eine triviale Angelegenheit ist.
Aus diesem Grund habe ich meinen SW, der bis an die 150 Hz abstrahlt, asymmetrisch im 7 x 4 m großen Raum aufgestellt, mit den von Dir ebenfalls vorgeschlagenen 45 Grad zur längeren Seite und habe so mit stehenden Wellen keine nennenswerten Probleme. Allerdings gibt es in dem Raum auch keine größeren freien Wandflächen, dafür reichlich schallabsorbierende Gegenstände. Mit dem Ohr orten kann man den SW nur, wenn ausschließlich über ihn wiedergegebene tiefe Töne entsprechender Pedalregister gespielt werden und sich das Ohr sehr nahe am Lautsprecher befindet.
Viele Grüße,
Sweevaldi
Gespeichert

Sweelinck 30 seit Nov. 1997
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beide mit interner und externer Abstrahlung
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