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Autor Thema: Die neue Johannus Live III  (Gelesen 31696 mal)
matjoe1
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« Antworten #10 am: 06. November 2015, 09:49:56 »

Jetzt kann ich´s kaum noch bis morgen aushalten.
Danke für den tollen Bericht, Michael!

LG
Matthias
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Wichernkantor
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« Antworten #11 am: 06. November 2015, 10:09:38 »

Was ich vergaß: Die Silberfrau steht natürlich auf sächsischem Kammerton - a =419 Hz - wegen "Gravität". Sie lässt sich aber auch auf 440 Hz "pimpen".
Dem Vernehmen nach ist auch eine eigene Intonationssoftware in der Pipeline. Wobei ich mich frage, was das soll. Denn man kann - diese Orgel jedenfalls - nur verschlimmbessern. Ich würde daher eher dazu raten, dem Kunden nicht allzu viele Optionen zur Klangmanipulation zu bieten. Und auf die Maske gehört ein fetter Button: Reset.
Ich denke mir, der Käufer einer Live III ist so das ziemliche Gegenteil eines Concerto-Kunden. Letzterer will möglichst viele Optionen, einen Klang im Raum nach eigenen Vorstellungen zu formen.
Die Live III bringt nicht nur den Klang, sondern auch den Raum mit. Wenn ich das Konzept richtig interpretiere, ist sie nicht dafür gedacht, den virtuellen Raum, den sie im Gepäck hat, in einen komplexen realen Raum zu transferieren. Dieser virtuelle Raum entfaltet sich ausschließlich im Nahfeld bzw. in einem sehr eingegrenzten räumlichen Umfeld. Schon zwei Meter vom Möbel entfernt löst sich die grandiose Wirkung der "Klangwolke" am Spieltisch allmählich auf.
Die große Stärke dieser Orgel liegt m.E. darin, reale Instrumente unter ihren realen Raumbedingungen virtuell abzubilden und zu reproduzieren. Da wäre ein neuer realer Klangraum mit - eventuell kontraproduktiver - Eigenakustik mehr hinderlich als förderlich. Die Orgel ist für das stille (?) Kämmerlein gedacht. Nicht für die Kirche oder den privaten "Konzertsaal".

LG
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Martin78
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« Antworten #12 am: 06. November 2015, 10:33:55 »

Die Live III bringt nicht nur den Klang, sondern auch den Raum mit. Wenn ich das Konzept richtig interpretiere, ist sie nicht dafür gedacht, den virtuellen Raum, den sie im Gepäck hat, in einen komplexen realen Raum zu transferieren. Dieser virtuelle Raum entfaltet sich ausschließlich im Nahfeld bzw. in einem sehr eingegrenzten räumlichen Umfeld. Schon zwei Meter vom Möbel entfernt löst sich die grandiose Wirkung der "Klangwolke" am Spieltisch auf.
Das ist eine interessante Beobachtung, gerade weil es sich hier ja um ein Positiv-Gehäuse handelt, das doch auch wohl Richtung Raumdecke abstrahlt und insoweit auch den tatsächlichen Aufstellungsort mit einbezieht - oder? Kann man den von der Raumdecke "hinabrieselnden" Klang so fokussieren, dass er am besten am Spieltisch überzeugt - vielleicht in Kombination mit den übrigen Lautsprechern?
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Gloria Concerto 350 Trend
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« Antworten #13 am: 06. November 2015, 11:02:00 »

Es ist nicht zufällig dieses Sampleset, was auf der Live läuft???
http://www.sonusparadisi.cz/en/organs/top-selection/utrecht-dom-batz-organ-model.html
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23.05.14 - 22.04.17 AHLBORN HYMNUS 350
22.04.17 - heute      AHLBORN PRÄLUDIUM IV
Wichernkantor
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« Antworten #14 am: 06. November 2015, 11:06:15 »

Ja, die Balance der Schallquellen ist wohl der Trick dabei. Das ist auch in gewissen Grenzen wohl zu modifizieren. Aber angesichts der relativ niedrigen Ausgangspegel scheint mit die Reichweite begrenzt. Das Instrument, das ich unter den Fingern hatte, war lediglich abgeladen und aufgestellt, also garantiert unverändert im werkseitigen Auslieferungszustand. Und da war die Abstrahlung auf die Sitzposition an der Orgel fokussiert. Was ja durchaus sinnvoll erscheint ...
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Wichernkantor
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« Antworten #15 am: 06. November 2015, 11:11:46 »

Es ist nicht zufällig dieses Sampleset, was auf der Live läuft???
http://www.sonusparadisi.cz/en/organs/top-selection/utrecht-dom-batz-organ-model.html

Also, die Samples sind alle von Johannus selber gezogen und - jedenfalls offiziellen Angaben zufolge - nicht kompatibel mit den Sets anderer Hersteller.
Ich habe die Bätz relativ stiefväterlich behandelt, weil ich bei begrenztem Zeitfenster möglichst viel von der Silberfrau hören wollte. Halt ein paar Plena kurz angespielt und die Zungen einzeln und in Mischungen probiert - natürlich mit den drei Trompeten 8' an allen Manualwerken herumgetrötet und die Cornette kurz abgehört. Auch hier sind mir die vollen, tragenden Bässe sehr positiv aufgefallen.
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Wichernkantor
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« Antworten #16 am: 06. November 2015, 13:20:24 »

Ich habe gerade doch mal meine Nase in die Papiere gesteckt. Da heißt es, dass von Johannus bereits "weltweit dutzende von Pfeifenorgeln aufgenommen" worden seien. D.h. man hat das Rohmaterial offenbar eingelagert und kann nun aus diesem Fundus schöpfen. Weiter ist da zu lesen: "Da wir ständig an neuen Aufnahmen historischer, romantischer, symphonischer und barocker Pfeifenorgeln arbeiten, breiten wir die Bibliothek der Johannus Live in den kommenden Jahren kontinuierlich aus."

Den Datenblättern habe ich auch entnommen, dass die Originaldisposition der Silberfrau von Johannus um Subbaß 16' und Gedacktbaß 8' im Pedal ergänzt wurde. Das ist mir gestern entgangen. Dass Silbermann im Pedal der Dresdenerin nur Prinzipalstimmen verbaut hat, hatte ich nicht mehr auf dem Schirm. Mir war schon aufgefallen, dass die beiden Stimmen aus einer anderen Ecke kamen als der Rest des Pedals. Ich lokalisierte sie hinterständig, während das Pedal in der Hofkirche meiner Erinnerung nach seitenständig auf C- und Cis-Lade angeordnet ist.

 
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Martin78
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« Antworten #17 am: 06. November 2015, 13:42:42 »

"Da wir ständig an neuen Aufnahmen historischer, romantischer, symphonischer (...)"
Ich muss doch irgendwann mal einen der großen DO-Hersteller fragen, wo genau die Unterschiede zwischen romantisch und symphonisch festzumachen sind!  Lachen

Den Datenblättern habe ich auch entnommen, dass die Originaldisposition der Silberfrau von Johannus um Subbaß 16' und Gedacktbaß 8' im Pedal ergänzt wurde. Das ist mir gestern entgangen. Dass Silbermann im Pedal der Dresdenerin nur Prinzipalstimmen verbaut hat, hatte ich nicht mehr auf dem Schirm.
Stimmt! Weinberger entlehnt sich die Gedackte 16' und 8' bei seiner Dresdner CD im Rahmen der Bach-Gesamteinspielung auch regelmäßig aus den anderen Werken - die Kopplerei blockiert dann aber natürlich immer ein Manual ...
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Wichernkantor
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« Antworten #18 am: 06. November 2015, 14:10:05 »

Ich muss doch irgendwann mal einen der großen DO-Hersteller fragen, wo genau die Unterschiede zwischen romantisch und symphonisch festzumachen sind!  Lachen

Mit "romantisch" ist wohl französisch-romantisch gemeint, mit "symphonisch" englisch-romantisch. Nicht nach Logik suchen - es ist zwecklos ... Lachen

LG
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PeterW
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« Antworten #19 am: 06. November 2015, 14:47:08 »

Unter Ausstattung steht bei Kisselbach "Sampled Listening Position".
Damit sollte das klar sein.
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