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Autor Thema: Die neue Johannus Live III  (Gelesen 31498 mal)
Wichernkantor
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« am: 05. November 2015, 22:40:36 »

Sondermeldung von dpa:

In den frühen Morgenstunden des heutigen Tages hat ein Kommando der organistischen Terrororganisation „7. November“ eine Live III in ihre Gewalt gebracht. Die Gefangene wurde einem verschärften Verhör unterzogen und erst wieder auf freien Fuß gesetzt, nachdem sie ihre Geheimnisse offenbart hatte. Die Attentäter verschwanden unerkannt.

Soweit dpa.

Und jetzt hänge ich erst mal meine Sturmhaube an die Garderobe, bringe die Kalaschnikow in mein Waffenversteck im Gartenhaus und erzähle Euch, welche brutalen Methoden ich angewandt habe.  Böse Böse

Also, fangen wir mal beim Gehäuse an. Ich hätte auch Bilder, aber auf denen ist nix zu sehen, was nicht auf den offiziellen Fotos von Johannus drauf ist, die es bereits auf der Kisselbach-Page zu sehen gibt. Die Orgel ist für die „Huiskamer“ konzipiert. Also Möbelstück. Das „entführte“ Exemplar war in Eiche hell. Klare Geometrie, gerade Kanten, ziemlich kräftige Profile – das Ganze wirkt solide verarbeitet und wertig, die Klaviaturbacken sind massiv. Die vierkanalige Frontabstrahlung im Obergehäuse ist mit schwarzem Stoff bezogen. Hätte man die Rechtecke an der oberen Gehäusekante mit – gern kräftigen – Profilen eingefasst, würde es überzeugend wirken. So sind da einfach zwei rechteckige schwarze Löcher. Man muss schon etwas „stylish“ eingerichtet sein, damit das mit dem vorhandenen Wohnraummobiliar harmoniert. Ganz in schwarz gäbe das einen reizvollen Kotrast zu Aeolines „Traum in weiß“ .
(@ Harald: würde auch zur Bar passen und ist katzensicher!)   Dafür Lachen
Die Hausfrau hingegen meinte: „So was käm’ mer net in mei Wohnzimmer nei.“  Traurig Also: WAV null Prozent! Gut, einen Preis für Möbeldesign gäbe es für den Gehäusekasten nicht. Aber das war vermutlich auch nicht vorrangiges Ziel ...

Bleiben wir bei der Optik: Die Züge rechts und links sind in Holz gedrechselt. Sie liegen gut in der Hand, haben etwa 5 cm Gang und gehen mit leichtem Widerstand – ich finde, recht angenehm.

Die Klaviaturen sind schlicht super! Holzkern wie bei meiner 360, aber mit einer deutlich optimierten Auflage. Die Oberfläche ist leicht angerauht, hat optisch und haptisch eine Elfenbein-artige Struktur. Das Spielgefühl ist sehr angenehm. Die Finger fühlen sich einfach wohl auf dem Belag. Die Klaviatur repetiert ordentlich, zeigt ein präzises Ansprechverhalten beim Trillern und die Tasten haben genug Masse, so dass sie beim Loslassen nicht so am Finger kleben wie Kunststoff. Hoffentlich setzt sich das langsam durch - auch in anderen Preissegmenten. Soooo viel teurer kann das ja nicht sein. Und der Mehrwert ist beträchtlich. Der Abstand zu den UHTs wird kleiner ...

Das Pedal ist genau und knackig, bewährter Johannus-Standard, natürlich zwischen Rundstäben geführt, wie es sich gehört.

Kommen wir zu den „inneren Werten“: Die Abstrahlung bietet vier Front- und vier Surround-Kanäle. Zwei strahlen seitlich, zwei nach oben ab. Die Balance ist auf die Sitzposition vor den Klaviaturen optimiert, kann aber per Menü eigenen Wünschen angepasst werden. Der Klang der Werkseinstellung ist sehr räumlich, mit viel Hall. Man sitzt quasi in einer „Klangwolke“. Nur zwei Meter hinter der Orgel (unter den Verhörwerkzeugen fand sich ein Aufnahmegerät, das ich dort positioniert hatte) bauen die seitlichen LS etwas ab. Die Orgel ist als Wohnzimmerinstrument gedacht. Einen größeren Raum substantiell zu füllen, stand nicht im Lastenheft. So kommen, selbst am Spieltisch, die sparsamen Registrierungen bei 85 Prozent Regleröffnung sehr dezent daher. Erst die Plena machen etwas „Krawall“. Ausgezeichnet klingen die Bässe – auch und gerade Silbermanns Untersatz 32’. Anspracheverhalten und Tonstabilität sind ganz großes 3D-Kino! Da ist den Leuten in Ede ein Wurf gelungen!

Jede Orgel ist offenbar viermal aufgenommen: in Sitzposition am Spieltisch/Schrank, vor dem Gehäuse, in Raummitte und ganz hinten im Raum. Am Spieltisch ist der räumliche Effekt am stärksten ausgeprägt. Man hört, wo die Laden stehen. Vor allem im Triospiel ist diese Plastizität des Klangs präsent. Nahabstand zum Gehäuse erlaubt es, die unterschiedlichen Pedalregister zu orten. In Raummitte wird der Klang integraler, die stereophone Wirkung baut merklich ab. Und am „Westportal“ hört man die Orgel weitgehend als „Klangfläche“. So jedenfalls ist es bei der Dresdenerin, mit der ich mich schwerpunktmäßig beschäftigt habe. Vergleichbar einer Fotografie von vier verschiedenen Standorten aus ist auch der Klang an vier Stellen aufgenommen und vermittelt jeweils einen anderen Raumeindruck. Das gilt auch für Klangfärbung, Vorläufer und dynamische Balance der Einzelregister und ihrer unterschiedlichen Wirkung in den jeweiligen Mischungen. Bei mir wäre die Einstellung am Spieltisch Standard, auf „Fernwirkung“ würde ich wohl nur zu Demo-Zwecken schalten. Denn das ist mir einfach zu diffus – wiewohl absolut authentisch. So klingt die Silberfrau in der Tat, wenn man am Westportal steht.

Müßig wäre es, jetzt die Register zu beschreiben. Denn da wurde ja nichts neu „komponiert“ sondern ein Meisterinstrument detailgetreu aufgezeichnet und reproduziert. Das ist exzellent gelungen. Für mich ist die Dresdenerin eine der schönsten Orgeln der Welt. Die beiden 8’-Prinzipale von Hw und Ow gekoppelt, letzterer mit Tremulant – mit dieser Mischung eine Elevationstoccata oder den langsamen „Diapason“-Satz eines englischen Voluntary - das ist zum Niederknien schön. Was mich besonders sympathisch berührt hat: Die Zungen wurden nicht „geglättet“. Die auf jeder CD der Silberfrau hörbaren „Macken“ einzelner Töne sind erhalten.

Die Bätz in Utrecht ist im Gesamtklang runder, die Mixturen sind etwas zurückhaltender und dunkler, die in jedem (!) Werk vorhandenen Trompeten 8’ sind sonor und färben den Klang der Frühromantik kräftig ein. Ich habe sie nur relativ kurz und mit ein paar Standardmischungen angespielt. Mendelssohn oder Rheinberger, natürlich auch die ganze romantisch-polyphone niederländische Schule, die kein Sw braucht, gehen darauf sicher sehr gut.

Bei der bereits angekündigten Cavaillé handelt es sich um die in Auteuil bei Paris mit III/52. Sie ist aus CCs Reifezeit, allerdings mehrmals umgebaut und sicher nicht das repräsentativste Werk des Meisters. Aber man musste wohl sehen, welche Gemeinde bereit ist, dem Sampling zuzustimmen. Das Set ist noch nicht erhältlich. Entgegen anderer Vermutungen: Die Orgel wird (auch später wohl) standardmäßig mit Silbermann und Bätz ausgeliefert. CC muss man dazukaufen – wenn das Set denn fertig ist. Der Preis liegt dem Vernehmen nach zwischen 600 und 700 €. Johannus habe zugesichert, ziemlich kurzfristig weitere Sets mit deutschen, britischen und französischen, ja sogar mit amerikanischen Instrumenten bereitzustellen.

Wie bereits vermutet, fasst der Speicher fünf verschiedene Orgeln, weitere können über einen USB-Port unter der rechten Registerstaffelei eingespeist werden. Die gespeicherten Instrumente werden mit Drucktasten im Vorsatzbrett von Man. III abgerufen und laden sehr zügig. (Sorry, meine Stoppuhr ist in Reparatur ...) Die Registerschilder springen nach einer kurzen Schwärzung auf die neuen Bezeichnungen um. Sie sind übrigens gut zu lesen – auch unter wechselnden Lichtverhältnissen und in Schrägsicht. Die Schriftgröße wurde offenbar nach Intervention der Händler erhöht und der Kontrast nochmals nachgebessert.

Beim Handling der Register gibt es allerdings noch Optimierungsbedarf. Die Stimmen sind zwar logisch nach Ebenen sortiert, aber nicht nach Fußlagen. Ich vermute mal, die Verteilung folgt dem historischen Vorbild – was bedeutet, man muss sich beim Wechsel der Orgel immer neu einprägen, was wo liegt. Das ist sicher gewöhnungsbedürftig. Eine Grobeinteilung ordnet die Grundstimmen und Flöten jedes Werks links, die Aliquoten, Mixturen und Zungen rechts ein. Da die Registerzahlen pro Werk zwischen den Instrumenten einerseits differieren, andererseits kein Platz verschenkt werden soll, verlaufen die Trennungslinien der Werke an einigen Stellen innerhalb der waagerechten Reihe. Man muss also zusätzlich immer sorgfältig darauf achten, welchem Werk das Register zugeordnet ist. Das steht auch auf dem Display, allerdings ausgeschrieben mit der originalen Werkbezeichnung. Römische Ziffern wären leichter zu erfasssen als Titulaturen wie „Bovenwerk“, „Rugwerk“ oder „Oberwerk“.

Das größte Manko im Handling: Beim Benutzen der Setzer ist nicht zu erkennen, was gesetzt ist. Die Züge sind mechanisch. Sie springen weder in Position (was ja richtig teuer würde), noch haben sie eine Leuchtdiode – was die schöne Holzanmutung zerstören würde. Mein Vorschlag: In die in der Tat recht kräftig geratenen Rahmen der Registerschilder eine kleine Diode einsetzen, die anzeigt, was gesetzt ist – unabhängig von der Stellung der Züge.

Ebenso gewöhnungsbedürftig: Koppeln und Tremulanten finden sich nicht in der Registratur, sondern als Druckknöpfe in den Vorsatzleisten der Manuale. Wenigstens die Koppeln als Pistons wären eine sinnvolle Alternative bzw. ein begrüßenswertes Additiv.

Mein erstes Fazit: Das klangliche Konzept und die Abstrahlung haben mich völlig überzeugt – immer unter der Prämisse, dass diese Orgel NICHT dazu dient, mit externer Abstrahlung in einer Kirche zu stehen, sondern allein dem Spielvergnügen des häuslichen Organisten dienen soll. Der Gedanke, sich die schönsten Orgeln der Welt nach Hause zu holen, ist zweifellos verführerisch.

Die Gehäuse-Ästhetik ist diskussionswürdig. Da sollte man über Alternativen nachdenken – z. B. in Form eines (nachrüstbaren) Aufsatzes, der die „schwarzen Löcher“ kaschiert. Bei meiner Angetrauten wäre der WAF z.B. deutlich zu erhöhen, wenn unser Mitforist „orgelmarco“ einen feinen Prospekt schreinern würde ...

Die Klaviaturen sind ausgezeichnet, die Registratur – vor allem die Anzeige der gesetzten Register - sollte noch mal konzeptionell überdacht werden.

Soweit mal meine Impressionen. Datenblätter und so’n Zeug habe ich natürlich nicht gelesen. Ich habe auch nicht versucht, möglichst viele Tasten auf einmal zu drücken, um den Rechner in Verwirrung zu stürzen und die Verstärker zum Dampfen zu bringen. Ich wollte einfach nur spielen ... Und das geht mit dieser schönen Orgel wahrlich!
Meine Damen und Herren: Chapeau! So hoch liegt jetzt die Latte in der Sparte "Huiskamer"! Drehorgel Drehorgel Drehorgel

LG
Michael


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« Antworten #1 am: 05. November 2015, 22:57:50 »

Lieber Michael,
danke für diese erste und ausführliche Rezension! Geheimtipp Freudensprung Verschwörung

Was das Registrieren betrifft: Die Manubrien müssen also gezogen werden und verharren in der gezogenen Position?
Zur Erklärung: Bei früheren Modellen konnte man die Manubrien auch drücken; die Registerbeschriftung leuchtete auf, die Manubrie blieb jedoch in der eingeschobenen Position. Dass das Register aktiv ist, konnte man also nur am Leuchten des Schildchens erkennen.

Frage: Können die Register-Displays nicht auch einfach auf "Hintergrundbeleuchtung" getrimmt werden? Das sparte die von Michael angedachte Diode ein...
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« Antworten #2 am: 05. November 2015, 22:58:30 »

Herzlichen Dank für diese ersten Eindrücke!  Freudensprung
Die beschriebenen Klaviaturen habe ich mir auch in meine Classic einbauen lassen. Was früher Holzkern mit einer sehr glatten (vor allem im Vergleich zur Standard-Klaviatur) Oberfläche war, ist heute Holzkern mit einer Auflage, die wertig und "strukturiert" (Maserung) daherkommt. Dafür
Bank und Seitengestaltung des Gehäuses entsprechen ebenfalls der Classic. Auf den Klang bin ich gespannt, am Montag werd ich mal bei Förg vorbeihören...  Drehorgel
Die von Gemshorn vorgeschlagene Hintergrundbeleuchtung der Registerschilder fiel mir auch spontan ein.  Dafür
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Wichernkantor
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« Antworten #3 am: 05. November 2015, 23:04:58 »

Was das Registrieren betrifft: Die Manubrien müssen also gezogen werden und verharren in der gezogenen Position?
Frage: Können die Register-Displays nicht auch einfach auf "Hintergrundbeleuchtung" getrimmt werden? Das sparte die von Michael angedachte Diode ein...
Ja, wie gesagt: Man muss die Züge ca. 5 cm herausziehen.
Bereitet man eine Registrierung via Setzer vor und ruft sie dann später ab, sieht man nicht, was gezogen ist, sondern hört es nur. Die Züge bleiben in der alten Stellung. Zur Wiederherstellung der manuell eingestellten Registrierung gibt es übrigens wieder den guten, alten Druckknopf "Handregister".

Ich weiß nicht, ob eine "Hintergrundbeleuchtung" des Registerschildes technisch machbar ist und - vor allem - die Schrift dennoch gut lesbar bleibt.

LG und gute Nacht
Michael
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« Antworten #4 am: 06. November 2015, 00:22:26 »

Kann es ein größeres Lob für eine DO geben als dass sie absolut authentisch klingt? Die muss ich spielen und hören!

Zitat
Ich weiß nicht, ob eine "Hintergrundbeleuchtung" des Registerschildes technisich machbar ist und - vor allem - die Schrift dennoch gut lesbar bleibt.
Ja, siehe z.B den Kindle Paperwhite.

Ich hoffe, dass das Konzept der LiVE bis zu meinem nächsten Orgelkauf (das hat noch ein paar Jahre Zeit) bis in meine Budgetklasse (wo die dann wohl sein wird?) durchgesickert ist. So was will ich haben!
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Wichernkantor
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« Antworten #5 am: 06. November 2015, 06:52:51 »

Übrigens hat seit gestern Kisselbach eine spielbereite Live III in Baunatal, ab Dienstag der nächsten Woche auch in den Filialen in Köln und Augsburg. Die Info erreichte mich erst heute früh, da sie an meine Dienstadresse ging - sonst hätte ich es Euch natürlich früher verraten.
Also Aeoline - Du hast den kürzesten Weg!

Bei Förg in Altmannshofen ist das neue Instrument seit heute zu sehen, zu hören und zu spielen. Da ich gestern in der Nähe war, hatte ich schon einen Tag früher die Gelegenheit ...  Lachen Dafür meinen - und ich denke mal des Forums - herzlichen Dank!

LG
Michael

Ich fahre trotzdestonichts wie ausgemacht morgen mit matjoe nach Ede. Erstens war ich noch nicht in den neuen Betriebsräumen und die Gelegenheit dazu ist günstig, zweitens bin ich neugierig, wie man das neue Kind präsentiert und drittens hoffe ich auf das ein oder andere gute und informative Gespräch am Rande.

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Wichernkantor
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« Antworten #6 am: 06. November 2015, 07:14:16 »

Herzlichen Dank für diese ersten Eindrücke!  Freudensprung
Die beschriebenen Klaviaturen habe ich mir auch in meine Classic einbauen lassen. Was früher Holzkern mit einer sehr glatten (vor allem im Vergleich zur Standard-Klaviatur) Oberfläche war, ist heute Holzkern mit einer Auflage, die wertig und "strukturiert" (Maserung) daherkommt. Dafür
Wenn die Classic optional mit diesen Klaviaturen ausgeliefert wird, können sie ja nicht die großen Preistreiber sein. Ich spiele mit dem Gedanken, die meiner 360 gegen die "Neuauflage" auszutauschen. Das hat sich einfach ganz ausgezeichnet angefühlt gestern. Es wäre zu klären, wie viel Aufwand das erfordert.

LG
Michael
  
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Gemshorn
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« Antworten #7 am: 06. November 2015, 07:30:57 »

Das klingt tatsächlich alles sehr verheißungsvoll! Dafür
Wäre ich reich, hätte ich nun eine heiße Kandidatin für eine Zweitorgel. So aber hoffe ich im Stillen, dass vielleicht irgendwann eine Live II folgen wird. Weiters hoffe ich aber auch, dass die anderen Orgelhersteller die Herausforderung durch Johannus annehmen.

Noch eine Frage an dich, Michael: Du sprachst davon, dass die Orgeln "offenbar" viermal aufgenommen wurden. Ist das eine Vermutung oder ein "hard fact"? Ist auszuschließen, dass die einmal aufgenommene Orgel per Faltungshall virtuell in den Raum gestellt wurde?
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« Antworten #8 am: 06. November 2015, 08:51:54 »

Ich werde das Samstag auf jeden Fall erfragen. So, wie sich die Register auf den diversen Hörpositionen vor allem auch in der Wechselwirkung untereinander verändern - das schafft kein Rechner. Da ist das reale Sampling vermutlich das weniger aufwändige Verfahren. Sollte es wirklich virtuell gemacht sein, dann ist es genial gemacht.
Ich habe die Orgel ja "in echt" im Ohr. Wir waren mal in Dresden und sind da in einen Gottesdienst 'reingeschneit und kamen durch das hintere Portal, während jemand da heftig im Plenum herumdonnerte. GENAU SO hört sich die "Rear"-Position der Aufnahme an. So viel und so komplexen Hall kann man nicht von der Maschine falten lassen ... Auch die unglaublich differenzierten Rückwürfe des Raumes (vor allem der Bässe - und zwar Ton für Ton modifiziert, je nachdem, wo die Pfeife steht. Sogar die Verschattungen einzelner Töne durch massive Gehäuseteile sind zu hören!) zur Spielschrankposition - das ist "echt". Wenn das jemand virtuell nachbilden wollte, der würde sich ja totanalysieren und rechnen.

LG
Michael
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« Antworten #9 am: 06. November 2015, 09:26:49 »

Ich fahre trotzdestonichts wie ausgemacht morgen mit matjoe nach Ede. Erstens war ich noch nicht in den neuen Betriebsräumen und die Gelegenheit dazu ist günstig, zweitens bin ich neugierig, wie man das neue Kind präsentiert und drittens hoffe ich auf das ein oder andere gute und informative Gespräch am Rande.
Danke für den Bericht.
Wohl doch der "große Wurf"!  Engel
Vielleicht kann man in Ede schon das CC-Orgelset vorstellen, das wäre ja sicher nicht uninteressant! Ich bin überzeugt, dass sich eure Fahrt dorthin lohnen wird.
Wohl dem, der in zwei bis drei Jahren eine Orgel braucht. Es spricht vieles dafür, dass das Live-Konzept bis dahin weiter ausgebaut werden wird, eventuelle Kinderkrankheiten ausgemerzt und schon einige Orgelsets erhältlich sind, usw. Dann ist das Gehäuse vielleicht etwas schöner geworden  Freundlich und Wippen sind erhältlich. Einen Spieltisch mit Manubrien in der Bedienung, die du beschriebst, finde ich persönlich furchtbar unpraktisch. Aber Hauptsache, der Klang passt schon mal.
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Gloria Concerto 350 Trend
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