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Autor Thema: Wellenfeldsynthese  (Gelesen 57001 mal)
emsig
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« Antworten #10 am: 04. Juli 2015, 15:45:03 »

Das mag ja alles wahr sein, aber trotzdem folgen die Ausbreitung von Schall und elektromagnetischen Wellen gemeinsamen Gesetzen (Beugung, Brechung, Spiegelung, Huygens-Prinzip), es gibt Ultraschallmikroskope ebenso wie Lichtmikroskope, und eine Google-Suche nach "acoustical tompgraphy" liefert Treffer ohne Ende.
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emsig
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« Antworten #11 am: 04. Juli 2015, 15:47:22 »

Diese beeinflussen sich praktisch nicht gegenseitig.
Insbesondere dies ist auch für Schallwellen ganz wichtig!
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matjoe1
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« Antworten #12 am: 05. Juli 2015, 13:49:24 »

Ich meine auch mal gelernt zu haben, dass die kugelförmige Ausbreitung der Schallwellen nur für den Bassbereich gilt - also je höher die Frequenz, desto direkter/gerichteter die Schalldispersion...?

LG
Matthias
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Mikelectric
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« Antworten #13 am: 08. Juli 2015, 02:02:28 »

Das mag ja alles wahr sein, aber trotzdem folgen die Ausbreitung von Schall und elektromagnetischen Wellen gemeinsamen Gesetzen (Beugung, Brechung, Spiegelung, Huygens-Prinzip), es gibt Ultraschallmikroskope ebenso wie Lichtmikroskope, und eine Google-Suche nach "acoustical tompgraphy" liefert Treffer ohne Ende.

Richtig - es gibt gemeinsame Gesetzmäßigkeiten, deswegen kann man aber nicht davon ausgehen, dass alle Gesetzmäßigkeiten für alle Wellenarten gelten würden. Transversalwellen (z.B. Licht) verhalten sich eben zum Teil anders als Longitudinalwellen (z.B. Schall). Deswegen ist die Gefahr ja so groß, gedanklich alle Wellen in den selben Topf zu werfen.

Z.B. können nur Transversalwellen polarisiert werden, nicht aber Longitudinalwellen. Es gibt einen nicht unbekannten Hersteller von Rundstrahl-Lautsprechern, der offenbar diese Physik nicht begriffen hat, aber fleißig mit vollkommen falschen physikalischen Argumenten seine Produkte besonders auch für Anwender von virtuellen Orgeln bewirbt.

Außerdem benötigen Longitudinalwellen ein Ausbreitungsmedium. In diesem Medium verbreiten sie sich dann vom Ausgangspunkt der Erregung gleichmäßig in alle Richtungen - also kugelförmig, sofern genügend von dem Medium ringsum ist.
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Mikelectric
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« Antworten #14 am: 08. Juli 2015, 02:38:45 »

Diese beeinflussen sich praktisch nicht gegenseitig.
Insbesondere dies ist auch für Schallwellen ganz wichtig!

Beeinflussen sich Schallwellen wirklich gar nicht gegenseitig? Woher kommt es dann, dass man z.B. beim Spielen von zwei verschiedenen Orgeltönen plötzlich auch Obertöne und Kombinationstöne hört, also die Differenz- und die Summentöne? Diese entstehen eben gerade durch die Intermodulation der beiden Grundton-Schallwellen.
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Mikelectric
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« Antworten #15 am: 08. Juli 2015, 02:54:46 »

Ich meine auch mal gelernt zu haben, dass die kugelförmige Ausbreitung der Schallwellen nur für den Bassbereich gilt - also je höher die Frequenz, desto direkter/gerichteter die Schalldispersion...?
Diese Aussage trifft nicht grundsätzlich auf die Schallwellen zu. Hohe Töne verbreiten sich grundsätzlich zunächst genauso kugelförmig im Medium (Luft) wie die tiefen Töne.

Es ist vielmehr eine Aussage die mit den Gegebenheiten unserer Lautsprecherboxen und auch der Abhörräume zu tun hat. Denn hier ist das Medium Luft nicht in allen Richtungen gleichmäßig und ausreichend für alle Wellenlängen (und damit Tonhöhen) verfügbar. Hohe Töne haben sehr kurze Wellenlängen im Vergleich zur Abmessung eines Lautsprechers und tiefe Töne haben um ein vielfaches längere Wellenlängen als die Länge des Lautsprechergehäuses. Deswegen treten hier Beugungs- und Reflexionseffekte z.B. an der Lautsprechermembran und der Gehäusefront auf, die dafür verantwortlich sind, dass hohe Frequenzen stärker "gerichtet" sind als tiefe Frequenzen. Idealerweise müsste eine Lautsprecher-Gehäusefront praktisch unendlich groß, oder zumindest so groß wie ein Haus sein, um alle Frequenzen möglichst gleichmäßig abstrahlen zu können. Das ist aber seltenst praktikabel.

Schallwellen lassen sich aber nur bedingt "ausrichten" im Gegensatz zu Licht, das nahezu perfekt gebündelt werden kann wie beim Laserstrahl. Aufgrund der grundsätzlich kugelförmigen Ausbreitung von Schallwellen, kommt es dann trotz aller technischer Bemühungen den Schall zu bündeln trotzdem unweigerlich auch zu diffuser Ausbreitung.
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emsig
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« Antworten #16 am: 08. Juli 2015, 10:01:52 »

Diese beeinflussen sich praktisch nicht gegenseitig.
Insbesondere dies ist auch für Schallwellen ganz wichtig!

Beeinflussen sich Schallwellen wirklich gar nicht gegenseitig?
Im Bereich unserer physikalischen Alltagsparameter gilt das Superpositionsprinzip ohne Einschränkung. Zwei Signale addieren sich, da sind keine Kreuzterme oder so was. Wenn eine Schallwelle von links kommt und eine von rechts, laufen sie ohne gegenseitige Beeinflussung durcheinander hindurch. An jedem Ort ist die Auslenkung jederzeit die Summe der Auslenkungen. Wenn die Schallwellen sich passiert haben, sind sie wie vorher.

Zitat
Woher kommt es dann, dass man z.B. beim Spielen von zwei verschiedenen Orgeltönen plötzlich auch Obertöne und Kombinationstöne hört, also die Differenz- und die Summentöne? Diese entstehen eben gerade durch die Intermodulation der beiden Grundton-Schallwellen.
Mir ist nicht klar, was Du mit "Intermodulation" meinst. Es entsteht nur die Summe. Was man hört, ist immer eine Interpretation, die Ohr, Nervensystem und Gehirn aus dem Schallsignal erzeugen. Schon die Frage, welche Grundfrequenz man in einem periodischen Signal hört, hat eine lange Geschichte mit vielen Irrwegen, aber keine einfache Antwort, in Kapitel 23 "Pitch Perception" in http://www.amazon.de/dp/B009X0O7WU/ beschrieben. Die Hypothese, daß man die niedrigste Frequenz hört, die eine hohe Autokorrelation hat, ist zumindest einleuchtend, wenn man sich überlegt, was sich im Ohr abspielen könnte. Da könnten durchaus ständig viele parallele Autokorrelationen 'berechnet' werden. So entstehen Residualtöne, nicht durch gegenseitige Beeinflussung der Schallwellen.
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Gemshorn
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« Antworten #17 am: 08. Juli 2015, 10:05:48 »

Ein dreifach verschachteltes Zitat. Gratulation, ich durchschaue das nicht mehr... Traurig Verschwörung
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emsig
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« Antworten #18 am: 08. Juli 2015, 10:15:04 »

Ein dreifach verschachteltes Zitat. Gratulation, ich durchschaue das nicht mehr... Traurig Verschwörung
Klicken und hören ist einfacher, als in Verschachtelungen herumzuklettern:

http://www.whyyouhearwhatyouhear.com/subpages/chapter23.html
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pvh
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« Antworten #19 am: 10. Juli 2015, 08:32:00 »

Hallo,
Beeinflussen sich Schallwellen wirklich gar nicht gegenseitig? Woher kommt es dann, dass man z.B. beim Spielen von zwei verschiedenen Orgeltönen plötzlich auch Obertöne und Kombinationstöne hört, also die Differenz- und die Summentöne? Diese entstehen eben gerade durch die Intermodulation der beiden Grundton-Schallwellen.
ich bin in Physik ja Laie. Es kann aber sein, dass solche Kombinationstöne auch bei uns "im Kopf" "erzeugt" werden. Das wäre dann weniger ein akustisches als ein psychologisches Phänomen. Ähnlich wie wir bei optischen Täuschungen Dinge sehen, die so gar nicht da sind. 

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
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