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Autor Thema: KOPFHÖRER für Digitalorgel  (Gelesen 2296 mal)
Gemshorn
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« Antworten #10 am: 04. Oktober 2010, 17:49:00 »

An dieser Stelle eine — gewiss über das Thema hinausschießende — Frage:
Bei Orgelabstrahlungen sehen wir hier im Forum eine Tendenz zu mehr Lautsprechern für differenzierteren Klang. Wie kann es dann sein, dass auch über bloße Kopfhörer sehr gute Ergebnisse erzielt werden?
Und welche Rolle spielt schließlich das menschliche Ohr, das auch jeweils nur EIN Trommelfell als Rezipient besitzt?
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Kein Mensch ist arm zu nennen, der ab und zu tun kann, was immer ihm Spaß macht. (Dagobert Duck)
PeterW
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« Antworten #11 am: 04. Oktober 2010, 18:53:25 »

Du kannst ganz schön komplizierte Fragen stellen...

Lautsprecher pusten die Schallwellen in den zur Verfügung stehenden Raum hinaus. Dieser besteht aus seiner Geometrie sowie den akustischen Eigenschaften der Wände und des Interieurs. Darin unterscheiden sich alle Räume, so daß es unmöglich ist, ein Klangoptimum für alle denkbaren Räume zu erzielen. Daher auch die Anpassung an den Raum durch Intonation, Lautsprecherpositionierung usw.

Der "Raum" eines Kopfhörers, in den die Schallwellen eintreten, ist einfacher und damit auch einheitlicher - bis auf das Stück individuellen Schädelanteils und die Löffel - definiert. Allerdings hat sich jeder Mensch beim Hören schon an den bioloigischen Anteil des Raums unterm Kopfhörer gewöhnt, jedoch kann niemand real beurteilen, wie jemand Anderes hört.

Das eine Trommelfell des Ohres ist gerade mal die "Empfangsmembran". Andere anatomisch-physiologische "Werkzeuge" (Schädel, Geometrie des Mittel- und Innenohres, Gehörknöchelchen) spielen eine ebenso, wenn nicht größere Rolle. Und schließlich die Reizleitung von den Rezeptoren der Schnecke über die Hörnerven, weiter über die Formatio reticularis zum auditiven Cortex (darin primäres, sekundäres und tertiäres Gebiet mit unterschiedlichen Funktionen) ,,,,

Soll ich jetzt wirklich weitermachen?
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+ 12.1.2018
Gemshorn
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« Antworten #12 am: 04. Oktober 2010, 20:10:14 »

Nicht nötig. Wir sind jetzt ungefähr dort, wo ich hinwollte...
Dabei haben wir das Thema der Reizverarbeitung im Gehirn nur gestreift (das "Wie" des individuellen Hörens).
Allerdings beschleicht mich das Gefühl, dass schon rein anatomisch gar nicht jene Differenziertheit bei uns ankommen kann, wie sie von verschiedenen Schallquellen erzeugt wird.
Aber bevor es zu weit führt: Zurück zur Sache! (Es ging um Kopfhörer...  Zwinkern )
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PeterW
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« Antworten #13 am: 05. Oktober 2010, 00:51:05 »

Zitat von: "Gemshorn"
Allerdings beschleicht mich das Gefühl, dass schon rein anatomisch gar nicht jene Differenziertheit bei uns ankommen kann, wie sie von verschiedenen Schallquellen erzeugt wird.
Sicherlich bleibt von realer "Differenziertheit" noch ein Rest, den wir nicht wahrnehmen können, die Meßtechnik aber doch.
Außerdem ist zu bedenken, daß ein Teil der Sinneseindrücke - also auch der akustischen - in der Formatio reticularis, die ich schon erwähnte, ausgefiltert wird. Wäre das nicht so, würden wir wohl wegen Reizüberflutung verrückt.
"Differenziertheit" wird jedoch in gewisser Weise wieder "synthetisiert", indem mit der sog. interauralen Laufzeitdifferenz zwischen beiden Ohren und einem nachfolgenden Prozessing in der Großhirnrinde die Räumlichkeit sehr subtil durch Verarbeitung extrem kurzer Zeitspannen im Bruchteil von Millisekunden im Bewußtsein abgebildet wird.
Laß dieses Gefühl Dich also wieder entschleichen.  Keks
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+ 12.1.2018
meschmesch
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« Antworten #14 am: 01. März 2011, 14:09:23 »

Hallo zusammen,

ich hab zwar nicht viel von Schädelteil und Löffel verstanden  Freudensprung
Aber hören tu ich immer noch mit den Ohren. Und bei meiner Vivaldi hört sich der Klang 1000x besser an ohne Kopfhörer als mit Kopfhörer. Beim Kopfhörer höre ich die einzelnen Register beinahe "übergenau", wohingegen mit den Lautsprechern der Orgel neben einem Raumgefühl auch das "klangliche Verschwimmen" der Register vermittelt wird.

Ich weiß nicht wie ichs beschreiben soll, aber ohne Kopfhörer hört sich die Orgel besser an als mit.

Viele Grüße,
Meschmesch.
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Gemshorn
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« Antworten #15 am: 01. März 2011, 17:58:47 »

Welchen Kopfhörer verwendest du denn?
Habe schon sehr unterschiedliche Ergebnisse mit Kopfhörern eingefahren.
Bei den Modellen der unteren Preisklasse erlebte ich aber haargenau das, was du beschreibst: hypergenauen, viel zu sterilen Klang, der nicht mehr sehr "pfeifig" klingt.

Was die interne Abstrahlung einer Digitalorgel betrifft: Ich vertrete die Auffassung, dass herstellerseitig ein auf die verwendete Klangquelle optimiertes Lautsprechersystem eingebaut wird. Im Schnitt haben die Orgeln schon die zu ihnen passende Abstrahlung; das bedeutet freilich nicht, dass weitere Optimierungen (durch Zusatzlautsprecher) unmöglich sind.
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