Seiten: 1 [2] 3 4 ... 18   Nach unten
Drucken
Autor Thema: CD-Tipps  (Gelesen 35382 mal)
Tabernakelwanze
Gast
« Antworten #10 am: 21. Januar 2015, 18:19:48 »

Stimmt, die gehört auch zu meinen Favoriten. Sehr zu empfehlen.
Gespeichert
Martin78
Allwissendes Orakel
*****
Beiträge: 1622


WWW
« Antworten #11 am: 21. Januar 2015, 18:39:03 »

Zitat von: "Gemshorn"
Der zitierte Prinzipal 24' verdankt sich vermutlich einem sog. Ravalement, einer Erweiterung des Klaviaturumfangs nach unten (bis F oder G). Daher die merkwürdige Fußtonzahl, die — obwohl es sich klingend um ein 16'-Register handelt — von der tiefsten Pfeife des Registers genommen wurde. Zwinkern

In Alkmar gibt es einen Prestant 22' im Prospekt; dazu gab es neulich im gelben Pfeifenorgelforum eine interessante Diskussion. Dabei war zu erfahren, dass das Register
- 1629 von van Hagerbeer als 16' ab Kontra-F gebaut worden war
- bei einem Neubau 1723-25 (F. C. Schnitger) als Quinte 21 1/3' (=22') ab C im neuen Pedal angeschlossen wurde; ein akustischer 64' im 18. Jahrhundert!
- am Ende des 18. Jhdts., um weitere Pfeifen ergänzt, zu einem 32' ab F umgebaut wurde und danach als 24' bezeichnet wurde, was wohl nicht überzeugend geriet  und
- bei einer Renovierung 1987 wieder als akustischer 64' angeschlossen wurde.

Obwohl die 32'-Lage im Pedal auch nur durch eine Rohrquint erzeugt wird und das tiefste Register, der Prestant 22', klanglich unter dem eigentlich gespielten Ton liegt, soll der 64'-Effekt dort vor Ort überzeugend erlebbar sein!  Freudensprung  Anbetung
Gespeichert

Gloria Concerto 350 Trend
Martin78
Allwissendes Orakel
*****
Beiträge: 1622


WWW
« Antworten #12 am: 22. Januar 2015, 13:54:37 »

Zwar ist das keine vollständige Einspielung, aber trotzdem sind Vol. 1 und Vol. 2 der Einspielung von Craig Cramer bei Naxos sehr zu empfehlen, vor allem auch zu dem Preis. Tolle Instrumente!
Gespeichert

Gloria Concerto 350 Trend
Wichernkantor
Moderator
*****
Beiträge: 3705


« Antworten #13 am: 26. März 2015, 13:48:35 »

Wenn Ihr mal einen richtig guten, formsicheren Improvisator (es muss nicht immer Seifen sein ...) an einer richtig guten Universalorgel (im besten Sinne des Wortes) hören wollt, dann empfehle ich diese Scheibe, die Osterhasi in meinem Fundus verloren hat:

<!-- m --><a class="postlink" href="https://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/art/Kay-Johannsen-Passion-Lieder-zu-Passion-Ostern/hnum/8948779">https://www.jpc.de/jpcng/classic/detail ... um/8948779</a><!-- m -->

Kay Johannsen hat wirklich gute Ideen, viel Klangsinn und ein Instrument, dessen Farbigkeit und kammermusikalische Dezenz sich angenehm unterscheidet von den pseudo-französischen Brüllern aus der Schweiz, die seit einigen Jahren in deutschen Hauptkirchen angesagt sind. Der Leonberger Mühleisen hat sich mit dieser Orgel intonatorisch in die erste Reihe katapultiert (die einschlagende Clarinette mit separatem Windschweller - vom Feinsten!). Und die Aufnahme von Carus fängt die Orgel ausgezeichnet ein. Ich habe sie mit KH in Studio-Qualität durchgehört. Schon schön, wie das Instrument zeichnet und singt.

LG
Michael
Gespeichert
Wichernkantor
Moderator
*****
Beiträge: 3705


« Antworten #14 am: 26. März 2015, 14:03:40 »

Wie Martin treffend bemerkte, gibt es Walther-Einspielungen leider nur in Auszügen. Ich habe noch ein herrliches LP-Doppelalbum von Erato (Beutestück einer Klassenfahrt nach Paris, so Mitte der 60er) mit den 14 Konzerten nach verschiedenen Meistern, gespielt von Marie-Claire Alain an einer neo-barocken schönen Haerpferin in irgendeiner französischen Abtei. Der Tontechniker meines Vertrauens hat mir die Scheiben professionell digitalisiert. Das ist richtig gut geworden. Die Alain stand damals im Zenit ihres technischen Könnens. Das ist kaum zu überbietende artikulatorische und metrische Präzision, dabei bleibt alles musikantisch bis ins Mark.

Olivier Vernet hat an einer sehr gelungenen Ahrend (als Silbermann-Kopie konzipiert) in Porrentuy ein komplettes Walther-Programm eingespielt: zwei Concerti, G-Dur- und A-Dur-Präludium, die beiden großen Choralpartiten. Hier die Details:
https://www.jpc.de/jpcng/classic/detail ... um/8567361

Tja, es müsste sich mal jemand die Mühe machen, das gesamte Choralwerk von Walther einzuspielen - vielleicht in der Weimarer Herderkirche, wo Walther amtierte. Die haben ein schönes Gerät von den Potsdamer Schukes. Aber das ist halt eine Fleißaufgabe. Große Meriten als Virtuose kann man damit sicher nicht erwerben...

LG
Michael
Gespeichert
Wichernkantor
Moderator
*****
Beiträge: 3705


« Antworten #15 am: 26. März 2015, 14:20:48 »

Bei Mendelssohn-Gesamteinspielungen war ja lange Zeit Peter Planyavsky mit seinen drei Scheiben bei Motette-Ursina der "Platzhirsch". Wirklich alles, was M. für Orgel geschrieben hat - und das sehr lebendig und facettenreich gespielt an einer Orgel, die die nötigen Farben hergibt.

Aber hier ist das Konkurrenzprodukt:
https://www.jpc.de/jpcng/classic/detail ... um/6500353
Ursula Hauser lässt zwar ein paar kleinere Nummern aus dem Orgelschaffen aus, geht aber deutlich über die Sonaten und Präludien hinaus, z.B. mit den charmanten D-Dur-Variationen, dem "pompichten" Nachspiel D-Dur und dem virtuosen Allegro d-moll/D-Dur. Überhaupt legt die Hauser an der Schweriner Domorgel einige Allegros (z.B. den 1. Satz der IV. Sonate) sehr virtuos an. Der Raum verträgt es und das Instrument (von Michael Tramnitz mit gewohnter Kompetenz auf den Recorder gebannt) gibt es allemal her. Der saftige, kompakte Prinzipalchor der Orgel macht schon etwas daher. Der Anhaltiner Ladegast hat sich durchaus vom Mecklenburgischen Geschmack inspirieren lassen. (Schrieb doch ein großherzoglich-mecklenburgischer Orgelrevisor im 19. Jh: "Ein rechter protestantischer Prinzipal muss den Organisten von der Bank blasen.") Gerade in den längeren schnellen Sätzen gelingen Ursula Hauser musikalische Linien mit ungemein weitem Atem. Bis es jemand besser macht, ist das jedenfalls meine Favorit-Einspielung.

LG
Michael
Gespeichert
Martin78
Allwissendes Orakel
*****
Beiträge: 1622


WWW
« Antworten #16 am: 15. April 2015, 10:11:37 »

Ziemlich breite Abdeckung französischer Orgelmusik an interessanten Orgeln. Interpretationen aus drei (oder sind´s sogar vier?) Jahrzehnten Marie-Clair Alain´scher Orgelkunst. Teilweise phatastische Aufnahmequalität.
Dazu auch noch spottbillig.
Hi Matthias,

ja, die Kiste ist für den Preis sicher konkurrenzlos, da sind ja durchaus neuere Aufnahmen dabei, gefällt mir sehr gut. Bis vielleicht auf CD 9 mit der grauenvollen Hubertusmesse (Orgel + Parforcehörner), die mir aber immerhin die Erkenntnis brachte, dass ein durch Boney M. bekannt gewordener Musiktitel wohl um einiges älter ist (Carillon "traditional", Nr. 17)...  Lachen

LG
Martin
Gespeichert

Gloria Concerto 350 Trend
matjoe1
Erleuchteter
****
Beiträge: 404


« Antworten #17 am: 16. April 2015, 07:29:16 »

Ja, da hast du recht - die Messe gehört auch nicht gerade zu meinen Favoriten.
Ein, zwei Ausfälle lassen sich bei der umfangreichen Sammlung aber verschmerzen, finde ich.

Liebe Grüße
Matthias
Gespeichert
matjoe1
Erleuchteter
****
Beiträge: 404


« Antworten #18 am: 15. Oktober 2015, 09:42:32 »

Gerade kam der neue JPC-Katalog ins Haus. Kennt jemand diese Reger-Gesamteinspielung und kann was zur Qualität (Interpretation + Klang) sagen?

https://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/art/max-reger-das-orgelwerk/hnum/8354504


Danke und LG
Matthias
Gespeichert
Martin78
Allwissendes Orakel
*****
Beiträge: 1622


WWW
« Antworten #19 am: 15. Oktober 2015, 09:58:38 »

Hallo Matthias,

ich hatte mir im Laufe der Zeit alle Scheiben einzeln zugelegt.

Die ersten Scheiben wurden noch auf der Link-Orgel der Stadtkirche in Giengen, einer original erhaltenen romantischen Großorgel, aufgenommen. Daher war der Aufschrei oder das Bedauern in der Szene groß (vor allem von Originalklang-Fetischisten), als danach hauptsächlich zeitgenössische Orgeln aufgenommen worden, Trierer Dom, Fuldaer Dom, Rottenburg und Passau wären da zu nennen.

Auch aus Lokalpatriotismus (wohne ja nicht weit von Trier weg) blieb ich am Ball und muss sagen, dass sich auch die Scheiben auf den neobarocken Orgeln lohnen. Da wird schön musiziert und registriert.

Daher würde ich die Reger-Gesamtaufnahme schon empfehlen, vor allem zu dem Preis. Die Trierer Orgel, die ja sehr reichlich dokumentiert wurde, ist auch keineswegs schlecht, wie Wichernkantor ja schon schrieb, sondern schön in der tollen Kathedralakustik eingefangen.

Zum Regerjahr 2016 sind ja etliche Aufnahmen im Gange. Bzgl. der Buttmann-Einspielung hieß es mal im Netz, die Orgeln seien in keinem allzu guten Zustand eingefangen (teilweise verstimmt); ich kenne sie aber nicht. Empfehlen kann ich jedenfalls sehr die Weinberger-Einspielungen bei cpo, die wohl als großer Querschnitt von Reger (d.h. nicht als Gesamteinspielung) geplant sind. Bislang wurden zwei Doppel-CDs veröffentlicht, Weinberger spielt hervorragend und das sind tolle Instrumente.

LG
Gespeichert

Gloria Concerto 350 Trend
Seiten: 1 [2] 3 4 ... 18   Nach oben
Drucken
 
Gehe zu: