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Autor Thema: CD-Tipps  (Gelesen 39483 mal)
Martin78
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« Antworten #10 am: 15. April 2015, 10:11:37 »

Ziemlich breite Abdeckung französischer Orgelmusik an interessanten Orgeln. Interpretationen aus drei (oder sind´s sogar vier?) Jahrzehnten Marie-Clair Alain´scher Orgelkunst. Teilweise phatastische Aufnahmequalität.
Dazu auch noch spottbillig.
Hi Matthias,

ja, die Kiste ist für den Preis sicher konkurrenzlos, da sind ja durchaus neuere Aufnahmen dabei, gefällt mir sehr gut. Bis vielleicht auf CD 9 mit der grauenvollen Hubertusmesse (Orgel + Parforcehörner), die mir aber immerhin die Erkenntnis brachte, dass ein durch Boney M. bekannt gewordener Musiktitel wohl um einiges älter ist (Carillon "traditional", Nr. 17)...  Lachen

LG
Martin
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Gloria Concerto 350 Trend
matjoe1
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« Antworten #11 am: 16. April 2015, 07:29:16 »

Ja, da hast du recht - die Messe gehört auch nicht gerade zu meinen Favoriten.
Ein, zwei Ausfälle lassen sich bei der umfangreichen Sammlung aber verschmerzen, finde ich.

Liebe Grüße
Matthias
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matjoe1
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« Antworten #12 am: 15. Oktober 2015, 09:42:32 »

Gerade kam der neue JPC-Katalog ins Haus. Kennt jemand diese Reger-Gesamteinspielung und kann was zur Qualität (Interpretation + Klang) sagen?

https://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/art/max-reger-das-orgelwerk/hnum/8354504


Danke und LG
Matthias
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Martin78
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« Antworten #13 am: 15. Oktober 2015, 09:58:38 »

Hallo Matthias,

ich hatte mir im Laufe der Zeit alle Scheiben einzeln zugelegt.

Die ersten Scheiben wurden noch auf der Link-Orgel der Stadtkirche in Giengen, einer original erhaltenen romantischen Großorgel, aufgenommen. Daher war der Aufschrei oder das Bedauern in der Szene groß (vor allem von Originalklang-Fetischisten), als danach hauptsächlich zeitgenössische Orgeln aufgenommen worden, Trierer Dom, Fuldaer Dom, Rottenburg und Passau wären da zu nennen.

Auch aus Lokalpatriotismus (wohne ja nicht weit von Trier weg) blieb ich am Ball und muss sagen, dass sich auch die Scheiben auf den neobarocken Orgeln lohnen. Da wird schön musiziert und registriert.

Daher würde ich die Reger-Gesamtaufnahme schon empfehlen, vor allem zu dem Preis. Die Trierer Orgel, die ja sehr reichlich dokumentiert wurde, ist auch keineswegs schlecht, wie Wichernkantor ja schon schrieb, sondern schön in der tollen Kathedralakustik eingefangen.

Zum Regerjahr 2016 sind ja etliche Aufnahmen im Gange. Bzgl. der Buttmann-Einspielung hieß es mal im Netz, die Orgeln seien in keinem allzu guten Zustand eingefangen (teilweise verstimmt); ich kenne sie aber nicht. Empfehlen kann ich jedenfalls sehr die Weinberger-Einspielungen bei cpo, die wohl als großer Querschnitt von Reger (d.h. nicht als Gesamteinspielung) geplant sind. Bislang wurden zwei Doppel-CDs veröffentlicht, Weinberger spielt hervorragend und das sind tolle Instrumente.

LG
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Gloria Concerto 350 Trend
Wichernkantor
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« Antworten #14 am: 15. Oktober 2015, 10:20:42 »

Ich habe die gesamte Naxos-Einspielung. Und ich muss sagen, dass ich gerade die Aufnahmen im Trierer Dom sehr gelungen finde. Das geht von der präsenten Aufnahmetechnik über die kompetenten Interpreten bis hin zum Klang der Orgel, die ich seit dem Weihetag kenne. Ich hätte es nie für möglich gehalten, aus diesem Instrument so regereske Klänge herauszuholen. Die Link in Giengen gefällt mir mit Reger gar nicht. Es gibt hingegen Rheinberger-Einspielungen an ihr, die mich sehr berühren. Die Orgel ist mir zur Klärung polyphoner Strukturen, die in Regers Werk ja dominieren und es charakterisieren, einfach viel zu klebrig. Die Fuldaerin kommt - wie fast alle  Riegerinnen ab den späten 80ern - ziemlich hart und laut. Aber da reißen es die guten Interpreten heraus.
Sehr gute Reger-Orgeln sind m.E. die Steinmeyerin in Mannheim, Christuskirche und die Klaisine in Bonn, St. Elisabeth. Motette hat sie mit Reger im Sortiment.
Trotz desto nichts - mit der Naxos-Einspielung macht man nichts verkehrt. Referenz ist natürlich nach wie vor Rosalinde Haas an der Albiez in F-Niederrad - allerdings nur, wenn man gestreckten Galopp als Grundtempo mag und mitliest, denn bei der üblichen "Tour de force" der Haas kommt man mit Hören kaum nach ...
Die Kassette gibt's von MDG mittlerweile auch zu einem fairen Preis - und Orgeln aufnehmen, das können die Jungs in Detmold ...

LG
Michael
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Martin78
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« Antworten #15 am: 15. Oktober 2015, 11:01:59 »

Sehr gute Reger-Orgeln sind m.E. die Steinmeyerin in Mannheim, Christuskirche (...) Motette hat sie mit Reger im Sortiment.
Diese Orgel ist auch mit einer Einspielung in der Naxos-Reihe vertreten, habe ich vergessen.

Die Fuldaer Domorgel ist wirklich schon ziemlich brutal in den Mixturen und Manualzungen. Diese Orgel ist über alle Maßen (d.h. auf allen 8 CDs) der Rheinberger-Reihe bei Naxos vertreten. Das Spiel des Interpreten finde ich dort etwas gewöhnungsbedüftig (d.h. mir eigentlich zu extrem).

Hmmh, warum ist die Einspielung der Frau Haas denn heute noch Referenz, wenn sie Tempi anschlägt, die du wohl als unmusikalisch und unpassend empfindest? Nur wegen der guten Aufnahmetechnik, oder weil es die erste CD-Gesamteinspielung war?
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Gloria Concerto 350 Trend
Wichernkantor
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« Antworten #16 am: 15. Oktober 2015, 11:44:24 »

Die Haas ist alles andere als "unmusikalisch"  Lachen - und spieltechnisch über jeden Zweifel erhaben. Als ich die erste Scheibe hörte, dachte ich: Donniwetti! Soooo hoch liegt die Latte also!
Und gerade die Riesenschinken Regers (Suiten, Inferno-Fantasie; opp. 127 und 135b) gewinnen m.E., wenn sie so stringent gespielt werden. Vor allem die Choralvorspiele op. 65 hätte sie aber durchaus in größerer epischer Breite "zelebrieren" dürfen ...

Richtig, den 2. Teil der Monologe hat Barthen auf der Steinmeyerin gemacht. So wirklich gut kommt die Orgel aber in den Variationszyklen; in den Passacaglien f-moll oder d-Moll sind fulminante Steigerungen möglich, da zieht die Orgel schon die Wurst vom Teller ...  Lachen
Ein exotischer Tupfer der Naxos-Einspielung ist natürlich Rübsam an einer Skinner - für mich der Antitypus dessen, was ich mir unter einer idealen Orgel vorstelle. Aber R. macht das sehr überzeugend. Und die Rottenburgerin ist ja auch aus Sandtners allerbesten Zeiten. Die Schwestern in Eichstätt (leider total kaputt-"reorganisiert") und St. Ottilien sind (bzw. waren) ja auch sehr gelungene Universalinstrumente. Zum Glück habe ich von der Eichstätterin noch sehr schöne Tondokumente ihres ersten Titulaires Wolfram Menschick ...

LG
Michael
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Wichernkantor
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« Antworten #17 am: 15. Oktober 2015, 13:48:44 »

Hier noch zwei Perlchen aus meiner CD-Schatulle:

https://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/art/Felix-Alexandre-Guilmant-1837-1911-Orgelsonaten-Nr-1-8/hnum/5129814

Wiewohl schon ein Vierteljahrhundert alt, für mich bis heute die Referenz der Guilmant-Sonaten. Ben van Oosten musiziert einfach traumhaft schön. Glutvolle Allegrosätze, blitzsauber durchartikulierte Fugen, genüsslich ausgekostete Adagios. Bei der 2. oder 7. Guilmant kann ich so richtig abhängen. Und die alte Dame in Rouen hat halt Saft und Kraft. Ein sehr stimmiges Gesamtbild. Aufnahmetechnisch bekannte MDG-Premium-Qualität.

Das niederländische Label "Festivo" hat ein reizvolles Nischenangebot. Ich habe mir da vor einiger Zeit mal die kleineren Guilmants als Anthologie beschafft, die in "gemischten" Programmen üblicher Weise als Füller herhalten müssen.

https://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/art/Felix-Alexandre-Guilmant-1837-1911-Integrale-des-66-Pieces-dans-differents-styles-Vol-1-5/hnum/1800238

Die Box ist nicht nur preislich akzeptabel. Herman van Vliet war mir bis dato vor allem als Improvisator und Interpret eigener Werke geläufig. Was er da abliefert ist mehr als eine Fleißarbeit. Die 66 Stücke, die quasi alle Facetten in Guilmants Schaffen reflektieren, sind grundsolide gespielt. Da wirkt nichts langweilig oder unterliegt einem Abnutzungseffekt. Die ACC in Toulouse St. Sernin war aufgrund ihres schlechten Gesamtzustandes ja lange das Aschenputtel unter den späten Arbeiten ACCs. Jetzt ist sie wieder herausgeputzt - und das ist zu hören. (Ich habe noch eine LP, die ihren bejammernswerten quo-ante-Zustand dokumentiert.) Sie hat ungemein brillante und dabei eher zurückhaltende Zungen, das nahe Spanien lässt grüßen ...
ACC hat während seiner Reifejahre durchaus auch die Gepflogenheiten und die Ästhetik der jeweiligen Orgellandschaft in seine Gestaltungs- und Intonationsprinzipien einfließen lassen. Die Orgel hat auch ein paar (für ACC) ungewohnt helle Flöten - oder sollte da der Techniker beim Mastering etwas am Equalizer gespielt haben? Auf jeden Fall schöne Aufnahmen, in die ich gern hineinhöre.

LG
Michael

 
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matjoe1
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« Antworten #18 am: 15. Oktober 2015, 19:36:07 »

Danke an Wichernkantor und Martin78 - die Naxos ist bestellt. Um die anderen kümmere ich mich auch noch!

LG
Matthias
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Wichernkantor
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« Antworten #19 am: 16. Oktober 2015, 08:42:34 »

Da wir mehrfach die Steinmeyer-Orgel der Mannheimer Christuskirche erwähnt haben: Zum 100. Geburtstag der Dame hat der Hausherr Johannes Matthias Michel folgende SACD mit Opera von Karg-Elert, Arno Landmann und Reger ("Wachet auf") eingespielt.

https://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/art/Das-Mannheimer-Wunderwerk/hnum/4918365

Die Stücke scheinen der Orgel auf den Leib geschrieben, Landmanns Variationen sind es definitiv, denn er war dort Anfang des 20. Jh. Organist. Michel kennt die Orgel wie kein Anderer und führt sie mit diesem virtuosen Programm in allen Gangarten vor. Schon in normaler Stereo-Wiedergabe ist das Instrument eine Naturgewalt. In SACD-Wiedergabe (ich bin nur schlichter Hi-Fi-Stereophoniker) wird das sicher noch mal getoppt.

Auf einer etwas älteren Scheibe aus 2001 stellt Michel die Marcussen-Orgel auf der gegenüberliegenden Empore der Kirche vor - mit "Petitessen" wie Bachs Passacaglia, der Es-Dur-Triosonate, Buxtehudes C-Dur, der 2. Clérambault-Suite und einer witzigen Parodie der "Epidemischen".
Nicht weniger hörenswert ...

https://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/art/Johannes-Matthias-Michel-Universum-Bach/hnum/4207708

LG
Michael
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