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Autor Thema: Orgelnoten-Tipps  (Gelesen 41128 mal)
Gemshorn
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« am: 19. Januar 2015, 17:20:36 »

Bitteschön, es darf gepostet werden! Dafür
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Autumn comes, the summer is past...
Martin78
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« Antworten #1 am: 19. Januar 2015, 17:41:56 »

Das Heft ist Gold wert, Wichernkantor Michael hatte ja schon mehrmals darauf hingewiesen. Einzelne der Trios gibt es auch bei imslp, aber das Geld für das Heft habe ich sehr gerne ausgegeben. Definitiv nachbarock, leichter als Bach und Krebs und als Vorstufe zu deren Trios meiner Meinung nach sehr gut geeignet. Die 11 einzeln überlieferten Trios stehen ausschließlich in C-Dur, a-Moll, G-Dur und e-Moll, was die Bildung von kleinen fiktiven Triosonaten leicht möglich macht, wenn man Tempo und Charakter der Stücke entsprechend gestaltet.
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Gloria Concerto 350 Trend
Wichernkantor
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« Antworten #2 am: 22. Januar 2015, 09:00:22 »

Ordnet Euer Repertoire mal chronologisch - dann wird es wohl einigen von euch gehen wie mir: Zwischen den Bach- Schülern (Krebs, Homilius, Sorge etc.) und Mendelssohn klafft eine Lücke. Klassik? Richtig, da war doch was - nervtötende Sonatinchen für Klavier - sehr beliebt für die C-Prüfung (... und bei den Prüfern gefürchtet. Ich hatte mal die Karte gezogen und musste zwei Tage lang jeweils acht Stunden Klaviersonatinen anhören, von Leuten, die viel lieber und besser Orgel spielten. Wie ich auch ... Einziger Lichtblick: Ein Kandidat spielte Brahms - g-Moll-Rhapsodie. Und das sehr gut. Mein Erlösungsseufzer hallt nach mehr als 30 Jahren noch über die Flure des Kirchenmusikzentrums, in dem die Prüfung stattfand.  Lachen ). Na ja, Mozart und Haydn - gewiß, gewaltige geistliche Werke. Aber orgelmäßig: Tote Hose, sagten meine Lehrmeister. Sie drückten es natürlich etwas gepflegter aus: "Eine Zeit des Niederganges in Orgelbau und Orgelspiel." Das war die sozialverträgliche Sprachregelung. "Unorgelgemäß" waren die Orgelstücke der Mozart-Zeit - wie übrigens auch Mendelssohn. Mein verehrter erster Orgellehrer (Jahrgang 1904) pflegte derlei - und vor allem welsche Musik von Guilmant und Anderen - als "Blasmusik für Orgel" zu bezeichnen.
Gibt es denn wirklich nichts Ordentliches für Orgel aus der Zeit zwischen 1760 und 1830? Doch.
Guckt mal hier:

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.bodensee-musikversand.de/3/462590/Katalog/Orgel+2hd./Sammelalbum-Alla+Mozart+-+Orgelmusik+zwischen+Barock+und+Romantik.html">http://www.bodensee-musikversand.de/3/4 ... antik.html</a><!-- m -->

Johannes Michel ist da ein kleiner Geniestreich geglückt. Er hat Sammlungen aus dem frühen 19. Jh. durchstöbert - nach dem Motto: Die guten ins Töpfchen, die sechzehntaktigen Festkadenzen ins Kröpfchen. Herausgekommen ist ein 270 Seiten umfassendes Kompendium qualitätvoller Orgelmusik der Klassik. Der Titel "alla Mozart" ist leicht irreführend, denn kein einziges Werk Mozarts findet sich unter den rund 100 Stücken. Dafür tauchen die Namen auf, die man eigentlich aus den Uralt-Sammlungen kennt, die auf manchen Orgelemporen im Fach unter der Bank vor sich hin modern: M.G. Fischer, Chr. H. Rinck, Hesse, Knecht, Grünberger, Vierling e tutti quanti, deren Opera man - in Kenntnis dieser Sammelbände - gern in die Kategorie der "gottesdienstlichen Verbrauchsliteratur" einordnet.
Johannes Michel belegt mit der Wahl der Stücke eindrucksvoll, was die geschmähten Kollegen "drauf" hatten. U.a. findet sich in dem stattlichen Band ein ganzer Packen spielenswerter Opera von Rinck. So z.B. das komplette "Floeten-Concert F-Dur" ein wirklich bezauberndes dreisätziges Konzertstück. Ich besitze es schon lange als Einzelausgabe. Rinck war ja auch 12 Jahre Stadtorganist in Gießen, bevor er in Darmstadt Hofkapellmeister wurde. Daher pflege ich den Brauch, irgendwas von ihm (wenigstens als Zugabe) in Programmen zu haben. In den Gießener Jahren sind wohl auch einige seiner größeren Präludien und Fugen entstanden, die sich durch einen sehr orgelgerechten Satz, kompositorische Einfälle und Sinn für die orchestralen Klangeffekte der frühromantischen Orgel auszeichnen. Das liegt gut in Händen und Füßen, klingt gut und ist mit vertretbarem Übeaufwand zu bewältigen. Bei diesen und den meisten anderen Stücken des Sammelbandes hat Michel auf gottesdiensttaugliche Länge geachtet. Ein bis zwei Doppelseiten sind Standard, die Blätterstellen intelligent eingerichtet. Zudem zeichnet sich der dicke Band mit kräftigem Deckel und solider Fadenheftung durch herausragende Papier- und Druckqualität aus.

Der Preis von 48 € scheint mir nicht überzogen für eine Sammlung, die das Zeug zum Standardwerk hat.
Denn man findet eine gelungene Mixtur von Choralbearbeitungen (Fischer), Charakterstücken (Knecht) und konzerttauglichen Stücken (Hesse). Dazu etliche Incognita, deren Spiel einfach Spaß macht und den Hörer erfreut.
Wer den Band durcharbeitet, hat auf Jahre "Orgelfutter" für alle Anlässe - ganz gleich, ob die Orgel "(neo)barock" oder "(neo)romantisch" tönt.  

Michel hat übrigens vor mehr als 30 Jahren zu einer Zeit, als deutsche Frühromantik noch als epigonal verschrien war, schon einmal eine Sammlung mit Choralvorspielen aus Klassik und Romantik herausgegeben. Ich habe ein "Urexemplar" - damals bei Strube erschienen - im Fundus. Das Heft erschien zu einer Zeit, als in allen Choralvorspielsammlungen Walther der Platzhirsch war - und natürlich die zeitgenössischen Meister, deren Opera ich schon als respektloser Studiosus als "barock mit falschen Tönen" charakterisiert habe. Es war lange das einzige seiner Art und ich war verblüfft, dass es immer noch - in überarbeiteter Fassung und (gottseidank!) mit einem gut lesbaren Notenbild - am Markt ist:

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.bodensee-musikversand.de/3/104918/Katalog/Orgel+2hd./Michel-Johannes+Matthias+%281962%29-Choralvorspiele+aus+Klassik+und+Romantik+%282.+Auflage%29.html">http://www.bodensee-musikversand.de/3/1 ... ge%29.html</a><!-- m -->

Bei einem Preis von 12,50 € ist das Preis-Leistungsverhältnis äußerst etatfreundlich.

LG
Michael
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« Antworten #3 am: 26. Januar 2015, 13:35:26 »

Bringt etwas Schwung in den Laden Lachen
Vielleicht kennts jemand. Besonders daraus zu empfehlen  INTRADE IN JAZZ.
Danach gibt es nur noch gute Laune. Das Stück baut richtig auf.

https://www.youtube.com/results?search_ ... de+in+jazz


Das Swing & Jazz Orgelbüchlein 1

von Johannes Matthias Michel
13,00 € bei Stretta.
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Mit musikalischen Grüssen
Bernhard
chrimo
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« Antworten #4 am: 26. Januar 2015, 22:37:50 »

"Intrade in Jazz" ist bei mir das Allheilmittel gegen Schwermut auf der Orgelbank Zwinkern ... und ich spiele sie öfter bei Gymnasiums-Gottesdiensten (bei der Neuaufnahme sind es ja jährlich neue "Opfer"  Engel )

Aber so ist das eben oft ... pro Heft ein "Schlager", und der Rest...
"Großer Gott, wir loben dich" und  "Gib uns Frieden jeden Tag" hab ich noch gespielt aus dem Heft, sonst nix.

Vielversprechender sieht es da mit dem Band von Michael Schütz aus.
http://www.stretta-music.com/schuetz-20-pop-stuecke-fuer-orgel-nr-489178.html
(Stretta ist übrigens immer eine gute Adresse, wenn man mal ein Notenbeispiel sehen will!)

Daraus habe ich bisher das erste Stück gespielt - "The Beginning":
https://www.youtube.com/watch?v=U3rVfHMsfO0
(wenn auch nicht auf so einer schönen Orgel)

Bei youtube findet man auch andere Titel aus dem Heft - "Good Mornin'" - "Stay Tuned" - "Dance with me" ...

Klar, sowas mag man oder auch nicht... ist halt kein Bach Zwinkern
(Aber vielleicht würde er es mögen?!?)
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Orgelfan
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« Antworten #5 am: 03. Februar 2015, 10:13:20 »

Hallo liebe Orgelspieler,
hier noch eine schöne Seite zum Notendownload..

http://www.free-scores.com/download-she ... ?pdf=58613

 Drehorgel
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Bernhard
Orgelfan
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« Antworten #6 am: 10. März 2015, 11:11:40 »

Hallo Organisten,

kennt jemand Trumpet Tune von Frederick Swann:

https://www.youtube.com/watch?v=_f8ME91aPlo

Super Teil und nicht zu schwierig. Hab mir das jetzt bei Stretta bestellt. Die müssen das Teil direkt
von USA einfliegen lassen.

Kann ich nur empfehlen.
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Bernhard
Bombarde32
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« Antworten #7 am: 17. März 2015, 21:07:36 »

Habe gerade eher durch Zufall folgende Noten gefunden, die für den liturgischen Gebrauch durchaus verwendbar sind:

Charles Hubert H. Parry: "Chorale Prelude on Eventide": https://youtu.be/fyk6wWfUhIE
Eignet sich als Vor- oder Nachspiel zu den Gotteslob-Nummern 94 und 325. Noten sind bei IMSLP zu finden: http://imslp.org/wiki/Special:ReverseLookup/319263

Edward C. Bairstow: "Prelude, Elegy and Toccata-Prelude"
Dort sind die gregorianischen Themen zu dem Hymnen "Vexilla Regis" und "Pange lingua" verarbeitet. Noten sind auch hier bei IMSLP zu finden: http://imslp.org/wiki/Special:ReverseLookup/35501
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Martin78
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« Antworten #8 am: 17. März 2015, 21:52:52 »

Zitat von: "Bombarde32"
(...)
Edward C. Bairstow: "Prelude, Elegy and Toccata-Prelude"
(...)Noten sind auch hier bei IMSLP zu finden: http://imslp.org/wiki/Special:ReverseLookup/35501
Danke für den guten Parry-Hinweis - mit dem Bairstow sollte man noch zwei Jahre bis zum Download warten, derzeit ist das bei uns noch illegal (70-Jahre-Regel), da noch nicht gemeinfrei / Public Domain.
Beim Parry-Heft fällt mir die Choralmelodie "St. Thomas" auf, diese Melodie kannte ich bislang nur von einem Lied zum Sakramentalen Segen ("Tantum Ergo"): "Sakrament der Liebe Gottes" bzw. "Jesus, du bist hier zugegen" (Trierer Anhang).
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Orgelfan
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« Antworten #9 am: 28. Mai 2015, 13:54:16 »

Falls Jemand mal Lust auf amerikanische/englische Hymnen hat,
hier eine super Seite :
http://www.hymnary.org/text/guide_me_o_thou_great_jehovah

Viel Spaß Drehorgel
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Mit musikalischen Grüssen
Bernhard
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