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Autor Thema: Pfeifenorgel mit Digitalorgel(Lautsprechern) ergänzen  (Gelesen 17464 mal)
hmmueller
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« am: 01. Juni 2014, 12:08:57 »

Hallo allerseits - (meine Frage passt irgendwie in keines der Unterforen richtig rein .. also einmal hier)

Unser Oberorganist hat die Idee, unsere mechanische Pfeifenorgel (2 Manuale+Pedal; 6+5+3 Register, 3 Koppeln) um ein elektronisches "Werk" zu ergänzen: Die Trakturen mit Kontakten (ich nehme eher an: Gabellichtschranken) versehen, damit in eine digitale Klangerzeugung und in Lautsprecher. Vor allem einige weitere zeichnende Zungenregister stellt sich unser Organist vor (also nicht nur labiale 16" im Pedal, was ich schon vor 10 oder mehr Jahren einmal gesehen+gehört habe). Zusätzlich soll dann auch ein Setzer eingebaut werden (idealerweise natürlich auch mit Betätigung der vorhandenen Schleifen).

Momentan ist das nur eine "Idee" - aber unser lokaler Orgelbauer (dessen Vorgänger die Orgel gebaut hat) ist auch interessiert, und wir "Neben-Organisten" auch (ich hab's grad heute bei der Passacaglia in d von Buxtehude gemerkt, dass man allein chancenlos mit Registerwechseln ist ...). Andererseits bin ich einmal vorsichtshalber skeptisch, ob/wie man die Lautsprecher mit den Pfeifen "zusammenbringt" ...

Kennt irgendjemand ein solches Projekt (oder mehrere), das man sich anschauen und anhören könnte?

Grüße
Harald M.
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« Antworten #1 am: 01. Juni 2014, 14:28:07 »

Spontan ist mir das Projekt in Hildesheim eingefallen  
http://www.liebfrauen-hildesheim.de/bho/dcms/sites/bistum/pfarreien/liebfrauen_hildesheim/Musik/OrgelninLiebfrauen/index.html  
Christoph Klug wird sicher gerne Auskunft darüber geben....
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« Antworten #2 am: 01. Juni 2014, 16:09:37 »

Johannus bietet da was an:
http://www.johannus.com/de/kollektion/k ... -solutions
Referenzen:
http://www.johannus.com/de/aktuelles/jo ... in-belgien
http://www.johannus.com/de/aktuelles/ei ... ain-gebiet
https://www.youtube.com/watch?v=V9OjqWWNM-Y#t=12
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« Antworten #3 am: 01. Juni 2014, 16:17:24 »

Herr Reetze bietet mit seinen Ahlborn Orgeln da auch was. http://www.ahlborn-orgeln.de/
Solche Kombinationsorgel hat er schon öfter gebaut. Eine davon steht nicht weit von mir in Heuthen.
Hier sieht man ein paar Bilder: http://www.ahlborn-orgeln.de/referenzen.html

Aber das persönliche bzw. zumindest telefonische Gespräch ist natürlich informativer. Mit Herrn Reetze hast du einen kompetenten Mann an deiner Seite.
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« Antworten #4 am: 01. Juni 2014, 17:37:08 »

Ahlborn Kombinations-Orgeln stehen unter anderem in

16341 Zepernick, Evangelische Kirchengemeinde
30659 Hannover, Neuapostolische Kirche
http://www.orgel-information.de/Deutsch ... 4tLvSjqiPY
Braunschweig , Neuapostolische Kirche
http://www.orgel-information.de/Deutsch ... 4tK_CjqiPY
37285 Wehretal-Reichensachsen, Evangelische Kirchengemeinde
38302 Wolfenbüttel, Evangelische Kirchengemeinde
38518 Gifhorn, Neuapostolische Kirche
http://www.orgel-information.de/Orgeln- ... 4tJ1SjqiPY
47475 Kamp-Lintfort, Evangelisch-freikirchliche Gemeinde
63450 Hanau, Neuapostolishe Kirche
71332 Waiblingen,Neuapostolische Kirche
71665 Vaihingen a.d. Enz, Evang.-Methodistische Kirche
84333 Malgersdorf, Katholische Kirche
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« Antworten #5 am: 01. Juni 2014, 17:57:53 »

Die Dispo der Gifhorner Ahlborn-Kombinationsorgel der neuapostolischen Kirche deckt sich zu großen Teilen mit der meiner H 350.
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« Antworten #6 am: 01. Juni 2014, 18:06:41 »

Wow - einen Stromausfall später (tatsächlich) schon eine ganze Reihe von Antworten! - besten Dank an Euch alle ... ich werde das einmal bei uns weiterleiten - schaun wir, was herauskommt!

Vielen Dank nochmal -
Harald
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« Antworten #7 am: 02. Juni 2014, 00:03:49 »

Wobei zu beachten ist, dass die meisten der o.g. Projekte bereits als Kombinationsorgeln geplant und ausgeführt worden sind. Eine Nachrüstung ist eine andere Sache, aber sehr wohl ausführbar. Dafür
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« Antworten #8 am: 02. Juni 2014, 09:14:14 »

Ich habe mir anlässlich der Generalüberholung unserer Orgel (1979, II/13) Hw und Pedal midifizieren lassen. Das Instrument ist eine typische neo-barocke Spardisposition der Zeit, also ohne Prinzipal 8' im Hw und ohne 8' im Pedal.
Seit gut einem Jahr habe ich einen Accupipe angehängt, der via Yamaha-HiFi-Stereo-Endstufe 180W über zwei großvolumige PA-Boxen von Magnat abstahlt, die ich als "C- und Cis-Lade" beiderseits des Gehäuses platziert habe.
Die akustischen Bedingungen sind sehr gut, die Kirche hat eine ideale Orgelakustik. Die Verschmelzung des Klanges ist nahezu perfekt.
Ich habe die 12 Plätze des Accupipe (derzeit) so belegt: Man: Quintade 16' - ganz leicht, nur ein Hauch, Prinzipal 8', weich und singend, Prinzipalschwebung 8', ebenfalls sehr diskret intoniert, Hohlflöte 4', weich und rund füllend, Mixtur 4f 1 1/3'. Die der Orgel ist nur 2-3f und der dritte Chor setzt bei c0 ein - bei Pedalsoli unüberhörbar, obwohl wir uns bei der Nachintonation allergrößte Mühe gegeben haben, den Übergang zu "glätten". Deshalb die zweite Mixtur als Ergänzung, ebenfalls sehr dezent intoniert. Die gesamte Intonation der Orgel wurde "entschärft", ohne ihr Brillanz und Klarheit zu nehmen. Außerdem noch ein Cornett 5 f - dem Gesamtcharakter der Orgel entsprechend recht konturiert und nicht zu füllig, eine Trompete 8', ebenfalls schlank und brillant und eine fein singende Oboe 8'
Das Pedal habe ich ergänzt um einen fülligen Untersatz 16', vom Charakter her ein weicher, tragender Holzprinzipal, einen vollen Oktavbass 8, ein sauber zeichnendes Gemshorn 8' für das Triospiel und ein rundes Fagott 16'.

Ich achte darauf, die digitalen Zusätze stets in sorgfältiger Auswahl zu verwenden. Im Pedal ist das Gemshorn quasi Standard, im Hw beim Choralbegleiten der Prinzipal 8'. Im Plenum kommt noch das Fagott hinzu. Die Trompete gibt dem Plenum zwar Glanz und Saft, aber ich verwende sie überwiegend solistisch oder triomäßig.
Der OSV hat den Zubau ausdrücklich gebilligt, weil ich ihm versichert habe, dass wir so behutsam wie möglich mit der Originalsubstanz umgehen und den Eigencharakter der Orgel nicht verändern. Alle Zubauten sind reversibel angelegt.
Die Disposition des Zusatzes ist noch nicht endgültig, ich bin durchaus noch in der Experimentierphase.
Von vornherein war klar, dass die Orgel hinterher nicht "lauter", sondern voller und farbiger klingen soll.
Das wurde uns vom OSV bescheinigt. Und der PO-Intonateur meinte nach Abhören meiner Digital-Intonation: das klinge "viel zu gut". (Und dann hat er mir noch ein paar richtig gute Tipps gegeben.)

Wir sind mit dieser Lösung sehr zufrieden. Klangproben gibt es
http://test.wicherngemeinde-giessen.de/?p=677
hier.

Besichtigung und Betastung auf Anfrage.
LG
Michael
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« Antworten #9 am: 02. Juni 2014, 09:43:25 »

Oooh, sauber hingekriegt, Michael!
Schöner transparenter Klang, bei dem sich die Register gut verbinden (ein Gutteil des Eindrucks ist sicher auch dem Raum zuzuschreiben). Das Neo-Barocke hat möglichweise ein paar mutige Kernstiche abbekommen, aber ich kann mich irren, weil ich den status ante nicht kenne.
Außerdem beruht meine Wahrnehmung auf mp3 plus meiner PC-Quäke...
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