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Autor Thema: Digitalorgel – welches Modell soll es sein?  (Gelesen 18378 mal)
clemens-cgn
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« Antworten #10 am: 08. Juli 2013, 16:56:48 »

Hallo Romanus,
meine Antwort bezog sich auf eine konkret gestellte Frage von Aeoline.
Bei der UNICO (vorher schon bei der Prestige) läßt sich eben auch die Stimmung tonweise manipulieren, wie auch andere Parameter. Wer damit umzugehen weiß kann sogar eigene Temperaturen legen.
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Anonymous
Gast
« Antworten #11 am: 08. Juli 2013, 20:22:18 »

Verzeiht, wenn ich Euch allen widerspreche. Register gegeneinander verstimmen, kann man natürlich schon lange. Aber wenn die Register "klanglich interessant" gegeneinander schweben sollen, dann sollten die Grundstimme und die dagegen verstimmte Stimme durchaus aus der gleichen Familie kommen! Das bezeichne ich als Celeste. In der Regel sind es Viola und Viola Celeste, die man in fast jeder DO vorfindet. Üblicherweise in 8'-Lage.

Und nun schaut mal in Eure Orgeln und Ihr werdet feststellen, dass es sofern die Orgel nicht romantisch disponiert ist, es in der Regel sonst kein zweites Register aus der gleichen Familie in gleicher Fußlage gibt. Bei der Unico kann man das durch den Registerpool hinter jedem Register lösen, weil man über den Editor auch einen Streicher auf die Flöte daneben legen kann. Bei Johannus geht das nicht.

Der geniale Kniff bei der Gloria 360 ist, dass die Register beider Dispositionen um eine Schalterposition versetzt stehen. Dadurch kann sich der ganz kreative Organist über Intonat in der einen Disposition auf der Flöte 4 stattdessen das Sample eines Streichers 4 aus der barocken Dispo setzen und dann beide passend zu einander intonieren und verstimmen usw.. fertig ist die 4-Celeste II-fach. Die Orgel bietet so die Möglichkeit zu mindestens einem Dutzend relativ authentischer Schwebungen. Da Kisselbach in der 360 auch noch den Streicherchor bis zur Mixtur ausgebaut hat, ist das DIE Orgel für solche Zwecke und wie gesagt, das kann so keine andere DO, außer den Unicos.

In der Roland 380 stehen dagegen serienmäßig Schwebungen in 8 und 4 zur Verfügung als Flöt und als Streich-Schwebung hinterlegt. Sogar im Hauptwerk ist eine prinzipalische Schwebung hinterlegt. Im eingebauten Expander sind außerdem Schwebungen 16 und dann auch noch Schwebechöre 16+4 oder sogar 16+8+4 hinterlegt in prinzipalisch, flötig und streichig herb und streichig süßlich. Alles zusätzlich noch oktavierbar. Das was die normale US-Orgel mit Oktavkoppeln hinbekommt, ist über die Zusatzregister alles sofort hervorholbar. (Im US-Orgelbau sind die Celesten oft auf einem Zug gesetzt als Celeste II-fach). Wenn man noch einen MX-200 zusätzlich anschließt, dann wird man mit dem sphärischen Klang so schnell nicht mehr fertig....

Ich hoffe, ich konnte das aufklären und erklären.


Laurie
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Martin78
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« Antworten #12 am: 08. Juli 2013, 21:46:32 »

Hallo,

in "meinem" Thread wollte ich mich auch noch mal gemeldet haben und euch herzlichen Dank für alle Ratschläge bisher sagen!

Ich denke, dass ich doch eher in ein neues als in ein gebrauchtes Instrument investieren werde, und werde mir demnächst mal einiges anschauen - ich halte euch auf dem Laufenden. Dass eine Digitalorgel was für mich ist, habe ich schon herausgefunden  Zwinkern

Die Diskussion über Streicher- und sonstige Schwebungen in allen möglichen Kombinationen und Fußtonlagen hat bei mir noch eine Frage aufgeworfen: Warum findet man bei DO der unteren bis mittleren Preisklasse vergleichweise selten Querkoppeln (Sub, Super)? Einer Pfeifenorgel um die 25 Register wird doch heute sehr oft wenigstens eine Subkoppel "verpasst", um z.B. im HW Bassonklang 16' (SW: Oboe 8') zu haben. Gibt es irgendeine technische / klangliche Erklärung, warum man diese Koppeln bei DO vergleichsweise selten disponiert?

Viele Grüße
Martin
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Romanus
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« Antworten #13 am: 08. Juli 2013, 22:15:07 »

Zitat von: "Laurie Phelps"
Und nun schaut mal in Eure Orgeln und Ihr werdet feststellen, dass es sofern die Orgel nicht romantisch disponiert ist, es in der Regel sonst kein zweites Register aus der gleichen Familie in gleicher Fußlage gibt.
Laurie
Da muß ich widersprechen:
Meine 2 Johannüsse haben im Hauptwerk das Paar "Hohlflöte 8´" und "Flute Celeste 8´" (gleiches Sample,nur zarter intoniert und schwebend gestimmt).

Aber normalerweise genügt mir eigentlich für romantische Charakterstücke das Paar Viola + Vox Coelestis im Schwellwerk.
Was willst du mit einem ganzen Chor von Schwebestimmen ?

Da hätte ich lieber z.b. im Hauptwerk eine tiefe,gravitätische Mixtur major 2 2/3´ und zusätzlich eine helle,silbrige Mixtur minor 1`. Damit könnte man faszinierende Plenum-Varianten kreieren.

Und ich muß Martin Recht geben: Sub- und Superoktavkoppeln wären eine echte Bereicherung für jede Digitalorgel !  Dafür Ich verstehe nicht,wieso die DO-Hersteller diese Idee nicht schon längst aufgegriffen haben.

Aber eine Digitalorgel mit solchen Feinheiten muß wohl erst gebaut werden.  Augenrollen
Aus diesen und anderen Gründen glaube ich wirklich,ich muß noch irgendwann meine eigene Orgel bauen (oder bauen lassen),wenn ich das für mich perfekte Instrument haben will.  Freundlich
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Gemshorn
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« Antworten #14 am: 08. Juli 2013, 22:18:54 »

Ab der Unico 600 (US-Version) hast du alles dabei: http://www.physisorgans.com/usa/prodott ... 5B0E70C2CA
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Romanus
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« Antworten #15 am: 10. Juli 2013, 10:48:39 »

Ich möchte Martin noch einen Rat mit auf den Weg geben:

Nachdem ich selbst schon mit gebrauchten Instrumenten teilweise ziemlich üble Erfahrungen gemacht habe,empfehle ich dir dringend,dir nur ein neues bzw. allenfalls ein Vorführinstrument zuzulegen !
(Ich selbst will mich jedenfalls nie wieder mit einer defekten,alten Kiste herumärgern müssen !  Motzen  )

Man kann natürlich auch Glück mit einem gebrauchten "Schnäppchen" haben,hatte ich auch schon,aber das Problem ist folgendes:
Wenn man den Verkäufer fragt,ist natürlich immer alles technisch 100% in Ordnung.  Engel
Es gibt aber meist keine Garantie mehr,Defekte sind nicht immer sofort erkennbar oder treten erst nach ein paar Wochen bis Monaten auf.  Schock
Dann aber hast du gleich mehrere massive Probleme (falls du nicht zufällig ein Bastler-Genie vom Schlag eines MacGyver bist,der alles im Handumdrehen selbst repariert !):

1. Die Reparatur erfolgt auf eigene Kosten und kann oft teurer ausfallen als erwartet,falls du überhaupt jemanden findest,der das Ding repariert. Als Johannus-Altkunde ist man z.b. im gesamten Großraum Wien auf einen einzigen (!!!) Servicetechniker angewiesen,der sich seiner Monopolstellung wohl bewußt ist und auch dementsprechend auftritt. Er ist chronisch schwer erreichbar bzw. reagiert oft monatelang nicht auf Emails und wenn er dann endlich mal kommt,verlangt er unverschämt hohe Preise (130 EU Wegpauschale, 100 EU pro Stunde Arbeitszeit + Ersatzteile + Mehrwertsteuer ...).
In vielen Fällen heißt es dann auch: "Das kann ich nicht vor Ort reparieren (z.b. defekte Tastenführung einer einzigen Taste !),dafür muß die Orgel in die Werkstatt transportiert werden."  Blöd (Kostenpunkt für Hin- und Rücktransport ab 1000 EU und natürlich keine Kontrolle über die tatsächliche Arbeitszeit !)
Jetzt warte ich z.b. schon monatelang vergeblich auf die Reparatur von 3 ausgefallenen Registern bei meiner alten Sweelinck,was die Ursache ist,weiß er selbst noch nicht und macht sich auch nicht die Mühe,das herauszufinden,letzter Emailkontakt Ende Mai,seither seinerseits keine Reaktion mehr,eigentlich unglaublich,wenn man bedenkt,was der Herr bisher schon an mir verdient hat ! (Um das Geld hätte ich mir insgesamt schon mindestens eine neue Orgel kaufen können,was ich für die Zukunft auch vorhabe.)

2. Ersatzteile gibt es oft nicht mehr,bzw. sie müssen neu angefertigt werden und sind daher entsprechend kostspielig !

3. Versuch mal,ein defektes Instrument weiterzuverkaufen ! (einzige Möglichkeit: Ebay "Bastlergerät",Startpreis 1 EU,kein Mindestpreis)  Motzen
Das ist ein riesiges Verlustgeschäft,wenn man bedenkt,daß auch Gebrauchtinstrumente locker 4000 EU und mehr kosten können.  Böse

Nach diesen Erfahrungen werde ich nie wieder auf ein Gebrauchtinstrument hereinfallen,siehe dazu auch meinen Service-Erfahrungsbericht im anderen Thread !

Sei so klug und lern´aus meinen Fehlern !  Geheimtipp
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Martin78
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« Antworten #16 am: 10. Juli 2013, 10:56:32 »

Zitat von: "Romanus"
Sei so klug und lern´aus meinen Fehlern !  Geheimtipp

Geht klar,  Danke

Ich hatte mich eigentlich schon auf ein Neuinstrument festgelegt.

Deine Erfahrungen mit Fa. Johannus sind ja nicht so erfreulich.

Haben andere, v. a. in Deutschland, ähnliche Erfahrungen gemacht?

Wie sieht's mit dem Service bei Viscount und Content aus?

Repariert die Fa. Kisselbach selbst die Gloria-Modelle oder kommt dann ein Techniker der jeweiligen Herstellerfirma?

Viele Grüße!
Martin
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Romanus
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« Antworten #17 am: 10. Juli 2013, 11:02:54 »

Nachtrag: Meine Erfahrungen betreffend servicetechnische Versorgung beziehen sich natürlich NUR auf den Großraum Wien,wie das in anderen Ländern ist,kann ich naturgemäß nicht beurteilen !  Opa

Falls dir Johannus klanglich zusagt (und das ist das wichtigste Kriterium überhaupt !),will ich dich keinesfalls davon abbringen,dir eine (neue) zu kaufen !
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matjoe1
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« Antworten #18 am: 10. Juli 2013, 11:07:04 »

Nach allem, was ich gehört habe, ist der Kisselbach-Service (und auch der der anderen großen Händlerkollegen) vorbildlich.
Meine erste Orgel hatte ich bei Bauer gekauft und die Betreung war ebenfalls sehr gut.
Allerdings habe ich mit Orgeln noch keine Erfahrung mit Garantie-/ bzw außerhalb der Grantiefällen gemacht. Doch das Netz wüsste etwas davon. Auf die Schnelle sind keine relevanten Negativstatements zu finden.
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Ebi
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« Antworten #19 am: 10. Juli 2013, 20:28:04 »

Zitat von: "matjoe1"
Nach allem, was ich gehört habe, ist der Kisselbach-Service (und auch der der anderen großen Händlerkollegen) vorbildlich.
.....

Das kann ich nur bestätigen: unkompliziert, kulant, immer erreichbar  -  und freundlich.....was will man mehr.....
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Beste Grüsse aus der Schweiz
Eberhard Brune
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