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 am: Heute um 02:02:12 
Begonnen von Speick - Letzter Beitrag von MagisterPerotin

Der Pfarrer, sofern Dienstvorgesetzter, hat das Stück mit den Angehörigen abgesprochen und genehmigt. Was tut ihr?


Ich kenne diese und ähnliche Klagen nur zu gut. Ich kann nur aus meiner Praxis als hauptamtlicher Kirchenmusiker auf evangelischer Seite berichten:

Es kommt schlichtweg nicht vor, dass ein Pfarrer/Pfarrerin, Wünsche die Debattenpotential bergen einfach ohne Rückfrage mit mir beschließt. Als Bezirkskantor ist sowieso nur der Dekan / die Dekanin mir gegenüber weisungsbefugt. Aber auch in den Dienstanweisungen steht, dass die Lieder in gegenseitiger Absprache kommen sollen und freie Stücke obliegen komplett meinem Ermessen. Als Hauptamtler hat man zumindest auf evangelischer Seite meiner Erfahrung nach eine recht starke Position. Theoretisch ist man ja den Pfarrern gleichberechtigt.

Um des lieben Friedens willen zeige ich mich allerdings meist recht offenherzig gegenüber spezielleren Wünschen. Es kamen mir noch keine so ungeheuerlichen Wünsche unter, dass ich mich zu streikartigen Maßnahmen gezwungen sah.

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 am: 14. November 2018, 16:43:56 
Begonnen von Wichernkantor - Letzter Beitrag von Canticus
Tja, weißt Du, lieber Michael,
damals, 1984, brauchte ich dringend Geld. Der reguläre Friedhofsorganist war über die Weihnachtszeit drei Wochen in Urlaub. Vertraglich war ausgemacht, daß ich seine Vertretung komplett übernehme. Dafür hatte ich auch extra einen großen Teil meines alten und neuen Jahresurlaubs genommen. Außerdem war der Job kein kirchlicher, sondern einer von der Stadt..  Natürlich war ich von Ansinnen und Gestaltung auch völlig geplättet und überrumpelt. Hätte ich rechtzeitig Bescheid gewußt, hätte ich mich von dieser Veranstaltung abgemeldet. Dann hätten die sich einen eigenen Organisten besorgen müssen. So aber war das nicht möglich. Da sein hätte ich ohnehin müssen, denn die Beerdigungen erfolgten zwischen 11:30 h und 16:00 h wie am Fließband...
Außerdem war es auch nicht meine Konfession, also sagte ich mir, auch deshalb, weil ich dieser erlesenen Literatur mächtig war: "Non olet!"   Zwinkern duck und weg

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 am: 14. November 2018, 15:33:46 
Begonnen von Wichernkantor - Letzter Beitrag von Wichernkantor
Als ich vor vielen Jahren auch einmal Organistenvertretung auf einem großen Friedhof machte, mußte ich bei einer Trauerfeier tatsächlich mal den "Ententanz" spielen... Die "Trauergemeinde", inklusive Geistlicher, standen dabei auf, wippten mit den Füßen, tanzten "Ringelreihen" um den Sarg, und führten auch das zu diesem Lied dazugehörende "Fingerschnippen" aus....  Teufel 2 duck und weg

Nö, da hätte bei mir der Spaß definitiv aufgehört. Ich habe zeitlebens darauf geachtet, dass Kasualien nie Teil meines Arbeitsvertrages, sondern immer "freiwillige Zutat" waren. So hatte ich stets die Option, eine unzumutbare Dienstleistung konsequenzenlos zu verweigern. Ich habe das zum Glück nicht oft, aber einige Male tun müssen.
Vor allem habe ich immer darauf geachtet, einen Grundkonsens mit den Liturgen herzustellen. Und wenn der nur darin bestand, dass ich ihnen exakt gesagt habe, was ich mache und was nicht. Dazu genügte ein Kernsatz: "Ich bin Kirchenmusiker und mache Kirchenmusik."

LG
Michael


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 am: 14. November 2018, 14:15:54 
Begonnen von Speick - Letzter Beitrag von Gemshorn
Das ist wahrscheinlich richtig.
Ich bin eigentlich kein Hauptamtler, bediene aber einen vergleichbaren Posten. Selbst als Ehrenamtler obliegt die Liedplanung mir. Wünsche seitens der Geistlichkeit kommen sehr selten und haben zumeist Hand und Fuß - im Befehlston werden sie schon gar nicht vorgetragen.
Die Lösung des Problems kommt vermutlich zu spät, wenn erst im auftretenden Konfliktfall darüber nachgedacht wird; Kompetenzen (und etwaige Konfliktfelder) gehören vor Antritt des Dienstverhältnisses geklärt.

Wenn das verabsäumt wurde, hilft wahrscheinlich nur noch: Augen zu und durch.
Oder aber - im Gewissensfall - eine Kündigung.

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 am: 14. November 2018, 14:11:40 
Begonnen von Speick - Letzter Beitrag von Speick
Nein,
die Frage ging an die Hauptamtler, hier und in anderen Kirchenmusikforen oder auch bei Facebook liest man immer wieder das gemeckere darüber und Komnentare, dass man das oder dies nicht spielen würde.
Als Hobbyspieler, der nicht darauf angewiesen ist, mag das ja gehen, als angestellter Kirchenmusiker sicher nicht so ohne weiteres.


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 am: 14. November 2018, 14:02:37 
Begonnen von Speick - Letzter Beitrag von Gemshorn
Gegenfrage: Sollen wir die Entscheidung für jemand anderen hier treffen? Teufel 2
Unterschiedliche Menschen werden je nach ihrer Eigenart wahrscheinlich unterschiedlich mit solchen Umständen umgehen...

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 am: 14. November 2018, 14:01:15 
Begonnen von Wichernkantor - Letzter Beitrag von Gemshorn
Wir brauchen einen Facepalm-Smiley hier im Forum. Ich kümmere mich darum!

Einstweilen als Vertretung dies: Blöd

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 am: 14. November 2018, 13:47:52 
Begonnen von Wichernkantor - Letzter Beitrag von Canticus
Also... Da ist noch "Luft nach oben" : Als ich vor vielen Jahren auch einmal Organistenvertretung auf einem großen Friedhof machte, mußte ich bei einer Trauerfeier tatsächlich mal den "Ententanz" spielen... Die "Trauergemeinde", inklusive Geistlicher, standen dabei auf, wippten mit den Füßen, tanzten "Ringelreihen" um den Sarg, und führten auch das zu diesem Lied dazugehörende "Fingerschnippen" aus....  Teufel 2 duck und weg

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 am: 14. November 2018, 13:09:00 
Begonnen von Speick - Letzter Beitrag von Speick
Und dann trotzdem spielen?

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 am: 14. November 2018, 13:00:54 
Begonnen von Speick - Letzter Beitrag von Martin78
Die Bedenken wohlbegründet mit dem Pfarrer sowie ggfs. den “Bestellern” erörtern.

Einfach nur zu sagen “das mache ich nicht” dürfte je nach Art des Dienstverhältnisses eher schwierig bzw. unmöglich sein.

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