Sakralorgelforum

Unterforen => Musikalisches => Thema gestartet von: Wichernkantor am 29. Dezember 2018, 09:58:03



Titel: Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Wichernkantor am 29. Dezember 2018, 09:58:03
Beim Herumstöbern im www bin ich auf dieses Angebot gestoßen:

https://musica-maestosa.de

Das klingt ja nicht uninteressant. Leider sind keine Probeseiten aufzurufen. Ich würde gern mal einen Satzspiegel und/oder ein Inhaltsverzeichnis sehen.
Hat jemand nähere Informationen oder gar Erfahrungen?

Es scheint sich um die (hoffentlich erlaubte) Nutzung eines üppigen privaten Notenfundus' zu handeln. Von der Idee und der Absicht her sicher begrüßenswert.

LG
Michael




Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: viola pomposa am 29. Dezember 2018, 11:06:39
Des Rätsels Lösung:


https://musica-maestosa.de/wartung/.

Also nach dem 1.1.2019 Mal wieder reinschauen.


LG und allen ein gesegnetes 2 0 1 9

Viola pomposa


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: trompetendulzian am 29. Dezember 2018, 11:13:00
Sehr schön: Auf der Startseite (in der schwarzen Titelzeile) heißt es:
Zitat
ÜBER 10.000 OGERLNOTEN
Hm, Noten für Oger-Organisten?


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: trompetendulzian am 29. Dezember 2018, 11:22:12
Das klingt ja nicht uninteressant. Leider sind keine Probeseiten aufzurufen. Ich würde gern mal einen Satzspiegel und/oder ein Inhaltsverzeichnis sehen.
Du kannst theoretisch ein kostenloses Probeexemplar anfordern: https://musica-maestosa.de/kostenlose-probeausgabe/ (https://musica-maestosa.de/kostenlose-probeausgabe/)
Bei mir scheitert es allerdings daran, dass das Adressformular im Feld für Vor- und Nachname auf eine e-Mailadresse prüft und ich das Formular deswegen nicht abschicken kann (Fehlermeldung: Die eingegebene E-Mail-Adresse ist ungültig.). Die Webseite scheint so ihre handwerklichen Schwächen zu haben.
Falls sich noch jemand daran wagt, berichtet bitte, ob die Bestellung bei euch klappt!

Viele Grüße
Trompetendulzian


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Gemshorn am 29. Dezember 2018, 11:31:59
Fehlermeldung: Die eingegebene E-Mail-Adresse ist ungültig.
Bei mir das gleiche Phänomen.


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Subbass am 29. Dezember 2018, 14:37:01
Unser Pfarramt hat Probeexemplare als Werbung zugeschickt bekommen, verbunden mit dem Vorschlag, ein Abonnement dem Organisten zu Weihnachten zu schenken. Mir persönlich ist die Auswahl zu willkürlich, viele Sachen, die man kostenlos im Internet irgendwo runterladen kann. Im Endeffekt ist es ein sinnloses Abo, denn nicht alle Stücke, die pro Ausgabe enthalten sind, treffen Geschmack und Niveau des Organisten. Von daher: Sammlung als Abo - äußerst heikel, definitiv nichts für mich! Ich lad bei Gelegenheit mal ein paar Fotos für den optischen Eindruck hoch...


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Gemshorn am 29. Dezember 2018, 15:54:16
Ich lad bei Gelegenheit mal ein paar Fotos für den optischen Eindruck hoch...
Darauf bin ich sehr gespannt.


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Larigot am 29. Dezember 2018, 20:53:52
Bei mir scheitert es allerdings daran, dass das Adressformular im Feld für Vor- und Nachname auf eine e-Mailadresse prüft und ich das Formular deswegen nicht abschicken kann (Fehlermeldung: Die eingegebene E-Mail-Adresse ist ungültig.).

Bei mir scheint es eben geklappt zu haben; jedenfalls kam keine Fehlermeldung.

Wenn die Probelieferung angekommen ist, werde ich berichten.  :lupe:

Bis dahin euch allen einen schönen Jahresabschluss und alles Gute für 2019!

LG
Christian


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: clemens-cgn am 30. Dezember 2018, 00:14:06
Hier einige Nachweise der rechtschreibtechnischen Fähigkeiten:
"Hochwertiges Desing
Neben den Orgelnoten legen wir auch einen großen Wert auf die Optik und Haptik unserer Orgelbücher. Durch ein eher modernes Erscheinungsbild, auch mit unserer Homepage, unterscheiden wir uns von anderen Verlägen."
"Zur Unterstützung des Kirchenmusikstudiums bieten wir zwei individuelle Orgelbänder pro Semester mit einer Vergünstigung von 20% an. Dieser kann ideal als Semesterlektüre genutzt werden."
Sind da etwa Lesebänder gemeint :(  :duckundweg:



Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Jesaiah am 30. Dezember 2018, 06:08:44
Derartige Anpreisungen führen bei mir sofort zu einer Kaufallergie. Immer. Das geht hin bis zu Rechtschreibfehlern in Speisekarten. Wenn jemand seine Texte so lieblos und unkorrigiert hinschmeisst, verdient er/sie es nicht, dass das Produkt gekauft wird. (Privatmeinung)


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: fawe am 02. Januar 2019, 12:05:48
Jetzt ist der Shop online, momentan aber noch überschaubar (zumindest keine 10000 Stücke).
Notensatztechnisch finde ich einige Sachen sehr "luftig" gesetzt, bei anderen kleben die Systeme etwas unübersichtlich aneinander. Manches ist ganz nett, vieles find ich aber auch bei IMSLP, und die Notenausgaben u.a. von Novello sind auch nicht die unlesbarsten ...

Einer der Verlagsinhaber ist übrigens auch Brauereigeschäftsführer ... :prost:

fawe


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: pvh am 02. Januar 2019, 14:02:36
Hallo,

ein paar Stichproben haben mich nicht überzeugt. Alles, was ich mir angesehen habe, findet sich auch auf IMSLP. Die Qualität der Sätze scheint nicht unbedingt besser zu sein als beispielsweise die von Pierre Gouin (Les Éditions Outremontaises), die bei IMSLP stehen. Beispielsweise findet man Zipolis "Toccata all'Elevazione" in C bei IMSLP (Pierre Gouin) auf 2 Seiten. Bei "musica-maestosa" sind es 3 Seiten (95 Cent), weil das Pedal (praktisch nur Haltetöne) überflüssigerweise eine eigene Notenzeile bekommt, wobei man an den Seitenübergängen nicht blättern kann.

Für mich keine Alternative zu IMSLP, das Wundertüten-Abonnement wäre sowieso nichts für mich, da ich schon genug ungenutzte Noten herumliegen habe. Zwar ist die Option interessant, sich eigene Hefte zusammenzustellen (anscheinend muss man mit ca. 30-35 Cent pro Seite rechnen), da ich allerdings mit pdf-Software umgehen kann, stelle ich mir meine Hefte lieber selbst zusammen (umblätterfreundlich!) und lasse sie im Copy-Shop drucken und binden (Draht-Ringbindung 3,00 Euro bis 70 Blatt). Ein 100-Seiten-Heft kostet mich im Copyshop dann so 7 Euro. Bei "musica-maestosa" kostet das 39,50 Euro inkl. Versandkosten, was nicht teuer ist und womit die Edition sicher nicht reich wird, wenn man den Aufwand bedenkt. Mal sehen, wie lange das Angebot existiert: Von den 10.000 Stücken sieht man bisher nur wenige und mit Satz, Einrichten des Internetshops, Anschaffung einer leistungsstarken Copy-Print-Maschine usw. muss die Firma ja erst einmal in Vorlage gehen. Aber vielleicht ist ja die Brauerei finanzstark...

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Wichernkantor am 02. Januar 2019, 14:41:49
Mir gefällt etliches, was ich gerade angesehen habe, sehr gut. Es sind durchweg Raritäten, die anderswo nicht so leicht zu bekommen sind (G.A. Thomas, Ch. Binder).
Statt fliegender IMSLP-Blätter (sofern dort eingestellt) bekommt man ein m.E. gut leserliches Notenbild und eine (hoffentlich) bessere Papierqualität als die des Xerografiepapiers meines Druckers. Wenn mehrseitige Ausgaben auch noch ordentlich geklammerte Bögen und einen etwas festeren Deckel aufweisen, ist das in meinen Augen und für meinen Bedarf ein weiterer Vorteil.
Ich werde da auf jeden Fall mal probekaufen. Bei den Preisen vergibt man sich nichts.
Meine Vermutung geht dahin, dass der Betreiber einen auskömmlichen Brotberuf hat und nicht auf große Gewinne aus diesem Erwerbszweig angewiesen ist. Sonst sähe die Preisgestaltung zwangsläufig anders aus.
Wohl einfach ein Orgelfreund mit ausgeprägtem Sammeltrieb (das soll's ja gelegentlich geben ...  :D), der seine Schätze zum quasi-Selbstkostenpreis teilen will.
Die bis jetzt einsehbaren rund 100 Stücke machen mich neugierig auf das, was da mglw. alles noch im Jackpot liegt. Wenn diese Ansichtsdateien sukzessiv ausgebaut werden sollen, hat der Betreiber einen schönen Berg Arbeit vor sich ...
Ich wünsche ihm jedenfalls Erfolg und Durchhaltevermögen.

LG
Michael


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: pvh am 02. Januar 2019, 15:10:02
Hallo,
Wenn mehrseitige Ausgaben auch noch ordentlich geklammerte Bögen und einen etwas festeren Deckel aufweisen, ist das in meinen Augen und für meinen Bedarf ein weiterer Vorteil.
soweit ich das verstanden habe, werden die Hefte mit Ringbindung versehen.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: fawe am 02. Januar 2019, 15:37:43
Fliegende Blätter hab ich auch bei IMSLP nicht. Gut, ich habe einen Ringbinder von Ibico, das macht das Leben leichter, aber der Rest landet in zwei schmalen Ordnern im Hoch- oder Querformat (beim Hochformat mit vierfach-Lochung).
Und die Papierqualität ist auch kein Problem: Wer weißes Papier mag, nimmt einfach 100g statt 80, und wers hochwertig haben will, bestellt sich ein oder zwei Packungen Munken pure gelblich mit 1,15-fachem Volumen (80-100g). Das packt jeder Drucker.


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Wichernkantor am 02. Januar 2019, 15:43:05
Hallo,soweit ich das verstanden habe, werden die Hefte mit Ringbindung versehen.

Für Einzelausgaben mit zwei oder drei Bögen wäre Ringbindung eine sehr unpraktische Lösung. Da ist die Heftmaschine schneller und kostengünstiger, das Ergebnis praktischer in der Handhabung.

Aber ich denke, dass ich in ein paar Tagen mehr weiß ...

LG
Michael


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Gemshorn am 02. Januar 2019, 16:59:28
Die 80seitige Probeausgabe ließ sich heute problemlos bestellen; ich hoffe nur, dass ich damit nicht irgendeinem Abo zugestimmt habe...  :augenroll:


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: pvh am 03. Januar 2019, 11:03:43
Hallo,
Für Einzelausgaben mit zwei oder drei Bögen wäre Ringbindung eine sehr unpraktische Lösung. Da ist die Heftmaschine schneller und kostengünstiger, das Ergebnis praktischer in der Handhabung.
ja, das ist anzunehmen. Bis 30/40 Seiten (10 Bögen) sollte Klammern und Falten auf alle Fälle gehen.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Schwarzspieler am 03. Januar 2019, 13:07:01
Ich hatte gerade Gelegenheit, ein freundliches Gespräch mit einem der Inhaber (der Brauereibesitzer??)  zu führen. Da haben sich mehrere Organisten und Enthusiasten zusammengeschlossen. Die Ausgaben sind wohl recht hochwertig und zum Glück nicht mit der angeblich so beliebten Spiralbindung, sondern mit Klammerheftung. Bin wirklich sehr gespannt auf die Abo-Version (so eine umfangreiche Sammlung mit Berücksichtigung des Kirchenjahres suchte ich schon lange). Hoffentlich werden aber nicht nur romantische Stücke veröffentlicht. Der Markt ist ja schon voll davon und die Orgeln hierzulande eher unromantisch. Variatio selectat! Im Advents/Weihnachtsheft wird wohl der Berliner Otto Dienel porträtiert. Insgesamt eine tolle Sache!


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: pvh am 03. Januar 2019, 17:15:34
Hallo,
Ich hatte gerade Gelegenheit, ein freundliches Gespräch mit einem der Inhaber (der Brauereibesitzer??)  zu führen. Da haben sich mehrere Organisten und Enthusiasten zusammengeschlossen. Die Ausgaben sind wohl recht hochwertig und zum Glück nicht mit der angeblich so beliebten Spiralbindung, sondern mit Klammerheftung.  
ich fände ja den Service mit dem selbst zusammengestellten Orgelbüchern interessant, aber da ist von Spiralbindung die Rede:
https://musica-maestosa.de/mein-orgelbuch/

100 Seiten = 25 A3-Bogen sind für einfache Klammerbindungen wohl zu viel. Das würde auch nicht halten, wie bei mir die dickeren Hefte des Butz-Verlags zeigen, die alle nach (immerhin intensivem) Gebrauch auseinanderfallen. Aber wie gesagt, bei den weniger umfangreichen Heften mit ca. 25-30 Seiten = 6-8 A3-Bogen geht das sicher noch.

So, jetzt schreibe ich hier kein Posting mehr, bevor nicht jemand ein reales Heft in Händen hält und berichtet hat.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Subbass am 03. Januar 2019, 20:53:28
Die beiden Probehefte, die an das Pfarramt gingen, waren von der Qualität her einwandfrei! Ich möchte fast behaupten mindestens so gut wie Butz-Hefte, die Umschlagseiten vielleicht sogar noch ein wenig stabiler. Kurzum: die Machart ist einwandfrei, lediglich die Auswahl der Stücke sind einfach nicht mein Fall gewesen...


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Larigot am 04. Januar 2019, 18:05:47
So, heute war Post von Musica Maestosa im Briefkasten: Ein Band der leichten „Festivo“- und einer der anspruchsvolleren „Fantastico“- Reihe, zusammen mit einem freundlichen Anschreiben, den unvermeidlichen Werbe- und Bestelldrucksachen sowie einem vierseitigen Newsletter über den Komponisten Otto Dienel und einige seiner Wirkungsstätten. Alles zusammen in einem robusten Kartonumschlag, der ein Verknicken unmöglich macht und dank Perforierung und zusätzlicher Einstecklasche problemlos wiederverwendbar ist.

Ich mache mal einen Rundumschlag zu meinem (sehr persönlichen) Eindruck:

Auswahl der Stücke:

Der „Festivo“-Band bietet auf 38 Seiten 17 Werke in einer breit über Länder und Epochen gefächerten Auswahl, wobei ein deutlicher Schwerpunkt in der Romantik liegt, darunter auch einiges aus dem angloamerikanischen Raum. Vom Schwierigkeitsgrad her liegen die Stücke häufig in der Preisklasse „das spiele ich morgen“ (oder „…gleich“), das andere ist mit moderatem Übeaufwand zu realisieren. Ein Großteil der Stücke findet auf einer oder zwei Seiten Platz.

Der „Fantastico“-Band enthält auf 48 Seiten 12 Kompositionen ausschließlich aus der Romantik, auch hier aus unterschiedlichen Ländern. Länge und technischer Anspruch der Stücke ist hier deutlich höher. Hier findet sich auch mit einer Choralbearbeitung von Otto Dienel das einzige choralgebundene Werk der beiden Hefte.
corrigo: Drei choralgebundene Kompositionen - siehe das Inhaltsverzeichnis weiter unten.

In beiden Bänden habe ich bei einigen Stücken spontan gedacht: „O ja, das könntest du mal spielen!“. Viele der Komponisten waren mir bis dato unbekannt (wobei mein Horizont der Orgelliteratur zugegebenermaßen begrenzt ist…).


Optik und Haptik:

Die Bände kommen hochwertig daher. Format A4, Klammerbindung, festerer Einband (ca. in der Klasse 120-150 g/m2). Das sehr glatte (gestrichene?) Papier ermöglicht ein gestochen scharfes Druckbild, hat aber auch den Nachteil, dass Eintragungen mit spitzem Bleistift nicht nur geschrieben, sondern auch geritzt werden und ein Radiergummi teilweise mehr verschmiert als radiert und in jedem Fall glänzende Stellen zurücklässt. Der Druck selbst ist jedoch absolut radierfest.


Notensatz:

Der Notensatz selbst bewegt sich auf dem aktuellen Standard der Notensatzprogramme und ist überwiegend gut lesbar. Einiges trifft jedoch nicht meinen Geschmack bzw. markiert einen deutlichen Unterschied zu dem, was ich von etablierten Verlagen gewohnt bin:

- Die Notensysteme sind mit ca. 6,1 mm an der unteren Grenze dessen, was in Verlagspublikationen üblich ist. Die Notenlinien und Taktstriche sind dank des Papiers und/oder Druckverfahrens sehr fein. Deshalb ist das Notenbild sehr ansprechend, erfordert aber auch eine scharfe Optik des Spielers. Jemand, der wie ich gerade an der Schwelle zur ersten Lesebrille steht, könnte mit diesen feinen Linien Probleme haben. (Einen Praxistest konnte ich nicht durchführen, weil ich keine Orgel zu Hause habe. Am Klavier war es ok, aber da bin ich auch näher dran).

- Die Abstände zwischen den Systemen sind sehr groß gewählt und werden i.d.R. für das ganze Stück beibehalten. Das gibt genug Raum für Eintragungen, führt aber teilweise auch dazu, dass die Akkoladen ohne Not unnötig dicht aufeinander hocken (d.h. der Abstand zwischen den beiden Manualsystemen ist teilweise größer als zwischen den Akkoladen). Übersichtlichkeit und Lesbarkeit sind an diesen Stellen m.E. suboptimal.

- Grundsätzlich wurde auf praktikable Wendestellen geachtet, natürlich ist das nicht immer wirklich gut lösbar, an einigen (wenigen) Stellen hätte ich persönlich es anders gemacht. Der insgesamt oft „luftige“ Notensatz führt allerdings dazu, dass viele Seiten/Wendestellen benötigt werden. Im Shop werden einige Stücke, die ich als Zweiseiter kenne, zu Dreiseitern, und Béliers Toccata ist hier 12 Seiten lang (im Gegensatz zu der allerdings auch äußerst kompakten und wenig augenfreundlichen IMSLP-Version von Gouin auf 5(!) Seiten).

- Die Lautstärkeangaben sind in modernen Typen gesetzt, die mir persönlich nicht gefallen. Für ALLE anderen Texte (Titel, Komponist, Manualangaben, rit., cresc., etc.) verwenden die Herausgeber denselben Kapitälchen-Zeichensatz. Das trägt nicht zur Übersichtlichkeit bei (und außerdem sind die „falschen“ Kapitälchen eine Beleidigung für jedes typographisch geschulte Auge).

- Ränder und Abstände sind nicht einheitlich bzw. nicht schlüssig: Mal ist die erste Akkolade deutlich eingerückt, mal etwas, mal gar nicht. Der linke Seitenrand ist ca. 8 mm breiter als der rechte, hier wird unnötig Platz verschenkt. Auch die Verteilung der Notenwerte im Takt ist manchmal höchst ungünstig - hier könnte eine manuelle Nachbearbeitung einiges verbessern.

- Schließlich finden sich Kleinigkeiten: die Seitenzahlen der Einzelausgaben sind manchmal mit abgedruckt, an einer Stelle ist die Seitenzahl bei einem Umbruch am Takt hängengeblieben und steht mitten in einem Notensystem der folgenden Seite…


Edition:

Leider setzt sich der „schlampige“ Eindruck, den manche schon anhand der Tippfehler auf der Website gewonnen haben, in den Notenausgaben fort: in einem Stück fehlen mehrere Binde- und Haltebögen, an zwei Stellen habe ich ohne großes Suchen falsche Noten bzw. Notenwerte gefunden. Der von mir sehr geschätzte Léon Boëllmann verliert in den Ausgaben (im Shop) sowohl den accent aigu im Vornamen als auch das Trema im Nachnamen…

Nun gut, so was kommt in den besten Familien vor - und vielleicht habe ich wirklich gerade die „schwarzen Schafe“ erwischt. Andererseits reklamiert der Verlag für sich hochwertige Ausgaben, und da sollten sich solche Fehler in Grenzen halten. Offensichtlich werden die Ausgaben - wenn überhaupt - nur sehr flüchtig Korrektur gelesen.

Außerdem ist mir aufgefallen, dass einige Stücke nicht der Erstausgabe entsprechen (Bassnoten auf Pedalsystem, obwohl der Komponist Pedalgebrauch nicht zwingend vorschreibt, Registrierungshinweise…). Solche Bearbeitungen/Ergänzungen können zuweilen nützlich sein, ich würde mir nur wünschen, dass sie als solche gekennzeichnet werden.


Fazit:

Die Grundidee finde ich gelungen, ich habe auch großen Respekt für das Engagement der Macher, ihren Notenfundus auf diese Weise und zu diesen wenig gewinnträchtigen Preisen zur Verfügung zu stellen.
Die Stückauswahl gerade des leichteren „Festivo“-Heftes passt sehr gut für meine Bedürfnisse, da ist vieles dabei, was ich gut brauchen kann, wenn ich mal auf die Schnelle etwas suche und/oder nicht viel Zeit zum Üben habe.

Für den „Fantastico“-Band habe ich eher wenig Verwendung, bei mir stapeln sich ohnehin die Stücke, die ich üben möchte, wenn ich mal Zeit habe, dem Stapel muss ich nicht noch etwas hinzufügen. Außerdem hasse ich Umblättern und bin daher bekennender Fan von Leporellos. Und wenn ich sowieso mit Umblätterkopien anfange, brauche ich erst gar keine gebundene Ausgabe… Die Bindung ist für mich deshalb nur ein Mehrwert, solange es um Zweiseiter geht.

In Sachen Notensatz/Edition sehe ich erheblich Luft nach oben, das ist m.E. der eindeutige Schwachpunkt des Angebots. Für ein Gratisangebot à la IMSLP ginge die gebotene Qualität absolut in Ordnung (geschenkter Gaul und so...), aber für eine kommerzielle Verlagsausgabe (wenn sie auch günstig ist) wünsche ich mir mehr Sorgfalt. Zu Gunsten der Macher spekuliere ich einfach mal, dass die bisherigen Ausgaben unbedingt zum Weihnachtsgeschäft auf den Markt sollten und es deshalb schnell gehen musste… Wenn sich hier etwas bessert, würde ich mir durchaus überlegen, den einen oder anderen personalisierten Orgelband als Notfallgepäck zu ordern.

LG
Christian


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Martin78 am 04. Januar 2019, 19:13:40
 :thx: für die ausführliche Beschreibung!


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Gemshorn am 04. Januar 2019, 19:44:24
Auch meinerseits vielen Dank für den ausführlichen Erfahrungsbericht. :thx:


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: clemens-cgn am 04. Januar 2019, 19:57:31
Lieber Christian,
sei herzlich für die Mühe bedankt.
Ob Du evtl. so gut sein magst und die Inhaltsverzeichnisse mitteilen könntest?

Lieben Gruß
clm


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Larigot am 05. Januar 2019, 01:08:38
Aber gern doch:

FESTIVO:

Pastorelle  - Johann Valentin Rathgeber
Präludium (Vom Himmel hoch ...) - Christlieb Sigismund Binder
Andante patetico - Kate Boundy
O salutaris hostia (aus: L’Organiste Pratique) - Alexandre Guilmant
Christmas Bells - Sir Georg Job Elvey
Prélude du 5e ton en plein jeu - Nicolas-Antoine Lebègue
Präludium - Robert Führer
Concluding Voluntary - Cuthbert Harris
Verset (aus: L’Office Catholique)- Louis-James-Alfred Lefébure-Wély
Allegro moderato - Gustav Adolf Merkel
Introductory Voluntary - Edward Francis Rimbault
Prayer - Bruce Stean
Allegretto - Francis Cunningham Woods
Präludium - Johann Gottfried Vierling
Präludium - Georg Joseph Vogler
All’Elevazione - Domenico Zipoli
Prelude - Johann Zundel

FANTASTICO:

Festprae-/Postludium (über "Wachet auf, ruft uns die Stimme") - Gustav Adolf Thomas
Fantasia - Edward Bunnett
Postlude in A Minor - George Calkin
Postlude in F - Christian Capellen
Nun danket alle Gott - Otto Dienel
Communion - William Faulkes
Entrée - Adhemar Decq
Grand Chœur - Théodore Salomé
Moderato - Heinrich Trautner
Chant triomphal - Harvey B. Gaul
Festspiel Nr. 1 - Dr. Wilhelm Volckmar
Postlude - John Ebenezer West

Beim Abtippen sind mir zwei Sachen aufgefallen:
1. In meinem Bericht habe ich geschlampt: tatsächlich sind es drei choralbezogene Werke - bei den beiden, die ich übersehen hatte, steht es allerdings nicht im Inhaltsverzeichnis, sondern nur im Untertitel.
2. Die Herausgeber haben es offenbar zum Prinzip erhoben, konsequent auf fremdsprachige Sonderzeichen (Akzente, Ligaturen etc. pp.) zu verzichten...  :dagegen:

[klugscheiß] — e und é sind ja im Französischen durchaus so unterschiedlich wie a und ä oder u und ü im Deutschen. Wer das nicht glaubt, dem empfehle ich, sich bei den Sätzen

Komm, lass und den Hund füttern.

und

Komm, lass und den Hund futtern.

jeweils in die Situation des Hundes zu versetzen und dann zu überlegen, ob die Pünktchen (respektive schrägen Striche) über den Vokalen wirklich nur schmückendes Beiwerk sind...  :duckundweg:
[/klugscheiß]


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Wichernkantor am 05. Januar 2019, 09:06:21
Wichtige Zusatzinformation: Wem die Auswahl nicht passt, oder wer in einem Sammelband zu viele Doubletten kauft, kann sich alle aufgeführten Stücke auch einzeln in jeweils festem Umschlag bestellen. Und das zu einem sehr budgetfreundlichen Preis.

Was mir an dem Konzept gefällt: die Möglichkeit, sich ein eigenes Orgelbuch zusammenzustellen - wenn der Fundus einmal größer geworden ist. Das dürfte nur eine Frage der Zeit sein, denn das Bereitstellen von Nischenrepertoire ist ja eine tragende Säule der Geschäftsidee - jedenfalls in meinen Augen.

Kleiner Tipp an die Firma: In der zweiten Hälfte des 18. Jh. ist durchaus solide organistische Gebrauchsmusik entstanden, die noch weitgehend unveröffentlicht oder in Sammelbänden versteckt ist. Die Musik der Binder, Albrechtsberger, Sorge, M.G. Fischer etc. ist sehr dankbar und lässt sich auf ziemlich jeder Orgel angemessen darstellen. Sie vereint oft "cantable" Motivik mit aparter Harmonik und übertrifft darin die derzeit in Serie publizierten Kompositionen der Seminarmusiklehrer des 19. Jh. bei weitem.

LG
Michael



Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: clemens-cgn am 05. Januar 2019, 14:04:16
Lieber Christian,
hab vielen Dank für Deine Mühe. Bewahrt es mich denn doch, Geld für Doubletten auszugeben  ;-)

Wer nach Thomas "Wachet auf" Lust auf mehr bekommt:
Die Choralbearbeitungen von Gustav Adolf Thomas (1842- 1870) haben durchweg dankbar "positiven Effekt" bei den Zuhörern.
Die Erstausgabe seiner Sammlung mit Choralvorspielen Op. 19 ist hier zu finden:
http://ks.imslp.net/files/imglnks/usimg/3/30/IMSLP321446-SIBLEY1802.22462.9bda-39087012432144Sechs.pdf (http://ks.imslp.net/files/imglnks/usimg/3/30/IMSLP321446-SIBLEY1802.22462.9bda-39087012432144Sechs.pdf) .
An jede Bearbeitung schließt sich ein Choralsatz im damaligen Harmonisierungsstil an.
Als Op. 6 gibt es am gleichen Ort eine durchaus beachtenswerte Konzertfantasie über: "Ein feste Burg"

Die reizvollen Choralbearbeitungen Op. 52 vom Berliner Seminarmusikdirektor und Bachenkelschüler Otto Dienel (1839-1905) sind in der Neuausgabe von Bert Wisgerhoff (Willemsen, Amersfoort)  hier zu finden:
http://hz.imslp.info/files/imglnks/usimg/c/cb/IMSLP301300-PMLP487730-dienel.pdf (http://hz.imslp.info/files/imglnks/usimg/c/cb/IMSLP301300-PMLP487730-dienel.pdf).
Auf diese Choralbearbeitungen wurde ich Anfang der 80iger Jahre durch eine Schallplatte von Johannus aufmerksam. Die Noten seinerzeit aus NL zu beschaffen war damals noch mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Wer zu GL 435 (Herr, ich bin dein Eigentum) eine hübsche Choralbearbeitung  :lupe: sucht, wird bei Dienel unter der Melodie: "Mache dich, mein Geist bereit" eine Perle unter vielen weiteren finden.   ;-)


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Schwarzspieler am 05. Januar 2019, 23:25:29
Also, heute hatte ich mein Probeabo sehr schnell bekommen und muss sagen, dass ich ganz zufrieden bin. Das Papier ist um einiges besser als bei Butz und das Notenbild sehr gut lesbar. Habe da nichts auszusetzen. Ein großes Notenbild führt nun mal dazu, dass man öfter blättern muss. Nun gut, besonders auf den Advents- und Weihnachtsfestkreis abgestimmt sind nur wenige Stücke der beiden Hefte. Da geht noch deutlich mehr Praxisbezug für die liturgischen Bedürfnisse. Alle Stücke gingen irgendwie auf meinem Cantorum V auch manualiter. Allerdings finde ich sehr schade, dass diese gute Reihe sich anscheinend fast ausschließlich auf die Romantik eingeschossen hat, obwohl damit geworben wird, alle Epochen abzudecken. Schade, Perlen der Orgelmusik finden sich eben nicht nur in einer Epoche! Und wer hat schon eine romantisch-symphonische Orgel? Wenn ich abonniere, dann mit der Bitte, auch gute Barock- und Manualiterliteratur einzubeziehen. Dann ist dieses Projekt wirklich für eine große Organistenschar eine tolle Sache!


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: trompetendulzian am 06. Januar 2019, 10:24:45
Nun gut, besonders auf den Advents- und Weihnachtsfestkreis abgestimmt sind nur wenige Stücke der beiden Hefte. Da geht noch deutlich mehr Praxisbezug für die liturgischen Bedürfnisse.
Ich habe die Probehefte mittlerweile auch bekommen. Bei mir wurden sie mit dem Titel "Special" versehen. Daher gehe ich davon aus, dass es sich um eine Zusammenstellung handelt, die ganzjährig als Probeheft verschickt wird und eben darum nicht besonders kirchenjahreszeitlich geprägt ist. In den Informationsunterlagen zum Abo gibt es eine Auflistung, in welcher Ausgabe welche Kirchenjahreszeiten abgedeckt werden. Advent und Weihnachten sind jeweils der Schwerpunkt im Novemberheft.
Leider habe ich auf der Webseite keine Auflistung der bisher als reguläre Ausgabe erschienenen Hefte gefunden. Für spätere Aboeinsteiger wäre es ja sicherlich interessant, die bisherigen Veröffentlichungen nachlesen und -bestellen zu können.

Viele Grüße
Trompetendulzian


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Gemshorn am 07. Januar 2019, 17:43:22
Heute kam auch meine Probeausgabe mit den beiden Heften aus der Festivo- und Fantastico-Reihe an.
Die Aufmachung ist professionell: Schicker Einband, dickes Druckpapier und erstklassiger Notensatz, welcher mit dem Programm Sibelius gefertigt ist; das Druckbild ist gestochen scharf und die Partituren sind gefällig gelayoutet.

Wollte ich das Haar in der Suppe suchen, so fände ich dieses: Die Dynamikbezeichnungen sind unverständlicherweise nicht aus dem Sibelius-eigenen Font entnommen, sondern offenbar mit einer serifenlosen Eigenschriftart dargestellt. Das sieht hässlich aus - und zwar richtig. Ich vermute, dass man den Druckwerken damit ein eigenes Gepräge geben wollte - was ich in dem Fall für eine schlechte Entscheidung halte.

Trotzdem bekommen die Hefte bei mir 8 oder 9 von 10 möglichen Punkten. Ein Abo interessiert mich nicht, aber Noten in dieser Qualität (und zu diesem Preis) würde ich jederzeit bei dem Verlag kaufen.


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Larigot am 07. Januar 2019, 19:18:30
... und erstklassiger Notensatz, welcher mit dem Programm Sibelius gefertigt ist; ...

Das ist interessant, von dir hatte ich eigentlich bezüglich des Notensatzes einen Verriss erwartet.
(Zugegeben, weit überwiegend gibt es in der Tat nix zu meckern, aber einige Stücke gehen m.E. gar nicht).

Aber ich bin schwer beeindruckt, wie du die Notenprogramme "an der Handschrift" erkennst!  :hail:

LG
Christian


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Gemshorn am 07. Januar 2019, 19:21:20
Das ist keine große Kunst. Gerade der Sibelius-eigene Opus-Font ist sehr leicht am Violinschlüssel erkennbar.
Vielleicht kommt der Verriss noch... :D Ich habe die Hefte nicht eingehend studiert, sondern flüchtig überflogen. Was ich da auf den ersten Blick sah, gefiel mir.


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Larigot am 11. Januar 2019, 11:06:52
Zur Info: Musica Maestosa hat per Email um eine Rückmeldung zu den Orgelbänden gebeten und ich habe in Absprache mit Gemshorn auf diesen Thread verwiesen. Wer also demnächst eine ähnliche Mail im Postfach hat, kann sich ggf. Schreibarbeit sparen.  :D

LG
Christian


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Gemshorn am 11. Januar 2019, 12:53:34
Für den Verlag ist der Thread gewiss eine gute Rückmeldung, vor allem, weil sich hier eine Vielzahl an Beobachtungen und durchaus differenzierten Meinungen abbildet. :-)


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: viola pomposa am 11. Januar 2019, 13:43:19
Ich habe mir auch die zwei kostenlosen Hefte bestellt.
Lieferung war promt.
Die Stücke sind nicht zu schwer und zum Beginn des Kirchenjahres einsetzbar.

Negativ aufgefallen ist mir, dass das Papier einen leichten Glanz hat und die gedruckten Syteme und Noten
durch die Notenbeleuchtung bei entsprechendem Winkel derart glänzen und blenden. Da sieht man nichts,
ich muss ständig die Sitzposition ändern.

Mattes, leicht gelbliches Papier wäre m.M. nutzerfreundlicher.


LG
Viola pomposa




Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Wichernkantor am 11. Januar 2019, 14:02:22
Den augenfreundlichsten Kontrast hat man nicht bei schwarz auf weiß, sondern bei schwarz auf chamois. Entsprechendes Papier ist nicht mal teurer als reinweiß gebleichtes. Einige Verlage (Breitkopf, Bärenreiter, Carus) verwenden es durchgängig.

Weiß jemand, ob es auch einen Direktverkauf gibt? Von der Hütte meines Schwiegervaters ist es nämlich nicht allzu weit an den Firmenstandort. Da wäre es für mich durchaus interessant, mal bei Gelegenheit hinzufahren und zu stöbern.

(Was waren das noch Zeiten, als es richtige Musikalienhandlungen gab, in denen man nach Herzenslust in Notenbänden blättern durfte ... In meinen drei Studienorten gab es solche Läden, mit kundigen Fachverkäufern bestückt. Letzmalig habe ich ein solches Etablissement vor drei Jahren in Wien erlebt: Doblinger, unweit des Stephansdomes. Ein haptisches und olfaktorisches Erlebnis. Nur noch getoppt vom Kaffeehaus gegenüber, in dem ich die Gnädigste "ruhiggestellt" hatte ...  :D)

LG
Michael


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Schwarzspieler am 11. Januar 2019, 15:13:03
Mir ist das mit dem glänzenden Papier auch aufgefallen - stört mich aber nicht, da ich bei meinem Sakralkeyboard keine Notenpultbeleuchtung habe. Bei indirektem Lichteinfall geht es.
Habe jetzt das Abo mit den beiden Heften für alle zwei Monate bestellt. Es sollen auch barocke Werke vorkommen und jeweils 1/3 bis 1/2 kirchenjahreszeitlich geprägte Werke. Auch Manualiter-Werke sollen dabei sein. Ich bin gespannt! In ein paar Tagen soll die erste Lieferung ja schon erscheinen!


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Larigot am 11. Januar 2019, 15:52:18
Es handelt sich wohl um gestrichenes (Bilderdruck-) Papier, wie es für Bildbände, Magazine, Flyer usw. verwendet wird. Durch die Beschichtung dringt die Farbe nicht so tief ein. Das sorgt für das exzellente, knackscharfe Druckbild, auf der anderen Seite neigt es zum Spiegeln und verträgt sich nicht so gut mit Bleistift und Radierer.

Mir ist normales Papier auch lieber.


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: viola pomposa am 11. Januar 2019, 16:21:21
Den augenfreundlichsten Kontrast hat man nicht bei schwarz auf weiß, sondern bei schwarz auf chamois.

Michael, ist schwarz auf schwarz nicht noch augenfreundlicher?  :D
 :duckundweg:

LG
Viola pomposa


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Wichernkantor am 11. Januar 2019, 19:41:29
Jo, vor allem nachts ...  :duckundweg:

LG
Michael


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Weidenpfeife am 11. Januar 2019, 20:30:10
Mein Notenfundus ist aktuell noch sehr ... überschaubar  ;-), ich habe mich daher dazu entschlossen, ein Abo abzuschließen und mir so auf bequeme Weise allmählich das Regal füllen zu lassen.
Bisher bin ich beim Notenkauf immer recht selektiv vorgegangen, habe einzelne Ausgaben und Exemplare gekauft, nachdem ich darüber besprechungen gelesen habe und einen Block auf ein paar Auszüge geworfen habe, um abzuschätzen, ob es für mich überhaupt spielbar ist. Doch das hat bisher zu einer eher unstrukturierten Sammlung geführt.


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Wichernkantor am 12. Januar 2019, 09:42:28
Mein Notenfundus ist aktuell noch sehr ... überschaubar  ;-),

Na, wenn Du mal stöbern willst, kannst Du gern mal in meinem Fundus auf Entdeckungsreise gehen. Ich akkumuliere Orgelnoten seit rund 50 Jahren ...  :D (Und entdecke immer noch Neuland ...  :orgel:)
Dein Arbeitsweg führt ja quasi direkt an meiner Haustür vorbei. (Einfach am Gießener Südkreuz nicht auf den Ring, sondern ein paarhundert Meter weiter die nächste Abfahrt und nach links ins erste Dorf.)

LG
Michael


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: wohli am 12. Januar 2019, 10:11:03
... Ich akkumuliere Orgelnoten ...

nette Formulierung  ;-) Daran erkennt man den Meister des Wortes ...


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Weidenpfeife am 12. Januar 2019, 10:30:38
Na, wenn Du mal stöbern willst, kannst Du gern mal in meinem Fundus auf Entdeckungsreise gehen. Ich akkumuliere Orgelnoten seit rund 50 Jahren ...  :D (Und entdecke immer noch Neuland ...  :orgel:)

Hallo Michael,

ein großzügiges Angebot, bei dem ich auch gerne zugreife. An diesen Wochenende schaffe ich es aber nicht mehr. Ich melde mich mal per PM bei dir, um einen passenden Tag zu vereinbaren.

Viele Grüße
Wilfried


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Gemshorn am 21. Januar 2019, 15:48:43
Die Firma Musica Maestosa hat - dank mehrfacher Hinweise aus unserer Community - den Thread "mit viel Interesse und Sorgfalt" durchgelesen und aufgrund der hier zusammengetragenen Vorschläge bereits Anpassungen in der aktuellen Januar-Ausgabe vorgenommen. Unter anderem wurde mehr Augenmerk auf die Umblätterstellen gelegt und die Schriftart der Dynamikzeichen in ein gewohntes Schriftbild überführt.
Auch die Kritik am reinweißen Papier wurde gehört - ab März soll ein nicht mehr reinweißes Papier verwendet werden.
All das erfuhr ich heute aus einer sehr ausführlichen Mail.

Respekt, wie nahe man hier am Kunden und mit dem Kunden arbeitet. :thx:


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Wichernkantor am 21. Januar 2019, 19:07:13
Na, solche Reaktionen auf ernst und gut gemeintes Feedback der (potentiellen) Kundschaft ist mehr als löblich.
Das Geschäftsmodell und (voerst unbekannter Weise) die Leute dahinter werden mir immer sympathischer. Da wird ganz offensichtlich wirklich vom Kunden her gedacht ...

LG
Michael


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Larigot am 21. Januar 2019, 23:22:47
Dem kann ich mich nur anschließen: Sehr freundlicher, konstruktiver Kontakt und ein offenes Ohr für konstruktive Kritik. Und bei den angekündigten Änderungen bin ich sehr  :dafuer:


Titel: Re:Noten aus der Wundertüte?
Beitrag von: Weidenpfeife am 22. Januar 2019, 20:27:23
Bei mir ist heute die erste Notenlieferung aus dem Abo eingetroffen.  :meld:
Ich musste mich gleich mal ans Piano setzen und asuprobieren (Orgel ist gerade nicht in der Nähe). Mir gefällt die Zusammenstellung der beiden Hefte, und ich habe auch fast keine Stücke gefunden, die ich bereits habe (Ausnahme: zwei Choralvorspiele von Otto Dienel). Und vieles ist von einem Schwierigkeitsgrad, der für mich ausgelegt zu sein scheint ;-), also so, dass ich es an einem Wochenende für einen GD vorbereiten kann.
Ein Stück, das deutlich mehr Ehrgeiz beim Üben erfordert, aber wirklich toll klingt, ist Harre, meine Seele von Jan Zwart. Mal sehen, ob ich mir das draufschaffen kann.

Viele Grüße
Wilfried