Sakralorgelforum

Unterforen => Musikalisches => Thema gestartet von: Gemshorn am 19. Januar 2015, 17:20:36



Titel: Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Gemshorn am 19. Januar 2015, 17:20:36
Bitteschön, es darf gepostet werden! :dafuer:


Titel: Georg Andreas Sorge: 11 Orgeltrios
Beitrag von: Martin78 am 19. Januar 2015, 17:41:56
Das Heft (http://www.bodensee-musikversand.de/3/113424/Katalog/Orgel+2hd./Sorge-Georg+Andreas+%281703-1778%29-11+Orgeltrios.html) ist Gold wert, Wichernkantor Michael hatte ja schon mehrmals darauf hingewiesen. Einzelne der Trios gibt es auch bei imslp, aber das Geld für das Heft habe ich sehr gerne ausgegeben. Definitiv nachbarock, leichter als Bach und Krebs und als Vorstufe zu deren Trios meiner Meinung nach sehr gut geeignet. Die 11 einzeln überlieferten Trios stehen ausschließlich in C-Dur, a-Moll, G-Dur und e-Moll, was die Bildung von kleinen fiktiven Triosonaten leicht möglich macht, wenn man Tempo und Charakter der Stücke entsprechend gestaltet.


Titel: Re: Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 22. Januar 2015, 09:00:22
Ordnet Euer Repertoire mal chronologisch - dann wird es wohl einigen von euch gehen wie mir: Zwischen den Bach- Schülern (Krebs, Homilius, Sorge etc.) und Mendelssohn klafft eine Lücke. Klassik? Richtig, da war doch was - nervtötende Sonatinchen für Klavier - sehr beliebt für die C-Prüfung (... und bei den Prüfern gefürchtet. Ich hatte mal die Karte gezogen und musste zwei Tage lang jeweils acht Stunden Klaviersonatinen anhören, von Leuten, die viel lieber und besser Orgel spielten. Wie ich auch ... Einziger Lichtblick: Ein Kandidat spielte Brahms - g-Moll-Rhapsodie. Und das sehr gut. Mein Erlösungsseufzer hallt nach mehr als 30 Jahren noch über die Flure des Kirchenmusikzentrums, in dem die Prüfung stattfand.  :D ). Na ja, Mozart und Haydn - gewiß, gewaltige geistliche Werke. Aber orgelmäßig: Tote Hose, sagten meine Lehrmeister. Sie drückten es natürlich etwas gepflegter aus: "Eine Zeit des Niederganges in Orgelbau und Orgelspiel." Das war die sozialverträgliche Sprachregelung. "Unorgelgemäß" waren die Orgelstücke der Mozart-Zeit - wie übrigens auch Mendelssohn. Mein verehrter erster Orgellehrer (Jahrgang 1904) pflegte derlei - und vor allem welsche Musik von Guilmant und Anderen - als "Blasmusik für Orgel" zu bezeichnen.
Gibt es denn wirklich nichts Ordentliches für Orgel aus der Zeit zwischen 1760 und 1830? Doch.
Guckt mal hier:

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.bodensee-musikversand.de/3/462590/Katalog/Orgel+2hd./Sammelalbum-Alla+Mozart+-+Orgelmusik+zwischen+Barock+und+Romantik.html">http://www.bodensee-musikversand.de/3/4 ... antik.html</a><!-- m -->

Johannes Michel ist da ein kleiner Geniestreich geglückt. Er hat Sammlungen aus dem frühen 19. Jh. durchstöbert - nach dem Motto: Die guten ins Töpfchen, die sechzehntaktigen Festkadenzen ins Kröpfchen. Herausgekommen ist ein 270 Seiten umfassendes Kompendium qualitätvoller Orgelmusik der Klassik. Der Titel "alla Mozart" ist leicht irreführend, denn kein einziges Werk Mozarts findet sich unter den rund 100 Stücken. Dafür tauchen die Namen auf, die man eigentlich aus den Uralt-Sammlungen kennt, die auf manchen Orgelemporen im Fach unter der Bank vor sich hin modern: M.G. Fischer, Chr. H. Rinck, Hesse, Knecht, Grünberger, Vierling e tutti quanti, deren Opera man - in Kenntnis dieser Sammelbände - gern in die Kategorie der "gottesdienstlichen Verbrauchsliteratur" einordnet.
Johannes Michel belegt mit der Wahl der Stücke eindrucksvoll, was die geschmähten Kollegen "drauf" hatten. U.a. findet sich in dem stattlichen Band ein ganzer Packen spielenswerter Opera von Rinck. So z.B. das komplette "Floeten-Concert F-Dur" ein wirklich bezauberndes dreisätziges Konzertstück. Ich besitze es schon lange als Einzelausgabe. Rinck war ja auch 12 Jahre Stadtorganist in Gießen, bevor er in Darmstadt Hofkapellmeister wurde. Daher pflege ich den Brauch, irgendwas von ihm (wenigstens als Zugabe) in Programmen zu haben. In den Gießener Jahren sind wohl auch einige seiner größeren Präludien und Fugen entstanden, die sich durch einen sehr orgelgerechten Satz, kompositorische Einfälle und Sinn für die orchestralen Klangeffekte der frühromantischen Orgel auszeichnen. Das liegt gut in Händen und Füßen, klingt gut und ist mit vertretbarem Übeaufwand zu bewältigen. Bei diesen und den meisten anderen Stücken des Sammelbandes hat Michel auf gottesdiensttaugliche Länge geachtet. Ein bis zwei Doppelseiten sind Standard, die Blätterstellen intelligent eingerichtet. Zudem zeichnet sich der dicke Band mit kräftigem Deckel und solider Fadenheftung durch herausragende Papier- und Druckqualität aus.

Der Preis von 48 € scheint mir nicht überzogen für eine Sammlung, die das Zeug zum Standardwerk hat.
Denn man findet eine gelungene Mixtur von Choralbearbeitungen (Fischer), Charakterstücken (Knecht) und konzerttauglichen Stücken (Hesse). Dazu etliche Incognita, deren Spiel einfach Spaß macht und den Hörer erfreut.
Wer den Band durcharbeitet, hat auf Jahre "Orgelfutter" für alle Anlässe - ganz gleich, ob die Orgel "(neo)barock" oder "(neo)romantisch" tönt.  

Michel hat übrigens vor mehr als 30 Jahren zu einer Zeit, als deutsche Frühromantik noch als epigonal verschrien war, schon einmal eine Sammlung mit Choralvorspielen aus Klassik und Romantik herausgegeben. Ich habe ein "Urexemplar" - damals bei Strube erschienen - im Fundus. Das Heft erschien zu einer Zeit, als in allen Choralvorspielsammlungen Walther der Platzhirsch war - und natürlich die zeitgenössischen Meister, deren Opera ich schon als respektloser Studiosus als "barock mit falschen Tönen" charakterisiert habe. Es war lange das einzige seiner Art und ich war verblüfft, dass es immer noch - in überarbeiteter Fassung und (gottseidank!) mit einem gut lesbaren Notenbild - am Markt ist:

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.bodensee-musikversand.de/3/104918/Katalog/Orgel+2hd./Michel-Johannes+Matthias+%281962%29-Choralvorspiele+aus+Klassik+und+Romantik+%282.+Auflage%29.html">http://www.bodensee-musikversand.de/3/1 ... ge%29.html</a><!-- m -->

Bei einem Preis von 12,50 € ist das Preis-Leistungsverhältnis äußerst etatfreundlich.

LG
Michael


Titel: Re: Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Orgelfan am 26. Januar 2015, 13:35:26
Bringt etwas Schwung in den Laden :D
Vielleicht kennts jemand. Besonders daraus zu empfehlen  INTRADE IN JAZZ.
Danach gibt es nur noch gute Laune. Das Stück baut richtig auf.

https://www.youtube.com/results?search_ ... de+in+jazz


Das Swing & Jazz Orgelbüchlein 1

von Johannes Matthias Michel
13,00 € bei Stretta.


Titel: Re: Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: chrimo am 26. Januar 2015, 22:37:50
"Intrade in Jazz" ist bei mir das Allheilmittel gegen Schwermut auf der Orgelbank ;-) ... und ich spiele sie öfter bei Gymnasiums-Gottesdiensten (bei der Neuaufnahme sind es ja jährlich neue "Opfer"  :lol: )

Aber so ist das eben oft ... pro Heft ein "Schlager", und der Rest...
"Großer Gott, wir loben dich" und  "Gib uns Frieden jeden Tag" hab ich noch gespielt aus dem Heft, sonst nix.

Vielversprechender sieht es da mit dem Band von Michael Schütz aus.
http://www.stretta-music.com/schuetz-20-pop-stuecke-fuer-orgel-nr-489178.html
(Stretta ist übrigens immer eine gute Adresse, wenn man mal ein Notenbeispiel sehen will!)

Daraus habe ich bisher das erste Stück gespielt - "The Beginning":
https://www.youtube.com/watch?v=U3rVfHMsfO0
(wenn auch nicht auf so einer schönen Orgel)

Bei youtube findet man auch andere Titel aus dem Heft - "Good Mornin'" - "Stay Tuned" - "Dance with me" ...

Klar, sowas mag man oder auch nicht... ist halt kein Bach ;-)
(Aber vielleicht würde er es mögen?!?)


Titel: Re: Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Orgelfan am 03. Februar 2015, 10:13:20
Hallo liebe Orgelspieler,
hier noch eine schöne Seite zum Notendownload..

http://www.free-scores.com/download-she ... ?pdf=58613

 :orgel:


Titel: Re: Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Orgelfan am 10. März 2015, 11:11:40
Hallo Organisten,

kennt jemand Trumpet Tune von Frederick Swann:

https://www.youtube.com/watch?v=_f8ME91aPlo

Super Teil und nicht zu schwierig. Hab mir das jetzt bei Stretta bestellt. Die müssen das Teil direkt
von USA einfliegen lassen.

Kann ich nur empfehlen.


Titel: Re: Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Bombarde32 am 17. März 2015, 21:07:36
Habe gerade eher durch Zufall folgende Noten gefunden, die für den liturgischen Gebrauch durchaus verwendbar sind:

Charles Hubert H. Parry: "Chorale Prelude on Eventide": https://youtu.be/fyk6wWfUhIE
Eignet sich als Vor- oder Nachspiel zu den Gotteslob-Nummern 94 und 325. Noten sind bei IMSLP zu finden: http://imslp.org/wiki/Special:ReverseLookup/319263

Edward C. Bairstow: "Prelude, Elegy and Toccata-Prelude"
Dort sind die gregorianischen Themen zu dem Hymnen "Vexilla Regis" und "Pange lingua" verarbeitet. Noten sind auch hier bei IMSLP zu finden: http://imslp.org/wiki/Special:ReverseLookup/35501


Titel: Re: Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Martin78 am 17. März 2015, 21:52:52
Zitat von: "Bombarde32"
(...)
Edward C. Bairstow: "Prelude, Elegy and Toccata-Prelude"
(...)Noten sind auch hier bei IMSLP zu finden: http://imslp.org/wiki/Special:ReverseLookup/35501
Danke für den guten Parry-Hinweis - mit dem Bairstow sollte man noch zwei Jahre bis zum Download warten, derzeit ist das bei uns noch illegal (70-Jahre-Regel), da noch nicht gemeinfrei / Public Domain.
Beim Parry-Heft fällt mir die Choralmelodie "St. Thomas" auf, diese Melodie kannte ich bislang nur von einem Lied zum Sakramentalen Segen ("Tantum Ergo"): "Sakrament der Liebe Gottes" bzw. "Jesus, du bist hier zugegen" (Trierer Anhang).


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Orgelfan am 28. Mai 2015, 13:54:16
Falls Jemand mal Lust auf amerikanische/englische Hymnen hat,
hier eine super Seite :
http://www.hymnary.org/text/guide_me_o_thou_great_jehovah

Viel Spaß :orgel:


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Schwarzspieler am 29. Mai 2015, 11:55:15
Da der Strube-Verlag selbst anscheinend für diese Neuerscheinung kaum Werbung macht, tue ich es jetzt: Aus der Reihe "Das spiele ich morgen" ist jetzt ein fünfter Band erschienen:
http://www.strube.de/shopnavigation/alle-produkte.html?tx_eshop%5Baction%5D=sview&tx_eshop%5Bfreitext%5D=Chilla%20morgen&tx_eshop%5Bsubmit%5D=%3E&tx_eshop%5Bproduktlinie%5D=2&tx_eshop%5BproduktUid%5D=2794&cHash=687d9708e3 (http://www.strube.de/shopnavigation/alle-produkte.html?tx_eshop%5Baction%5D=sview&tx_eshop%5Bfreitext%5D=Chilla%20morgen&tx_eshop%5Bsubmit%5D=%3E&tx_eshop%5Bproduktlinie%5D=2&tx_eshop%5BproduktUid%5D=2794&cHash=687d9708e3)
Der Band ist wie alle übrigen Hefte dieser Serie breit aufgestellt und reicht von Barock über Klassik und Romantik bis zur Moderne. Dabei ist alles wirklich sehr gut spielbar. Das Notenbild gefällt mir auch sehr gut. Für alle, die nur manualiter spielen können oder wollen, ist diese Publikation sehr zu empfehlen. :dafuer:


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Orgelfan am 15. Juni 2015, 09:01:30

Kennt jemand das
NEW ERA von Nigel Ogden. Super frisches Stück. Kann ich nur empfehlen.

Zum Testhören : https://www.youtube.com/watch?v=GMwLz9uOB-g


Titel: Re: Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Orgelfan am 16. Juni 2015, 10:17:42
Habe gerade eher durch Zufall folgende Noten gefunden, die für den liturgischen Gebrauch durchaus verwendbar sind:

Charles Hubert H. Parry: "Chorale Prelude on Eventide": https://youtu.be/fyk6wWfUhIE (https://youtu.be/fyk6wWfUhIE)
Eignet sich als Vor- oder Nachspiel zu den Gotteslob-Nummern 94 und 325. Noten sind bei IMSLP zu finden: http://imslp.org/wiki/Special:ReverseLookup/319263 (http://imslp.org/wiki/Special:ReverseLookup/319263)

Edward C. Bairstow: "Prelude, Elegy and Toccata-Prelude"
Dort sind die gregorianischen Themen zu dem Hymnen "Vexilla Regis" und "Pange lingua" verarbeitet. Noten sind auch hier bei IMSLP zu finden: http://imslp.org/wiki/Special:ReverseLookup/35501 (http://imslp.org/wiki/Special:ReverseLookup/35501)


Danke für den Tip :hail:


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 16. Juni 2015, 12:37:23
Wenn Ihr mal hören wollt, wie man den Parry spielt: Hier die CD dazu:

https://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/art/Hubert-Parry-1848-1918-S%E4mtliche-Orgelwerke/hnum/2963253

LG
Michael


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Orgelfan am 10. Juli 2015, 09:30:02
Hallo Michael,

A Dream. Klasse Orgel.

Hier die Stop - List
http://www.durhamcathedral.co.uk/_assets/media/editor/Organ%20specification%20%28portrait%29.pdf
https://www.youtube.com/watch?v=NXN7gzeJIcc


Titel: Re:Gordon Young
Beitrag von: Orgelfan am 12. Oktober 2015, 09:24:04
Habe ich mir letzte Woche käuflich erworben.
Gordon Young, 12 Kompositionen (http://www.stretta-music.com/index.php?sid=93562198736b794195172b56cb4be3a5&facets=&searchparam=Gordon+Young&listtype=search&cl=details&anid=295827)

https://en.wikipedia.org/wiki/Gordon_Young_%28composer%29

Wer es noch nicht kennt, dem kann ich das Heft nur empfehlen.
Meine Favoriten bis jetzt sind:

Trumpet Tune
Trumpet Voluntary
Interlude

Durch das Interlude bin ich eigentlich auf das Album gestoßen. Hatte das vor kurzem in einem Orgelkonzert gehört.
A Dream. :orgel: :tipp:


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 12. Oktober 2015, 10:07:22
Ja, ein schönes Heft mit gut klingenden und hörerwirksamen vom-Blatt-Stücken.
Ich kann mich der Empfehlung nur anschließen.

LG
Michael


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Orgelfan am 16. Oktober 2015, 08:54:01
In Memoriam an Christopher Tambling habe ich mein British Album Teil 1 mit dem 2. Teil Very British Album erweitert.
Ich kann mich nur der im Link geschriebenen Rezension anschließen.

http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=138975

Ich habe gestern Abend das Album etwas durchgespielt und kann nur sagen die Investition hat sich gelohnt.
Also, wer es noch nicht in seinem Besitz hat, ein schönes Herbstgeschenk. :orgel:
 :tipp:


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 23. Oktober 2015, 16:59:41
Ich habe gerade mal meinen Orgelnoten-Notfallkoffer ausgemistet. Da waren noch Sachen drin aus der - Gott sei Dank - überwundenen Kreischpositiv-Epoche. Unter anderem das hier, welchselbiges ich Euch wärmstens empfehlen kann:

http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=111539&p=ext-record-1

Sehr gediegene gottesdienstliche vom Blatt-Literatur von moderater Länge, die auf allem darstellbar ist, was Tasten hat. Pedalgebrauch ist immer ad lib., sorgt aber dafür, dass die Stücke was dahermachen. Zugleich eine Gelegenheit für "anfahende" Organisten, sich "im polyphonen Kirchenstyle zu habilitiren". Das Heft ist nach Kirchentonarten in Zyklen gegliedert. Aus den Stücken in identischer Tonart - id.R. fugiert -, lassen sich auch Partiten bilden, die als flexibel einsetzbare "Zeremonialmusik" sub sacramentum geeignet sind.
Das Meiste geht nicht über eine Doppelseite hinaus. Es gibt auch einen Band II in identischer Machart. Und wer beide kauft, hat rund 100 sehr vielseitig einsetzbare Stücke. Einziges Ärgernis waren mir einige ungeschickte Wendestellen. Aber auch da gibt es ja individuelle Lösungen.
Meine Hefte sind fast 40 Jahre alt und durch reichlichen Gebrauch in einem entsprechenden Stadium des Verfalls. Ich habe mit Genugtuung festgestellt, das Carus sie von Coppenrath ins Sortiment übernommen hat - und das nicht mal zu den dort üblichen "Apothekenpreisen". Irgendwann besorge ich mir mal neue ...

LG
Michael


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Martin78 am 23. Oktober 2015, 17:31:38
Ich habe gerade mal meinen Orgelnoten-Notfallkoffer ausgemistet. Da waren noch Sachen drin aus der - Gott sei Dank - überwundenen Kreischpositiv-Epoche. Unter anderem das hier, welchselbiges ich Euch wärmstens empfehlen kann:

http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=111539&p=ext-record-1

Sehr gediegene gottesdienstliche vom Blatt-Literatur von moderater Länge, die auf allem darstellbar ist, was Tasten hat.

Danke für den Tipp!

An dieser Stelle ein Hinweis  :tipp: auf die lesenswerten Seiten im Bauer-Forum (http://orgelforum.sakral-orgel.de/viewtopic.php?f=7&t=502), wo ein gewisser mk u.a. auch dieses Heft vorstellte. Interessant und unterhaltsam.  :dafuer: :thx:


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 23. Oktober 2015, 17:36:40
Och, die gibt's noch? Laaang' ist's her ...  :D
Ich dachte, das sei alles von "interessierter Seite" längst in den Orkus entsorgt.

Du Petze!  :D :D :prost:

LG


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Martin78 am 23. Oktober 2015, 17:53:38
Och, die gibt's noch? Laaang' ist's her ...  :D
Ich dachte, das sei alles von "interessierter Seite" längst in den Orkus entsorgt.
Nix da, die gibt es noch. Von daher von meiner Seite auch mal ein großes :thx: an Bauer, diese wertvollen Information noch vorzuhalten, obwohl da derzeit nicht so megamäßiger Betrieb im Forum ist.
Auch die Informationen im Bauer-Forum bieten dem DO-Interessierten viel interessanten Lesestoff, beispielsweise bzgl. Ahlborn (und Kienle ...); gewisse Technologien sind ggü. dem dort nachzulesenden "Stand der Technik" :putze: wohl jetzt etwas gereift (Physis).


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Martin78 am 30. Oktober 2015, 14:23:33
Zurück zum Thema:
Bélier-Toccata (http://javanese.imslp.info/files/imglnks/usimg/6/6d/IMSLP125870-WIMA.9974-Belier_Toccata.pdf) - von den französisch-romantischen Toccaten vermutlich eine der einfachsten, macht aber trotzdem mächtig was her.


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: matjoe1 am 31. Oktober 2015, 08:40:52
Oh, ja, die macht wirklich mächtig was her, zB hier: https://www.youtube.com/watch?v=JA6ANJkiKbQ

Und die Noten sehen nach nicht allzuviel Übeaufwand aus.

In dem Zusammenhang: kennt jemand die hier: https://www.youtube.com/watch?v=np3XMVSeMSo ?
Ein traumhaftes Werk, finde ich!

LG
Matthias


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Martin78 am 31. Oktober 2015, 08:43:48
In dem Zusammenhang: kennt jemand die hier: https://www.youtube.com/watch?v=np3XMVSeMSo
Ein traumhaftes Werk, finde ich!
Ja, Lanquetuit ist genial (die Noten habe ich da), aber schon ne ganz andere Hausnummer. Der moduliert heftigst durch alle möglichen Tonarten.


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: matjoe1 am 31. Oktober 2015, 08:45:29
Yep, das klingt nach einer ganz ganz anderen Hausnummern. Und auch rhytmisch vetrackter.
Dennoch: ein Traumstück.

LG
Matthias


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Martin78 am 31. Oktober 2015, 17:47:50
Hier sind noch ein paar Stücke, die bei imslp usw. online verfügbar sind und die ich als Nebenamtler gerne dabei habe.

Von Théodore Dubois gibt es viele schöne Gebrauchsliteratur, z.B. aus dieser Sammlung (http://imslp.org/wiki/7_Pieces_(Dubois,_Théodore)) machen Postlude-Cantique und Marche-Sortie schon was her, die gehen eigentlich immer mehr oder weniger vom Blatt. Auch die anderen Stücke der Sammlung sind sehr dankbar.

Von J. G. Walther gibt es eine Pastorella in A, hier (http://javanese.imslp.info/files/imglnks/usimg/2/29/IMSLP21667-PMLP49871-Walther_freie_orgelwerke2.pdf) auf Seite 46/47, die ich gerne spiele; die Wiederholungen kann man auch weglassen oder bei den Wdh. die Solostimme wechseln.


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 31. Oktober 2015, 20:00:39
Der Franco-Canadier Pierre Gouin hat bei IMSLP nach und nach einen üppigen Fundus französischer Meister aus Barock und Romantik in sehr gutem Notenbild eingestellt. Einfach unter der Personensuche auf der Startseite seinen Namen anwählen und dann kommt eine umfangreiche Liste. Da meine Clérambault-Suiten wohl an einer slowenischen Dorforgel liegengeblieben sind, habe ich sie mir von IMSLP geladen. Sie sind erheblich augenfreundlicher als das Uralt-Notenbild aus den "Guilmant-Archives" von Schott. Dasselbe gilt für Couperin und Dandrieu.

LG
Michael


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: matjoe1 am 01. November 2015, 09:35:15
Super Tipps. Danke!

LG
Matthias


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: pvh am 01. November 2015, 12:33:47
Hallo,
Der Franco-Canadier Pierre Gouin hat bei IMSLP nach und nach einen üppigen Fundus französischer Meister aus Barock und Romantik in sehr gutem Notenbild eingestellt.
... nicht nur das, sondern unter den mehr als 1200 eingestellten Stücken von Gouin (http://imslp.org/wiki/Category:Gouin,_Pierre) sind gemeinfreie Stücke aller Couleur:

Ich spiele aus diesen Ausgaben teilweise auch lieber als aus so manchen gedruckten Heften. Die Stücke der Orgelbücher von Corrette ("Livre d'Orgue" I, II und III sowie ein Heft mit Offertoires), die es nur einzeln gibt, habe ich mir (umblätterfreundlich mit eingeschobenen Leerseiten) in jeweis eine pdf-Datei gepackt und im Copy-Shop drucken und binden lassen. Von anderen Kompnisten gibt es die kompletten Hefte gleich so ("Sonate d'Intavolatura per Organo e Cimbalo" von Zipoli).

Einzig die Ausgabe des "L'Organiste" von César Franck ist problematisch bis unbrauchbar, vor allem weil die Registriervorschläge für Orgel gemacht sind und die originalen Registrieranweisungen für Harmonium fehlen.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 01. November 2015, 13:33:11
Von "L'Organiste" I und II habe ich noch die Originalausgaben (Enoch&Cie) im französischen Quint-Folio-Format (etwas größer als DIN A5) - anno 1973 irgendwo antiquarisch gekauft.  :orgel:

LG
Michael


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: pvh am 01. November 2015, 15:34:29
Hallo,
Von "L'Organiste" I und II habe ich noch die Originalausgaben (Enoch&Cie) im französischen Quint-Folio-Format (etwas größer als DIN A5) - anno 1973 irgendwo antiquarisch gekauft.
aber jetzt nicht auch noch die Erstauflage von 1896?

Die Ausgabe von Enoch & Cie scheint es immer noch zu geben (http://www.amazon.de/Enoch-Cie-Editeurs-de-Musique/dp/B015M8B7C4/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1446388368&sr=8-1&keywords=9990050221931) (mit ISBN):

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 01. November 2015, 15:39:32
Nee, meine ist aus den 20er Jahren, aber es ist ein Reprint mit den originalen Druckstöcken. Das ist typischer Notenstich der Jahrhundertwende.

LG
Michael


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: pvh am 01. November 2015, 16:06:39
Hallo,
Nee, meine ist aus den 20er Jahren, aber es ist ein Reprint mit den originalen Druckstöcken. Das ist typischer Notenstich der Jahrhundertwende.
wenn es diese hier (http://imslp.org/wiki/Special:ImagefromIndex/315477) sind, dann gibt es die auch bei IMSLP, allerdings scheint mir die Scan-Qualität zum Drucken zu schlecht.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 01. November 2015, 17:15:04
Ja, genau die sind es.

Die Druckvorlagen haben halt die typischen "Aussetzer" beim klassischen Buch-Flachdruck mit einer Senefelder-Presse und ihren Nachfahren, wie sie bis zur Einführung des Offsetverfahrens noch in vielen Akzidenzdruckereien üblich waren.

Auch Kopieren (wg.Blätterstellen) bringt subotimale Ergebnisse. Hauptgrund ist die stark schwankende Linienstärke auf dem eher schwach geleimten, sehr saugfähigen Papier, quasi ein "Löschpapier-Effekt". Auch auf unterschiedliche Intensität der Schwärzung reagieren unsere heutigen hochauflösenden Kopierer stärker als unser Auge.

LG
Michael


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 04. November 2015, 08:19:47
Ich habe gestern mal überlegt, was ich so alles während der liturgischen Jahresendrallye spiele und meinen Fundus entsprechend umgeschichtet. Dabei kam u.a. folgendes zutage, das ich Euch empfehlen kann:

http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=383957

Das ist z.Zt. wohl erste Wahl, auf jeden Fall aber eine gute Wahl für jeden, der Alternativen zu BWV 590 oder dem berüchtigten Zipoli sucht. Irgendwo dazwischen sind die Stücke des üppigen Bandes angesiedelt. Schön nach Orgellandschaften gegliedert, finden sich italienische Pastoralen, französische Noels und - sicher entdeckenswert - Beiträge von der Insel zu diesem Thema. Vieles geht manualiter, der Pedaleinsatz wertet aber immer auf. Einige Sachen sollte man vorher ordentlich üben, denn sie leben mehr von der "geschwinden Faust" als der musikalischen Substanz. So manches Zugabenstückchen für Weihnachtsprogramme findet sich ebenfalls.
Das exzellente Druckbild und die überlegten Blätterstellen sind Carus-typisch, leider ist es auch der Preis.

Es gibt auch einen Folgeband:

http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=468388

Den habe ich aber (noch) nicht. Aber mal sehen. Ich werde demnächst mal wieder älter, außerdem kommt ja noch Nikolausi zu den braven Kindern ...
Ich vermute mal, mit dem Besitz beider Bände wäre das Thema "Pastorale" flächendeckend und längerfristig abgehandelt.

Erheblich low-budget-kompatibler und klug zusammengestellt ist dies hier:

http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=168247

Da finden sich dann auch ein paar Petitessen der frz. Romantik, u.a. Guilmants zum Niederknien schöne Bearbeitung eines Weihnachtsliedes aus dem Elsass, die bei mir in der Weihnachtszeit zum Abendmahls-Pflichtprogramm gehört. Der Herausgeber hat da ein "best of" abgeliefert. Viel gute Musik zum kleinen Preis.
In dem Band finden sich auch vier nette Pastorellen von V. Rathgeber. Wer da Lust auf mehr hat, dem rate ich zum Original, einem Butz-Uralt-Klassiker:

http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=111900
http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=111901

Mancher mag sagen: Hu! Zu barock, zu simpel ...
Ich denke: Diese Stückchen sind einfach, ohne simpel zu sein. Sie gehen auf allem, was Tasten hat. Und sind daher fester Bestandteil meines Vertretungskoffers in der Weihnachtszeit. Da lassen sich auch tonartlich und motivisch schöne Suiten zusammenstellen. Die Notenbilder - ich habe noch die Uralt-Ausgabe - wurden inzwischen modernisiert. Und der Preis ist heiß ...

LG
Michael


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: pvh am 04. November 2015, 23:12:58
Hallo,
Erheblich low-budget-kompatibler und klug zusammengestellt ist dies hier:

http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=168247

Da finden sich dann auch ein paar Petitessen der frz. Romantik, u.a. Guilmants zum Niederknien schöne Bearbeitung eines Weihnachtsliedes aus dem Elsass, die bei mir in der Weihnachtszeit zum Abendmahls-Pflichtprogramm gehört. Der Herausgeber hat da ein "best of" abgeliefert. Viel gute Musik zum kleinen Preis.
Ein wirklich schönes und praktisches Heft, das ich auch schon im Advent (Herzogs "Adventssonate") und gerne auch nach der Weihnachstzeit einsetze (einige Pastoralen u.a).

In dem Band finden sich auch vier nette Pastorellen von V. Rathgeber.
[...]
Mancher mag sagen: Hu! Zu barock, zu simpel ...
Ich denke: Diese Stückchen sind einfach, ohne simpel zu sein. Sie gehen auf allem, was Tasten hat.
Volle Zustimmung. Ich finde diese Stücke meines Landsmanns aus "Owerelsbich" große Klasse. Man kann die Pastorellen auch zu einer richtigen Weihnachtsgeschichte kombinieren: Die Hirten hören die Botschaft, sie laufen schnell zu Krippe, sie sehen zu, wie das Kind gewiegt wird usw. Das ergibt dann mit Ansagen dazwischen ein schönes, kleines "Konzert" für Kinder von 10-15 Minuten.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.

Edit: Das Heft "Pastorella" habe ich schon so intensiv verwendet, dass der Einband ganz zerfleddert ist. Tipp: Gleich einen Schutzumschlag dazu kaufen oder einbinden... ;-)


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: kirchenmaus am 07. November 2015, 11:23:41
Mein Notnagel für kurzfristige "Vertretungseinsätze":
Lothar Graap: Sub Communione, 22 Orgelmeditationen ( Butz)
lg!



Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: chrimo am 20. Dezember 2015, 14:29:55
Hab grad mal wieder durchgeblättert, was ich die letzten gefühlten 100 Jahre als Nachspiel zum allfälligen "O du fröhliche" gespielt habe. Brauche ja jeweils etwas für mindestens 5 Gottesdienste ... da zwei aufeinander folgende Vespern durchaus mit dem gleichen Stück zu bespielen sind, da wechselnde Zuhörer, also möglichst 4 verschiedene....
Und da bin ich auf Ernest Grosjean gestoßen - juchhu, 1936 gestorben, "tot genug".

Und dann mal bei imslp tauchen gegangen ...

http://imslp.org/wiki/Marche_Nuptiale_%28Grosjean,_Ernest%29 (http://imslp.org/wiki/Marche_Nuptiale_%28Grosjean,_Ernest%29)

Wenn man davon absieht, daß es unwahrscheinlich ist, daß am Heiligen Abend oder an den Tagen danach ein Brautpaar zum Altar streitet, paßt das wunderschön ... und da sich Herr Großjean deswegen ggf. eh schon ungemütlich im Grabe wälzt, kann man den Anfang des Themas auch noch näher an "O du" anpassen  :tipp:

Hat sonst noch jemand ne Idee zu "O du fröhliche" in der Kategorie "sofort auszudrucken und mit wenig Üben spielbar"?

Ansonsten sind im Notenschrank dafür u.a. zuständig:

Butz "O Sanctissima", Hsrg. Rockstroh (leider viele Stücke in F und teils auch ... äh, so daß man es doch üben sollte)
Butz "O du fröhliche" Herbert Paulmichl - Partita Heft 2 (leider auch in F)

Guten Weihnachtsörgeln allerseits wünsche ich, besonders den Marathonläufern und Zehnkämpfern!


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 21. Dezember 2015, 06:51:28
Von Grosjean habe ich etliche Erstausgaben - diverse Offertoires und Noel-Variationen. Da gab es vor der Jahrhundertwende eine Quartalsschrift "Journal des Organistes", bestehend aus den Opera damaliger Zeitgenossen aus Nordfrankreich und dem Elsass (u.a. Théophile Stern). Natürlich viel Zeitgeistiges dabei, aber auch einige lohnenswerte Sachen. Nach rund 140 Jahren sind Papier und Druckerschwärze allerdings im ersten Zerfallsstadium ...

LG


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: kirchenmaus am 21. Dezember 2015, 13:38:10
@chrimo:  :kratz: Ähm, vielleicht eine blöde Frage: Aber was hast Du generell gegen F-Dur?


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: pvh am 21. Dezember 2015, 13:42:14
Hallo,
Aber was hast Du generell gegen F-Dur?
vermutlich nichts, aber "O du fröhliche" singt man heutzutage meist in D- oder sogar C-Dur.

Beste Grüße
Christoph P.


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 21. Dezember 2015, 14:17:54
Hallo,
vermutlich nichts, aber "O du fröhliche" singt man heutzutage meist in D- oder sogar C-Dur.

Beste Grüße
Christoph P.
Bei der weihnachtlichen Laufkundschaft ist schon d2 grenzwertig. Ich komme ihr immer bis C-Dur entgegen und spiele auch das Fallschirmjägerlied in H und das Lied vom entlaufenen Pferd in E. Es-Dur ist mir dann doch zu duster ...

LG


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: chrimo am 22. Dezember 2015, 01:43:10
Ja genau. Schlicht die Singhöhe. Wobei ... man dann auch noch die Darstellbarkeit auf Instrumenten beachten muß ... wenn man mit diversen (Schlicht-)Laienensembles zu tun hat.
Also, z.B. "O du fröhliche"
- mit den Gitarren (Seniorenfeier etc.) - in D
- mit den Bläsern: natürlich in Es ("äh, fis, wie geht das? mein drittes Ventil hakt...")
- falls doch mal die Blockflöten ran müssen in F, aber dann "freuet" sich die Gemeinde gar nicht mehr ... also eher zum Zuhören (wie auch bei "Tochter Zion"

Bei uns fängt der Heiligabend traditionell nochmal mit "Macht hoch die Tür an" - Tonarten je nach Gruppierung wie oben.
Da isses mir auf der Orgel wirklich schon völlig wurscht ... auch wenn ich gestehen muß, daß ich nach gefühlt hundert Jahren an einer Winzig-Orgel eh nur mehr oder weniger Choräle + Vorspiel düdel, und dadurch eigentlich nur noch bis zu drei Vorzeichen "verdauen" kann...

(jaja, die Digitale ... ob ich das noch erlebe ... Kisselbach hatte ich immerhin zwecks Beratung vor einigen Wochen an der Strippe, sehr netter Kontakt, vielleicht...  Kirchumbau läuft, und dann ...)

Naja, und zur Not kann man ja noch modulieren wohin man will...


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: kirchenmaus am 22. Dezember 2015, 06:24:25
Ach so, dann war eine andere Fassung der Liedbegleitung an sich gemeint... ich dachte erst, es könnten z.B. Variationen über O,du... gemeint sein, die z.B. als Postludium gespielt werden. Dann hätte man wirklich modulieren können.


Titel: Grimoaldo Macchia
Beitrag von: Martin78 am 22. Dezember 2015, 22:40:59
Hallo zusammen,

ich wollte hier noch mal den italienischen Komponisten Grimoaldo Macchia (http://www.grimoaldomacchia.com/site/index.php?option=com_content&view=article&id=48&Itemid=96&lang=it) nennen.

Er schreibt ähnlich wie z.B. die Butz-Veteranen Robert Jones und der leider früh verstorbene Christopher Tambling sowie der Kanadier Denis Bédard und Gordon Young sehr eingängige Sachen, die auch in Sachen Geläufigkeit etwas dilettierenden C-Musikern usw. gut in den Fingern liegen!  :tipp: :dafuer: :jump: Orgel-Easy-Listening bzw. Zuckerguss, aber durchaus wohlgeformter!

Ich hatte mir letztes Jahr zwei Toccaten von ihm bestellt, eine über "Hört der Engel helle Lieder" (https://m.youtube.com/watch?v=le2NIhQA53U) und eine über "Vom Himmel hoch" (https://m.youtube.com/watch?v=2MlIC2kbXjc). Beide kommen gut an und machen mir Freude, das ist gut in die Finger komponiert.

Letztes Jahr waren die noch als Einzel-PDF zum Download im Netz angeboten, mittlerweile sind diese nicht mehr online, sondern gedruckt erhältlich: Zwei Hefte (http://www.martinmuziek.nl/index.php?route=product/search&search=grimoaldo%20macchia) mit insgesamt 18 weihnachtlichen Stücken, in der Vorschau lässt sich erkennen, dass da weitere interessante Kompositionen dabei sind.

Auch bei den anderen Kompositionen (siehe der erste Link) dürften viele wirkungsvolle Stücke Interesse finden - meines jedenfalls!  ;-)

Wie gesagt: Der Mann ist kein Revoluzzer und erfindet die Orgelmusik nicht neu, aber gute Gebrauchsmusik zu schreiben, die Spielern und Zuhörern gefällt, ist ja auch schon mal ne Leistung!  :hail: :prost:


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Machthorn am 22. Dezember 2015, 23:22:46
Zitat
aber gute Gebrauchsmusik zu schreiben, die Spielern und Zuhörern gefällt, ist ja auch schon mal ne Leistung!

Es ist nicht nur einfach "eine" Leistung. Ganz im Gegenteil, ich finde es wichtig Orgelmusik zu haben, die auch den musikalisch "nur durchschnittlich bewanderten" Kirchenbesucher erreicht.


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Martin78 am 23. Dezember 2015, 20:14:02
Hat sonst noch jemand ne Idee zu "O du fröhliche" in der Kategorie "sofort auszudrucken und mit wenig Üben spielbar"?
Ein Stück (http://www.kirchenmusik-im-bistum-osnabrueck.de/download/855sms.pdf) von Michael Schmoll von der bemerkenswerten HP www.kirchenmusik-im-bistum-osnabrueck.de und ein Vorspiel (http://www.kirchenmusikliste.de/sites/default/files/O_du_fr_hliche_Romantisches_Vorspiel.pdf) (sicher auch als Nachspiel geeignet) von Claus Kuhn.


Titel: Re:Grimoaldo Macchia
Beitrag von: Martin78 am 23. Dezember 2015, 21:37:01
Von Herrn Macchia gibt es noch eine kleine Meditation über "Stille Nacht" (http://www.martinmuziek.nl/image/data/gratis-downloads/Gratis%20download%20-%20Silent%20Night-noten.pdf) gratis zum Download - die Auflösung ist leider furchtbar grob, aber das Stück ganz nett!


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: pvh am 23. Dezember 2015, 22:03:24
Hallo,
Hat sonst noch jemand ne Idee zu "O du fröhliche" in der Kategorie "sofort auszudrucken und mit wenig Üben spielbar"?
kein Nachspiel, aber ein schönes Vorspiel (http://sakralorgel.forumprofi.de/dlattach/PHPSESSID,19074ea3bb9a3e1c3899dbfd75d8cd45/attach,278/topic_827.0.html).

Außerdem gibt es hier (Nr. 238) (https://orgelbuch.wordpress.com/) 3 Orgelchoräle.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.


Titel: Sonntagsorgel
Beitrag von: Martin78 am 03. Januar 2016, 13:12:52
Klare Empfehlung für die drei Bände "Sonntagsorgel" (http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=196049): Der Preis darf für den gebotenen Inhalt als wirklich günstig bezeichnet werden, die Hefte sind editorisch vorbildlich gestaltet und bieten inhaltlich ein Füllhorn an guten, vom Umfang her überschaubaren und für den Nebenamtler gut machbaren Stücken - wie beim Freiburger Orgelbuch (http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=141953) und "Musik zu Kasualien" Band 4 (http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=110699) hohe Praxisrelevanz! U.a. sind in Band III schöne "O du fröhliche"-Variationen enthalten, um die Kurve zu den letzten Beiträgen wieder zu kriegen!  :D

Ein gutes Neues Jahr wünsche ich allen Forianern.


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 05. Januar 2016, 09:53:47
Beim Aufräumen des nachweihnachtlichen Schlachtfeldes sind mir höchst brauchbare Choralbearbeitungen und Charakterstückchen zweier bayerischer Kollegen in die Finger gefallen, deren Opera sich durch solidestes handwerkliches Können, moderate technische Anforderungen und hohe Praxistauglichkeit und Publikumswirksamkeit auszeichnen.

Christoph Emanuel Seitz in Aschaffenburg hat bei Strube folgendes veröffentlicht:

http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=131436&p=ext-record-17
und
http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=127602&p=ext-record-1

In Letzterem finden sich einige originelle Kontrafakturen von Choralmelodien mit bekannten barocken Themen, die der Komponist als "Kom-Positionen im wahrsten Sinne des Wortes" bezeichnet. Sehr witzige Sachen, die beim Hörer sofort den "das-kenn-ich-doch"-Effekt auslösen.

Sein Kollege Thomas Riegler in Bad Neustadt/Saale ist ebenfalls ein gewiefter Praktikus.
Von ihm habe ich folgendes erfolgreich getestet:

http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=121230&p=ext-record-12
und
http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=185018&p=ext-record-11

Vor allem in Letzterem wird es auch mal swingig und jazzig, bleibt aber immer "orgelig".


Seit längerem in meinem Fundus habe ich das da:

http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=103996&p=ext-record-13

Als Mozart- und Haydn-Zeitgenosse scheibt Binder im "galanten" Stil, knüpft aber an barocke Traditionen an.
Das Heft enthält Bearbeitungen zu den bekanntesten protestantischen Chorälen der Feste des Kirchenjahres, die meisten stehen längst auch im "anderen Gesangbuch". Formal sind sie überwiegend als Ritornelle mit zeilenweise eingeschobenem Choral gearbeitet. Zweimanualigkeit steigert die Wirkung, aber ich habe sie auch auf dem berüchtigten (und gottseidank der Vergangenheit angehörenden) Kreischpositiv höchst positiv verwendet.

LG
Michael




Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 06. Januar 2016, 10:10:26
Zwischen dem letzten Orgeldienst an Weihnachten und dem ersten an Silvester war ich mit der Gnädigsten ein paar Tage in Wien (und in Eisenstadt  :D).
Dortselbst habe ich - auf nachdrückliche Empfehlung unseres Admin - natürlich das Musikhaus Doblinger in der Dorotheergasse frequentiert (während die Hausfrau die einschlägigen Fachgeschäfte der Damenoberbekleidungs-Branche im "Graben" und am "Kärnter Ring" aufmischte).

Abgesehen davon, dass es schon ein ganz besonderes Flair hatte, in dem (1817 gegründeten) Laden zu stehen, in dem Beethoven, Bruckner, Brahms, Liszt, Mahler etc. ihre Musikalien gekauft haben: Das ist noch so eine richtige Musikalienhandlung alten Stils, in der man nach Orgelnoten fragt, dann an eine üppig bestückte Regalwand geführt wird, in der sich - sorfältig nach Komponisten und Gattungen sortiert - zwischen den einschlägigen Standardsammlungen und Raritäten so ziemlich alles findet, was ein Organistenherz höher schlagen lässt. Und man darf - wie ich es aus meinen Jünglings- und Studienjahren gewohnt war - nach Herzenslust schmökern. (Fehlte nur noch irgendwo in der Ecke eine schnucklige "Gloria" zum Ausprobieren - wobei ich gestehe, dass in diesem Ambiente eine DO ein Stilbruch gewesen wäre. Also eher ein zünftiges Pedalharmonium ...  :D )
Ahnend, was mich dort erwartet, hatte ich etwas Schwarzgeld in meinen Geldbeutel geschmuggelt. (Hallo Steuerfahnder! Falscher Alarm! "Schwarzgeld" sind die - brav versteuerten - Kasualienhonorare, von denen die Hausfrau nix weiß - Ätsch!)
Und das habe ich dort komplett auf den Kopf gehauen. Außer einer Stimmgabel (ich habe einen Riesenverschleiß, weil ich sie überall liegenlasse) habe ich mir folgendes zugelegt:

http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=327581&p=ext-record-1

Da finden sich zu den gängigen Chorälen gediegen-biedere bis pfiffig-originelle Alternativen zu den offiziellen Publikationen. Das Buch ist nicht für, sondern von Domorganisten bzw. von Könnern aus der DKMD-Szene. Die Sachen sind jedenfalls durchweg vom Blatt zu spielen. Einiges hat mir spontan gut gefallen. Und da ich einige der dort vertretenen Herrschaften persönlich kenne und schätze, war es mit schon einen Hunni wert, etwas aus ihrer Feder zu besitzen. Für alle, die eine auf jeden Fall empfehlenswerte dienstliche Nutzung in Erwägung ziehen: Das Buch ist noch ordentlich gebunden. Die vielfach bejammerten Probleme mit der verschleißanfälligen Spiralbindung fallen also weg.

Dann fiel mir noch das da in die Hände, das mein Wohlgefallen erweckte:

http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=195879&p=ext-record-1

Der Hg. Martin Weyer hat eine gleichfalls sehr praxistaugliche Auswahl getroffen, besonders gut finde ich, dass er einige Instrumentalsätze aus Bach-Kantaten bearbeitet hat. Quasi "Schübler-Choräle" Teil II - darunter Bachs vielseitig verwendbares "Nun danket alle Gott" aus Kantate Nr. 76 und "Gute Nacht, o Wesen" (Mel. "Jesu, meine Freude") aus BWV 227. Sinnvolle Zugabe: Die cantus firmi sind als Instrumentalstimmen in C und B separat ausgezogen, um mit Soloinstrumenten zu musizieren. Das erhöht den Gebrauchswert eindeutig und eröffnet gestalterische Spielräume.

Schließlich habe ich mich noch für diesen Band entschieden:

http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=469094&p=ext-record-21

Originalkompositionen von Chr. Tambling und Robert Jones haben mir in den Fingern gejuckt - und natürlich eine Marcia meines verehrten Münchener Lehrers Franz Lehrndorfer.

Sollte ich mal wieder nach Wien kommen, ist ein Besuch in der Dorotheergasse fest vorgesehen - gleich gegenüber befindet sich eine Edel-Konfiserie, in der man die Dame des Hauses ruhigstellen kann.

LG
Michael




Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Martin78 am 06. Januar 2016, 12:45:58
http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=327581&p=ext-record-1

Da finden sich zu den gängigen Chorälen gediegen-biedere bis pfiffig-originelle Alternativen zu den offiziellen Publikationen. Das Buch ist nicht für, sondern von Domorganisten bzw. von Könnern aus der DKMD-Szene. Die Sachen sind jedenfalls durchweg vom Blatt zu spielen. Einiges hat mir spontan gut gefallen. Und da ich einige der dort vertretenen Herrschaften persönlich kenne und schätze, war es mit schon einen Hunni wert, etwas aus ihrer Feder zu besitzen.
Oh, das hattest du noch nicht - aber du orgelst ja eher evangelisch ...

Ja, dieses Buch ist wirklich empfehlenswert, bietet ein Füllhorn an guten Ideen und Modellen. Wenn man nur alles, was die Autoren sich haben einfallen lassen, auf weitere Choräle übertragen könnte, dann wäre man wirklich "fit"!

Natürlich sind viele Liedsätze drin, die tatsächlich mehr oder weniger vom Blatt gehen, aber sehr vieles erfordert Vorbereitung - zumindest von meiner C-Organisten-Warte kann ich "durchweg vom Blatt zu spielen" (was auf die o.e. "Sonntagsorgel" und die Blum-Gotteslob-Bände weitgehend gilt) leider nicht bestätigen. Für den Studierten mag das aber zutreffen! :lol:

Unabhängig davon lohnt sich die Anschaffung jedenfalls!


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Gemshorn am 06. Januar 2016, 15:14:19
Zitat von: Wichernkantor
Außer einer Stimmgabel (ich habe einen Riesenverschleiß, weil ich sie überall liegenlasse) habe ich mir folgendes zugelegt
Ich dachte schon, ich wäre der Einzige, der fleißig in aller Welt Stimmgabeln anbaut... :D


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 09. Januar 2016, 11:03:32
Kollege Karl-Peter Chilla aus Dillenburg ist seit kurzem im Ruhestand und hat jetzt Muße, bei Strube eigene Opera zu veröffentlichen. Nachdem er dort in den vergangenen Jahren einige thematisch-formale Sammelbände von hoher Praxistauglichkeit publiziert hat, gibt es jetzt Eigenkompositionen zu den Festen des Kirchenjahres.

Die folgenden Hefte kann ich Euch nur empfehlen: gut spielbar, gut klingend, ideenreich gemacht, vielseitig und praktisch verwendbar. Wie immer bei Strube stimmen Preis und Druckqualität.

http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=455354&p=ext-record-10
http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=462589

Angesichts der bevorstehenden Passions- und Osterzeit lohnt sich ein Blick in diese Hefte:

http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=473375
http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=501081

Vieles steht in beiden Gesangbüchern.

LG
Michael


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 13. Januar 2016, 07:24:06
Bei IMSLP habe ich zum Thema Harmonium den folgenden umfangreichen und stilistisch vielseitigen Zyklus von Karg-Elert entdeckt:

http://imslp.org/wiki/33_Portraits,_Op.101_(Karg-Elert,_Sigfrid)

Mit der problemlosen und schnellen copy-paste-Mentalität bei IMSLP ist es wohl über kurz oder lang vorbei. Da man wohl Geld braucht, um das Archiv weiter zu betreiben, gibt es jetzt zwei Klassen von Usern: Spender dürfen in Echtzeit downloaden, Gäste mit (geringem) Zeitversatz. Ich will aber jetzt und hier keine Debatte führen über Sinn und Unsinn solcher Maßnahmen, sondern konstatiere und rapportiere lediglich die Faktenlage.  

Gibt man bei IMSLP unter "Gattungen" den Suchbegriff "Harmonium" ein, kommen einige hundert Treffer - überwiegend französischer und amerikanischer Herkunft. Vieles davon ist programmatische "Stimmungsmusik" ohne gottesdienstlichen Bezug. Oft sind es auch Faksimiles der Erstdrucke mit entsprechend hakeligem Druckbild.

Nur bei den Franzosen hat sich das Harmonium als gottesdienstliches Instrument mit eigener Literatur wohl dauerhafter etabliert. In der "orgellosen" französischen Provinz (eine Spätfolge der frz. Revolution!) ist es mir oft passiert, dass ich erwartungsvoll eine prächtig anzusehende romanische oder gotische Kleinstadtkirche betreten habe - und der Blick zur Empore dann ins Leere ging. Statt der erwarteten Orgel stand an irgendeinem Pfeiler in Chornähe ein Harmonium. (Wie im amerikanischen Western waren es überwiegend ältere Damen, die diese Geräte im Gottesdienst traktierten.)
Grob zuspitzend könnte man sagen: In manchen französischen Regionen (z.B. im massif central oder im Loiretal) gibt es orgelmäßig nur zwei Optionen: Cavaillé-Coll oder Harmonium. Eine ausgeprägte und flächendeckende Orgelkultur hat sich nur in den Gegenden weiter entwickelt, in denen sich die Bevölkerung eine gewisse "Volkskirchlichkeit" erhalten hat - z.B. im Elsass oder in der Normandie.

Ein dicker Band mit harmoniumtauglichen Stücken ist dieser hier:

http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=104638&p=ext-record-3

Das ist quasi das protestantische Gegenstück zum gleichnamigen Sammelband von Carl Schweich, der eher auf die kath. Spielpraxis (der Jahrhundertwende) angelegt ist:

http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=104637&p=ext-record-3

Dass es beide Bände seit hundert Jahren im Sortiment von Breitkopf gibt, ist ein Indiz ihrer ungebrochenen Praxisrelevanz und Praxistauglichkeit.

LG
Michael




Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: martin am 13. Januar 2016, 22:33:57
Mit der problemlosen und schnellen copy-paste-Mentalität bei IMSLP ist es wohl über kurz oder lang vorbei. Da man wohl Geld braucht, um das Archiv weiter zu betreiben, gibt es jetzt zwei Klassen von Usern: Spender dürfen ich Echtzeit downloaden, Gäste mit (geringem) Zeitversatz.
Der Content ist dort frei [Copyright abgelaufen oder unter eine CC Lizenz], so das jedermann den Inhalt übernehmen kann. Wenn IMSLP genug User verärgert, wird höchst wahrscheinlich jemand eine Nachfolgerseite aufmachen - die Kosten sind  überschauber [Hosting].


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 14. Januar 2016, 08:44:20
Gestern habe ich mal meinen Fundus umgeschichtet und geguckt, was ich so für die Passions/Osterzeit auf den meinen Übeplan setze.
Folgendes aus der äußerst praxisrelevanten Bretschneider-Reihe bei Butz ist sehr vielseitig verwendbar:

http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=106031
http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=143318

Eine umfangreiche, stilistisch breit gefächerte Auswahl durchgängig qualitätvoller und thematisch stimmiger Opera - das Meiste von moderater Schwierigkeit und auf ziemlich jedem Instrument zu machen.

Ausschließlich im romantischen Stilkreis bewegt sich:

http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=144499

U.a. schöne Sachen von Gulbins und Herzog.

Sehr gut gefallen mir die formal überzeugenden Arbeiten der niederländischen Zeitgenossen in diesem Band:
http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=169744

Man muss diesen neoromantischen Stil natürlich mögen. Ich mag ihn durchaus.


LG
Michael


Titel: Andreas Willscher: Der Kreuzweg
Beitrag von: Martin78 am 20. Januar 2016, 18:06:34
Nachdem ich mir das Heft vor Jahren mal bestellt hatte, komme ich dieses Jahr endlich mal dazu, das Werk in der Kirche aufzuführen, worüber ich mich sehr freue.

14 Orgelmeditationen zu den Kreuzwegstationen, von einer bis dreieinhalb Minuten Länge. Die Klangsprache ist gemäßigt modern. Ich finde das Werk sehr ansprechend - die Tonsprache ist teilweise sehr plakativ (Schreitmotive, Hammerschläge, Cluster), fordert neben pp-Klängen auch verschiedene Pleni bis hin zum Tutti bei der Kreuzigung und integriert Choralzitate wie "O Haupt", "Stabat Mater" und "Haec dies".

Keine der 14 Meditationen ist wirklich schwierig, das lässt sich für einen Nebenamtler alles gut machen. Auch für kleinere Instrumente ist das Werk geeignet. Auf YT finden sich mehrere Einspielungen.

Der Notenausgabe sind Texte von Gerhard Weisgerber zu den einzelnen Stationen beigefügt, die den richtigen Rahmen für eine denkbare Aufführung bilden können. Eine rein konzertante Aufführung der Meditationen ohne Erläuterungen, Texte etc. wäre wohl denkbar, kann ich mir aber nicht so gut vorstellen.

Ganz klare Empfehlung für diese interessante Komposition!


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Martin78 am 25. Januar 2016, 21:13:07
Es gibt aus Thun mehr volkstümliche Musik für Orgel. Hier eine Fundgrube von Noten und Hörbespiele aus der Stadtkirche: http://www.stadtkirche-thun.ch/page06.html
Vielen Dank für den interessanten Link.
Der Herr ist ja ziemlich produktiv - alles in feinem Notensatz ...
Es muss einem nicht alles zusagen, was er bearbeitet hat, aber da sind ne Menge brauchbarer Sachen drin, auch Pedal- und Trioübungen.


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 01. Februar 2016, 09:36:42
Unter Jubel- und Dankgesängen der Hausfrau habe ich am Samstag ein weiteres Notenregal in Betrieb genommen, aus diesem Anlass freiwillig (!) aufgeräumt und ein paar Stapel umgeschichtet.

Angesichts des bevorstehenden Forumstreffens im Süden und der Option auf ein oder zwei barocke Orgeldenkmäler habe ich mal ein paar Bändchen mit Orgelmusik des oberschwäbisch-bayerischen Barock hervorgekramt. Unter anderem das hier:

http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=139628

Laut exlibris 1981 gekauft - und erstaunt festgestellt, dass es das immer noch zu kaufen gibt.

Mayr war einer der vielen Klosterkomponisten und Organisten der Bachzeit, die mehr oder weniger anonym lebenslang und unauffällig ihre Kunst pflegten. In den späten 70ern und frühen 80ern wurden in den jeweiligen Bibliotheken etliche Schätze gehoben und publiziert.
Der Band enthält sechs "Präambula und Fugen". Wobei es sich bei den "Präambula" um ausladende Präludien mit bisweilen dramatischen Modulationen und solider imitatorischer Motivik handelt. Die Fugen gehören allesamt zum Canzozentypus und zeigen, dass der Autor ein gebildeter und formsicherer Kontrapunktiker war, der mit dem thematischen Material in Fortspinnung und Umkehrung zu spielen gelernt hatte.
Das Notenbild des Bandes präsentiert sich als einer der ersten Versuche mit edv-Satz und wirkt daher etwas hakelig. Auch der Sepiadruck ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig.

Mit weichen, singenden Prinzipalchören klingt diese Musik ausgezeichnet. Mayrs Orgel muss schon gleichstufig temperiert gewesen sein. Denn die konsequente Chromatik und die weitläufigen Modulationen in einigen Präludien hätten den "Wolf" heulen lassen ...

LG
Michael





Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 11. Februar 2016, 08:28:10
Bei Durchsicht meines Fundus' nach barocker Orgelmusik aus dem süddeutschen Stilkreis sind mir diese beiden Bände vor die Füße gefallen und gleich wieder in meine "Notfalltasche" gewandert:

http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=111539

http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=111540

Erschienen sind sie Anfang der 80er bei Coppenrath, im Rahmen einer Reihe "Süddeutsche Orgelmusik des Barock" (ganz nebenbei: auch hier fehlt im Titel das Genitiv-"S", wie Sprachsensibelchen konstatieren könnten ... :D) Damals standen einige Jahre lang die "Kleinmeister" und Klosterorganisten aus dem Süden im Fokus der Herausgeber. Und während meiner zwei Jahre im Allgäu habe ich diese "landschaftsbezogene" Literatur eifrig gepflegt.

Meine Exemplare habe ich noch direkt in Altötting gekauft, wo der "Verlag" aus einem kleinen, altmodischen Ladengeschäft unweit der damals neu eingerichteten Berufsfachschule für Musik bestand. Inzwischen ist das Geschäft offenbar Geschichte, denn das Coppenrath-Sortiment ist von Carus übernommen. Und in der Reihe lässt sich so manche Entdeckung machen.

Die rund hundert Stücke in den zwei Bänden sind noch nach Kirchentonarten geordnet, weisen jedoch deutliche Dur-moll-Tonalität auf.

Die Präambeln sind meistens nur wenige Takte umfassende erweiterte und arpeggierte Kadenzen. In den besseren (e-Moll, G-Dur) ist thematisch gearbeitet. In den - durchgängig dreistimmigen - Fugen entfaltet Peyer jedoch eine Menge schöner Gedanken und überzeugt mit sauberer motivischer Arbeit. (m. E. besonders gelungen: eine Doppelfuge in G über das Osteralleluja.) Etliche der Fugen lassen sich ausgezeichnet zu mehrteiligen und farbenreichen Zyklen zusammenstellen, da die Themen enge Beziehungen aufweisen.
Ein weiterer Vorteil: Nahezu alles geht manualiter, überlegter Pedalgebrauch wertet aber viele der Stücke klanglich auf. Die Länge pendelt im Durchschnitt so um die zwei bis drei Minuten, es findet sich aber auch Längeres.
Mit diesen beiden Bänden hat man reichlich gottesdiensttaugliche Vor -und Nachspielmusik, die vom Instrumententypus weitgehend unabhängig ist. Sie ist gut zu erarbeiten, klingt gut und erreicht den gottesdienstlichen Hörer.

LG
Michael


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Orgelfan am 12. Februar 2016, 13:05:34
Albrechtsberger op.6, auch immer ganz brauchbar. :orgel:

http://imslp.org/wiki/6_Preludes_and_Fugues,_Op.6_%28Albrechtsberger,_Johann_Georg%29



Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Martin78 am 18. Februar 2016, 16:47:19
"Näher, mein Gott, zu dir" ist ja nun auch im GL mit drin.

Da ich an Mi bei einem Sterbeamt Orgel spielen werde, wo dieses Lied gewünscht wird, habe ich im Internet nach Choralbearbeitungen etc. gesucht und immerhin das hier (http://petrucci.mus.auth.gr/imglnks/usimg/7/71/IMSLP398833-PMLP645681-Nearer__my_God__to_Thee.pdf) gefunden. Die Choralaussetzung und die beiden Teile "Moderato" sowie "Andante" finde ich gelungen!


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 18. Februar 2016, 16:58:50
Karg-Elert hat da m.W. irgendwas für Harmonium geschrieben - der Titel hat irgendwie mit dem Untergang der Titanic zu tun. An mehr erinnere ich mich gerade nicht.

Hier im Hintertaunus wird das auch immer gern genommen ... meistens gesungen von den Notbesetzungen der Männergesangvereine - *grusel*.

Doch das ist noch zu toppen: In manchen Nestern gibt es sog. "Beerdigungschöre" - eine sorgfältigste Auswahl der blechernsten und schärfsten Frauenstimmen des Dorfes. Wenn solche Formationen diesen Cantus mit gefühlvollem Vibrato intonieren, dann hat das schon was Apokalyptisches. Man wartet förmlich darauf, dass sich die Gräber öffnen und sich der musikalischere Teil der Verblichenen Ruhe ausbittet - *megagrusel bis gigagrusel*

LG
Michael


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Martin78 am 18. Februar 2016, 17:11:05
Yep, den hier (http://imslp.org/wiki/Improvisation_on_'Nearer,_My_God,_to_Thee',_W_17_(Karg-Elert,_Sigfrid)), gibt's auch für Orgel bearbeitet. So dramatisch brauche ich es aber nicht und das gibt die neobarocke Orgel auch nicht wirklich her.

Ansonsten werde ich mich an einen Rat von Prof. Feller halten, den ich mal aufgeschnappt habe (den Rat, nicht den Professor): "Spielen Sie [bei einer Beerdigung] Bach". Obwohl wenige die cf richtig zuordnen können, selbst wenn sie katholischerseits bekannt sind, nehme ich immer gerne was aus "Ich ruf zu dir", "O Mensch bewein", "Vor deinen Thron", "Wenn wir in höchsten Nöten seien" (, "Liebster Jesu"). Kommt immer gut an und wird als trostreich empfunden.


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: pvh am 24. März 2016, 11:40:57
Hallo,

speziell für katholisch Orgelnde waren 2 Tongers Taschen-Alben Nr. 57 (Henrich Bungert) und 62 (Carl Sattler) gedacht ("Präludien-Album"). Diese Alben enthalten viele kleine Vorspiele in allen Tonarten, die zwar bei manchen professionellen Organisten ziemlich verrufen sind, aber eine Lösung des bekannten Problems darstellen: "Spielen Sie was zum Einzug, aber nur so 20 Sekunden bis der Pfarrer am Altar ist". ;-)

Tongers Taschen-Album von Heinrich Bungart (Band 57), also das Bungart-Album, gibt es, falls man 14 (?) Sekunden Zeit übrig hat, hier bei IMSLP herunterzuladen (http://imslp.org/wiki/Pr%C3%A4ludien-Album_f%C3%BCr_Orgel_oder_Harmonium_%28Bungart,_Heinrich%29).

Noch ein Hinweis zur Frage des Urheberrechts: Der Link führt nur auf die IMSLP-Seite, nicht auf die Noten direkt. Das sollte sowieso unproblematisch sein. Speziell die Präludien-Alben von Tonger sind nach Auskunft unseres Kantors, der sich da wohl kundig gemacht und die Sterbedaten der Komponisten überprüft hat, gemeinfrei. Das Notenbild selbst genießt bei privater Nutzung außer bei wissenschaftlichen Ausgaben keinen urheberrechtlichen Schutz. Noten gemeinfreier Stücke können also für den (nichtgewerblichen) Privatgebrauch kopiert werden. Im Falle der gewerblichen Nutzung gibt es ein letztinstanzliches Urteil (gegen Peters), dass ein 50 Jahre altes Druckbild keinem Schutz unterliegt. Zu 40 oder 30 Jahre alten Notenbildern usw. gibt es kein Urteil. Ausführlich kann man sich hier (http://www.pian-e-forte.de/noten/cdpdf/index.htm) bzw. hier (http://www.pian-e-forte.de/noten/pdf/notenkopien.pdf) informieren. Viele Infromationen finden sich auch auf den Seiten der VG-Musikedition (http://www.vg-musikedition.de).

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 22. April 2016, 06:52:24
Gelegentlich wurde ja hier im Forum Klage geführt über "geistliche Herren", die ungnädig in Richtung Orgelempore blicken, wenn sich der Titular erdreistet, Intonationen zu spielen, die länger als acht oder gar zwölf Takte sind. Schließlich soll diese Orgelmusik da ja nicht vom Wesentlichen "ablenken" (einer schlecht vorbereiteten Predigt z.B.  :teufel:). Für alle, die in dieser Zwickmühle stecken, gibt es jetzt folgendes:

http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=471772&amp;MODsid=2og9i9r3l8up5me6l9bqh9kf86

Und ich kann Euch diesen Band wärmstens empfehlen. Da zeigt sich in jedem der knappen Stücke der Erfahrungsschatz des Emeritus aus dem schönen Oberwesel an seiner schönen Klaisine aus den späten 70ern.
Die Stücke sind formal überzeugend, klingen gut auf allem, was Tasten hat und liegen gut in den Fingern - bestes Organistenhandwerk, das wieder mal beweist, dass "einfach" nicht mit "simpel" gleichzusetzen ist, wenn es ein Könner und gewiefter Praktiker macht. Das Meiste geht vom Blatt, ein paar Stückchen muss man halt vorher zweimal durchspielen. Aber das tut man immer gern.

Ich würde dieses Buch sofort in Dienst stellen, wäre ich katholisch und an die zwölf-Takte-Regel gefesselt. Aber von mir wird erwartet, dass ich zum Wochenlied ausführlichst präludiere und nach der Predigt der Gemeinde im Vorspiel zum Predigtlied eine klangliche Reflexionsfläche des Gehörten biete.
Und das ist seeehr gut so ...  :dafuer:

LG
Michael


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 22. April 2016, 07:33:27
In jüngster Zeit ist es mir mehrfach passiert, dass ich zu Vertretungsdiensten gebeten wurde und folgende Situation vorfand: Die letzte Stimmung/Wartung der Orgel hatte - wenn überhaupt - im vorigen Jahrtausend stattgefunden. Im vorderen Bereich der Kirche waren jedoch jede Menge elektronische Klangerzeuger, ein Schlagzeug und ein Digitalpiano aufgefahren. Und wenn ich dann die auch dem Laien vernehmbaren und mir schlicht unzumutbaren Mängel und Defekte der Orgel monierte, wurde mir stets geraten: Spielen Sie doch vorne auf dem Klavier ...

Abgesehen davon, dass das Klavier in meinen Ohren ein nur bedingt taugliches Instrument zur Begleitung einer Gemeinde ist, die Choräle singt: Wenn jemand die üblichen Orgelbuch-Begleitsätze darauf herunterdrischt, klingt das einfach "bescheiden". Das hat ein Autorenkollektiv kath. Kirchenmusiker wohl auch so empfunden und bei Carus das hier

http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=468084&p=ext-record-6

herausgegeben. In den (aus gutem Grund) zwei Bänden sind alle Gesänge des neuen GL-Stammteiles in ansprechenden Sätzen vertont, die den Spezifika pianistischer Satz- und Spielweise Rechnung tragen. Da ist viel Können und Wissen verarbeitet und mit Augenmaß auf die Spielfähigkeiten der Organisten heruntergebrochen, für die das Klavier i.d.R. das Probeninstrument mit dem Kirchenchor ist.
Gerade im Klavier-Begleitsatz ist eine lebendig geführte Baßlinie die halbe Miete. Und darauf haben die Autoren ihr besonderes Augenmerk gelegt. So bleibt die Harmonisierung stets im Fluß und der Spieler kann durch intelligente Phrasierung und entsprechende Dynamisierung der Gemeinde gut klar machen, was er von ihr will (sofern die Raumakustik aus seinen Tönen kein indifferentes, verwaschenes Gepolter und Gegrummel macht).
Ich finde die Sätze durchweg gelungen, mit viel Klangsinn und einem feinen Gespür dafür, was auf dem Klavier und mit einer an braven Akkordsatz gewöhnten Gemeinde "geht".
Müsste ich in einem GoDi spielen, in dem ich ein Klavier traktieren müsste (der zweifache Konjunktiv belegt, dass ich so etwas immer ablehne und stattdessen dann meine hinterher stets bewunderte Feldorgel einsetze), würde ich auf jeden Fall in diese Bücher gucken, um mir Anregungen zu holen, wie man's machen kann. Denn gut die Hälfte der Sätze ist ökumenisch verwendbar.
Die Bände bieten in Sachen Papierqualität, Druckqualität und Solidität der Verarbeitung und Bindung höchste bibliophile Qualität - leider haben sie auch den Carus-üblichen, stattlichen Preis.
Da ein Organist Anspruch darauf hat, dass die Gemeinde ihm Orgelbücher mit Begleitsätzen bereitstellt, sollte der "Kirchenpianist" dasselbe einfordern. Wenn die Gemeinde schon kein Geld hat, die Orgel instand zu halten, dann sollte sie wenigstens diese Bände kaufen - anstelle noch eines Verstärkers für die E-Gitarre und noch eines Mikros für die "Gesangsstars" der "Kirchenband" ...

LG
Michael


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: 2nd_astronaut am 23. April 2016, 01:31:08
Hat mich jetzt interessiert, was die in dem Klavierbuch so anstellen, denn ich habe auch alle paar Monate einen Gottesdienst in einer Filial"kirche" (ist ein Sitzungszimmer) mit Klavier zu begleiten (und merke immer, wie sehr ich dort herumstümpere)...

Die Vorschau ist natürlich nicht sehr umfangreich, aber mir scheint es sehr gemischt zu sein:
- der erste Satz (375) sieht mir noch sehr stark nach einem Orgelsatz aus. Am Ende der 2. Zeile würde man diesem (gerne zwischen Tenor & Bass entstehendem) großen Intervalle evtl durch Übernahme des Tenors in die rechte Hand ausweichen. Auch der Tenordurchgang vor der letzten Periode könnte eher unbequem liegen (hab'S nicht ausprobiert).
- die 2. Notenprobe ist ja eher ein "last verse" (auch 375). Damit bräuchte ich bei der Klaviergelegenheit und der dortigen kleinen Schar nicht ankommen.
- der 3. Satz (86) sieht gut aus: die Stimmenaufteilung ist klaviermäßig notiert, der strenge Kantionalsatz aufgebrochen und der Bass "läuft". Da kann man sich sicher was abschauen...


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 23. April 2016, 07:46:02
Zu fast jedem Satz gibt es eine solche paraphrasierende Fassung ohne den üblichen Diskant-c.f.
Wie gesagt: Privat anschaffen setzt schon beträchtlichen Enthusiasmus voraus. Zahlen sollte die beiden Bände auf jeden Fall die Gemeinde, die ihrem Musiker ein Klavier zum Choralbegleiten hinstellt ...

LG
Michael


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Gemshorn am 23. April 2016, 09:02:08
Vor einiger Zeit war auch in der "Singenden Kirche" (Fachzeitschrift) eine Rezension zu diesem Klavierbuch zu lesen, angereichert mit etlichen Notenbeispielen. Mir, der nie Klavierspielen gelernt hat, wäre da vieles zu schwer, vor allem arpeggienhafte Begleitung. Bei "Es kommt ein Schiff geladen" laufen in der linken Hand die Achtel, ab dem Taktwechsel dann die Achteltriolen. :verwirrt:


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 10. Mai 2016, 07:12:11
Gestern Abend habe ich in den Sammelbänden "Orgelmusik aus USA und Amerika" aus dem Hause Butz herumgestöbert.

Folgende vier habe ich im Fundus, die sich immer wieder als höchst praxistauglich erweisen:

http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=129281
http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=145785
http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=145785
http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=166268

Einiges davon habe ich (neben ein paar Stückchen aus den üppigen Mayhew-Bänden) seinerzeit mit der romantischen Disposition der Gloria Excellent 360 in der Wichernkirche aufgenommen. Der Hall ist also echt und  - wie es sich gehört - ist innerhalb der Stücke weder geschnitten noch nachbearbeitet.
Ich schicke Euch die Dropbox-Links gern auf Anfrage per PN. Real Sound ... allerdings mac-typisch als fettes aiff formatiert, d.h. mit Real-Player oder VLC abspielbar.

LG
Michael


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Machthorn am 10. Mai 2016, 12:05:26
Zitat
seinerzeit mit der romantischen Disposition der Gloria Excellent 360 in der Wichernkirche aufgenommen.

Hast du etwa deine Orgel in die Kirche geschleppt? Respekt! Vielleicht bin ich da ängstlich, aber ich würde meine nicht mehr transportieren als nötig aus Angst, sie könnte kaputt gehen.  :D


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 10. Mai 2016, 12:10:25
Hast du etwa deine Orgel in die Kirche geschleppt? Respekt! Vielleicht bin ich da ängstlich, aber ich würde meine nicht mehr transportieren als nötig aus Angst, sie könnte kaputt gehen.  :D

Nein, ich hatte im Sommer 2011 eine Woche lang den "Prototypen" mit externer achtkanaliger Abstrahlung in der Kirche stehen und habe davon etliche Aufnahmen mit barocken und romantischen Stückchen zu Demo-Zwecken gemacht. Das Instrument wurde anschließend an Prof. em. E.U. v. Kameke geliefert, der es in einer kleinen Kirche an seinem Alterswohnsitz aufstellen ließ - irgendwo in der Nähe von Hamburg. Er hat dann darauf einige Jahre lang Konzertveranstaltungen organisiert. Inzwischen ist er 90 Jahre alt, ich nehme an, dass er nicht mehr so aktiv ist ...

Es war schon fein, die Orgel mit "Naturhall" zu spielen. Unsere Kirche hat eine ausgezeichnete Orgelakustik. Meine eigene 360 brachte dann erst der Nikolaus ...
LG
Michael


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Martin78 am 10. Mai 2016, 13:06:12
Das Instrument wurde anschließend an Prof. em. E.U. v. Kameke geliefert, der es in einer kleinen Kirche an seinem Alterswohnsitz aufstellen ließ - irgendwo in der Nähe von Hamburg. Er hat dann darauf einige Jahre lang Konzertveranstaltungen organisiert. Inzwischen ist er 90 Jahre alt, ich nehme an, dass er nicht mehr so aktiv ist ...

Also, letztes Jahr konnte er (http://www.shz.de/lokales/holsteinischer-courier/in-grossenaspe-erklingt-die-orgel-des-berliner-doms-id1386581.html) jedenfalls noch orgeln (http://www.shz.de/lokales/holsteinischer-courier/konzertreihe-endete-ganz-traumhaft-id9290701.html) ...  :prost: :opa:


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 10. Mai 2016, 13:11:44
Als ich ihm das letzte Mal begegnet bin - das dürfte mindestens drei Jahre her sein, war er noch fit wie ein Turnschuh.



Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Gemshorn am 10. Mai 2016, 17:07:08
Oh, interessant: Bezüglich der Gloria Exzellent 360 heißt es hier:
Zitat
Außerdem werden die Pfeifenklänge von anderen berühmten bayerischen oder französischen Orgeln bis hin zum grandiosen Instrument des Berliner Doms in Großenaspe zu hören sein.
Quelle: http://www.shz.de/lokales/holsteinischer-courier/in-grossenaspe-erklingt-die-orgel-des-berliner-doms-id1386581.html

Wurden da Extra-Samples bestellt - oder ist die Berliner Domorgel standardmäßig in diesem Instrument enthalten?


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 10. Mai 2016, 17:18:26
Oh, interessant: Bezüglich der Gloria Exzellent 360 heißt es hier:Quelle: http://www.shz.de/lokales/holsteinischer-courier/in-grossenaspe-erklingt-die-orgel-des-berliner-doms-id1386581.html

Wurden da Extra-Samples bestellt - oder ist die Berliner Domorgel standardmäßig in diesem Instrument enthalten?

Übliches Gefasel ahnungsloser Zeitungsdichter. Das ist die "Urorgel" aller 360er. Da sind in der romantischen Dispo natürlich Sauer-Register drin. Und das romantische Plenum (man höre: Piutti, "Wachet auf") ist schon das einer fetten Sauerin à la Bremen oder Berliner Dom - vor allem die Mixturen. Und in der barocken Dispo ist einiges aus einer stattlichen Sandtnerin (vor allem konturierte Prinzipalchöre - wer hätte es vermutet?). Auch, dass "dieselbe" Orgel ein Jahr zuvor irgendwo in Ostasien installiert wurde, ist Gewäsch. Zu solchen Terminen schicken die Tageszeitungen heute dieselben Leute, die auch über Boxkämpfe und Bullenkörungen berichten. Wenn man denen nicht alles aufschreibt, geben sie sich größte Mühe, was immer misszuverstehen ist, auch wirklich misszuverstehen.
Wehe, man setzt auch nur ansatzweise vorhandene gehobene Allgemeinbildung voraus, die in meinen Jungredakteursjahren Voraussetzung war, um überhaupt ein Volotariat zu bekommen ...
Ich könnte heulen, wenn ich sehe und lese, welche Dumpfbeutel heute die Tageszeitungen vollschmieren dürfen. Gerade die Lokalteile sind oft öde Wüsten, in denen der Sandsturm der Ignoranz über die Rudimente der deutschen Sprache bläst.

LG
Michael  


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Gemshorn am 10. Mai 2016, 17:19:44
Danke für die Aufklärung.


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Machthorn am 10. Mai 2016, 19:33:04
Zitat
Zu solchen Terminen schicken die Tageszeitungen heute dieselben Leute, die auch über Boxkämpfe und Bullenkörungen berichten.

Ich habe in den kostenlosen Online-Artikeln der hiesigen Lokalpresse einen Bericht über ein CC-Konzert in der Nachbarstadt gelesen. Der Schreiber hatte definitiv Ahnung von Musik! Scheint inzwischen die löbliche wie seltene Ausnahme zu sein. Wer es nachlesen mag: http://www.nw.de/lokal/kreis_guetersloh/guetersloh/guetersloh/20786154_Orgel-Star-Cameron-Carpenter-brilliert-im-Theater-Guetersloh.html (http://www.nw.de/lokal/kreis_guetersloh/guetersloh/guetersloh/20786154_Orgel-Star-Cameron-Carpenter-brilliert-im-Theater-Guetersloh.html)


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 10. Mai 2016, 20:16:56
Ich habe in den kostenlosen Online-Artikeln der hiesigen Lokalpresse einen Bericht über ein CC-Konzert in der Nachbarstadt gelesen. Der Schreiber hatte definitiv Ahnung von Musik! Scheint inzwischen die löbliche wie seltene Ausnahme zu sein. Wer es nachlesen mag: http://www.nw.de/lokal/kreis_guetersloh/guetersloh/guetersloh/20786154_Orgel-Star-Cameron-Carpenter-brilliert-im-Theater-Guetersloh.html (http://www.nw.de/lokal/kreis_guetersloh/guetersloh/guetersloh/20786154_Orgel-Star-Cameron-Carpenter-brilliert-im-Theater-Guetersloh.html)

Ja, in der Tat. Wenn ich hingegen die Ergüsse der Dichter hier in der Gegend lese, dann bin ich immer entsetzt. Ich habe die hiesigen Kollegen im Lokalressort mal gebeten, sich wenigstens ein Programm mitbringen zu lassen, dann einen Volontär dranzusetzen und ihn überprüfen zu lassen, dass wenigstens die Namen der Komponisten und der Stücke richtig abgeschrieben sind ...
Hier war mal zu lesen, dass "Organistin XY im Anschluss das Taccato von Bach" gespielt habe ...
Am schlimmsten wird es, wenn diese Schreiberlinge dann versuchen, Eindrücken Ausdruck zu verleihen und beides trefflich verfehlen ...
Ich lege übrigens Wert darauf, nicht "rezensiert" zu werden von solchen "Profis". Bei den Gießener und Wetzlarer Lokalblättern liegt ein Schriftsatz, dass ich ausdrücklich keine Berichterstattung durch freie Mitarbeiter ohne Fachkenntnis wünsche. Ich brauche kein schlechtes, überblitztes Bild von mir im Käseblatt und darunter 60 Zeilen Banalitäten aus dem superlativistischen Wortbaukasten (Lieblingsverben "brillierte", "überzeugte"; Lieblingsadjektive "fulminant", "rasant"), wie zweimal passiert ...

Ich pflegte im Volontärsunterricht früher derlei seitenweise zu zitieren unter dem Jubel des Auditoriums. Da könnte ich ein zweites Handbuch schreiben - das der "journalistischen Peinlichkeiten" ...

Puh, ich werde OT. Aber da schwillt mir der Kamm, wen ich so schlechtes Handwerk lese, denn es ist mein Handwerk ...

LG
Michael


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Machthorn am 10. Mai 2016, 20:46:56
Ich glaube, da haben wir die berühmte Katze, die sich in den Schwanz beißt. Immer mehr Leute wollen für Berichterstattung weniger zahlen, daraus reusltiert weniger Geld für dadurch schlechter werdende Berichte, für die dann noch weniger Leute bezahlen wollen...


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 10. Mai 2016, 21:20:05
Genau das ... !


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: RBissinger am 15. September 2016, 08:29:59
Gerade neu erschienen:
WEDDING SUITE for Organ

Es handelt sich dabei um vier Stücke:
Präludium zum Einzug, Largo und Aria als Zwischenspiel und einem Postludium zum Auszug.

Wie schon bei meine Vorgängerheften habe ich auch in diesem Band die Stücke technisch leicht bis mittelschwer gehalten. Sie sind somit  von haupt- und nebenamtlichen Kirchenmusikern gut zu bewältigen.

Bei Interesse (von allen Stücken gibt es komplette Einspielungen zu hören + Notenvorschau) einfach mal auf folgende Seite gehen:
roman-bissinger.com

Bei Gefallen gibt es das Heft hier:

http://www.stretta-music.com/search/?searchparam=bissinger
oder
http://www.bodensee-musikversand.de/advanced_search_result.php?keywords=bissinger


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Orgelfan am 15. September 2016, 16:37:18
Gekauft - bei meinem Lieblings - Stretta.
Schöne Musik
 :phantom:


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: RBissinger am 16. September 2016, 09:58:13
Lieber Bernhard ;-)
Freut mich, vielen Dank! Hoffe, die Stücke gefallen dir!
Lieben Gruß
Roman


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Romanus am 18. September 2016, 20:13:36
http://www.stretta-music.com/index.php?sid=07edb96997558cae84d1f908147263a8&facets=&searchparam=Jungegger&listtype=search&cl=details&anid=660242  :tipp:


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Machthorn am 18. September 2016, 21:50:12
Ich gratuliere!


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: clemens-cgn am 10. November 2016, 01:38:36
Bei den Vorbereitungen auf eine Adventsmusik bin ich auf die
ADVENT, "First Religious Suite for Organ" von P. Yon gestoßen: Anzahl Sätze:5 ,  Durchschn. Dauer 18-20Min
1. Prelude (Rorate Coeli)
2. Introit (Veni Emmanuel)
3. Offertory. Veni Domine (Hymn for Peace)
4. Communion (Ave Maria)
5. Finale. Toccata on the Gregorian Hymn "Creator alme siderum" 

Die Sätze 1, 2 u. 5 kann ich mir gut vorstellen. Der Schwierigkeitsgrad ist eher leicht.
Den Download gibt es hier:
http://imslp.org/wiki/Advent_%27First_Religious_Suite_for_Organ%27_(Yon,_Pietro) (http://imslp.org/wiki/Advent_%27First_Religious_Suite_for_Organ%27_(Yon,_Pietro))

Evtl. rettet dies nicht so bekannte Werk ja noch jemanden  :phantom:

 



Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Orgelfan am 10. November 2016, 09:18:36
Hallo Clemens,
besten Dank ... super Sache.  :phantom:


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: pvh am 13. November 2016, 15:42:49
Hallo,
ADVENT, "First Religious Suite for Organ" von P. Yon gestoßen: Anzahl Sätze:5 ,  Durchschn. Dauer 18-20Min
4. Communion (Ave Maria)
5. Finale. Toccata on the Gregorian Hymn "Creator alme siderum" 
[...]Der Schwierigkeitsgrad ist eher leicht.
Danke!
So leicht finde ich die beiden letzten Teile aber nicht: Bei Nr. 4 erscheinen mir die Arpeggio-Akkorde schon sehr akrobatische und auch flinke Hände zu erfordern. Und um das Finale mit seinen 187 Takten auf 9 Seiten in "3 1/2 minutes approx." zu spielen, muss man sich wohl auch ganz schön ranhalten.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: clemens-cgn am 13. November 2016, 18:10:13
Hallo Christoph,
aus der Suite werde ich nur 1,2+5 verwenden.
Für mich ist die "Minimal"führung bes. i.d. rechten Hand eine große Herausforderung für die Konzentration. Ich hab allerdings Finger- und Fußsätze für mich verbindlich festgelegt. Meinem Gehirn fällt es allerdings schwer, über einen so langen Zeitraum in diesem Tempo die gleiche Tonfolge zu halten.... ähnliche Probleme hatte ich auch bei Nevin´s "Will´o Whisp" oder seiner Toccata. Beim Üben bloß zu Anfang nicht zu schnell - Tempo erst wieder steigern, wenn es auf langsamerem Tempo tadellos klappt. Viel Geduld und Erfolg.
Lieben Gruß
Clemens


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: pvh am 15. November 2016, 17:12:37
Hallo,

Kommando zurück: So schwer ist das doch nicht. Ich hatte die Toccata angespielt, mir nur oberflächlich angesehen und ein viel zu hohes Tempo angenommen. Wenn man das Tempo aber nicht am rasenden "Geklingel", sondern am Teil mit dem Hymnus ausrichtet, geht es schon ganz gut.

Allerdings gibt es für mich ein anderes Problem: Vorgesehen hätte ich das für den 3. Advent, Sonntag Gaudete (11.12.), allerdings bin ich möglicherweise vom 5.12.-10.12. auf Dienstreise und der Abend des 10.12. ist auch schon verplant, so dass das als neues Stück ohne Üben in der Woche vorher wohl nicht geht.

Auch das "Ave Maria - Communion" ist machbar, allerdings klingen die Arpeggio-Akkorde m.E. nicht so optimal, vor allem wenn die eine Hand auf dem Haupt-, die andere auf dem Schwellwerk spielt. Davon abgesehen ist ein "Ave Maria" zur Kommunion auch nicht ganz das Passende.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: pvh am 18. November 2016, 18:08:06
Hallo,

@clemens-cgn
Zu Yons "First Religious Suite for Organ", Seite 16 (Toccata) letzte Zeile, 3. Takt, Zählzeit 2: Das b' muss aufgelöst werden, wie bei Zählzeit 1 das b, oder?

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: clemens-cgn am 18. November 2016, 20:25:51
erscheint mir klanglich logisch, Danke.
Wenn ich ehrlich bin hab ich´s bereits intuitiv so gemacht.
lbG
clm


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Hornprinzipal am 19. November 2016, 15:06:53
2 Tipps zur Advent- und Weihnachtszeit:
  • "Adeste Fideles" 14 Choralbearbeitungen für Advent und Weihnachten von Robert Jones, Butz Verlag Nr. 2450
  • "Noels" Weihnachtliche Orgelmusik aus Elsass und Lothringen Sonat Verlag MR 5.172.00


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Orgelfan am 02. Dezember 2016, 08:29:07
Hier noch ein schöner Orgelnotentip,
habe ich kürzlich bei einem Konzert erblickt. :lupe:

http://www.stretta-music.com/index.php?cl=details&anid=284231


Beinhaltet auch ein wunderbare Fuge von Krebs über BACH.
 :phantom: :orgel: :phantom:


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 02. Dezember 2016, 08:49:29
Ach, die gute alte "Cäcilia" von Schweich. Ich habe das Exemplar meines ersten Orgellehrers aus den 20er Jahren geerbt. Da sind wirklich ein paar schöne Sachen drin - aber auch einiges, das besser dem Vergessen anheimfällt. Eine schöne Doppelfuge von Kellner ist mir auch in guter Erinnerung.
Die BACH-Fantasie von Krebs ist ein herrllches Stück, die Einleitung und die Schlusstakte gingen als frühe Regers durch, die Dramatiurgie der Partitur ist äußerst stringent.

LG
Michael


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Orgelfan am 02. Dezember 2016, 09:44:26
das besser dem Vergessen anheimfällt.
LG
Michael

Wie wahr, das ist halt das Los fast jeden Orgelbuches, daß die Ausbeute so zwischen 30 - 50 % liegt.
Der Rest ist was für spezielle Liebhaber. :church:


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Orgelschreck am 02. Dezember 2016, 10:02:23
Nachdem wir seit kurzem einen Kaplan aus Polen haben,habe ich nach Orgelmusik von polnischen Komponisten gesucht und dieses Heft gefunden : http://www.stretta-music.com/search/q/vox+humana/vox-humana-polen-nr-215819.html
Da sind ganz hübsche Kompositionen drinnen.

LG
Michael


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Orgelfan am 02. Dezember 2016, 10:23:54

Da sind ganz hübsche Kompositionen drinnen.

LG
Michael

Es ist faszinierend wieviel Orgelliteratur daß es gibt .. da bräuchte man 10 Leben ums sich durchzuarbeiten.
Und egal wie lange man sich mit der Thematik beschäftigt, es taucht immer wieder ein neuer Ohrwurm auf. :jump:


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Romanus am 02. Dezember 2016, 23:21:48
Hier noch ein schöner Orgelnotentip,
habe ich kürzlich bei einem Konzert erblickt. :lupe:

http://www.stretta-music.com/index.php?cl=details&anid=284231


Beinhaltet auch ein wunderbare Fuge von Krebs über BACH.
 :phantom: :orgel: :phantom:
Das habe ich auch schon seit vielen Jahren im Notenschrank.
Sehr nett finde ich auch die 10 Transkriptionen am Schluss.
Eines meiner Lieblingsstücke für kürzere Kommunionen: Nr. 9: Ein Adagio im romantischen Stil, anscheinend ist die Urheberschaft unklar, denn am Platz des Komponisten steht nur "Incert."
Es gibt noch eine 2. Caecilia im Hochformat mit anderen, teilweise Choral-assoziierten, leicht spielbaren Stücken, die sich auch ohne Pedal, z.b. auf einem Harmonium gut spielen lassen:
http://www.stretta-music.com/search/q/Caecilia/august-caecilia-253-choralvorspiele-nr-284823.html?pgNr=1
 


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: pvh am 18. Dezember 2016, 18:31:04
Hallo,
Bei den Vorbereitungen auf eine Adventsmusik bin ich auf die
ADVENT, "First Religious Suite for Organ" von P. Yon gestoßen: Anzahl Sätze:5 ,  Durchschn. Dauer 18-20Min
1. Prelude (Rorate Coeli)
2. Introit (Veni Emmanuel)
3. Offertory. Veni Domine (Hymn for Peace)
4. Communion (Ave Maria)
5. Finale. Toccata on the Gregorian Hymn "Creator alme siderum" 
[...]
http://imslp.org/wiki/Advent_%27First_Religious_Suite_for_Organ%27_(Yon,_Pietro) (http://imslp.org/wiki/Advent_%27First_Religious_Suite_for_Organ%27_(Yon,_Pietro))
ich habe mir inzwischen die Suite genauer angesehen und heute die Nr. 1 zur Kommunion gespielt - als Danklied sang die Schola "Ihr Himmel, tauet den Gerechten" (GL 234.1), das passte natürlich bestens.

Die Teile 1, 2, 3 und 5 wollte ich am Hl. Abend vor der Kindermette spielen, ich spiele da immer 1/2 Stunde Adventliches vorab. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich auf ganz andere Zeiten komme als in der Publikation angegeben:

1. Prelude (Rorate Coeli): 3:30 statt 5:20
2. Introit (Veni Emmanuel): 2:30 statt 3:30
3. Offertory. Veni Domine (Hymn for Peace): 3:30 statt 3:00
4. Communion (Ave Maria)
5. Finale: 6:30 statt 3:30

Ich orientiere dabei das Tempo bei 1, 2 und 5 am Choral und meinem Gefühl, 3 spiele ich nach Gefühl (kommt mir bekannt vor, kann ich aber nicht zuordnen). Seltsam, dass ich bei 1 und 2 deutlich schneller und bei 5 doppelt so langsam bin wie die Notizen in den Noten nahelegen. Hat jemand hier ähnliche oder gänzlich andere "Gefühle" für die Tempi? Ich frage nur so aus Interesse, weil mir meine Tempi schon gefallen. Mit Nr. 4 kann ich mich nach wie vor nicht anfreunden.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.


Titel: Übersicht: Orgelmusik zum liturgischen Gebrauch
Beitrag von: Romanus am 09. März 2017, 15:15:02
Diese Seite, die auch regelmäßig aktualisiert wird, bietet eine umfangreiche Übersicht über leicht spielbare Orgelnoten, die sich vorzugsweise für die liturgische Organistenpraxis eignen und von Kirchenmusik-Experten empfohlen werden :
:tipp:
http://www.musikundtheologie.de/leichteorgelwerke.html



Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Martin78 am 09. März 2017, 18:15:21
Die BACH-Fantasie von Krebs ist ein herrllches Stück, die Einleitung und die Schlusstakte gingen als frühe Regers durch, die Dramatiurgie der Partitur ist äußerst stringent.
Ist das dieses Stück (http://imslp.nl/imglnks/usimg/b/bc/IMSLP460493-PMLP747937-Fuga_BACH_Krebs.pdf) hier? Das ist auf der Querstand-Gesamteinspielung der Krebs'schen Orgelwerke (https://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/art/Johann-Ludwig-Krebs-S%E4mtliche-Orgelwerke/hnum/3285741) von Felix Friedrich die letzte Nummer der "regulären" CDs (CD 10), eingespielt im Plenum der wunderbaren Hildebrandtorgel in Naumburg!  :prost: :dafuer: :church: :lol: :tipp:


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 09. März 2017, 20:43:35
Genau das. Einfach ein schönes Stückchen.

LG
Michael


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: trompetendulzian am 12. März 2017, 11:47:47
Gerade heute wieder benutzt und so weit ich das überblicke hier noch nicht erwähnt:
Nigel Ogden - At Your Service
Fifteen Practical Voluntaries for Church Organists

Eine sehr vielseitig angelegte Sammlung, die praktisch an jeder Orgel mit und ohne Pedal zu verwenden ist.

Viele Grüße
Trompetendulzian


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Martin78 am 17. März 2017, 12:03:04
Die Orgelnotengabe von Johannus für den März ist eine Transkription des "Agnus Dei" (http://www.johannus.com/de/multimedia/ein-musikalischer-beitrag---maerz-2017) aus Bachens h-Moll-Messe zu einem durchaus orgelmäßigen Triosatz. Das habe ich vorher noch nicht bearbeitet gesehen - brauchbar!

LG
Martin


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: clemens-cgn am 17. März 2017, 19:29:54
Hallo Martin,
kannst Du bitte mal den Downloadlink hier einstellen?
Danke
lbG Clemens
der jetzt gleich bis Mitternacht "Die lange Nacht der Kirchen" halbstündlich beorgelt  :phantom:


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Martin78 am 17. März 2017, 19:37:04
Hallo Martin,
kannst Du bitte mal den Downloadlink hier einstellen?
Hab ich doch!  ;-)
Einfach den unterstrichenen Satz in meinem Beitrag anklicken.


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Orgelfan am 04. April 2017, 14:17:52
Hier noch ein kleiner Orgelnoten - Tipp, falls es in den Osterferien langweilig werden sollte:

Sehr schöne Chorale Preludes von Hubert Parry.
Besonders schön find ich aus Band 2 das  "Abide with me"

http://imslp.org/wiki/Chorale_Preludes_(Parry,_Charles_Hubert_Hastings) (http://imslp.org/wiki/Chorale_Preludes_(Parry,_Charles_Hubert_Hastings))

evt. direkt bei imslp bei Parry nach Chorale Preludes suchen.

Viel Freude  :phantom:


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Martin78 am 05. April 2017, 12:49:16
Ja, danke, den Parry hatten wir ja hier (http://sakralorgel.forumprofi.de/index.php?topic=1495.msg22821#msg22821) schon mal am Wickel! ;-)

Wir sind zwar noch mitten in der Fastenzeit, aber hier ein kleiner österlicher Geheimtipp: Ein Choralvorspiel über "Gelobt sei Gott" von Healey Willan (http://www.johannus.com/de/multimedia/ein-musikalischer-beitrag---april-2017) auf der Johannus-Seite. Das Stück über das tolle Vulpius-Lied war auf meiner ersten Orgel-CD drauf und steht seit 23 Jahren auf einer "müsste man mal haben, ist einfach - aber dafür einen ganzen Notenband kaufen?"-Liste. Umso größer ist die Freude, dass sich Johannus anscheinend die Rechte für den österlichen Rausschmeißer des 1968 verstorbenen Komponsiten gesichert hat.  :jump:

Eine Tuba (https://www.youtube.com/watch?v=7Co8w404Z3I) ist da natürlich "nice to have". Wenn man keine solche hat, würde ich - obwohl der cf dann etwas gegen die mehrstimmigen Akkorde der rechten Hand abschmieren dürfte - eine Plenumregistrierung für beide Hände einer schulmeisterlichen und naheliegenden Piepsregistrierung (8', 4', 2' Begleitung r.H. Trompete 8' Solo r.H.) wahrscheinlich vorziehen. Letzteres könnte funktionieren, wenn man auf dem Nebenwerk für die Begleitung eine tiefe Mixtur hat und dort ordentlich etwas rauskommt - mit Scharff oder gar Zymbel ist es vermutlich weniger überzeugend. Oder man verzichtet im einmanualigen Plenospiel auf die Pedalkoppel zum HW und hebt dort den cf durch Oktavierung hervor!  :lol:  :teufel:

P.S. André van Vliet hat nun offensichtlich etwas bzw. Hymnologie dazugelernt ;-)


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Schwarzspieler am 06. April 2017, 13:07:18
Empfehlen kann ich folgende Reihe, wenn man wenig üben will, Musik von der Anfangszeit bis zur Gegenwart sucht:

http://www.stretta-music.com/index.php?sid=e92ba975ce25b9c529f3ead521568750&cl=search&lang=0&facets=&searchparam=das+spiele+ich+morgen+Chilla (http://www.stretta-music.com/index.php?sid=e92ba975ce25b9c529f3ead521568750&cl=search&lang=0&facets=&searchparam=das+spiele+ich+morgen+Chilla)

Besonders eindrucksvoll ist dieses spätromantische Stück einer "KomponistIn" im jüngst erschienenen Band VII:

https://www.youtube.com/watch?v=WwiRJIWE2Mg

Einen Tick schwierigere Werke (die ebenfalls alle Epochen abdecken) gibt es hier:

http://www.stretta-music.com/search/q/Ortus+berliner+Orgelbuch/berliner-orgelbuch-nr-614532.html

Der letzte Band enthält ausschließlich unbearbeitete Originalwerke aus Berlin:
http://www.ortus-musikverlag.de/files/produkte/om150/Berliner%20Orgelbuch%20Inhalt.pdf


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: kirchenmaus am 19. Mai 2017, 08:42:11
Hi,
habt Ihr zufällig einen Tipp für ein eher "pompichtes" Stück in E-Dur, das mit nicht allzu viel Üben zu schaffen ist und trotzdem was hergibt? (und möglichst gleich im Internet abrufbar ist - zum bestellen ists zu kurzfristig...)
lg, Kirchenmaus :thx:


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Martin78 am 19. Mai 2017, 09:22:29
Bachs E-Dur-Toccata (Präludium) BWV 566 (http://imslp.org/wiki/Toccata_and_Fugue_in_E_major,_BWV_566_(Bach,_Johann_Sebastian)).

Vollgriffige Akkorde und pompööööös.


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 19. Mai 2017, 09:40:53
Wie wär's denn damit?

https://www.dropbox.com/s/o60gyw9ll29busa/Sorge%2C%20Pr%C3%A4ludium%20X%20in%20E.pdf?dl=0

LG
Michael


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: kirchenmaus am 19. Mai 2017, 09:49:35
Danke!
@ Martin78: Du überschätzt mein Können  ;-) ........
@ Wichernkantor: schon eher getroffen, bereits ausgedruckt und in 15min sitz ich an der Orgel - mal probieren..

 Euch beiden jedenfalls : :thx:   :thx:


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 20. Mai 2017, 11:39:59
Auch wenn es an anderer Stelle hier im Forum schon mal eine Debatte gegeben hat über Sinn und Unsinn von Bearbeitungen Bach'scher Orgelmusik: Ich empfehle Euch gern die Hefte der Reihe "... das spiele ich morgen" vom Kollegen Karl-Peter Chilla aus Dillenburg. Er ist ja seit seit knapp zwei Jahren Emeritus und hat nun viel Zeit für Editorisches. Und das merkt man den Piècen der inzwischen sieben Hefte an. Der erfahrene Orgellehrer weiß, was gut klingt, was schnell einzustudieren ist, was rasche Erfolgserlebnisse beim Üben garantiert und was in vielen gottesdienstlichen Situationen und an Instrumenten aller Größenordnungen gut darzustellen ist.

Die Bände I-V der hochformatigen Hefte gibt es inzwischen auch als Sammelband im Querformat und mit einem strapazierfähigen Einband - eine Standadsammlung, die ich gern auf den hiesigen Landemporen gleich bei den offiziellen Orgelbüchern sehen würde. Der äußerst zivile Preis (35 Euronen) und ein entsprechend hohes Preis-/Leistungsverhältnis sollten dem Ankauf durch die Gemeinden keine unüberwindlichen Hürden in den Weg legen. (Ich weiß jedenfalls, wem ich aus gegeben Anlass so einen Band schenken werde.)

Hier gibts Ansichten:
http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=568004&p=ext-record-1

Die Stücke sind chronologisch und nach Stilkreisen sortiert angeordnet. Das meiste geht nicht über eine Doppelseite hinaus, die längeren Sachen haben durchweg klug konzipierte Wendestellen. Üben sollte man grundsätzlich alles, aber vieles geht vom Blatt oder mit wenig Aufwand. Wo der Herausgeber durch Arrangement in den Originaltext eingegriffen hat, ist das durchweg aus einleuchtenden Gründen und unter pietätvoller Wahrung des Urtextes geschehen. Vor allem die französisch-romantischen Sachen (u.a. Boellmann, Lefébure-Wely) liegen durch Chillas Bearbeitungen erheblich besser in den Fingern, ohne allzuviel von ihrem Charme einzubüßen.

Inzwischen gibt es zwei weitere Einzelhefte im Hochformat:

http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=501181&p=ext-record-8
http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=571860

Sie sind nach denselben editorischen Prinzipien gearbeitet.
Für mich ich dieses ganze Opusculum eine ergiebige Fundgrube, wenn's mal schnell gehen muss.
In meinem Notfallkoffer jedenfalls hat dieser Sammelband Hausrecht.

Wer sich die Hefte einzeln oder als Satz zulegt, macht sicher keinen Fehler, sondern bereitet sich und den Hörern eine Menge Freude.

LG
Michael

 



Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: kirchenmaus am 20. Mai 2017, 11:47:56
Ja, auch bei uns gibts diese Bände fast (oder sogar ganz?) vollständig. Ist praktisch zum "schnell mal einspringen", weil vieles "vom Blatt" geht. Und da ich keine Profimusiker unten sitzen habe  :lol:.....    Nur E-Dur scheint mir generell stiefmütterlich behandelt .... notfalls muss ich halt modulieren, dass ich dann die Intonation für das folgende Lied klangschön hinbekomm...


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 20. Mai 2017, 12:27:48
Gegen E-Dur-Mangel hätte ich da was:

http://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=111121

Der Band ist wirklich sein Geld wert - mit dem Folgeband II bist Du für alle Tonarten auf der sicheren Seite, wenn Du Literatur brauchst, die zwischen technischem Anspruch und inhaltlicher Qualität einen nicht allzu steinigen Pfad findet.

LG
Michael


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Schwarzspieler am 20. Mai 2017, 12:49:01
Hallo Michael, "Das spiele ich morgen" finde ich trotz des kindlich-naiven Titels eine gute Reihe, weil sie stilistisch vielfältig ist und aus allen Epochen sich was finden lässt. Außerdem kann man das Pedal oftmals dazunehmen. Bin gespannt, wann Band VIII kommt... E-Dur kommt hier tatsächlich selten vor - ich habe aber noch keine Mangelerscheinungen :keks:


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Gemshorn am 20. Mai 2017, 13:29:14
Habe mir die Demoseiten dieser Reihe angesehen; das sieht echt brauchbar aus. Mehr als das!
Und der Preis von 9 Euro pro Heft ist gut.
Danke für den Tipp!


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 20. Mai 2017, 13:33:28
Zumal die Sammlung Repertoirelücken schließt. Ich finde die "galanten" Stückchen des Beethoven-Lehrmeisters Neefe z.B. sehr charmant. Oder auch die Bearbeitungen aus der franz. Harmoniumliteratur.
Kollege Chilla ist da ein echter Jäger und Sammler. Wenn mein eigener Rentenbescheid wirksam wird (*freu*), werden wir uns wohl mal zusammenrotten und in unseren Nähkästchen kramen.

Alte Literatur steht eher selten in E, wegen der Schärfen der ungleich schwebenden Temperatur. Lübeck E-Dur und Buxtehude fis-moll sind wegen der allfälligen H-Dur-Akkorde auf Instrumenten mit historischer Stimmung sehr grenzwertig. Auch Choralsätze sind dann eher nach Es genommen - obwohl E viel strahlender klingt. Ich spiele "Großer Gott, wir loben dich", "Nun danket alle Gott" oder sogar "Es ist ein Ros'" gern in E.
Auch in B gibt es übringens recht wenig barocke Originalliteratur - wegen der Unschärfe zwischen Dis/Es. Die Stimmer entschieden sich oft für Dis. Dann war das Es zu hoch und damit zu scharf.

LG
Michael



Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: jogo31 am 27. November 2017, 18:59:56
Ich habe mir für Weihnachten den Sammelband

Weihnachten

ebenfalls herausgegeben vom Kollegen K-P Chilla, wie üblich beim Strube-Verlag, angeschafft.

Neben Choralbearbeitungen, die 100% Chilla sind, versucht er sich Weihnachtschoräle in bestehende Werke zu integrieren, auf Neudeutsch würde man das als "Mashup" bezeichnen.

So kombiniert er z. B. Gelobet seist du Jesu Christ mit "La Bernardina" von Desprez, Nun singet und seit froh/In dulci jubilo mit "Melodie" von Lemaigre, Ich steh an deiner Krippe hier mit "Schließe mein Herze dies selige Wunder" aus dem Weihnachtsoratorium von Bach oder Herbei o ihr Gläubigen/Nun freut euch ihr Christen mit "The King shall rejoice" aus den Krönungshymnen von Händel. Das funktioniert sehr gut, ist sehr wirkungsvoll und macht richtig Spaß.

Ich werde u. a. das "Mashup" von O du fröhliche und "Grand Choer Triomphal" von Guilmant aus dieser Sammlung als Auszug zum Besten geben. Der Übungsaufwand hält sich in Grenzen, allerdings muss man aufpassen, dass man nicht versehentlich auswendig das "Original" weiter spielt, weil man dies vielleicht allzugut kennt.  :D Also quasi so üben, als wäre es komplett neu.

Hier gibts, wie immer, entsprechende Probeseiten anzuschauen:

https://www.stretta-music.com/chilla-weihnachten-choralfantasien-fuer-gottesdienst-und-konzert-nr-497907.html


Die 9,-- € die das Heftchen kostet sind meiner Meinung nach gut angelegtes Geld.


Tante Edith sagt: Ich seh grad, Kollege Wichernkantor hat den Band schon mal erwähnt. Aber doppelt gemoppelt hält bekanntlich besser, weil ich das Heftchen wirklich nur wärmstens empfehlen kann.

Zu dem habe ich mir von Herbert Paulmichl die 7 Variationen über "Transeamus usque Betlehem" (Original: Joseph Schnabel) angeschafft, um mal eine Variante des Weihnachtsklassikers zu Gehör zu bringen. Auch diese klingen nach erstem Anspielen sehr vielversprechend. Ich werde dies zum Kommuniongang am Stephanstag spielen.

https://www.stretta-music.com/paulmichl-schnabel-transeamus-usque-bethlehem-nr-202005.html




Titel: Orgelnoten-Tipp: Clemens Breitenbach - O sanctissima
Beitrag von: Romanus am 12. Dezember 2017, 23:40:57
Clemens Breitenbach (1864 - 1943):

7 festliche Orgelstücke über marianische Themen, Op. 23
http://hz.imslp.info/files/imglnks/usimg/2/2b/IMSLP417100-PMLP676680-_Cl_Breitenbach_7_Fest-Orgelstucke_op23.pdf
Nr. 6, "O sanctissima" eignet sich auch als leicht zu bewältigendes Einzugs-Präludium zu "O du fröhliche".  :tipp:

Breitenbach war offensichtlich ein für seine Zeit sehr konservativer Komponist, die Stücke sind in biederem, eigentlich früh-romantischen Stil, nichts aufregendes, revolutionäres, nichts zu anspruchsvolles (auch spieltechnisch), leicht verständlich, sowohl der Organist als auch die Zuhörer werden nicht "überfordert".

So gesehen kann seine "O sanctissima"-Bearbeitung für eine um 1800 entstandene Melodie sogar fast als stilgerecht gelten.


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Gemshorn am 13. Dezember 2017, 08:07:20
Danke für den Tipp, lieber Roman. :thx:
Das sieht tatsächlich halbwegs machbar aus und klingt anscheinend recht hübsch.


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Martin78 am 13. Dezember 2017, 11:28:56
Ich schließe mich mit einem  :thx: an!


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: trompetendulzian am 21. Dezember 2017, 18:33:34
Ich hänge mich hier mal mit einem weiteren jahreszeitlichen Tipp dran. Durch Marko Hakanpääs YouTube-Channel bin ich kürzlich auf Postlude on "Gloria" (https://youtu.be/y7Ix1HFCVWc) von Jason D. Payne gestoßen. Gemeint ist hierbei das Lied "Hört der Engel helle Lieder".
Dieses befindet sich neben einigen anderen, meiner Meinung nach sehr gefälligen und gemeindetauglichen, weihnachtlichen Choralbearbeitungen in der kürzlich (? - Copyright 2017) bei Lorenz erschienenen Ausgabe Christmas Jubilation" (https://www.lorenz.com/keyboard/organ/christmas-jubilation).
Auf der Webseite gibt es außerdem ein weiteres Video mit allen Stücken aus dem Band inklusive Noten zum Mitlesen (!).
Für Kurzentschlossene gibt es auch die Möglichkeit, die Noten in digitaler Form zu erwerben.

Viele Grüße
Trompetendulzian


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Romanus am 08. Januar 2018, 22:42:47
Und noch ein Beispiel, dass es großartige Orgelliteratur sogar gratis gibt:

http://hz.imslp.info/files/imglnks/usimg/8/8a/IMSLP483827-PMLP784213-Kuchar_Fantasia_Gm.pdf

Der Komponist war übrigens ein guter Freund Mozarts und Herausgeber der ersten Klavierauszüge seiner Opern. Jan Krtitel Kuchar´s hochinteressante g-Moll-Fantasie bewegt sich stilistisch zwischen Wiener Klassik und Frühromantik. Sie besteht aus 3 ursprünglichen Einzelstücken, die erst nachträglich, möglicherweise gar nicht vom Komponisten selbst, im Arrangement verändert und zu einer großen Konzert-Fantasie zusammengefügt wurden.
Vor allem der 2. Teil, die Pastorale, gehört zu meinem absoluten Lieblingsstücken, seit ich sie das 1. Mal auf Franz Lehrndorfer`s genialem LP-Doppelalbum "Festliche Orgelmusik in Ottobeuren" (FSM,1979) gehört habe !

Wer die Einzelstücke in der Originalversion spielen möchte, wird hier fündig:
https://www.stretta-music.com/kuchar-hora-orgelwerke-nr-635358.html
Ich habe beide Versionen in meiner Notenbibliothek und spiele an einer Stelle der Fantasia (Moderato, Takt 15-19) sogar lieber die originalen Akkordzerlegungen in der Begleitung, also quasi eine Kombination aus beiden Versionen.

Ich empfehle dieses Meisterwerk vor allem jenen Kollegen, die über eine größere Orgel mit gravitätischem Plenum verfügen !  :tipp:


Titel: Clement Loret: Etude Nr. 12
Beitrag von: Romanus am 08. Februar 2018, 18:53:59
Clement Loret (1833-1909): Etude Nr. 12
http://www.free-scores.com/sheetmusic?p=anAt2LRHDg

Ich habe mir gerade dieses wunderschöne Stück des zu Unrecht nicht sehr bekannten französischen Romantikers Clement Loret gratis heruntergeladen und bin begeistert !  :jump:
Die Etüde ist vom Charakter her ernst-erhaben und eignet sich vorzüglich als größeres Nachspiel für alle nicht zu fröhlichen Anlässe wie z.b. Allerheiligen, Seelenmessen ...
Außerdem ist das Stück nicht wirklich schwer zu spielen und benötigt weder Registranten noch aufwendige Spielhilfen einer symphonischen Orgel, ideal für alle, die immer schon mal etwas Imposantes, französisch-romantisches spielen wollten, aber über keine große, romantische Orgel verfügen und es sich leicht machen wollen.  :tipp:

Wieder ein Beweis, dass eigentlich niemand bunt zusammengewürfelte Notenalben kaufen muss, wo es doch so viele wirklich schöne Originalwerke gratis gibt !



Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Machthorn am 08. Februar 2018, 20:31:41
Liest sich interessant! Was für ein Tempo würdest du vorschlagen?


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Romanus am 08. Februar 2018, 20:45:55
Liest sich interessant! Was für ein Tempo würdest du vorschlagen?
Nachdem der Komponist keine Tempo-Angabe oder Satzbezeichnung dazugeschrieben hat, liegt das in der künstlerischen Freiheit des Interpreten. Maurizio Machella, der Notensetzer dieser Edition hat es z.b. als Allegro moderato maestoso eingespielt:
https://www.youtube.com/watch?v=if9QMcapE4A
Dieses Tempo scheint mir nicht falsch, aber irgendwie klingt seine Einspielung so stur gleichmäßig heruntergespielt, kaum irgendwelche Ritartandi oder accellerandi (abgesehen vom Ritartando am Schluss), man könnte fast meinen, das wäre eine vom Notensatzprogramm exportierte MIDI-Datei auf einem Hauptwerk-Sampleset abgespielt.  :lupe:


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Machthorn am 08. Februar 2018, 21:08:49
Das Tempo klingt gut, aber ich glaube kaum, dass das wirklich eingespielt ist. Das klingt so statisch und steril, dass ich eher an eine MIDI-Wiedergabe vom Notensatzprogramm glaube. Laut Titel ist er "Organistengehilfe".


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: PM am 09. Februar 2018, 12:13:07
Mehr Musik von Loret auch auf IMSLP: http://imslp.org/wiki/Category:Loret,_Cl%C3%A9ment

LG PM


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Martin78 am 09. Februar 2018, 12:30:29
Danke an Roman für die beiden guten Tipps!

Leider jahreszeitlich nicht ganz passend, aber ehe ich das im Dezember vergesse: Ein wunderschönes Pastorale (https://imslp.nl/imglnks/usimg/0/07/IMSLP337325-PMLP540994-score-kol.pdf) mit ein bisschen Zuckerguss von Mieczyslaw Surzynski über ein fröhliches polnisches Weihnachtslied, das hierzuland gelegentlich unter dem Titel "Christus ist geboren" (https://www.youtube.com/watch?v=HrKq1MsZBj8) zu hören ist. Habe ich mir gleich ausgedruckt, als ich es auf einer jüngst erstandenen CD (https://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/art/feliks-raczkowski-weihnachtliche-orgelmusik-aus-polen-und-deutschland/hnum/4928653) des Trierer DO Still gehört habe.
Hier (https://www.youtube.com/watch?v=LloVfGJoT-A) eine Aufnahme des Werks bei Youtube.


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Romanus am 01. März 2018, 20:29:11
Wer´s noch nicht kennt, findet hier einiges an Gratis-Noten:

http://www.kantoreiarchiv.de/archiv/  :tipp:


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Larigot am 14. April 2018, 19:48:19
Wer sich für die französische "Harmonium-oder-Orgel"-Musik interessiert, findet in diesem umfangreichen Aufsatz alles Wissenswerte:

Emanuele Janibelli - Pour orgue ou harmonium (http://www.rkv.ch/files/zeitschrift/061_jannibelli.pdf)

- Register des Harmoniums
- Umsetzung auf "stilfremden" Orgeln (besonders die Möglichkeit/Notwendigkeit, bestimmte Passagen nach unten zu oktavieren, wird ja in vielen Sammelband-Ausgaben ignoriert...)
- Vor allem aber: Kommentierte Übersicht über die gängigen und weniger gängigen Sammlungen mit Besprechung einzelner Stücke


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Organistadeterra am 06. Mai 2018, 11:01:04
Hallo Gemeinde

Ich bin durch Zufall auf die Serie Oxford Hymn Settings for Organists gestoßen.

Siehe hier z.B. der Link zu einem Ebay-Händler in UK:
https://www.ebay.de/itm/Oxford-Hymn-Settings-for-Organists-Easter-and-Ascensio-Sheet-music-NEW-Rebecc/311834987200?ssPageName=STRK%3AMEBIDX%3AIT&_trksid=p2060353.m2749.l2649

Ich hab mir die gesamte Serie zugelegt. :tipp:
Die Stücke sind in einem guten Mix. Leichte Stücke die wunderbar klingen, aber auch anspruchsvollere Werke mit ebenso hervorragender Intonation. Selbst für einen Amateur wie mich sind die Stücke spielbar.
Auch auf meiner Dienstorgel mit 14 Registern klingen die Stücke wunderbar.

Entsprechend volle Punktzahl in der Bewertungsskala.

Bei Fragen einfach melden.

Gruß



Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: kargelertfan am 06. Mai 2018, 14:06:51
Gibst auch im deutschen Musikalien-Handel zuu kaufen, so z. B. bei Stretta:
www.stretta-music.com/search/?searchparam=Oxford+Hymn+Settings+for+Organists (http://www.stretta-music.com/search/?searchparam=Oxford+Hymn+Settings+for+Organists)


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: geris am 07. Mai 2018, 08:43:54
Rund 180,-- EURO für die vollständige Serie "Oxford Hymn" ist schon recht ordentlich. :kratz: Dafür muss schon was geboten werden ...


Grüße aus dem Waldecker Land
Gerd


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Organistadeterra am 07. Mai 2018, 19:59:40
Hallo die Damen und Herren

Ja in den deutschen Shops ist die Serie ziemlich teuer, daher hab ich ja auch den Link zum englischen Händler angegeben.
Da kosten die Exemplare deutlich weniger.

In Summe hab ich ca. 100 € ausgegeben.

Viel Spaß beim ausprobieren. (p.s. Ihr könnt euch die Noten ja mal zumindest in der Probeansicht anschauen. Da bekommt man schon einen guten Eindruck über Schwierigkeitsgrad und Klang).

Gruß

Organistadeterra



Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: geris am 05. Juni 2018, 08:24:57
Wer´s noch nicht kennt, findet hier einiges an Gratis-Noten:

http://www.kantoreiarchiv.de/archiv/  :tipp:

Ist offline!  :schock:
Oder umgezogen? :kratz:


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Autodidakt53 am 05. Juni 2018, 08:46:29
ist diese Sammlung bekannt: http://www.kirchenmusikliste.de/downloads? (http://www.kirchenmusikliste.de/downloads?)


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: fawe am 05. Juni 2018, 17:46:28
Die Seite des Kantoreiarchivs wird renoviert - Guckst Du hier:
https://www.kreuznacherdiakonie.de//Stiftung/Diakoniegemeinde/Kantoreiarchiv/[/u]]https://www.kreuznacherdiakonie.de//Stiftung/Diakoniegemeinde/Kantoreiarchiv/ (http://[u)

Vieles davon ist auch unter cpdl.org[/u]]cpdl.org (http://[u) zu finden.


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 17. Juli 2018, 09:10:02
Das ökumenische Orgelbuch ist da - und lieferbar.

https://www.bodensee-musikversand.de/product_info.php?products_id=313952

Als ich aus dem Urlaub kam, lag es im Posteingang. Inzwischen habe ich die zweibändige Sammlung gründlicher durchgeblättert, einiges gespielt, anderes zumindest angespielt.

Zunächst die Äußerlichkeiten: Die beiden Bände sind wertig gearbeitet, haben stabile Einbände und ein stärkeres Papier, das nicht blütenweiß ist, sondern einen leichten Chamois-Stich hat. Das ist (vor allem unter kaltem, blautönigem LED-Licht) erheblich augenfreundlicher. Man hat der soliden Buchbindearbeit auch jeweils vier Lesebändchen gestiftet.
Ob des hohen (Einführungs-)Preises mag man die Nase rümpfen - der Endpreis liegt ja nochmal 30 Euronen höher. Verarbeitung, Druckqualität und Notenbild lassen jedoch Sorgfalt und Aufwand erkennen - und das kostet nun mal.

Zur Konzeption: Sich auf die Choräle zu beschränken, die in beiden Gesangbüchern stehen, ist marketing-technisch nicht dumm - man hat den potentiellen Käuferkreis damit deutlich vergrößert. Wiewohl ich mir sehr gut vorstellen könnte, eine solche Sammlung in mehreren Bänden komplett für GL und/oder EG zu konzipieren. (Vielleicht hat das Autorenkollektiv ja Zeit und Lust für einen Nachschlag.) Da die Tonarten in EG und GL bisweilen abweichen, war es klug, jedem Vorspiel einen Begleitsatz zu geben. Und diese Begleitsätze sind meistens deutlich pfiffiger (und nicht schwerer) als die aus den offiziellen Orgelbüchern beider Konfessionen.
Die Beschränkung auf einen überschaubaren Kreis zeitgenössischer Autoren, die allesamt Klangsinn haben und Orgelsatz schreiben können, finde ich ebenfalls überzeugend. So entsteht als Kompendium eine "Momentaufnahme", wie im frühen 21. Jh. für die Orgel in der Liturgie geschrieben wird. Sicher nicht nur für die Nachgeborenen von Interesse. (Ich lege sehr gern die Elaborate der 60er und 70er Jahre zum synoptischen Vergleich neben das, was heute in Vorspielsammlungen steht. Vielleicht bin ich nicht der Einzige, der das so macht. Dümmer wird man dadurch nicht ...)

Zum Inhalt: Die Autoren bleiben durchweg im tonalen Genre, das dem gottesdienstlichen Normalhörer (und dem Spieler) weitgehend zugänglich ist. Auch mit den etwas "tricky" gearbeiteten Sachen wird er nicht überfordert, sondern hat Aha-Erlebnisse. Ich habe nichts gefunden, mit dem ich die sonntägliche Gemeinde "confundiren" würde. Die Stücke unfassen i.d.R. zwei bis vier Druckseiten. Die Wendestellen liegen gut. Nichts ist wirklich schwer, alles sollte aber ordentlich geübt werden - z.B. Gereon Krahforsts regereske Sachen, die mit Vorzeichenfallen gespickt sind, dafür aber auf jeder Romantikerin in einem halligen Raum wohliges Erschaudern auslösen. (Zumindest bei mir.)
Die stilistische Bandbreite reicht vom "gelehrten" Kontrapunkt mit konsequenter c.f.-Durchführung bis zu ausgesprochenen Klang-, Motiv- und Rhythmusspielereien - die von Johannes Michel gefallen mir besonders.

Ganz klar, das Buch ist etwas für Leute, die nach anspruchsvolleren Choralbearbeitungen suchen, als sie in den (halb-)offiziellen Vorspielbänden zu finden sind. Ob die Gemeinden bereit sind, zu den dicken, teuren, dafür aber lückenlosen Choralbüchern noch eine solche Zusatzpublikation zu beschaffen, hängt sicher vom Geschick des Titulaires ab. Wünschenswert wäre es wohl.
(Aber für den Preis gibt es schon ein Rasselchen oder zwei Topfdeckel ... nicht zu vergessen zwei, drei Regenbogenschals für den Gospelchor ...  :duckundweg:)

LG
Michael


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Martin78 am 17. Juli 2018, 09:31:44
Dankeschön für den ausführlichen Review!

Andernorts wurde von verschiedenen Seiten Kritik am Notensatz geübt, der wohl nicht ganz den allerhöchsten Standard erfüllt, den man von Bärenreiter (und bei dem Preis) erwarten sollte, da verschiedene zu viel gesetzte (d.h. überflüssige) Vorzeichen die Lesbarkeit erschweren.


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Schwarzspieler am 17. Juli 2018, 10:16:14
Hier gibt's zum Ökumenischen Orgelbuch noch mehr Notenbeispiele meines Lieblingsanbieters Stretta Music:

https://www.stretta-music.com/search/q/%D6kumenisches+Orgelbuch+/oekumenisches-orgelbuch-1-2-nr-677096.html (https://www.stretta-music.com/search/q/%D6kumenisches+Orgelbuch+/oekumenisches-orgelbuch-1-2-nr-677096.html)

Beim Bodensee-Musikversand kaufe ich wegen ausgesprochener Unfreundlichkeit des Inhabers und negativer Erfahrungen eher ungerne!


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 17. Juli 2018, 10:20:05
Dankeschön für den ausführlichen Review!

Andernorts wurde von verschiedenen Seiten Kritik am Notensatz geübt, der wohl nicht ganz den allerhöchsten Standard erfüllt, den man von Bärenreiter (und bei dem Preis) erwarten sollte, da verschiedene zu viel gesetzte (d.h. überflüssige) Vorzeichen die Lesbarkeit erschweren.

Durch manches Notenbild muss man sich schon durchackern. Das liegt aber nicht an der Druckvorlage, sondern am Satz an sich. Und die Sache mit den Vorzeichen ist eher eine Petitesse. In langen Takten mit kleingliedrigem Notenbild male ich mir selber Erinnerungen 'rein - vor allem Auflösungen. Wenn sie schon dastehen - um so besser ...

LG
Michael


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 17. Juli 2018, 10:27:11

Beim Bodensee-Musikversand kaufe ich wegen ausgesprochener Unfreundlichkeit des Inhabers und negativer Erfahrungen eher ungerne!

Ich habe mit Herrn Michel und seinen Mitarbeitern bis jetzt nur beste Erfahrungen gemacht. Kompetent und schnell. Es klappt fast immer, dass ich heute bestellte Lagerware am nächsten Tag in der Post habe.
Aber zum Glück gibt es ja mehrere empfehlenswerte Anbieter im web.  :-)
Wenn ich mal etwas brauche, was offiziell nicht (oder nicht mehr) lieferbar ist, gehe ich hier in meinem Wohnort in eine Buchhandlung. Die Inhaberin ist eine begnadete Trüffelsucherin und hat mir schon einige exotische Sachen beschafft.

LG
Michael


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Tuba_Mirabilis am 17. Juli 2018, 11:14:25
Ich habe mit Herrn Michel und seinen Mitarbeitern bis jetzt nur beste Erfahrungen gemacht. Kompetent und schnell. Es klappt fast immer, dass ich heute bestellte Lagerware am nächsten Tag in der Post habe.
Aber zum Glück gibt es ja mehrere empfehlenswerte Anbieter im web.  :-)
Wenn ich mal etwas brauche, was offiziell nicht (oder nicht mehr) lieferbar ist, gehe ich hier in meinem Wohnort in eine Buchhandlung. Die Inhaberin ist eine begnadete Trüffelsucherin und hat mir schon einige exotische Sachen beschafft.

LG
Michael

ich kann mich Michael nur anschliessen. Ich bin seit 13 Jahren (sehr reger) Kunde beim Bodensee-Musikversand und hatte noch nie mit Unfreundlichkeit oder sonstigen Schwierigkeiten zu tun.

LG
Martin


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: trompetendulzian am 18. Juli 2018, 18:59:30
 :thx: für deinen Bericht, Michael! Das Orgelbuch wird ein heißer Kandidat für den nächsten Notenwunschzettel.
Auch ich lasse mich seit Jahren vom Bodensee beliefern und hatte nie Probleme.

Viele Grüße
Trompetendulzian


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Praestant am 19. Juli 2018, 23:05:55
Schön, dass es jetzt ein ökumenisches Orgelbuch gibt.
Das Inhaltsverzeichnis ist auf der Homepage des Bärenreiter Verlags abrufbar. Es sind viele neuere Melodien der letzten Jahrzehnte vertreten. Das ist gut und lobenswert.
Es müssen ja schließlich nicht immer wieder die "üblichen Verdächtigen" bearbeitet werden. Ich meine hiermit typische aus dem protestantischen Raum stammende Melodien wie z.B. "Vom Himmel hoch" oder "Allein Gott in der Höh...". Zu diesen Melodien gibt schon jede Menge Vorspielliteratur.

Schön wäre es, wenn sich ein Verlag mal Gedanken über ein Orgelbuch macht, welches die zahlreichen Melodien der Diözesananhänge als Input hat. Hier gibt es viele Melodien, welche häufig gesungen werden aber kaum in der Vorspielliteratur berücksichtigt werden. Als Beispiel nenne ich mal "Fest soll mein Taufbund...", "Heiligste Nacht" oder "Das Grab ist leer". Diese Melodien kommen in vielen Diözesananhängen vor. Evtl. gibt es unterschiedliche Melodiefassungen, welche berücksichtigt werden müssen.

Zurück zum ökumenischen Orgelbuch:
Die Notenscans beim Stretta Music Notenshop zeigen, dass zumindest aus meiner Sicht schon ein gewisses Spielniveau gefordert wird. Da kann ich nur hoffen, daß nicht alles so schwer sein wird. Ansonsten muss ich leider aufgrund meines Spielvermögens auf das Buch verzichten.  :heul:


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: clemens-cgn am 20. Juli 2018, 01:11:21
Hallo Praestant,
ich habe mir das ökumenische Orgelbuch noch zur Subskiption geleistet. Endlich finde ich mal Bearbeitungen mit einem Niveau, die auch das Üben lohnen. Einige Bearbeiter habe ich bislang noch seltenst bis gar nicht im Druck gesehen. Allerdings kenne ich deren Personalstile von Lifeinterpretationen im Gottesdienst.
Was auf jeden Fall lohnt, sind die angewandten Satztechniken für die Begleitsätze. Gerade hier können sich die Orgelbuchmacher der Standartwerke durchaus eine Scheibe abschneiden. Sicher muß auch ich einige Begleitsätze vor dem Lifeeinsatz präparieren. Das Buch erhebt ja einen gewissen Anspruch (eben keine ex und hopp vom Blatt gehuscht Werke).
Die Verfasser sind sich bewußt, daß Choralbearbeitungen mitunter auch erarbeitet werden wollen.... so empfehlen sie den Interpreten, ggfs. zu kürzen... und auch das Vereinfachen ist durchaus erlaubt, bevor etwas aus spieltechnischen Gründen gar nicht gespielt werde.
Wenn Du spieltechnisch in der Lage bist, einen 4 stimmigen Bachsatz mit bewegter Pedalstimme oder den Regersatz "Macht hoch die Tür" zu spielen, dann dürfte das Gros für Dich gut mit etwas Präparationsaufwand zu schaffen sein. Die Begleitsätze lohnen in fast jedem Fall auch die Präparation. Schon allein für Vorspiel und Sätze zu: "Zu Bethlehem geboren, Stille Nacht und Wir sagen euch an, lohnt der 2. Band. Der Satz zu Wir glauben Gott im höchsten Thron (1gegen1 gesetzt) ist harmonisch hoch spannend und wird zur Lahusenmelodie sicher in mein Standartprogramm aufgenommen. Der (einfachere) Begleitsatz 2 zu Wachet auf, bedarf sicher einer rhytmischen Präparation und setzt eine Gemeinde voraus die selbständig auch singt. Einige Autoren führen Rythmik und Harmonik von Jazzelementen ein, die für uns als "Kürschenorgler" mitunter arg ungewöhnlich sind. Die dafür allerdings garantiert einen "AHA-Effekt" beim Zuhörer hervorrufen. Luchterhands Carrillon (Wachet auf) gehört sicher dazu und will gut geübt sein. Der Begleitsatz zu So nimm denn meine Hände wirklich mal ungewöhnlich gesetzt (verträgt in meinen Ohren allerdings in der Höhe schon kaum noch einen neobarocken 2´).
Der Spruch: "Kennste einen, kennste alle" ist für diese beiden Bände garantiert nicht gültig.


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Tuba_Mirabilis am 20. Juli 2018, 08:11:46
ich habe mir die beiden Bände auch gegönnt (Bodensee-Musikversand, Mi. Nachmittag bestellt, Do. Vormittag geliefert!). Ich schliesse mich den Vorrednern an: absolut empfehlenswert, hebt sich vom Standard deutlich ab. Da macht es auch mal Spass, sich nicht nur Literatur zu erarbeiten. Wie Michael schon erwähnte, sollten die Stücke gut geübt werden.

LG Martin


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Gemshorn am 20. Juli 2018, 14:03:59
Ist zu jedem Gesang auch ein Begleitsatz vorhanden?


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Wichernkantor am 20. Juli 2018, 14:06:28
Ja!  :jump:
Gute Idee! Erspart das Hantieren mit dickem Choralbuch und der unhandlichen Spiralbindung beim GL-Orgelbuch.

LG
Michael


Titel: Re:Orgelnoten-Tipps
Beitrag von: Gemshorn am 20. Juli 2018, 14:21:00
Gewiss. Das Ökumenische Orgelbuch ist halt leider - aus begreiflichen Gründen - nicht vollständig.
Die Spiralbindung wurde ohnehin schon aufgegeben. Wer verrückt genug ist, besorgt sich (oder seiner Gemeinde) die nunmehr zweibändige, gebundene Ausgabe des Orgelbuchs zum Gotteslob.