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Autor Thema: Pfarrer und Organist auf gleicher Tonhöhe  (Gelesen 867 mal)
pvh
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« Antworten #10 am: 27. Oktober 2018, 15:19:28 »

Hallo,

Da ich fast ausschließlich protestantisch unterwegs bin, bin ich mit diesen Phänomenen nur geringfügig vertraut.
Ich verstehe SeltenGedackt so, dass Akklamationen gemeint sind, also Rufe und Antworten von Liturg und Gemeinde ("Der Herr sei mit euch" - "Und mit deinem Geiste"). Unter Wechselgesängen verstehe ich so etwas wie etwa Kehrverse mit Psalmen usw., die von Kantor/in oder Schola und Gemeinde im Wechsel gesungen werden.

Dass solche Akklamationen zwischen Liturg/in und Gemeinde von der Orgel begleitet werden, kenne ich jedenfalls eigentlich nur aus dem Evangelischen Bereich (Nordkirche im Bereich der ehemaligen lutherischen Kirche Mecklenburg), z.B. das "Gloria Patri". Der/die Organist/in gibt dem/r Liturgen/in üblicherweise den Ton, das wird im Unterricht auch so vermittelt.

Im katholischen Bereich werden eigentlich seit der Neugestaltung der Lturgie Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre in allen mir bekannten Gemeinden die Wechselgesänge a capella gesungen, was ja seither auch für das "Vater unser" so gilt. Und ich habe Erfahrungen nicht nur aus dem Erzbistum Hamburg, sondern auch aus Würzburg, Augsburg, Berlin, Salzburg, Münster, Spanien... Früher war das anders und ich erinnere ich noch, wie mein Vater, während der Liturg anstimmte, der Tonart auf einem leisen Register hinterherstocherte. Vermutlich werden schon noch hier und da Akklamationen begleitet werden, aber ich wundere mich ein bisschen, dass man hier im Forum den Eindruck gewinnt, dass das im katholischen Gottesdienst die Regel sein soll.

Ich habe ein paar evangelische Gottesdienste bei einem Pastor begleitet, der tatsächlich, wie Gemshorn vermutete, ein absolutes Gehör hat. Vor meinem ersten Dienst mit ihm, habe ich gefragt, wie ich ihm den Ton geben soll. Er meinte, das sei nicht nötig. Na gut, dachte ich, ist ja egal, dann muss die Gemeinde eben die Tonart gegenüber dem Liturgen wechseln. Aber siehe da, der Ton des Liturgen stimmte tatsächlich.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
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clemens-cgn
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« Antworten #11 am: 27. Oktober 2018, 23:16:16 »

Lieber Christoph,
das Begleiten von Akklamationen ebenso des Vater unser kommt wieder. Weil diese Gesänge häufig nicht mehr auswendig gekonnt werden, bzw. eine Stütze benötigen (bei den stark reduzierten Besucherzahlen). Im Anhang zum GL 1976 für Hildesheim waren die Begleitungen für die Meßakklamationen und das Vater unser in mehreren Tonarten abgedruckt!
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Jesaiah
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« Antworten #12 am: 28. Oktober 2018, 05:25:22 »

Aus Sicht des Diakons in der katholischen Liturgie:

Ich schau mir vor dem Gottesdienst an, in welcher Tonart der Zwischengesang ist und kann mir anhand dessen dann ausrechnen, wie ich das Halleluja anstimmen muss.
Und für das "Geheimnis des Glaubens" hilf mir, dass der Gong, der bei uns in der Wandlung verwendet wird, als Grundton das a hat ....

Es wäre ja möglich, dass gern singende Priester (unserer ist eher ein Sprechtyp) auch zum Teil solche Orientierungshilfen haben ...

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pvh
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« Antworten #13 am: 28. Oktober 2018, 22:27:18 »

Hallo,
das Begleiten von Akklamationen ebenso des Vater unser kommt wieder. Weil diese Gesänge häufig nicht mehr auswendig gekonnt werden, bzw. eine Stütze benötigen (bei den stark reduzierten Besucherzahlen).
nun, bei uns ging heute auch das lateinische Ordinarium ganz gut. Wir sind halt extreme Diaspora (4% Katholiken, 14/15% Protestanten), da sind die, die kommen, voll dabei.

Beste Grüße von der Waterkant
Christoph P.
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