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Autor Thema: Mainzer Dom  (Gelesen 2555 mal)
Wichernkantor
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« Antworten #20 am: 11. November 2017, 09:43:23 »

Der Titulaire hat schließlich alles andere als Berührungsängste mit digitalen Instrumenten. Sein Urteil über Jörg Glebes Hauptwerk-Installation war sehr treffend und völig dünkelfrei. Der Mann hat das oft zu beobachtende "Platzhirsch"-Gehabe nicht nötig. Er kann's einfach und ist wohl genau zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Platz. Und als sympathischer und kontaktfreudiger Zeitgenosse schafft er es offenbar, Leute mit seiner Vision einer "idealen" Mainzer Domorgel anzustecken.

Möge es weiter gelingen.

LG
Michael
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Mulligan
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« Antworten #21 am: 11. November 2017, 21:42:00 »

Ein absolut beeindruckendes und spannendes Projekt! Der Mainzer Dom hat eine Orgel verdient, die den Gegebenheiten gerecht wird und es freut mich, wenn die Chance offenbar genutzt werden soll, ein Instrument zu bauen, das Maßstäbe setzt.

Als Zugezogener empfinde ich die Atmosphäre in Mainz als sehr familiär und ich hoffe, dass die Mainzer Bürger und die zum Teil alteingesessenen Unternehmen entsprechend gebefreudig sind, damit keinerlei finanzielle Engpässe entstehen.

Der Primitivling in mir würde sich trotzdem 40 Registerchen mehr wünschen, damit Passau einpacken kann...  duck und weg
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Martin78
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« Antworten #22 am: 12. November 2017, 00:12:03 »

Der Primitivling in mir würde sich trotzdem 40 Registerchen mehr wünschen, damit Passau einpacken kann...  duck und weg
Naja, qualitativ kann diese Orgel hier durchaus besser werden als die nicht umstrittene Eisenbarth in Passau.

Aber was sollen die ganzen Superlative? Was nützt so ein Dampfhammer mit unbestritten wunderbaren Klängen wie die Kölner Querhausorgel, wenn die Klangausbreitung in der Kathedrale so ungleichmäßig ist? Damit will ich sagen, dass es vermutlich einige (etwas kleinere) Kirchen gibt, in denen man ein ganz ähnliches Kathedralfeeling erleben und wesentlich besser vom Orgelklang eingehüllt sein wird als bei diesen Mammutanlagen in ebensolchen Räumen.
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Gloria Concerto 350 Trend
Machthorn
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« Antworten #23 am: 12. November 2017, 00:24:24 »

Wobei es auch große Kirchen mit großen Orgelanlagen gibt, die richtig gut sind! Ich denke immer noch gerne an unseren Besuch im Michel im April! Der große Vorteil dort ist der Zentralbau, sowas ist leichter gleichmäßig zu beschallen.
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Gloria Klassik 226 Trend
Mulligan
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« Antworten #24 am: 12. November 2017, 02:07:30 »

Aber was sollen die ganzen Superlative?

Die Höhlenmensch-Komponente meiner Persönlichkeit meint, dass man bei einem derart großen Projekt statt Platz 2 dann auch Platz 1 in Deutschland anpeilen könnt.

Der Rest von mir weiß, dass das völliger Blödsinn ist und nichts über die Qualität einer Orgel an einem bestimmten Ort aussagt...  Zwinkern
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Machthorn
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« Antworten #25 am: 12. November 2017, 08:51:04 »

Naja, immerhin ist es die größte homogen geplante Orgelanlage Deutschlands, das sagt auch eine Menge aus. Die Anlage in Passau hat ja ihre heutige Form durch häufiges Umstricken und Hinzufügen erhalten.
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Gloria Klassik 226 Trend
Wichernkantor
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« Antworten #26 am: 12. November 2017, 12:15:12 »

Es geht nicht darum, Rekorde zu brechen, sondern einen komplexen Großraum angemessen zu beschallen. Und in Kenntnis der Lokalität gehe ich davon aus, dass das mit dieser Anlage gelingt. Bei dem ganzen Verzögerungs-Schnickschnack bin ich gespannt, ob er überhaupt verwendet wird. Die natürlichen Gegebenheiten (die auch für den Hörer plausibel sind) "austricksen" zu wollen, ist. m.E. ein nicht unbedingt zielführendes Verfahren. Ich jedenfalls wollte keine Traktur spielen, die künstlich verzögert. Das beste an diesen Vorrichtungen scheint mir, dass sie abschaltbar sind.

Vielleicht ergibt sich ja aus der Praxis, dass die Vierung einen zusätzlichen Klangkörper braucht um die Altarinsel und die vorderen Bankreihen optimal zu beschallen (was durch das Leitwerk beim Spieltisch auf der als Standort aufgegebenen Südchorrette halbwegs möglich war). Solange das Bistum einen Bischof mit Affinität zur Orgel hat, wäre so etwas sicher durchsetzbar. (Merke: Geld ist immer da. Es ist nur die Frage, wozu es verwendet wird.)

Aber warten wir erst mal ab, bis die Orgel an der Marienkapelle steht. Da wird sich zeigen, ob das Konzept aufgeht.

LG
Michael
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